Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale. Bd. 5. Leipzig, 1802.

Bild:
<< vorherige Seite

derber die Wahrheit gesagt zu haben, aber nach
und nach besann ich mich und bedauerte, den Kerl
auf seinen ebentheuerlichen Zügen nicht begleitet
zu haben; ich hätte, glaub ich, recht sehr viel
lernen können in solcher Gesellschaft. Es ist al-
lerdings nicht sehr löblich, mit einem medicini-
schen Charlatan und einem alchymistischen Betrü-
ger -- und dieß war mein Männchen ganz ge-
wiß -- herum zu ziehen, aber ich konnte es im-
mer einmal probiren, um doch auch die Erfahrung
zu lernen, wie weit Leichtgläubigkeit und Betrug
gehen kann. Ich habe nachher weiter nichts mehr
von meinem Männchen gehört: denn er verließ
Halle noch am nämlichen Tag.

Zwölftes Kapitel.

Häusliche Auftritte. Die Frau Hammern.



Seit der Geburt meines Fritzemann Acke
gings so ziemlich in meiner Wirthschaft: denn ich
verdiente so viel, als wir brauchten, und so leb-
ten wir ruhig, so ruhig, als man unter meinen

derber die Wahrheit geſagt zu haben, aber nach
und nach beſann ich mich und bedauerte, den Kerl
auf ſeinen ebentheuerlichen Zuͤgen nicht begleitet
zu haben; ich haͤtte, glaub ich, recht ſehr viel
lernen koͤnnen in ſolcher Geſellſchaft. Es iſt al-
lerdings nicht ſehr loͤblich, mit einem medicini-
ſchen Charlatan und einem alchymiſtiſchen Betruͤ-
ger — und dieß war mein Maͤnnchen ganz ge-
wiß — herum zu ziehen, aber ich konnte es im-
mer einmal probiren, um doch auch die Erfahrung
zu lernen, wie weit Leichtglaͤubigkeit und Betrug
gehen kann. Ich habe nachher weiter nichts mehr
von meinem Maͤnnchen gehoͤrt: denn er verließ
Halle noch am naͤmlichen Tag.

Zwoͤlftes Kapitel.

Haͤusliche Auftritte. Die Frau Hammern.



Seit der Geburt meines Fritzemann Acke
gings ſo ziemlich in meiner Wirthſchaft: denn ich
verdiente ſo viel, als wir brauchten, und ſo leb-
ten wir ruhig, ſo ruhig, als man unter meinen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0134" n="126"/>
derber die Wahrheit ge&#x017F;agt zu haben, aber nach<lb/>
und nach be&#x017F;ann ich mich und bedauerte, den Kerl<lb/>
auf &#x017F;einen ebentheuerlichen Zu&#x0364;gen nicht begleitet<lb/>
zu haben; ich ha&#x0364;tte, glaub ich, recht &#x017F;ehr viel<lb/>
lernen ko&#x0364;nnen in &#x017F;olcher Ge&#x017F;ell&#x017F;chaft. Es i&#x017F;t al-<lb/>
lerdings nicht &#x017F;ehr lo&#x0364;blich, mit einem medicini-<lb/>
&#x017F;chen Charlatan und einem alchymi&#x017F;ti&#x017F;chen Betru&#x0364;-<lb/>
ger &#x2014; und dieß war mein Ma&#x0364;nnchen ganz ge-<lb/>
wiß &#x2014; herum zu ziehen, aber ich konnte es im-<lb/>
mer einmal probiren, um doch auch die Erfahrung<lb/>
zu lernen, wie weit Leichtgla&#x0364;ubigkeit und Betrug<lb/>
gehen kann. Ich habe nachher weiter nichts mehr<lb/>
von meinem Ma&#x0364;nnchen geho&#x0364;rt: denn er verließ<lb/>
Halle noch am na&#x0364;mlichen Tag.</p>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head>Zwo&#x0364;lftes Kapitel.</head><lb/>
        <p><hi rendition="#g">Ha&#x0364;usliche Auftritte</hi>. <hi rendition="#g">Die Frau Hammern</hi>.</p><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        <p><hi rendition="#in">S</hi>eit der Geburt meines <hi rendition="#g">Fritzemann Acke</hi><lb/>
gings &#x017F;o ziemlich in meiner Wirth&#x017F;chaft: denn ich<lb/>
verdiente &#x017F;o viel, als wir brauchten, und &#x017F;o leb-<lb/>
ten wir ruhig, &#x017F;o ruhig, als man unter meinen<lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[126/0134] derber die Wahrheit geſagt zu haben, aber nach und nach beſann ich mich und bedauerte, den Kerl auf ſeinen ebentheuerlichen Zuͤgen nicht begleitet zu haben; ich haͤtte, glaub ich, recht ſehr viel lernen koͤnnen in ſolcher Geſellſchaft. Es iſt al- lerdings nicht ſehr loͤblich, mit einem medicini- ſchen Charlatan und einem alchymiſtiſchen Betruͤ- ger — und dieß war mein Maͤnnchen ganz ge- wiß — herum zu ziehen, aber ich konnte es im- mer einmal probiren, um doch auch die Erfahrung zu lernen, wie weit Leichtglaͤubigkeit und Betrug gehen kann. Ich habe nachher weiter nichts mehr von meinem Maͤnnchen gehoͤrt: denn er verließ Halle noch am naͤmlichen Tag. Zwoͤlftes Kapitel. Haͤusliche Auftritte. Die Frau Hammern. Seit der Geburt meines Fritzemann Acke gings ſo ziemlich in meiner Wirthſchaft: denn ich verdiente ſo viel, als wir brauchten, und ſo leb- ten wir ruhig, ſo ruhig, als man unter meinen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/laukhard_leben05_1802
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/laukhard_leben05_1802/134
Zitationshilfe: Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale. Bd. 5. Leipzig, 1802, S. 126. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/laukhard_leben05_1802/134>, abgerufen am 16.07.2018.