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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

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Leben und Thaten der liefländischen Ordensmeister.
1293

Philip der IVte, König in Frankreich, gab der Stadt Riga nebst 8 an-
dern Städten die Handelsfreiheit in seinen Häfen, nach der sie nichts mehr, als
den gewönlichen Zol entrichten durfte.

Die Händel zwischen dem Ordensmeister und Erzbischof gediehen endlich so
weit, daß dieser einen langwierigen Arrest bekam, wozu die Ritterschaft des Erz-
stifts das Jhrige mit beitrug, die an diesen Prälaten bisher eine mehrere Nei-
gung gegen die Pfaffen, als gegen die Ritterschaft bemerkt haben wolte. Doch
der Tod trente diese Partheien, und schafte den Meister in der besten Arbeit zur Ruhe.

Der ein und zwanzigste Ordensmeister in Liefland
deutschen Ordens,
Heinrich von Dumpeshagen
a).
1294

Er schafte sich gleich den dörptischen Bischof Bernhard durch einen
gütlichen Vergleich vom Halfe, welches den einsamen Erzbischof ver-
anlaste, sich hinter die Litthauer zu stecken, und gewisse Betstun-
den anzuordnen, in welchen er den Ordensmeister und seine Ritter-
schaft wolte zu Tode beten lassen. Der Tod aber faste zuerst den Erzbischof beim
Mantel, und wanderte im folgenden Jahr mit ihm aus der Welt.

Das revelsche Kapitel muste seine Domherren, Peter Degen, Jacob
Cimeterrä, Johan Terristerrä
und Johan von Ymbria nach Roth-
schild
abfertigen, wo sie in Gegenwart des dasigen Bischofs Johannes das
Bekentnis ablegten, daß weder sie, noch ihre Vorfahren sich der freien Bischofs-
wahl bedienet. Sie versprachen auch, weil es ein Regale wäre, in dergleichen
Fällen nie etwas gegen die königl. Vorrechte zu wagen. Rothschild am 25ten Julii.

1295

Die Kapitelsherren in Curland umzogen Pilten mit einer Mauer, weil
sich deutsche Kaufleute daselbst niedergelassen. Der Orden aber bezog das Ha-
kelwerk vor dem Schlosse Neu- Pernau, welches eine alte preußische Chro-
nike ein Jahr vorher meldet.

Der Meister folgte dem Erzbischof Johan von Fechten bald nach, und starb.

Der zwey und zwanzigste Ordensmeister in
Liefland deutschen Ordens,
Bruno.
a)
1296

Der neue Erzbischof, Johannes Graf von Schwerin, setzte das
Bündnis mit den Litthauern gegen den Orden fort, auf welche
Gelegenheit der Grosfürst Vitenes längst gewartet hatte. Um aber die
Bürgerschaft mit in seine Vortheile einzuflechten, bekräftigte er alle

von
a) Horner nennet ihn von Dumpsagen, Strubicz, von Durenschlagk, eine Hand-
schrift von den Herrmeistern, von Dingschalen, eine andere, Hinrich von Ding-
schlagen.
Jn einem Document vom 11ten Jul. 1295 heist er Hinrich von Din-
celaghe.
Jn selbigem spricht er der Stadt dasjenige Stück der Mauer zu, so hinter
den Fleischscharren (infra apothecam carnium) und seinem Wohnsitze Wittensteen
weggehet, und von dem St. Peters Kirchhof bis an den St. Jürgens Thurm sich
erstrecket. Nur müssen keine Rennen von der Mauer in den Hof Wittensteen gehen,
und er Freiheit behalten, die Balken seines Hofes in die Mauer, doch ohne Schaden
derselben, einzulegen.
a) Sein Zuname findet sich weder bey auswärtigen noch einheimischen Schriftstellern.
Stru-
Leben und Thaten der lieflaͤndiſchen Ordensmeiſter.
1293

Philip der IVte, Koͤnig in Frankreich, gab der Stadt Riga nebſt 8 an-
dern Staͤdten die Handelsfreiheit in ſeinen Haͤfen, nach der ſie nichts mehr, als
den gewoͤnlichen Zol entrichten durfte.

