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Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771.

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XVIII. Hauptstück.
3°. Sofern ein Ding mit andern in Verbindung
steht, kann es mit denselben zusammengenom-
men, als ein Ganzes angesehen werden. Und
da machen
4°. die Verhältnisse, die sich dabey mit einfinden,
wiederum an sich, und in dieser Absicht betrach-
tet, ein Ganzes aus.
5°. Alles dieses läuft durch die vorhin (§. 574.) an-
geführten sieben Classen von Verhältnissen, nnd
wird daher allerdings ausgebreitet und weit-
läuftig genug.
§. 579.

Nun giebt der vollständige Begriff eines Ganzen
allemal die Abzählung der dazu gehörenden Theile.
Sofern demnach diese nicht getrennet werden
können, läßt sich von denen, die man findet,
schließen, daß die übrigen auch da seyn müs-
sen,
(Dianoiol. §. 394. seqq.). Jn andern Fällen,
wo gewisse Theile nicht sind, ist die Lücke
öfters mit etwas anderm ausgefüllt
(§. 264.),
und dieß giebt Anlaß, die innern Gründe dieses
Andersseyn aufzusuchen, oder zu finden, was statt
des Theiles, der da seyn sollte, da ist. Da man
den Dingen der Jntellectualwelt auf mehrere Arten
eine äußerliche Gestalt oder einen Körper gegeben
(§. 557.), und auch die Formalien in Ganze ver-
wandelt hat, so dehnen sich diese beyden Fälle auch
darauf aus, und öfters läßt sich aus der besondern,
gekünstelten, übel zusammenhängenden äußern Form
der Dinge auf die innern Umstände schließen, welche
dieselben mit sich bringen. Ueberhaupt aber muß
man sich die Ganzen, ihre Theile und Modificationen

wohl
XVIII. Hauptſtuͤck.
3°. Sofern ein Ding mit andern in Verbindung
ſteht, kann es mit denſelben zuſammengenom-
men, als ein Ganzes angeſehen werden. Und
da machen
4°. die Verhaͤltniſſe, die ſich dabey mit einfinden,
wiederum an ſich, und in dieſer Abſicht betrach-
tet, ein Ganzes aus.
5°. Alles dieſes laͤuft durch die vorhin (§. 574.) an-
gefuͤhrten ſieben Claſſen von Verhaͤltniſſen, nnd
wird daher allerdings ausgebreitet und weit-
laͤuftig genug.
§. 579.

Nun giebt der vollſtaͤndige Begriff eines Ganzen
allemal die Abzaͤhlung der dazu gehoͤrenden Theile.
Sofern demnach dieſe nicht getrennet werden
koͤnnen, laͤßt ſich von denen, die man findet,
ſchließen, daß die uͤbrigen auch da ſeyn muͤſ-
ſen,
(Dianoiol. §. 394. ſeqq.). Jn andern Faͤllen,
wo gewiſſe Theile nicht ſind, iſt die Luͤcke
oͤfters mit etwas anderm ausgefuͤllt
(§. 264.),
und dieß giebt Anlaß, die innern Gruͤnde dieſes
Andersſeyn aufzuſuchen, oder zu finden, was ſtatt
des Theiles, der da ſeyn ſollte, da iſt. Da man
den Dingen der Jntellectualwelt auf mehrere Arten
eine aͤußerliche Geſtalt oder einen Koͤrper gegeben
(§. 557.), und auch die Formalien in Ganze ver-
wandelt hat, ſo dehnen ſich dieſe beyden Faͤlle auch
darauf aus, und oͤfters laͤßt ſich aus der beſondern,
gekuͤnſtelten, uͤbel zuſammenhaͤngenden aͤußern Form
der Dinge auf die innern Umſtaͤnde ſchließen, welche
dieſelben mit ſich bringen. Ueberhaupt aber muß
man ſich die Ganzen, ihre Theile und Modificationen

wohl
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[202/0210] XVIII. Hauptſtuͤck. 3°. Sofern ein Ding mit andern in Verbindung ſteht, kann es mit denſelben zuſammengenom- men, als ein Ganzes angeſehen werden. Und da machen 4°. die Verhaͤltniſſe, die ſich dabey mit einfinden, wiederum an ſich, und in dieſer Abſicht betrach- tet, ein Ganzes aus. 5°. Alles dieſes laͤuft durch die vorhin (§. 574.) an- gefuͤhrten ſieben Claſſen von Verhaͤltniſſen, nnd wird daher allerdings ausgebreitet und weit- laͤuftig genug. §. 579. Nun giebt der vollſtaͤndige Begriff eines Ganzen allemal die Abzaͤhlung der dazu gehoͤrenden Theile. Sofern demnach dieſe nicht getrennet werden koͤnnen, laͤßt ſich von denen, die man findet, ſchließen, daß die uͤbrigen auch da ſeyn muͤſ- ſen, (Dianoiol. §. 394. ſeqq.). Jn andern Faͤllen, wo gewiſſe Theile nicht ſind, iſt die Luͤcke oͤfters mit etwas anderm ausgefuͤllt (§. 264.), und dieß giebt Anlaß, die innern Gruͤnde dieſes Andersſeyn aufzuſuchen, oder zu finden, was ſtatt des Theiles, der da ſeyn ſollte, da iſt. Da man den Dingen der Jntellectualwelt auf mehrere Arten eine aͤußerliche Geſtalt oder einen Koͤrper gegeben (§. 557.), und auch die Formalien in Ganze ver- wandelt hat, ſo dehnen ſich dieſe beyden Faͤlle auch darauf aus, und oͤfters laͤßt ſich aus der beſondern, gekuͤnſtelten, uͤbel zuſammenhaͤngenden aͤußern Form der Dinge auf die innern Umſtaͤnde ſchließen, welche dieſelben mit ſich bringen. Ueberhaupt aber muß man ſich die Ganzen, ihre Theile und Modificationen wohl

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Zitationshilfe: Lambert, Johann Heinrich: Anlage zur Architectonic. Bd. 2. Riga, 1771, S. 202. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lambert_architectonic02_1771/210>, abgerufen am 15.11.2019.