Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Laband, Paul: Das Staatsrecht des Deutschen Reiches. Bd. 3, Abt. 2. Freiburg (Breisgau) u. a., 1882.

Bild:
<< vorherige Seite
§. 118. Der Urkunden-Stempel.

Diese Regeln können aber nur innerhalb des Zollgebietes
vollständig Platz greifen, da in den Exclaven eine Zollverwaltung
nicht vorhanden ist. Dessenungeachtet wird von den letzteren nicht
statt des Spielkartenstempels ein Aversum entrichtet, sondern das
Gesetz v. 3. Juli 1878 gilt auch in den Zollausschlüssen des
Bundesgebiets. Der Bundesrath ist aber ermächtigt für diese
Gebietstheile Bestimmungen darüber zu treffen, welcher Steuer-
stelle die daselbst eingeführten Spielkarten anzumelden und wie
der Ausgang der zur Ausfuhr oder Durchfuhr durch das Bundes-
gebiet angemeldeten Spielkarten, sowie der Handel mit Spiel-
karten zu kontroliren ist, unter welchen Bedingungen Großhändlern
ein Lager ungestempelter Spielkarten bewilligt werden darf, und
endlich, inwieweit eine Ueberwachung der Ausführung des Gesetzes
durch Reichsbeamte stattzufinden hat und in welcher Weise die
Einnahme an Spielkartenstempel zu verwalten und zur Reichskasse
abzuführen sind 1).

III. Jedem Bundesstaate werden an Erhebungs- und Ver-
waltungskosten fünf Prozent der in seinem Gebiete zur Erhebung
gelangenden Stempelabgaben von Spielkarten vergütet 2).

§. 118. Der Urkunden-Stempel*).

I. Einer zur Reichskasse fließenden Abgabe unterliegen:

1. Gezogene und eigene Wechsel, welche im Bundesgebiete

stimmten Fabrikräumen durch einen unverschuldeten Zufall zum Gebrauch un-
tauglich geworden sind. R.G. §. 7.
1) R.G. §. 26. Alle diese Vorschriften sind in der S. 307 Note 6 citirten
Bundesraths-Verordnung vom 6. Juli 1878 enthalten.
2) R.G. §. 23.
*) Gesetz, betreffend die Wechselstempel steuer im Nordd. Bunde vom
10. Juni 1869 (B.G.Bl. S. 193). Entw. mit Motiven in den Drucks. des
Reichstages v. 1869 Nr. 154. Kommissionsbericht ebenda Nr. 230.
Verhandlungen in den Stenogr. Berichten Bd. I. S. 858 ff. 1187 ff. 1280.
Das Gesetz ist in den Südd. Staaten und in Elsaß-Lothringen eingeführt und
durch das Reichsgesetz v. 4. Juni 1879 (R.G.Bl. S. 151) theilweise abgeändert
worden. Kommentare zum Wechselstempel-Gesetz von Hoyer Berlin 1871
und Meves Erlangen 1875.
Gesetz, betreffend die Erhebung von Reichsstempelabgaben. Vom
1. Juli 1881 (R.G.Bl. S. 185). Entwurf mit Motiven in den Drucksachen des
Reichstages v. 1880 Nr. 96, von 1881 Nr. 59. Kommissionsbericht Drucksachen 1881
Nr. 162. Verhandlungen in den Stenogr. Berichten 1881 S. 551 ff. 1340 ff.
§. 118. Der Urkunden-Stempel.