Die Haͤndel zwiſchen dem Ordensmeiſter und Erzbiſchof gediehen endlich ſo
weit, daß dieſer einen langwierigen Arreſt bekam, wozu die Ritterſchaft des Erz-
ſtifts das Jhrige mit beitrug, die an dieſen Praͤlaten bisher eine mehrere Nei-
gung gegen die Pfaffen, als gegen die Ritterſchaft bemerkt haben wolte. Doch
der Tod trente dieſe Partheien, und ſchafte den Meiſter in der beſten Arbeit zur Ruhe.

Der ein und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland
deutſchen Ordens,
Heinrich von Dumpeshagen
a).
1294

Er ſchafte ſich gleich den doͤrptiſchen Biſchof Bernhard durch einen
guͤtlichen Vergleich vom Halfe, welches den einſamen Erzbiſchof ver-
anlaſte, ſich hinter die Litthauer zu ſtecken, und gewiſſe Betſtun-
den anzuordnen, in welchen er den Ordensmeiſter und ſeine Ritter-
ſchaft wolte zu Tode beten laſſen. Der Tod aber faſte zuerſt den Erzbiſchof beim
Mantel, und wanderte im folgenden Jahr mit ihm aus der Welt.

Das revelſche Kapitel muſte ſeine Domherren, Peter Degen, Jacob
Cimeterraͤ, Johan Terristerraͤ
und Johan von Ymbria nach Roth-
ſchild
abfertigen, wo ſie in Gegenwart des daſigen Biſchofs Johannes das
Bekentnis ablegten, daß weder ſie, noch ihre Vorfahren ſich der freien Biſchofs-
wahl bedienet. Sie verſprachen auch, weil es ein Regale waͤre, in dergleichen
Faͤllen nie etwas gegen die koͤnigl. Vorrechte zu wagen. Rothſchild am 25ten Julii.

1295

Die Kapitelsherren in Curland umzogen Pilten mit einer Mauer, weil
ſich deutſche Kaufleute daſelbſt niedergelaſſen. Der Orden aber bezog das Ha-
kelwerk vor dem Schloſſe Neu- Pernau, welches eine alte preußiſche Chro-
nike ein Jahr vorher meldet.

Der Meiſter folgte dem Erzbiſchof Johan von Fechten bald nach, und ſtarb.

Der zwey und zwanzigſte Ordensmeiſter in
Liefland deutſchen Ordens,
Bruno.
a)
1296

Der neue Erzbiſchof, Johannes Graf von Schwerin, ſetzte das
Buͤndnis mit den Litthauern gegen den Orden fort, auf welche
Gelegenheit der Grosfuͤrſt Vitenes laͤngſt gewartet hatte. Um aber die
Buͤrgerſchaft mit in ſeine Vortheile einzuflechten, bekraͤftigte er alle

