Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

Bild:
<< vorherige Seite

Von Gesandtschafften.
Krieg gegen einander begriffen seynd, sich an
dritten Orten beysammen befinden, enthalten
sie sich entweder selbst alles Umgangs mit einan-
der, oder bekommen auch ausdrücklichen und
öffentlichen Befehl darzu.

*) Oester. und Ch. Braunschweig.


Verbot des Hofes.
§. 233.

Fremden Gesandten wird zuweilen die Be-
suchung des Hofes, an dem er stehet, verbot-
ten.

§. 234.

Es geschiehet aus einem Mißvergnügen über
den Gesandten, oder über dessen Principalen.

§. 235.

Auch die Art, es ihme zu bedeuten, kan
mehr oder weniger hart seyn.

§. 236.

Das Verbott, auch mit den Ministern des
Hofes, an dem er sich befindet, keinen Umgang
zu pflegen, gehet noch weiter.



Endigung der Gesandtschafft.
§. 237.

In Ansehung der Endigung der Gesandt-
schafft ist ein Unterschid zwischen der Gesandt-
schafft selbst, und des Gesandtens Person.

§. 238.

Manchmalen dauert eine Gesandtschafft lang

oder
H 3

Von Geſandtſchafften.
Krieg gegen einander begriffen ſeynd, ſich an
dritten Orten beyſammen befinden, enthalten
ſie ſich entweder ſelbſt alles Umgangs mit einan-
der, oder bekommen auch ausdruͤcklichen und
oͤffentlichen Befehl darzu.

*) Oeſter. und Ch. Braunſchweig.


Verbot des Hofes.
§. 233.

Fremden Geſandten wird zuweilen die Be-
ſuchung des Hofes, an dem er ſtehet, verbot-
ten.

§. 234.

Es geſchiehet aus einem Mißvergnuͤgen uͤber
den Geſandten, oder uͤber deſſen Principalen.

§. 235.

Auch die Art, es ihme zu bedeuten, kan
mehr oder weniger hart ſeyn.

§. 236.

Das Verbott, auch mit den Miniſtern des
Hofes, an dem er ſich befindet, keinen Umgang
zu pflegen, gehet noch weiter.



Endigung der Geſandtſchafft.
§. 237.

In Anſehung der Endigung der Geſandt-
ſchafft iſt ein Unterſchid zwiſchen der Geſandt-
ſchafft ſelbſt, und des Geſandtens Perſon.

§. 238.

Manchmalen dauert eine Geſandtſchafft lang

oder
H 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0129" n="117"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von Ge&#x017F;andt&#x017F;chafften.</hi></fw><lb/>
Krieg gegen einander begriffen &#x017F;eynd, &#x017F;ich an<lb/>
dritten Orten bey&#x017F;ammen befinden, enthalten<lb/>
&#x017F;ie &#x017F;ich entweder &#x017F;elb&#x017F;t alles Umgangs mit einan-<lb/>
der, oder bekommen auch ausdru&#x0364;cklichen und<lb/>
o&#x0364;ffentlichen Befehl darzu.</p><lb/>
            <note place="end" n="*)">Oe&#x017F;ter. und Ch. Braun&#x017F;chweig.</note>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#fr">Verbot des Hofes.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 233.</head><lb/>
            <p>Fremden Ge&#x017F;andten wird zuweilen die Be-<lb/>
&#x017F;uchung des Hofes, an dem er &#x017F;tehet, verbot-<lb/>
ten.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 234.</head><lb/>
            <p>Es ge&#x017F;chiehet aus einem Mißvergnu&#x0364;gen u&#x0364;ber<lb/>
den Ge&#x017F;andten, oder u&#x0364;ber de&#x017F;&#x017F;en Principalen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 235.</head><lb/>
            <p>Auch die Art, es ihme zu bedeuten, kan<lb/>
mehr oder weniger hart &#x017F;eyn.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 236.</head><lb/>
            <p>Das Verbott, auch mit den Mini&#x017F;tern des<lb/>
Hofes, an dem er &#x017F;ich befindet, keinen Umgang<lb/>
zu pflegen, gehet noch weiter.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#fr">Endigung der Ge&#x017F;andt&#x017F;chafft.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 237.</head><lb/>
            <p>In An&#x017F;ehung der Endigung der Ge&#x017F;andt-<lb/>
&#x017F;chafft i&#x017F;t ein Unter&#x017F;chid zwi&#x017F;chen der Ge&#x017F;andt-<lb/>
&#x017F;chafft &#x017F;elb&#x017F;t, und des Ge&#x017F;andtens Per&#x017F;on.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 238.</head><lb/>
            <p>Manchmalen dauert eine Ge&#x017F;andt&#x017F;chafft lang<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">H 3</fw><fw place="bottom" type="catch">oder</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[117/0129] Von Geſandtſchafften. Krieg gegen einander begriffen ſeynd, ſich an dritten Orten beyſammen befinden, enthalten ſie ſich entweder ſelbſt alles Umgangs mit einan- der, oder bekommen auch ausdruͤcklichen und oͤffentlichen Befehl darzu. *⁾ Oeſter. und Ch. Braunſchweig. Verbot des Hofes. §. 233. Fremden Geſandten wird zuweilen die Be- ſuchung des Hofes, an dem er ſtehet, verbot- ten. §. 234. Es geſchiehet aus einem Mißvergnuͤgen uͤber den Geſandten, oder uͤber deſſen Principalen. §. 235. Auch die Art, es ihme zu bedeuten, kan mehr oder weniger hart ſeyn. §. 236. Das Verbott, auch mit den Miniſtern des Hofes, an dem er ſich befindet, keinen Umgang zu pflegen, gehet noch weiter. Endigung der Geſandtſchafft. §. 237. In Anſehung der Endigung der Geſandt- ſchafft iſt ein Unterſchid zwiſchen der Geſandt- ſchafft ſelbſt, und des Geſandtens Perſon. §. 238. Manchmalen dauert eine Geſandtſchafft lang oder H 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/129
Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 117. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/129>, abgerufen am 25.01.2020.