Dieſe Regeln können aber nur innerhalb des Zollgebietes
vollſtändig Platz greifen, da in den Exclaven eine Zollverwaltung
nicht vorhanden iſt. Deſſenungeachtet wird von den letzteren nicht
ſtatt des Spielkartenſtempels ein Averſum entrichtet, ſondern das
Geſetz v. 3. Juli 1878 gilt auch in den Zollausſchlüſſen des
Bundesgebiets. Der Bundesrath iſt aber ermächtigt für dieſe
Gebietstheile Beſtimmungen darüber zu treffen, welcher Steuer-
ſtelle die daſelbſt eingeführten Spielkarten anzumelden und wie
der Ausgang der zur Ausfuhr oder Durchfuhr durch das Bundes-
gebiet angemeldeten Spielkarten, ſowie der Handel mit Spiel-
karten zu kontroliren iſt, unter welchen Bedingungen Großhändlern
ein Lager ungeſtempelter Spielkarten bewilligt werden darf, und
endlich, inwieweit eine Ueberwachung der Ausführung des Geſetzes
durch Reichsbeamte ſtattzufinden hat und in welcher Weiſe die
Einnahme an Spielkartenſtempel zu verwalten und zur Reichskaſſe
abzuführen ſind 1).

III. Jedem Bundesſtaate werden an Erhebungs- und Ver-
waltungskoſten fünf Prozent der in ſeinem Gebiete zur Erhebung
gelangenden Stempelabgaben von Spielkarten vergütet 2).

§. 118. Der Urkunden-Stempel*).

