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Badener Zeitung. Nr. 58, Baden (Niederösterreich), 21.07.1909.

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Badener Zeitung
Deutsch-freiheitliches und unabhängiges Organ.

[Spaltenumbruch] Redaktionsschluß:
Dienstag und Freitag früh.
[Spaltenumbruch] Erscheint Wittwoch und Samstag früh.



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[Spaltenumbruch] Anverlangt eingesandte Mannskripte
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ganzjährig K 12·--. Oesterreich-Ungarn: Mit Zusendung vierteljährig K 3·30, halbjährig K 6·50, ganzjährig K 13·--. Einzelne Mittwoch-Nummer 12 h, Samstag-
Nummer 16 h. -- Inserate
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nach Uebereinkommen und [kön]nen auch durch die bestehenden Annonzen-Bureaus an die Administration gerichtet werden. -- Interessante Mitteilungen, Notizen und
Korrespondenzen werden nach Uebereinkunft honoriert. -- Manuskripte werden nicht zurückgestellt. -- Redaktion und Administration: Baden, Pfarrgasse Nr. 3.
(Die Samstag-Nummer enthält die Gratis-Beilage "Illustriertes Unterhaltungsblatt".)




Nr. 58 Baden bei Wien, Mittwoch, den 21. Juli 1909 30. Jahrg.


[Spaltenumbruch]
Die politischen Machenschaften
des Herrenhausmitgliedes Herrn
Hermann Braß.

(Einer der vielen Beweise des Nieder-
ganges des Deutschtums in Oester-
reich.)

Die Macht und der Einfluß eines Volks-
stammes beruht auf dessen Kultur. Die Welt-
geschichte ist eigentlich nichts anderes als der
Beweis dieses Ausspruches und in keinem
Staate tritt diese Wahrheit so zutage wie
in Oesterreich. Dieses mächtige und große
Reich steht infolge einer schlechten, unglück-
lichen, korrupten Regierung, infolge einer
Niederlage in Italien, wo seit Jahrhunderten
so viel deutsches Blut zwecklos vergossen
wurde, vor dem Abgrund des Verderbens.
Es bricht über dieses Reich eine finanzielle
Katastrophe herein, ein Staatsfinanzkrach, wie
er außer der französischen Assignatenepoche in
der Geschichte noch nicht verzeichnet war.
Kein inländischer und noch weniger ein aus-
ländischer Wucherer wagt es, selbst zu den
[Spaltenumbruch] höchsten Wucherzinsen, diesem in sich zusam-
menbrechenden Staate etwas zu borgen. Der
Zerfall scheint unausbleiblich. Unter den vielen
Völkern dieses Reiches gibt es nur einen
Volksstamm, der zur Rettung des Ganzen
berufen werden kann, es ist der deutsche.
Um diese Rettung zu ermöglichen, mußte je-
doch diesem Volksstamm sein Können, d. h.
die Macht seiner großen Kultur, vollständig
zurückgegeben werden. Das ist der eigentliche
Sinn des Februarpatentes und der Mission
Schmerlings. Als die Deutschen in die
Möglichkeit der fruchtbaren Ausnützung ihrer
hohen Kultur allmählig versetzt wurden, hatten
sie auch die Aufgabe der Rettung Oesterreichs
glänzend gelöst.

Es kam die schreckliche Niederlage des
Jahres 1866, die natürliche Folge des Um-
standes, daß Schmerling fallen gelassen wurde,
und wieder waren jene Elemente zur Re-
gierung und Macht gelangt, welche in Oester-
reichs Geschichte für ewige Zeit mit der Schuld
belastet stehen, ihr Vaterland in den Fünfziger-
Jahren vollständig zerrüttet und wehrlos ge-
macht zu haben. Gerade das Unglück des
[Spaltenumbruch] Jahres 1866 zeigte die Macht deutscher
Kultur im hellsten Strahlenkranze, und so
wurde ihr gestattet, Oesterreich nochmals zu
retten. Alles, was heute Oesterreich an Kraft
und Größe besitzt, ist nur der Rest des Er-
folges jener arbeitsfreudigen, von den Tschechen
beschimpften Kulturträger. Aber die Deutschen
sind nun einmal mit einer schweren Krankheit
erblich belastet, die hauptsächlich dann einen
akuten Charakter erhält, wenn sie irgendwo
zu einer besonderen Entwicklungshöhe ge-
langte. Uneinigkeit, bis zur unausstehlichsten
Rechthaberei gesteigert, machte den Aufenthalt
im damaligen rein deutschen Ministerrat zu
einer reinen Höllenqual und als noch der
bosnische Kalkulationsfehler dazu kam, wurde
ein eiserner Ring um ihre Machtsphäre ge-
schlossen. Zur Minorität im Abgeordneten-
hause verurteilt, durch traurige Erfahrungen
von der schweren Krankheit zeitweise geheilt,
entwickelt sich die deutschliberale Partei zur
höchsten Kraftleistung, sie wirkt unter dem
zynischen Regime Taaffe als der deutsch-
österreichische Eckehart und es gelingt ihr, die
deutsche Kultur noch einige Zeit vor dem




[Spaltenumbruch]
Feuilleton.