von
a) Horner nennet ihn von Dumpſagen, Strubicz, von Durenſchlagk, eine Hand-
ſchrift von den Herrmeiſtern, von Dingſchalen, eine andere, Hinrich von Ding-
ſchlagen.
Jn einem Document vom 11ten Jul. 1295 heiſt er Hinrich von Din-
celaghe.
Jn ſelbigem ſpricht er der Stadt dasjenige Stuͤck der Mauer zu, ſo hinter
den Fleiſchſcharren (infra apothecam carnium) und ſeinem Wohnſitze Wittenſteen
weggehet, und von dem St. Peters Kirchhof bis an den St. Juͤrgens Thurm ſich
erſtrecket. Nur muͤſſen keine Rennen von der Mauer in den Hof Wittenſteen gehen,
und er Freiheit behalten, die Balken ſeines Hofes in die Mauer, doch ohne Schaden
derſelben, einzulegen.
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[70/0088] Leben und Thaten der lieflaͤndiſchen Ordensmeiſter. Philip der IVte, Koͤnig in Frankreich, gab der Stadt Riga nebſt 8 an- dern Staͤdten die Handelsfreiheit in ſeinen Haͤfen, nach der ſie nichts mehr, als den gewoͤnlichen Zol entrichten durfte. Die Haͤndel zwiſchen dem Ordensmeiſter und Erzbiſchof gediehen endlich ſo weit, daß dieſer einen langwierigen Arreſt bekam, wozu die Ritterſchaft des Erz- ſtifts das Jhrige mit beitrug, die an dieſen Praͤlaten bisher eine mehrere Nei- gung gegen die Pfaffen, als gegen die Ritterſchaft bemerkt haben wolte. Doch der Tod trente dieſe Partheien, und ſchafte den Meiſter in der beſten Arbeit zur Ruhe. Der ein und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Heinrich von Dumpeshagen a). Er ſchafte ſich gleich den doͤrptiſchen Biſchof Bernhard durch einen guͤtlichen Vergleich vom Halfe, welches den einſamen Erzbiſchof ver- anlaſte, ſich hinter die Litthauer zu ſtecken, und gewiſſe Betſtun- den anzuordnen, in welchen er den Ordensmeiſter und ſeine Ritter- ſchaft wolte zu Tode beten laſſen. Der Tod aber faſte zuerſt den Erzbiſchof beim Mantel, und wanderte im folgenden Jahr mit ihm aus der Welt. Das revelſche Kapitel muſte ſeine Domherren, Peter Degen, Jacob Cimeterraͤ, Johan Terristerraͤ und Johan von Ymbria nach Roth- ſchild abfertigen, wo ſie in Gegenwart des daſigen Biſchofs Johannes das Bekentnis ablegten, daß weder ſie, noch ihre Vorfahren ſich der freien Biſchofs- wahl bedienet. Sie verſprachen auch, weil es ein Regale waͤre, in dergleichen Faͤllen nie etwas gegen die koͤnigl. Vorrechte zu wagen. Rothſchild am 25ten Julii. Die Kapitelsherren in Curland umzogen Pilten mit einer Mauer, weil ſich deutſche Kaufleute daſelbſt niedergelaſſen. Der Orden aber bezog das Ha- kelwerk vor dem Schloſſe Neu- Pernau, welches eine alte preußiſche Chro- nike ein Jahr vorher meldet. Der Meiſter folgte dem Erzbiſchof Johan von Fechten bald nach, und ſtarb. Der zwey und zwanzigſte Ordensmeiſter in Liefland deutſchen Ordens, Bruno. a) Der neue Erzbiſchof, Johannes Graf von Schwerin, ſetzte das Buͤndnis mit den Litthauern gegen den Orden fort, auf welche Gelegenheit der Grosfuͤrſt Vitenes laͤngſt gewartet hatte. Um aber die Buͤrgerſchaft mit in ſeine Vortheile einzuflechten, bekraͤftigte er alle von a) Horner nennet ihn von Dumpſagen, Strubicz, von Durenſchlagk, eine Hand- ſchrift von den Herrmeiſtern, von Dingſchalen, eine andere, Hinrich von Ding- ſchlagen. Jn einem Document vom 11ten Jul. 1295 heiſt er Hinrich von Din- celaghe. Jn ſelbigem ſpricht er der Stadt dasjenige Stuͤck der Mauer zu, ſo hinter den Fleiſchſcharren (infra apothecam carnium) und ſeinem Wohnſitze Wittenſteen weggehet, und von dem St. Peters Kirchhof bis an den St. Juͤrgens Thurm ſich erſtrecket. Nur muͤſſen keine Rennen von der Mauer in den Hof Wittenſteen gehen, und er Freiheit behalten, die Balken ſeines Hofes in die Mauer, doch ohne Schaden derſelben, einzulegen. a) Sein Zuname findet ſich weder bey auswaͤrtigen noch einheimiſchen Schriftſtellern. Stru-

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 70. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/88>, abgerufen am 24.05.2019.