I. Einer zur Reichskaſſe fließenden Abgabe unterliegen:

1. Gezogene und eigene Wechſel, welche im Bundesgebiete

ſtimmten Fabrikräumen durch einen unverſchuldeten Zufall zum Gebrauch un-
tauglich geworden ſind. R.G. §. 7.
1) R.G. §. 26. Alle dieſe Vorſchriften ſind in der S. 307 Note 6 citirten
Bundesraths-Verordnung vom 6. Juli 1878 enthalten.
2) R.G. §. 23.
*) Geſetz, betreffend die Wechſelſtempel ſteuer im Nordd. Bunde vom
10. Juni 1869 (B.G.Bl. S. 193). Entw. mit Motiven in den Druckſ. des
Reichstages v. 1869 Nr. 154. Kommiſſionsbericht ebenda Nr. 230.
Verhandlungen in den Stenogr. Berichten Bd. I. S. 858 ff. 1187 ff. 1280.
Das Geſetz iſt in den Südd. Staaten und in Elſaß-Lothringen eingeführt und
durch das Reichsgeſetz v. 4. Juni 1879 (R.G.Bl. S. 151) theilweiſe abgeändert
worden. Kommentare zum Wechſelſtempel-Geſetz von Hoyer Berlin 1871
und Meves Erlangen 1875.
Geſetz, betreffend die Erhebung von Reichsſtempelabgaben. Vom
1. Juli 1881 (R.G.Bl. S. 185). Entwurf mit Motiven in den Druckſachen des
Reichstages v. 1880 Nr. 96, von 1881 Nr. 59. Kommiſſionsbericht Druckſachen 1881
Nr. 162. Verhandlungen in den Stenogr. Berichten 1881 S. 551 ff. 1340 ff.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <pb facs="#f0318" n="308"/>
              <fw place="top" type="header">§. 118. Der Urkunden-Stempel.</fw><lb/>
              <p>Die&#x017F;e Regeln können aber nur innerhalb des Zollgebietes<lb/>
voll&#x017F;tändig Platz greifen, da in den Exclaven eine Zollverwaltung<lb/>
nicht vorhanden i&#x017F;t. De&#x017F;&#x017F;enungeachtet wird von den letzteren nicht<lb/>
&#x017F;tatt des Spielkarten&#x017F;tempels ein Aver&#x017F;um entrichtet, &#x017F;ondern das<lb/>
Ge&#x017F;etz v. 3. Juli 1878 gilt auch in den Zollaus&#x017F;chlü&#x017F;&#x017F;en des<lb/>
Bundesgebiets. Der Bundesrath i&#x017F;t aber ermächtigt für die&#x017F;e<lb/>
Gebietstheile Be&#x017F;timmungen darüber zu treffen, welcher Steuer-<lb/>
&#x017F;telle die da&#x017F;elb&#x017F;t eingeführten Spielkarten anzumelden und wie<lb/>
der Ausgang der zur Ausfuhr oder Durchfuhr durch das Bundes-<lb/>
gebiet angemeldeten Spielkarten, &#x017F;owie der Handel mit Spiel-<lb/>
karten zu kontroliren i&#x017F;t, unter welchen Bedingungen Großhändlern<lb/>
ein Lager unge&#x017F;tempelter Spielkarten bewilligt werden darf, und<lb/>
endlich, inwieweit eine Ueberwachung der Ausführung des Ge&#x017F;etzes<lb/>
durch Reichsbeamte &#x017F;tattzufinden hat und in welcher Wei&#x017F;e die<lb/>
Einnahme an Spielkarten&#x017F;tempel zu verwalten und zur Reichska&#x017F;&#x017F;e<lb/>
abzuführen &#x017F;ind <note place="foot" n="1)">R.G. §. 26. Alle die&#x017F;e Vor&#x017F;chriften &#x017F;ind in der S. 307 Note 6 citirten<lb/>
Bundesraths-Verordnung vom 6. Juli 1878 enthalten.</note>.</p><lb/>
              <p><hi rendition="#aq">III.</hi> Jedem Bundes&#x017F;taate werden an Erhebungs- und Ver-<lb/>
waltungsko&#x017F;ten fünf Prozent der in &#x017F;einem Gebiete zur Erhebung<lb/>
gelangenden Stempelabgaben von Spielkarten vergütet <note place="foot" n="2)">R.G. §. 23.</note>.</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 118. <hi rendition="#b">Der Urkunden-Stempel</hi><note xml:id="seg2pn_35_1" next="#seg2pn_35_2" place="foot" n="*)">Ge&#x017F;etz, betreffend die <hi rendition="#g">Wech&#x017F;el&#x017F;tempel</hi> &#x017F;teuer im Nordd. Bunde vom<lb/>
10. Juni 1869 (B.G.Bl. S. 193). Entw. mit <hi rendition="#g">Motiven</hi> in den Druck&#x017F;. des<lb/>
Reichstages v. 1869 Nr. 154. <hi rendition="#g">Kommi&#x017F;&#x017F;ionsbericht</hi> ebenda Nr. 230.<lb/>
Verhandlungen in den Stenogr. Berichten Bd. <hi rendition="#aq">I.</hi> S. 858 ff. 1187 ff. 1280.<lb/>
Das Ge&#x017F;etz i&#x017F;t in den Südd. Staaten und in El&#x017F;aß-Lothringen eingeführt und<lb/>
durch das Reichsge&#x017F;etz v. 4. Juni 1879 (R.G.Bl. S. 151) theilwei&#x017F;e abgeändert<lb/>
