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Lavater, Johann Caspar: Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Bd. 4. Leipzig u. a., 1778.

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Stirnmaaß.

Bey G sind Löcher, den Halbzirkel in die Stifte zu legen, wie oben gemeldet, als aufrecht
zu gebrauchen.

Die 8. Figur ist das Reißbret, worauf die Radii, Zolle und Linien gezeichnet sind, nebst
den zwey Maaßstäben. Ersterer A gehört für den Halbzirkel, Reißbret und die Profile. Figur 9.
Zweyter B für die übrigen Figuren, als: 1, 2, 3, 4, 5, 6, und 10. 11.

Die 11. Figur ist noch ein Handgriff, an den Halbzirkel bey F zu stecken.

Gebrauch des Jnstruments.

Wenn der Theil des Jnstruments, den die zweyte Figur bezeichnet, an die Wand perpen-
dikulär fest gemacht, das zirkelhohle Blatt der dritten Figur eingeschoben ist; so sitzt die Person, de-
ren Stirn gemessen werden soll, an der Wand, auf einem niedrigen Sessel, der allenfalls höher und
niedriger geschraubt werden kann. Sie legt den Kopf fest an das Stäbchen F. H. die beyden Stäb-
chen H. H. zur Rechten und Linken werden so weit fortgerückt, bis sie auf beyden Seiten gleiche
Grade haben, und sich an den Kopf andrängen, sodann unten zugeschraubt, daß der Kopf fest steht.
Der Kopf nämlich muß bis an die Augenbraunen über das hohle Blatt der 3. Figur hervorragen.
Sodann wird der Halbzirkelbogen mit den 33. Stäbchen (Fig. 7.) auf zwey voreinander überstehen-
de messingerne Dräte angelegt -- die beyden Stäbchen am Ende sanft an den Kopf angerückt, und
wenn die Zoll- und Linienzahl gleichgesetzt ist auf beyden Seiten, von oben herab fest geschraubt.
Sodann das mittlere Stäbchen genau in der Mitte zwischen den Augenbraunen angerückt, daß es
die Stirnhaut leicht berührt, und dann ebenfalls festgestellt. Dann werden alle übrige Stäbchen,
die auf stählernen Federn sanft laufen, an die Stirnhaut angerückt, nicht zu leicht, nicht zu hart --
und genau nachgesehen, ob alle gleich sanft anliegen. Sodann wird der Halbzirkel herausgezogen,
der Kopf losgeschraubt, die Person entlassen, und der messingerne Halbzirkel auf das Reißbret in
zwey feste runde Stäbchen g g eingelassen; so sieht man augenblicklich bestimmt den Umfang der
Stirne. Es ist nachher leicht, den Halbzirkel wieder herauszuheben, auf ein flaches Papier anzule-
gen, und von einem Stäbchen zum andern die Grundlinie nachzuzeichnen, die freylich nachher mit
freyer Hand frisch ausgezeichnet werden muß. Sobald dieser Bogen rein genug umrissen ist, wird
eine Horizontallinie darunter gezogen, diese in zwey gleiche Theile getheilt, in der Mitte eine Per-
pendikularlinie gezogen; wodurch denn der Stirne sogleich ihre Klasse angewiesen wird, da offenbar

ist,
Stirnmaaß.

Bey G ſind Loͤcher, den Halbzirkel in die Stifte zu legen, wie oben gemeldet, als aufrecht
zu gebrauchen.

Die 8. Figur iſt das Reißbret, worauf die Radii, Zolle und Linien gezeichnet ſind, nebſt
den zwey Maaßſtaͤben. Erſterer A gehoͤrt fuͤr den Halbzirkel, Reißbret und die Profile. Figur 9.
Zweyter B fuͤr die uͤbrigen Figuren, als: 1, 2, 3, 4, 5, 6, und 10. 11.

Die 11. Figur iſt noch ein Handgriff, an den Halbzirkel bey F zu ſtecken.

Gebrauch des Jnſtruments.