Aus den
Tagebüchern des Grafen Prokesch-Osten.

1830--1834.
Verlag von Christof Reißer's Söhnen, Wien 1909.
(Schluß.)

In der Erzherzog Karl-Ausstellung, welche heuer
zur Erinnerung an die Schlacht bei Aspern in den
Räumlichkeiten des neuen Museumstraktes installiert
war, konnte man auch viele Ausstellungsobjekte be-
trachten, die auf den unglücklichen Sohn Napoleons
aus seiner Ehe mit Maria Louise, den Herzog von
Reichstadt Bezug hatten. Nun lesen sich in Prokesch'
Tagebüchern alle Eintragungen über diese interessante
historische Persönlichkeit wie ein Kommentar zu diesen
Ausstellungsobjekten. Mit der Raschheit eines elek-
trischen Funkens bildete sich zwischen Prokesch und
dem Herzog ein intimes Verhältnis heraus, das bis
zum Tode des Prinzen währte. Am 23. Juni 1830
hatte Prokesch das erste Zusammentreffen mit dem
Herzog, das sich schon auf zwei interessante Gespräch-
stunden erstreckte und schon fünf Tage später nennt
Reichstadt Prokesch seinen "Posa". Prokesch' Ansichten
über Hannibal entzückten den Prinzen.

Tagsdarauf verzeichnet Prokesch den merkwür-
digen Ausspruch Reichstadt's: "Frankreich geb' ich
auf, ich kann kein Aventurier werden, noch den Li-
beralen dienen wollen. Aus dem allgemeinen Chaos
möchte ich mir Polen zusammenstellen und für mich
haben".

Unterm 30. August muß Reichstadt Prokesch
schon eingestehen, daß es Metternich seiner Mutter
[Spaltenumbruch] abschlug, daß Prokesch zu ihm käme, doch er knüpft
die Hoffnung daran: "Was nicht ist, kann noch
werden; es wird die Zeit kommen, wo mein Wille
gilt".

Der Herzog glaubte zu wissen, daß die öffent-
liche Meinung von ihm gering sei, hält dies aber für
besser. Er erblickt seine Aufgabe darin, sich nur mit
Leib und Seele an Oesterreich hängend zu geben.
Er weiß genau, daß die Armee nur seine Stütze ist,
nicht die kaiserliche Familie, in der aber nur Erz-
herzog Karl gilt.

Prokesch, selbst ein Militär von Bedeutung, fällt
nun über den Herzog ein sehr bemerkenswertes Urteil,
indem er über ihn schreibt: "Ich habe heute den
Herzog von Reichstadt gesprochen. Ich lasse mir den
Kopf abhacken, wenn er nicht mehr militärische Ta-
lente hat, als der geschickteste unserer Generale. Aber
in der Anleitung zu seinen militärischen Studien ist
über dem Kleinen und Zufälligen das Große und
Notwendige auf die Seite gesetzt. Friedrich von
Preußen sagte: "La guerre est une science pour les
hommes de genie, un art pour les mediocres et un
metier pour les ignorants".

Reichstadt war sehr wankelmütig, schon unterm
3. September gibt er wieder seinem heißen Wunsche
nach dem Throne von Frankreich Ausdruck.

Am 8. November las der Prinz Prokesch das
Testament Napoleons vor und sügte die Bemerkung
daran, daß im Artikel 4 des § 1 die Vorschrift für
sein ganzes Leben läge. Sein Mentor Dietrichstein
gibt Prokesch gegenüber auch der Ansicht Ausdruck,
daß er für den Prinzen keine andere Zukunft sehe,
als den Thron von Frankreich, nur fürchtet er dessen
Ungeduld, Hang zur Trägheit und extravagante Kriegs-
lust. Er meint aber, daß der Herzog jede Lockung
seitens der Familie Napoleons, außer sie käme von
Lucian oder Josef, zurückweisen müsse.


[Spaltenumbruch]

Unterm 29. November nimmt Reichstadt dem
Prokesch das Wort ab, daß er in jeder ernsten Lage
auf ihn zählen könne. Eine Handzeichnung, ein Pferd
seines Vaters nach Vernet, schenkt er Prokesch und
dieser gab sie im Jahre 1855 an Napoleon III.

