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Marperger, Paul Jacob: Beschreibung der Banqven. Halle (Saale) u. a., 1717.

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Von der Venetianischen Banco.
andern dergleichen in dieser Materia publicirten Decretis conform ist/
und selbige in allem bekräfftiget/ was diesem letztern nicht zuwider/ daß
nehmlich der gesetzte Werth und Preiß des Geldes ohnverbrüchlich und
genau solte observiret werden.

Solches nun machen die verordnete Herren Müntz-Räthe/ wel-
chen die Ober-Auffsicht über Gold und Silber anvertrauet worden/
hiemit kund und offenbar/ und lassen jedermänniglich wissen/ daß man
deren Gebrauch und Gang auff das genaueste untersuchen/ auch dieje-
nige/ welche sich wieder das Gebot frevelhafftig zu setzen unterstehen/
auff das schärffeste straffen werde/ damit man die heilsame Gesetze in ih-
rem Lauff und Flor erhalten/ und des Durchl. Fürsten/ und der Herr-
schafft Geboth gebührend observiren möge. Sollen demnach die Gelder
und Müntzen in folgendem Werth gelten/ als:

Die Müntzen von Gold.
Eine Venetianische Doppia von ge-
rechtem Gepräg nach Venetiani-
scher Währung - - Lire 29. Soldi.
Eine Jtaliänische - - L. 28. 10.
Ein Zechino - - L. 17.
Ein Ungarischer Ducat - - L. 16.
Jn Silber.
Ein Venetianischer/ Mayländi-
scher/ Florentinischer/ (von al-
tem Gepräg) und Genuesischer
Scudi - - - L. 9. 12
Ein Ducaton - - - L. 8. 10
Ein Venetian. Ord. Ducat von
Silber - - - L. 6. 4
Macht im Hoch-Teutschen
Courrent-Gelde
fl. 5. X. 48
5. 42
3. 24
3. 12
1. 54
1. 42
1. 15
und zwar jedes Stück nach seinem richtigen Gewicht.

Andere Sorten/ welche in unserer Müntz-Stadt geschlagen wer-
den/ sollen in ihrem ordinari gesetzten Werth verbleiben.

Ferner solle Niemande erlaubt noch zugelassen seyn/ wes Standes
und Condition er auch immer seyn möge/ obgemeldte Sorten und Ge-
präge in einem höhern Preiß/ als oben gesetzet worden/ auszugeben/
oder anzunehmen/ oder sonst dawieder zu contrahiren/ bey Straffe
Criminalischer Geisselung/ dunckeler Gefängniß/ und Zehen Jahr auf

die
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Von der Venetianiſchen Banco.
andern dergleichen in dieſer Materia publicirten Decretis conform iſt/
und ſelbige in allem bekraͤfftiget/ was dieſem letztern nicht zuwider/ daß
nehmlich der geſetzte Werth und Preiß des Geldes ohnverbruͤchlich und
genau ſolte obſerviret werden.

Solches nun machen die verordnete Herren Muͤntz-Raͤthe/ wel-
chen die Ober-Auffſicht uͤber Gold und Silber anvertrauet worden/
hiemit kund und offenbar/ und laſſen jedermaͤnniglich wiſſen/ daß man
deren Gebrauch und Gang auff das genaueſte unterſuchen/ auch dieje-
nige/ welche ſich wieder das Gebot frevelhafftig zu ſetzen unterſtehen/
auff das ſchaͤrffeſte ſtraffen werde/ damit man die heilſame Geſetze in ih-
rem Lauff und Flor erhalten/ und des Durchl. Fuͤrſten/ und der Herr-
ſchafft Geboth gebuͤhrend obſerviren moͤge. Sollen demnach die Gelder
und Muͤntzen in folgendem Werth gelten/ als:

Die Muͤntzen von Gold.
Eine Venetianiſche Doppia von ge-
rechtem Gepraͤg nach Venetiani-
ſcher Waͤhrung ‒ ‒ Lire 29. Soldi.
Eine Jtaliaͤniſche ‒ ‒ L. 28. 10.
Ein Zechino ‒ ‒ L. 17.
Ein Ungariſcher Ducat ‒ ‒ L. 16.
Jn Silber.
Ein Venetianiſcher/ Maylaͤndi-
ſcher/ Florentiniſcher/ (von al-
tem Gepraͤg) und Genueſiſcher
Scudi ‒ ‒ ‒ L. 9. 12
Ein Ducaton ‒ ‒ ‒ L. 8. 10
Ein Venetian. Ord. Ducat von
Silber ‒ ‒ ‒ L. 6. 4
Macht im Hoch-Teutſchen
Courrent-Gelde
fl. 5. X. 48
5. 42
3. 24
3. 12
1. 54
1. 42
1. 15
und zwar jedes Stuͤck nach ſeinem richtigen Gewicht.