Wenn der Theil des Jnſtruments, den die zweyte Figur bezeichnet, an die Wand perpen-
dikulaͤr feſt gemacht, das zirkelhohle Blatt der dritten Figur eingeſchoben iſt; ſo ſitzt die Perſon, de-
ren Stirn gemeſſen werden ſoll, an der Wand, auf einem niedrigen Seſſel, der allenfalls hoͤher und
niedriger geſchraubt werden kann. Sie legt den Kopf feſt an das Staͤbchen F. H. die beyden Staͤb-
chen H. H. zur Rechten und Linken werden ſo weit fortgeruͤckt, bis ſie auf beyden Seiten gleiche
Grade haben, und ſich an den Kopf andraͤngen, ſodann unten zugeſchraubt, daß der Kopf feſt ſteht.
Der Kopf naͤmlich muß bis an die Augenbraunen uͤber das hohle Blatt der 3. Figur hervorragen.
Sodann wird der Halbzirkelbogen mit den 33. Staͤbchen (Fig. 7.) auf zwey voreinander uͤberſtehen-
de meſſingerne Draͤte angelegt — die beyden Staͤbchen am Ende ſanft an den Kopf angeruͤckt, und
wenn die Zoll- und Linienzahl gleichgeſetzt iſt auf beyden Seiten, von oben herab feſt geſchraubt.
Sodann das mittlere Staͤbchen genau in der Mitte zwiſchen den Augenbraunen angeruͤckt, daß es
die Stirnhaut leicht beruͤhrt, und dann ebenfalls feſtgeſtellt. Dann werden alle uͤbrige Staͤbchen,
die auf ſtaͤhlernen Federn ſanft laufen, an die Stirnhaut angeruͤckt, nicht zu leicht, nicht zu hart —
und genau nachgeſehen, ob alle gleich ſanft anliegen. Sodann wird der Halbzirkel herausgezogen,
der Kopf losgeſchraubt, die Perſon entlaſſen, und der meſſingerne Halbzirkel auf das Reißbret in
zwey feſte runde Staͤbchen g g eingelaſſen; ſo ſieht man augenblicklich beſtimmt den Umfang der
Stirne. Es iſt nachher leicht, den Halbzirkel wieder herauszuheben, auf ein flaches Papier anzule-
gen, und von einem Staͤbchen zum andern die Grundlinie nachzuzeichnen, die freylich nachher mit
freyer Hand friſch ausgezeichnet werden muß. Sobald dieſer Bogen rein genug umriſſen iſt, wird
eine Horizontallinie darunter gezogen, dieſe in zwey gleiche Theile getheilt, in der Mitte eine Per-
pendikularlinie gezogen; wodurch denn der Stirne ſogleich ihre Klaſſe angewieſen wird, da offenbar

iſt,
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[239/0273] Stirnmaaß. Bey G ſind Loͤcher, den Halbzirkel in die Stifte zu legen, wie oben gemeldet, als aufrecht zu gebrauchen. Die 8. Figur iſt das Reißbret, worauf die Radii, Zolle und Linien gezeichnet ſind, nebſt den zwey Maaßſtaͤben. Erſterer A gehoͤrt fuͤr den Halbzirkel, Reißbret und die Profile. Figur 9. Zweyter B fuͤr die uͤbrigen Figuren, als: 1, 2, 3, 4, 5, 6, und 10. 11. Die 11. Figur iſt noch ein Handgriff, an den Halbzirkel bey F zu ſtecken. Gebrauch des Jnſtruments. Wenn der Theil des Jnſtruments, den die zweyte Figur bezeichnet, an die Wand perpen- dikulaͤr feſt gemacht, das zirkelhohle Blatt der dritten Figur eingeſchoben iſt; ſo ſitzt die Perſon, de- ren Stirn gemeſſen werden ſoll, an der Wand, auf einem niedrigen Seſſel, der allenfalls hoͤher und niedriger geſchraubt werden kann. Sie legt den Kopf feſt an das Staͤbchen F. H. die beyden Staͤb- chen H. H. zur Rechten und Linken werden ſo weit fortgeruͤckt, bis ſie auf beyden Seiten gleiche Grade haben, und ſich an den Kopf andraͤngen, ſodann unten zugeſchraubt, daß der Kopf feſt ſteht. Der Kopf naͤmlich muß bis an die Augenbraunen uͤber das hohle Blatt der 3. Figur hervorragen. Sodann wird der Halbzirkelbogen mit den 33. Staͤbchen (Fig. 7.) auf zwey voreinander uͤberſtehen- de meſſingerne Draͤte angelegt — die beyden Staͤbchen am Ende ſanft an den Kopf angeruͤckt, und wenn die Zoll- und Linienzahl gleichgeſetzt iſt auf beyden Seiten, von oben herab feſt geſchraubt. Sodann das mittlere Staͤbchen genau in der Mitte zwiſchen den Augenbraunen angeruͤckt, daß es die Stirnhaut leicht beruͤhrt, und dann ebenfalls feſtgeſtellt. Dann werden alle uͤbrige Staͤbchen, die auf ſtaͤhlernen Federn ſanft laufen, an die Stirnhaut angeruͤckt, nicht zu leicht, nicht zu hart — und genau nachgeſehen, ob alle gleich ſanft anliegen. Sodann wird der Halbzirkel herausgezogen, der Kopf losgeſchraubt, die Perſon entlaſſen, und der meſſingerne Halbzirkel auf das Reißbret in zwey feſte runde Staͤbchen g g eingelaſſen; ſo ſieht man augenblicklich beſtimmt den Umfang der Stirne. Es iſt nachher leicht, den Halbzirkel wieder herauszuheben, auf ein flaches Papier anzule- gen, und von einem Staͤbchen zum andern die Grundlinie nachzuzeichnen, die freylich nachher mit freyer Hand friſch ausgezeichnet werden muß. Sobald dieſer Bogen rein genug umriſſen iſt, wird eine Horizontallinie darunter gezogen, dieſe in zwey gleiche Theile getheilt, in der Mitte eine Per- pendikularlinie gezogen; wodurch denn der Stirne ſogleich ihre Klaſſe angewieſen wird, da offenbar iſt,

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Zitationshilfe: Lavater, Johann Caspar: Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Bd. 4. Leipzig u. a., 1778, S. 239. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lavater_fragmente04_1778/273>, abgerufen am 18.11.2019.