worden. <hi rendition="#g">Kommentare</hi> zum Wech&#x017F;el&#x017F;tempel-Ge&#x017F;etz von <hi rendition="#g">Hoyer</hi> Berlin 1871<lb/>
und <hi rendition="#g">Meves</hi> Erlangen 1875.<lb/>
Ge&#x017F;etz, betreffend die Erhebung von <hi rendition="#g">Reichs&#x017F;tempelabgaben</hi>. Vom<lb/>
1. Juli 1881 (R.G.Bl. S. 185). Entwurf mit Motiven in den Druck&#x017F;achen des<lb/>
Reichstages v. 1880 Nr. 96, von 1881 Nr. 59. Kommi&#x017F;&#x017F;ionsbericht Druck&#x017F;achen 1881<lb/>
Nr. 162. Verhandlungen in den Stenogr. Berichten 1881 S. 551 ff. 1340 ff.</note>.</head><lb/>
              <p><hi rendition="#aq">I.</hi> Einer zur Reichska&#x017F;&#x017F;e fließenden Abgabe unterliegen:</p><lb/>
              <p>1. Gezogene und eigene <hi rendition="#g">Wech&#x017F;el</hi>, welche im Bundesgebiete<lb/><note xml:id="seg2pn_34_2" prev="#seg2pn_34_1" place="foot" n="8)">&#x017F;timmten Fabrikräumen durch einen unver&#x017F;chuldeten Zufall zum Gebrauch un-<lb/>
tauglich geworden &#x017F;ind. R.G. §. 7.</note><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[308/0318] §. 118. Der Urkunden-Stempel. Dieſe Regeln können aber nur innerhalb des Zollgebietes vollſtändig Platz greifen, da in den Exclaven eine Zollverwaltung nicht vorhanden iſt. Deſſenungeachtet wird von den letzteren nicht ſtatt des Spielkartenſtempels ein Averſum entrichtet, ſondern das Geſetz v. 3. Juli 1878 gilt auch in den Zollausſchlüſſen des Bundesgebiets. Der Bundesrath iſt aber ermächtigt für dieſe Gebietstheile Beſtimmungen darüber zu treffen, welcher Steuer- ſtelle die daſelbſt eingeführten Spielkarten anzumelden und wie der Ausgang der zur Ausfuhr oder Durchfuhr durch das Bundes- gebiet angemeldeten Spielkarten, ſowie der Handel mit Spiel- karten zu kontroliren iſt, unter welchen Bedingungen Großhändlern ein Lager ungeſtempelter Spielkarten bewilligt werden darf, und endlich, inwieweit eine Ueberwachung der Ausführung des Geſetzes durch Reichsbeamte ſtattzufinden hat und in welcher Weiſe die Einnahme an Spielkartenſtempel zu verwalten und zur Reichskaſſe abzuführen ſind 1). III. Jedem Bundesſtaate werden an Erhebungs- und Ver- waltungskoſten fünf Prozent der in ſeinem Gebiete zur Erhebung gelangenden Stempelabgaben von Spielkarten vergütet 2). §. 118. Der Urkunden-Stempel *). I. Einer zur Reichskaſſe fließenden Abgabe unterliegen: 1. Gezogene und eigene Wechſel, welche im Bundesgebiete 8) 1) R.G. §. 26. Alle dieſe Vorſchriften ſind in der S. 307 Note 6 citirten Bundesraths-Verordnung vom 6. Juli 1878 enthalten. 2) R.G. §. 23. *) Geſetz, betreffend die Wechſelſtempel ſteuer im Nordd. Bunde vom 10. Juni 1869 (B.G.Bl. S. 193). Entw. mit Motiven in den Druckſ. des Reichstages v. 1869 Nr. 154. Kommiſſionsbericht ebenda Nr. 230. Verhandlungen in den Stenogr. Berichten Bd. I. S. 858 ff. 1187 ff. 1280. Das Geſetz iſt in den Südd. Staaten und in Elſaß-Lothringen eingeführt und durch das Reichsgeſetz v. 4. Juni 1879 (R.G.Bl. S. 151) theilweiſe abgeändert worden. Kommentare zum Wechſelſtempel-Geſetz von Hoyer Berlin 1871 und Meves Erlangen 1875. Geſetz, betreffend die Erhebung von Reichsſtempelabgaben. Vom 1. Juli 1881 (R.G.Bl. S. 185). Entwurf mit Motiven in den Druckſachen des Reichstages v. 1880 Nr. 96, von 1881 Nr. 59. Kommiſſionsbericht Druckſachen 1881 Nr. 162. Verhandlungen in den Stenogr. Berichten 1881 S. 551 ff. 1340 ff. 8) ſtimmten Fabrikräumen durch einen unverſchuldeten Zufall zum Gebrauch un- tauglich geworden ſind. R.G. §. 7.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/laband_staatsrecht0302_1882
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/laband_staatsrecht0302_1882/318
Zitationshilfe: Laband, Paul: Das Staatsrecht des Deutschen Reiches. Bd. 3, Abt. 2. Freiburg (Breisgau) u. a., 1882, S. 308. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/laband_staatsrecht0302_1882/318>, abgerufen am 13.11.2018.