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Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885.

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Zwanzigstes Kapitel.
Einfache Reproduktion.
I. Stellung der Frage.

Betrachten42) wir die jährliche Funktion des gesellschaftlichen Kapi-
tals -- also des Gesammtkapitals, wovon die individuellen Kapitale nur
Bruchstücke bilden, deren Bewegung sowohl ihre individuelle Bewegung
ist, wie gleichzeitig integrirendes Glied der Bewegung des Gesammtkapi-
tals -- in ihrem Resultat, d. h. betrachten wir das Waarenprodukt,
welches die Gesellschaft während des Jahrs liefert, so muss sich zeigen, wie
der Reproduktionsprocess des gesellschaftlichen Kapitals von statten geht,
welche Charaktere diesen Reproduktionsprocess vom Reproduktionsprocess
eines individuellen Kapitals unterscheiden, und welche Charaktere beiden
gemeinsam sind. Das Jahresprodukt umschliesst sowohl die Theile des
gesellschaftlichen Produkts, welche Kapital ersetzen, die gesellschaftliche
Reproduktion, wie die Theile, welche dem Konsumtionsfonds anheimfallen,
durch Arbeiter und Kapitalisten verzehrt werden, also sowohl die produk-
tive wie die individuelle Konsumtion. Sie umschliesst ebensowohl die
Reproduktion (d. h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiter-
klasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des
gesammten Produktionsprocesses.

Es ist offenbar die Cirkulationsfigur
die wir zu analysiren haben, und zwar spielt die Konsumtion nothwendig
eine Rolle darin; denn der Ausgangspunkt W' = W + w, das Waa-
renkapital, schliesst sowohl den konstanten und variablen Kapitalwerth
ein wie den Mehrwerth. Seine Bewegung umfasst daher ebensowohl die
individuelle Konsumtion wie die produktive. Bei den Kreisläufen G --
W ... P ... W' -- G' und P ... W' -- G' -- W ... P ist die

42) Aus Manuskript II.
Zwanzigstes Kapitel.
Einfache Reproduktion.
I. Stellung der Frage.

Betrachten42) wir die jährliche Funktion des gesellschaftlichen Kapi-
tals — also des Gesammtkapitals, wovon die individuellen Kapitale nur
Bruchstücke bilden, deren Bewegung sowohl ihre individuelle Bewegung
ist, wie gleichzeitig integrirendes Glied der Bewegung des Gesammtkapi-
tals — in ihrem Resultat, d. h. betrachten wir das Waarenprodukt,
welches die Gesellschaft während des Jahrs liefert, so muss sich zeigen, wie
der Reproduktionsprocess des gesellschaftlichen Kapitals von statten geht,
welche Charaktere diesen Reproduktionsprocess vom Reproduktionsprocess
eines individuellen Kapitals unterscheiden, und welche Charaktere beiden
gemeinsam sind. Das Jahresprodukt umschliesst sowohl die Theile des
gesellschaftlichen Produkts, welche Kapital ersetzen, die gesellschaftliche
Reproduktion, wie die Theile, welche dem Konsumtionsfonds anheimfallen,
durch Arbeiter und Kapitalisten verzehrt werden, also sowohl die produk-
tive wie die individuelle Konsumtion. Sie umschliesst ebensowohl die
Reproduktion (d. h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiter-
klasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des
gesammten Produktionsprocesses.

Es ist offenbar die Cirkulationsfigur
die wir zu analysiren haben, und zwar spielt die Konsumtion nothwendig
eine Rolle darin; denn der Ausgangspunkt W' = W + w, das Waa-
renkapital, schliesst sowohl den konstanten und variablen Kapitalwerth
ein wie den Mehrwerth. Seine Bewegung umfasst daher ebensowohl die
individuelle Konsumtion wie die produktive. Bei den Kreisläufen G —
W … P … W' — G' und P … W' — G' — W … P ist die

42) Aus Manuskript II.
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[386/0420] Zwanzigstes Kapitel. Einfache Reproduktion. I. Stellung der Frage. Betrachten 42) wir die jährliche Funktion des gesellschaftlichen Kapi- tals — also des Gesammtkapitals, wovon die individuellen Kapitale nur Bruchstücke bilden, deren Bewegung sowohl ihre individuelle Bewegung ist, wie gleichzeitig integrirendes Glied der Bewegung des Gesammtkapi- tals — in ihrem Resultat, d. h. betrachten wir das Waarenprodukt, welches die Gesellschaft während des Jahrs liefert, so muss sich zeigen, wie der Reproduktionsprocess des gesellschaftlichen Kapitals von statten geht, welche Charaktere diesen Reproduktionsprocess vom Reproduktionsprocess eines individuellen Kapitals unterscheiden, und welche Charaktere beiden gemeinsam sind. Das Jahresprodukt umschliesst sowohl die Theile des gesellschaftlichen Produkts, welche Kapital ersetzen, die gesellschaftliche Reproduktion, wie die Theile, welche dem Konsumtionsfonds anheimfallen, durch Arbeiter und Kapitalisten verzehrt werden, also sowohl die produk- tive wie die individuelle Konsumtion. Sie umschliesst ebensowohl die Reproduktion (d. h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiter- klasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des gesammten Produktionsprocesses. Es ist offenbar die Cirkulationsfigur [FORMEL] die wir zu analysiren haben, und zwar spielt die Konsumtion nothwendig eine Rolle darin; denn der Ausgangspunkt W' = W + w, das Waa- renkapital, schliesst sowohl den konstanten und variablen Kapitalwerth ein wie den Mehrwerth. Seine Bewegung umfasst daher ebensowohl die individuelle Konsumtion wie die produktive. Bei den Kreisläufen G — W … P … W' — G' und P … W' — G' — W … P ist die 42) Aus Manuskript II.

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Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885, S. 386. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital02_1885/420>, abgerufen am 23.04.2019.