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Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

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5. Capitel.
§. 250.

Gesandte vom ersten Rang pflegen meistens
von dem fremden Souverain zugleich ein Prä-
sent zu erhalten.

§. 251.

An einigen Orten, oder in einigen besonde-
ren Angelegenheiten, bekommen auch Gesandte
vom zweyten Rang, besonders Ministres Ple-
nipotentiaires,
dergleichen.

§. 252.

An vilen Orten haben dergleichen Präsente
ein- vor allemal ihren bestimmten Werth:

Oeffters aber gehet man auch, aus besonde-
ren Ursachen, davon ab, und erhöhet ihn.

§. 253.

An einigen Orten bestehet das Geschenck in
baarem Geld, oder in einer güldenen Kette; an
anderen in Portraiten, oder Ringen, oder Do-
sen mit Brillianten, etc. oder andern Sachen.

§. 254.

Zuweilen bekommen auch die Gemahlin,
oder der Legations-Secretarius, etc. etwas.



Weggehen ohne Abschid.
§. 255.

Es träget sich zuweilen zu, daß einem Ge-
sandten von seinem Hof befohlen wird, er solle,
ohne sich zu beurlauben, weggehen; wie son-

derlich
5. Capitel.
§. 250.

Geſandte vom erſten Rang pflegen meiſtens
von dem fremden Souverain zugleich ein Praͤ-
ſent zu erhalten.

§. 251.

An einigen Orten, oder in einigen beſonde-
ren Angelegenheiten, bekommen auch Geſandte
vom zweyten Rang, beſonders Miniſtres Ple-
nipotentiaires,
dergleichen.

§. 252.

An vilen Orten haben dergleichen Praͤſente
ein- vor allemal ihren beſtimmten Werth:

Oeffters aber gehet man auch, aus beſonde-
ren Urſachen, davon ab, und erhoͤhet ihn.

§. 253.

An einigen Orten beſtehet das Geſchenck in
baarem Geld, oder in einer guͤldenen Kette; an
anderen in Portraiten, oder Ringen, oder Do-
ſen mit Brillianten, ꝛc. oder andern Sachen.

§. 254.

Zuweilen bekommen auch die Gemahlin,
oder der Legations-Secretarius, ꝛc. etwas.



Weggehen ohne Abſchid.
§. 255.

Es traͤget ſich zuweilen zu, daß einem Ge-
ſandten von ſeinem Hof befohlen wird, er ſolle,
ohne ſich zu beurlauben, weggehen; wie ſon-

derlich
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[120/0132] 5. Capitel. §. 250. Geſandte vom erſten Rang pflegen meiſtens von dem fremden Souverain zugleich ein Praͤ- ſent zu erhalten. §. 251. An einigen Orten, oder in einigen beſonde- ren Angelegenheiten, bekommen auch Geſandte vom zweyten Rang, beſonders Miniſtres Ple- nipotentiaires, dergleichen. §. 252. An vilen Orten haben dergleichen Praͤſente ein- vor allemal ihren beſtimmten Werth: Oeffters aber gehet man auch, aus beſonde- ren Urſachen, davon ab, und erhoͤhet ihn. §. 253. An einigen Orten beſtehet das Geſchenck in baarem Geld, oder in einer guͤldenen Kette; an anderen in Portraiten, oder Ringen, oder Do- ſen mit Brillianten, ꝛc. oder andern Sachen. §. 254. Zuweilen bekommen auch die Gemahlin, oder der Legations-Secretarius, ꝛc. etwas. Weggehen ohne Abſchid. §. 255. Es traͤget ſich zuweilen zu, daß einem Ge- ſandten von ſeinem Hof befohlen wird, er ſolle, ohne ſich zu beurlauben, weggehen; wie ſon- derlich

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Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 120. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/132>, abgerufen am 13.10.2019.