Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717.

Bild:
<< vorherige Seite

Chalanden, Correspondentz und Credit.
man suchen Acceptation zu erhalten/ und so dann mit
erster Post wieder zurück anhero zu senden; Womit/
ohne mehrers/ freundlich gegrüsset/ Göttlicher Prote-
ction
empfohlen/ verbleibe/ etc.

XVIII. Ein anders/ aber unhöffliches.
Monsieur.

JCh habe sein Einladungs-Schreiben/ mich mit
ihm bey seiner so genannten neu etablirten
Handlung in Correspondentz einzulassen/ wol em-
pfangen/ kan aber nach Willen nicht darauf antwor-
ten/ weil demselben nur alzuwol wissend/ daß ich mit
seinen gewesenen Patronis in vieljähriger Hand-
lung gestanden/ von ihnen allezeit wol bedienet wor-
den/ und dannenhero nicht Ursache habe/ wo ich nicht
des Lasters der Leichtsinnigkeit und der Undanckbar-
keit wolte beschüldiget werden/ sie gegen einen jungen
unerfahrnen Menschen/ der vielleicht seine Jahre noch
nicht erstanden/ oder mit Unwillen von ihnen gekom-
men/ zu vertauschen. Der Herr legitimire erstlich
sein angefangenes eigenes Wesen durch eine gute
Conduite, und spreche mir alsdann wieder zu/ halte
mich aber anjetzo für enschuldigt/ daß ich für junge
Kauffleute/ insonderheit die nicht wol gesessen/ einen
so grossen Abscheu/ als für jungen Medicis trage/
welche gemeiniglich mit anderer Leute Schaden erst
lernen wollen und müssen. Meine übermachte Remes-
sen
würden in des Herrn seiner löchrichten Cassa in
geringer Sicherheit seyn; Von meinem Wein und
Brandtwein würde man sich erst des besten mit gu-
ten Zech-Brüdern bedienen/ und das ausgefüllte mit
Wasser/ oder durch den Titel der Leckkage, wieder

erse-
R 5

Chalanden, Correſpondentz und Credit.
man ſuchen Acceptation zu erhalten/ und ſo dann mit
erſter Poſt wieder zuruͤck anhero zu ſenden; Womit/
ohne mehrers/ freundlich gegruͤſſet/ Goͤttlicher Prote-
ction
empfohlen/ verbleibe/ ꝛc.

XVIII. Ein anders/ aber unhoͤffliches.
Monſieur.

JCh habe ſein Einladungs-Schreiben/ mich mit
ihm bey ſeiner ſo genannten neu établirten
Handlung in Correſpondentz einzulaſſen/ wol em-
pfangen/ kan aber nach Willen nicht darauf antwor-
ten/ weil demſelben nur alzuwol wiſſend/ daß ich mit
ſeinen geweſenen Patronis in vieljaͤhriger Hand-
lung geſtanden/ von ihnen allezeit wol bedienet wor-
den/ und dannenhero nicht Urſache habe/ wo ich nicht
des Laſters der Leichtſinnigkeit und der Undanckbar-
keit wolte beſchuͤldiget werden/ ſie gegen einen jungen
unerfahrnen Menſchen/ der vielleicht ſeine Jahre noch
nicht erſtanden/ oder mit Unwillen von ihnen gekom-
men/ zu vertauſchen. Der Herr legitimire erſtlich
ſein angefangenes eigenes Weſen durch eine gute
Conduite, und ſpreche mir alsdann wieder zu/ halte
mich aber anjetzo fuͤr enſchuldigt/ daß ich fuͤr junge
Kauffleute/ inſonderheit die nicht wol geſeſſen/ einen
ſo groſſen Abſcheu/ als fuͤr jungen Medicis trage/
welche gemeiniglich mit anderer Leute Schaden erſt
lernen wollen und muͤſſen. Meine uͤbermachte Remes-
ſen
wuͤrden in des Herrn ſeiner loͤchrichten Caſſa in
geringer Sicherheit ſeyn; Von meinem Wein und
Brandtwein wuͤrde man ſich erſt des beſten mit gu-
ten Zech-Bruͤdern bedienen/ und das ausgefuͤllte mit
Waſſer/ oder durch den Titel der Leckkage, wieder