Andere Sorten/ welche in unſerer Muͤntz-Stadt geſchlagen wer-
den/ ſollen in ihrem ordinari geſetzten Werth verbleiben.

Ferner ſolle Niemande erlaubt noch zugelaſſen ſeyn/ wes Standes
und Condition er auch immer ſeyn moͤge/ obgemeldte Sorten und Ge-
praͤge in einem hoͤhern Preiß/ als oben geſetzet worden/ auszugeben/
oder anzunehmen/ oder ſonſt dawieder zu contrahiren/ bey Straffe
Criminaliſcher Geiſſelung/ dunckeler Gefaͤngniß/ und Zehen Jahr auf

die
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[181/0201] Von der Venetianiſchen Banco. andern dergleichen in dieſer Materia publicirten Decretis conform iſt/ und ſelbige in allem bekraͤfftiget/ was dieſem letztern nicht zuwider/ daß nehmlich der geſetzte Werth und Preiß des Geldes ohnverbruͤchlich und genau ſolte obſerviret werden. Solches nun machen die verordnete Herren Muͤntz-Raͤthe/ wel- chen die Ober-Auffſicht uͤber Gold und Silber anvertrauet worden/ hiemit kund und offenbar/ und laſſen jedermaͤnniglich wiſſen/ daß man deren Gebrauch und Gang auff das genaueſte unterſuchen/ auch dieje- nige/ welche ſich wieder das Gebot frevelhafftig zu ſetzen unterſtehen/ auff das ſchaͤrffeſte ſtraffen werde/ damit man die heilſame Geſetze in ih- rem Lauff und Flor erhalten/ und des Durchl. Fuͤrſten/ und der Herr- ſchafft Geboth gebuͤhrend obſerviren moͤge. Sollen demnach die Gelder und Muͤntzen in folgendem Werth gelten/ als: Die Muͤntzen von Gold. Eine Venetianiſche Doppia von ge- rechtem Gepraͤg nach Venetiani- ſcher Waͤhrung ‒ ‒ Lire 29. Soldi. Eine Jtaliaͤniſche ‒ ‒ L. 28. 10. Ein Zechino ‒ ‒ L. 17. Ein Ungariſcher Ducat ‒ ‒ L. 16. Jn Silber. Ein Venetianiſcher/ Maylaͤndi- ſcher/ Florentiniſcher/ (von al- tem Gepraͤg) und Genueſiſcher Scudi ‒ ‒ ‒ L. 9. 12 Ein Ducaton ‒ ‒ ‒ L. 8. 10 Ein Venetian. Ord. Ducat von Silber ‒ ‒ ‒ L. 6. 4 Macht im Hoch-Teutſchen Courrent-Gelde fl. 5. X. 48 5. 42 3. 24 3. 12 1. 54 1. 42 1. 15 und zwar jedes Stuͤck nach ſeinem richtigen Gewicht. Andere Sorten/ welche in unſerer Muͤntz-Stadt geſchlagen wer- den/ ſollen in ihrem ordinari geſetzten Werth verbleiben. Ferner ſolle Niemande erlaubt noch zugelaſſen ſeyn/ wes Standes und Condition er auch immer ſeyn moͤge/ obgemeldte Sorten und Ge- praͤge in einem hoͤhern Preiß/ als oben geſetzet worden/ auszugeben/ oder anzunehmen/ oder ſonſt dawieder zu contrahiren/ bey Straffe Criminaliſcher Geiſſelung/ dunckeler Gefaͤngniß/ und Zehen Jahr auf die Z 3

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Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Beschreibung der Banqven. Halle (Saale) u. a., 1717, S. 181. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_banqven_1717/201>, abgerufen am 28.09.2020.