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Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778.

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14. Capitel.
er seinen Unterthanen verbieten, sich darein zu
begeben.

*) Altona.
§. 12.

Wann ein Souverain einen seiner Häven
zu einem Freyhaven erklären will, worinn alle
Nationen ohne Unterschid en gros Handlung
treiben dörffen, müssen andere Souverainen es
sich ordentlicher Weise gefallen lassen.

§. 13.

Ueberhaupt aber stehet jedem Souverain
frey, einer oder mehreren anderen Nationen
mehrere Vortheile in Handlungssachen zuzuge-
stehen, als denen übrigen; ohne daß dise deß-
wegen ein gleiches verlangen könnten.

§. 14.

Wann und in so ferne ein Souverain auch
eine Handlung in seine Staaten gestattet, ist
ihme dennoch erlaubt, die Handlung der Frem-
den mit Abgaben nach seiner eigenen Willkühr
zu belegen.

§. 15.

Und so auch, nach seinem Gefallen, Con-
siscations- und andere Strafen darauf zu sezen,
wann seinen Verordnungen in Handlungssachen
zuwider gelebet wird.

§. 16.

Wann aber fremde Unterthanen in Hand-
lungssachen ungebührlicher Weise bedrücket wer-
den, kan ihr Souverain sich derselben auf gütliche
und ernstliche Weise annehmen.

§. 17.

14. Capitel.
er ſeinen Unterthanen verbieten, ſich darein zu
begeben.

*) Altona.
§. 12.

Wann ein Souverain einen ſeiner Haͤven
zu einem Freyhaven erklaͤren will, worinn alle
Nationen ohne Unterſchid en gros Handlung
treiben doͤrffen, muͤſſen andere Souverainen es
ſich ordentlicher Weiſe gefallen laſſen.

§. 13.

Ueberhaupt aber ſtehet jedem Souverain
frey, einer oder mehreren anderen Nationen
mehrere Vortheile in Handlungsſachen zuzuge-
ſtehen, als denen uͤbrigen; ohne daß diſe deß-
wegen ein gleiches verlangen koͤnnten.

§. 14.

Wann und in ſo ferne ein Souverain auch
eine Handlung in ſeine Staaten geſtattet, iſt
ihme dennoch erlaubt, die Handlung der Frem-
den mit Abgaben nach ſeiner eigenen Willkuͤhr
zu belegen.

§. 15.

Und ſo auch, nach ſeinem Gefallen, Con-
ſiſcations- und andere Strafen darauf zu ſezen,
wann ſeinen Verordnungen in Handlungsſachen
zuwider gelebet wird.

§. 16.

Wann aber fremde Unterthanen in Hand-
lungsſachen ungebuͤhrlicher Weiſe bedruͤcket wer-
den, kan ihr Souverain ſich derſelben auf guͤtliche
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§. 17.
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[180/0192] 14. Capitel. er ſeinen Unterthanen verbieten, ſich darein zu begeben. *⁾ Altona. §. 12. Wann ein Souverain einen ſeiner Haͤven zu einem Freyhaven erklaͤren will, worinn alle Nationen ohne Unterſchid en gros Handlung treiben doͤrffen, muͤſſen andere Souverainen es ſich ordentlicher Weiſe gefallen laſſen. §. 13. Ueberhaupt aber ſtehet jedem Souverain frey, einer oder mehreren anderen Nationen mehrere Vortheile in Handlungsſachen zuzuge- ſtehen, als denen uͤbrigen; ohne daß diſe deß- wegen ein gleiches verlangen koͤnnten. §. 14. Wann und in ſo ferne ein Souverain auch eine Handlung in ſeine Staaten geſtattet, iſt ihme dennoch erlaubt, die Handlung der Frem- den mit Abgaben nach ſeiner eigenen Willkuͤhr zu belegen. §. 15. Und ſo auch, nach ſeinem Gefallen, Con- ſiſcations- und andere Strafen darauf zu ſezen, wann ſeinen Verordnungen in Handlungsſachen zuwider gelebet wird. §. 16. Wann aber fremde Unterthanen in Hand- lungsſachen ungebuͤhrlicher Weiſe bedruͤcket wer- den, kan ihr Souverain ſich derſelben auf guͤtliche und ernſtliche Weiſe annehmen. §. 17.

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Zitationshilfe: Moser, Johann Jacob: Erste Grundlehren des jezigen Europäischen Völcker-Rechts, in Fridens- und Kriegs-Zeiten. Nürnberg, 1778, S. 180. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/moser_grundlehren_1778/192>, abgerufen am 22.10.2019.