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Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion. Kapitel I bis XXVIII. Hamburg, 1894.

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Dritter Abschnitt.
Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate.
Dreizehntes Kapitel.
Das Gesetz als solches.

Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables
Kapital, z. B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung ge-
setzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z. B. 100 £
sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für 1 Woche. Ver-
richten diese 100 Arbeiter ebensoviel nothwendige Arbeit wie
Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst,
d. h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapi-
talisten, d. h. für die Produktion von Mehrwerth, so wäre ihr
Gesammt-Werthprodukt = 200 £ und der von ihnen erzeugte Mehr-
werth betrüge 100 £. Die Rate des Mehrwerths wäre = 100 %.
Diese Rate des Mehrwerths würde sich jedoch, wie wir gesehn, in
sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen
Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesammtkapitals C,
da die Profitrate = . Ist die Mehrwerthsrate 100 %:

Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = = 66 1/3 %.
" c = 100, v = 100 " " p' = = 50 %.
" c = 200, v = 100 " " p' = = 33 1/3 %.
" c = 300, v = 100 " " p' = = 25 %.
" c = 400, v = 100 " " p' = = 20 %.

Dieselbe Rate des Mehrwerths, bei unverändertem Exploitations-
grad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate aus-
drücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht
im selben Verhältniss, auch der Werthumfang des konstanten und
damit des Gesammtkapitals wächst.

Nimmt man nun ferner an, dass diese graduelle Veränderung
in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloss in verein-
zelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in

Dritter Abschnitt.
Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate.
Dreizehntes Kapitel.
Das Gesetz als solches.

Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables
Kapital, z. B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung ge-
setzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z. B. 100 £
sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für 1 Woche. Ver-
richten diese 100 Arbeiter ebensoviel nothwendige Arbeit wie
Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst,
d. h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapi-
talisten, d. h. für die Produktion von Mehrwerth, so wäre ihr
Gesammt-Werthprodukt = 200 £ und der von ihnen erzeugte Mehr-
werth betrüge 100 £. Die Rate des Mehrwerths wäre = 100 %.
Diese Rate des Mehrwerths würde sich jedoch, wie wir gesehn, in
sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen
Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesammtkapitals C,
da die Profitrate = . Ist die Mehrwerthsrate 100 %:

Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = = 66⅓ %.
„ c = 100, v = 100 „ „ p' = = 50 %.
„ c = 200, v = 100 „ „ p' = = 33⅓ %.
„ c = 300, v = 100 „ „ p' = = 25 %.
„ c = 400, v = 100 „ „ p' = = 20 %.

Dieselbe Rate des Mehrwerths, bei unverändertem Exploitations-
grad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate aus-
drücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht
im selben Verhältniss, auch der Werthumfang des konstanten und
damit des Gesammtkapitals wächst.

Nimmt man nun ferner an, dass diese graduelle Veränderung
in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloss in verein-
zelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in

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[[191]/0225] Dritter Abschnitt. Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate. Dreizehntes Kapitel. Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z. B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung ge- setzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z. B. 100 £ sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für 1 Woche. Ver- richten diese 100 Arbeiter ebensoviel nothwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d. h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapi- talisten, d. h. für die Produktion von Mehrwerth, so wäre ihr Gesammt-Werthprodukt = 200 £ und der von ihnen erzeugte Mehr- werth betrüge 100 £. Die Rate des Mehrwerths [FORMEL] wäre = 100 %. Diese Rate des Mehrwerths würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesammtkapitals C, da die Profitrate = [FORMEL]. Ist die Mehrwerthsrate 100 %: Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = [FORMEL] = 66⅓ %. „ c = 100, v = 100 „ „ p' = [FORMEL] = 50 %. „ c = 200, v = 100 „ „ p' = [FORMEL] = 33⅓ %. „ c = 300, v = 100 „ „ p' = [FORMEL] = 25 %. „ c = 400, v = 100 „ „ p' = [FORMEL] = 20 %. Dieselbe Rate des Mehrwerths, bei unverändertem Exploitations- grad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate aus- drücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältniss, auch der Werthumfang des konstanten und damit des Gesammtkapitals wächst. Nimmt man nun ferner an, dass diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloss in verein- zelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in

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Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion. Kapitel I bis XXVIII. Hamburg, 1894, S. [191]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0301_1894/225>, abgerufen am 26.04.2019.