erſe-
R 5
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0285" n="265"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Chalanden, Corre&#x017F;ponden</hi></hi><hi rendition="#b">tz und</hi><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Credit.</hi></hi></fw><lb/>
man &#x017F;uchen <hi rendition="#aq">Acceptation</hi> zu erhalten/ und &#x017F;o dann mit<lb/>
er&#x017F;ter Po&#x017F;t wieder zuru&#x0364;ck anhero zu &#x017F;enden; Womit/<lb/>
ohne mehrers/ freundlich gegru&#x0364;&#x017F;&#x017F;et/ Go&#x0364;ttlicher <hi rendition="#aq">Prote-<lb/>
ction</hi> empfohlen/ verbleibe/ &#xA75B;c.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">XVIII.</hi> Ein anders/ aber unho&#x0364;ffliches.</hi> </head><lb/>
            <salute> <hi rendition="#aq">Mon&#x017F;ieur.</hi> </salute><lb/>
            <p><hi rendition="#in">J</hi>Ch habe &#x017F;ein Einladungs-Schreiben/ mich mit<lb/>
ihm bey &#x017F;einer &#x017F;o genannten neu <hi rendition="#aq">établir</hi>ten<lb/>
Handlung in <hi rendition="#aq">Corre&#x017F;ponden</hi>tz einzula&#x017F;&#x017F;en/ wol em-<lb/>
pfangen/ kan aber nach Willen nicht darauf antwor-<lb/>
ten/ weil dem&#x017F;elben nur alzuwol wi&#x017F;&#x017F;end/ daß ich mit<lb/>
&#x017F;einen gewe&#x017F;enen <hi rendition="#aq">Patronis</hi> in vielja&#x0364;hriger Hand-<lb/>
lung ge&#x017F;tanden/ von ihnen allezeit wol bedienet wor-<lb/>
den/ und dannenhero nicht Ur&#x017F;ache habe/ wo ich nicht<lb/>
des La&#x017F;ters der Leicht&#x017F;innigkeit und der Undanckbar-<lb/>
keit wolte be&#x017F;chu&#x0364;ldiget werden/ &#x017F;ie gegen einen jungen<lb/>
unerfahrnen Men&#x017F;chen/ der vielleicht &#x017F;eine Jahre noch<lb/>
nicht er&#x017F;tanden/ oder mit Unwillen von ihnen gekom-<lb/>
men/ zu vertau&#x017F;chen. Der Herr <hi rendition="#aq">legitimi</hi>re er&#x017F;tlich<lb/>
&#x017F;ein angefangenes eigenes We&#x017F;en durch eine gute<lb/><hi rendition="#aq">Conduite,</hi> und &#x017F;preche mir alsdann wieder zu/ halte<lb/>
mich aber anjetzo fu&#x0364;r en&#x017F;chuldigt/ daß ich fu&#x0364;r junge<lb/>
Kauffleute/ in&#x017F;onderheit die nicht wol ge&#x017F;e&#x017F;&#x017F;en/ einen<lb/>
&#x017F;o gro&#x017F;&#x017F;en Ab&#x017F;cheu/ als fu&#x0364;r jungen <hi rendition="#aq">Medicis</hi> trage/<lb/>
welche gemeiniglich mit anderer Leute Schaden er&#x017F;t<lb/>
lernen wollen und mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. Meine u&#x0364;bermachte <hi rendition="#aq">Remes-<lb/>
&#x017F;en</hi> wu&#x0364;rden in des Herrn &#x017F;einer lo&#x0364;chrichten <hi rendition="#aq">Ca&#x017F;&#x017F;a</hi> in<lb/>
geringer Sicherheit &#x017F;eyn; Von meinem Wein und<lb/>
Brandtwein wu&#x0364;rde man &#x017F;ich er&#x017F;t des be&#x017F;ten mit gu-<lb/>
ten Zech-Bru&#x0364;dern bedienen/ und das ausgefu&#x0364;llte mit<lb/>
Wa&#x017F;&#x017F;er/ oder durch den Titel der <hi rendition="#aq">Leckkage,</hi> wieder<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">R 5</fw><fw place="bottom" type="catch">er&#x017F;e-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[265/0285] Chalanden, Correſpondentz und Credit. man ſuchen Acceptation zu erhalten/ und ſo dann mit erſter Poſt wieder zuruͤck anhero zu ſenden; Womit/ ohne mehrers/ freundlich gegruͤſſet/ Goͤttlicher Prote- ction empfohlen/ verbleibe/ ꝛc. XVIII. Ein anders/ aber unhoͤffliches. Monſieur. JCh habe ſein Einladungs-Schreiben/ mich mit ihm bey ſeiner ſo genannten neu établirten Handlung in Correſpondentz einzulaſſen/ wol em- pfangen/ kan aber nach Willen nicht darauf antwor- ten/ weil demſelben nur alzuwol wiſſend/ daß ich mit ſeinen geweſenen Patronis in vieljaͤhriger Hand- lung geſtanden/ von ihnen allezeit wol bedienet wor- den/ und dannenhero nicht Urſache habe/ wo ich nicht des Laſters der Leichtſinnigkeit und der Undanckbar- keit wolte beſchuͤldiget werden/ ſie gegen einen jungen unerfahrnen Menſchen/ der vielleicht ſeine Jahre noch nicht erſtanden/ oder mit Unwillen von ihnen gekom- men/ zu vertauſchen. Der Herr legitimire erſtlich ſein angefangenes eigenes Weſen durch eine gute Conduite, und ſpreche mir alsdann wieder zu/ halte mich aber anjetzo fuͤr enſchuldigt/ daß ich fuͤr junge Kauffleute/ inſonderheit die nicht wol geſeſſen/ einen ſo groſſen Abſcheu/ als fuͤr jungen Medicis trage/ welche gemeiniglich mit anderer Leute Schaden erſt lernen wollen und muͤſſen. Meine uͤbermachte Remes- ſen wuͤrden in des Herrn ſeiner loͤchrichten Caſſa in geringer Sicherheit ſeyn; Von meinem Wein und Brandtwein wuͤrde man ſich erſt des beſten mit gu- ten Zech-Bruͤdern bedienen/ und das ausgefuͤllte mit Waſſer/ oder durch den Titel der Leckkage, wieder erſe- R 5

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Grundlage der vorliegenden digitalen Ausgabe bild… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/285
Zitationshilfe: Marperger, Paul Jacob: Der allzeit-fertige Handels-Correspondent. 4. Aufl. Hamburg, 1717, S. 265. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marperger_correspondent_1717/285>, abgerufen am 20.11.2019.