Auch über Herzensneigungen weihte Reichstadt
Prokesch ein, so gestand er ihm seine Neigung zur
Gräfin Karoly geb. Fürstin Kaunitz, was aber Pro-
kesch heftigst bekämpft.

Mit Beginn 1831 findet Prokesch den Herzog
in größter Erregung über die Vorfallenheiten in
Paris. Er möchte Frankreichs Thron, fürchtet aber,
daß die Zeit dränge und gesteht selbst ein, daß er
noch nicht hinlänglich vorbereitet sei. Er wurde in
seinem Verlangen nach dem französischen Throne umso
mehr bestärkt, als Kaiser Franz zu ihm sagte: "Wenn
das französische Volk es verlange und die Alliierten
es zugeben, hätte ich nichts dagegen". Auch spricht
der Kaiser einmal seinen Hintergedanken aus, daß
"in Frankreich alles querüber gehen möge, um Orleans
mit Reichstadt zu ersetzen".

Daß unter solchen Auspizien der Prinz, wie
Prokesch verzeichnet, "vor Ungeduld zerrissen ist",
nimmt nicht Wunder. Aber den Grundsatz spricht der
Prinz aus, daß er nur auf den Ruf der französischen
Armee, nicht aber auf jenen der Bajonette der Alli-
ierten nach Frankreich gehen möchte.

Als Prokesch nach Italien geschickt wird, um
von Reichstadt entfernt zu werden, schenkt er ihm
seine Uhr, wogegen Prokesch ihm ein albanesisches
Gewehr gibt.

Nach Prokesch' Rückkehr von Italien im Herbste
findet er den Prinzen viel ruhiger. Letzterer eröffnet
sich Prokesch als Deisten und Anhänger der konsti-
tutionellen Monarchie mit Bedingung des Diktorats
in Kreisen. Prokesch hat auch Gelegenheit, Reichstadt
aus einer argen Verlegenheit Dietrichstein gegenüber


Badener Zeitung
Deutſch-freiheitliches und unabhängiges Organ.

[Spaltenumbruch] Redaktionsſchluß:
Dienstag und Freitag früh.
[Spaltenumbruch] Erſcheint Wittwoch und Samstag früh.



Telephon-Anſchluß Nr. 229.

[Spaltenumbruch] Anverlangt eingeſandte Mannſkripte
werden nicht zurückgeſendet.
Abonnement Baden: Zum Abholen vierteljährig K 2·50, halbjährig K 5·—, ganzjährig K 10·—. Mit Zuſtellung ins Haus Baden: Vierteljährig K 3·—, halbjährig K 6·—,
ganzjährig K 12·—. Oeſterreich-Ungarn: Mit Zuſendung vierteljährig K 3·30, halbjährig K 6·50, ganzjährig K 13·—. Einzelne Mittwoch-Nummer 12 h, Samstag-
Nummer 16 h. — Inſerate
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(Die Samstag-Nummer enthält die Gratis-Beilage „Illuſtriertes Unterhaltungsblatt“.)




Nr. 58 Baden bei Wien, Mittwoch, den 21. Juli 1909 30. Jahrg.


[Spaltenumbruch]
Die politiſchen Machenſchaften
des Herrenhausmitgliedes Herrn
Hermann Braß.

(Einer der vielen Beweiſe des Nieder-
ganges des Deutſchtums in Oeſter-
reich.)

Die Macht und der Einfluß eines Volks-
ſtammes beruht auf deſſen Kultur. Die Welt-
geſchichte iſt eigentlich nichts anderes als der
Beweis dieſes Ausſpruches und in keinem
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in Oeſterreich. Dieſes mächtige und große
Reich ſteht infolge einer ſchlechten, unglück-
lichen, korrupten Regierung, infolge einer
Niederlage in Italien, wo ſeit Jahrhunderten
ſo viel deutſches Blut zwecklos vergoſſen
wurde, vor dem Abgrund des Verderbens.
Es bricht über dieſes Reich eine finanzielle
Kataſtrophe herein, ein Staatsfinanzkrach, wie
er außer der franzöſiſchen Aſſignatenepoche in
der Geſchichte noch nicht verzeichnet war.
Kein inländiſcher und noch weniger ein aus-
ländiſcher Wucherer wagt es, ſelbſt zu den
[Spaltenumbruch] höchſten Wucherzinſen, dieſem in ſich zuſam-
menbrechenden Staate etwas zu borgen. Der
Zerfall ſcheint unausbleiblich. Unter den vielen
Völkern dieſes Reiches gibt es nur einen
Volksſtamm, der zur Rettung des Ganzen
berufen werden kann, es iſt der deutſche.
Um dieſe Rettung zu ermöglichen, mußte je-
doch dieſem Volksſtamm ſein Können, d. h.
die Macht ſeiner großen Kultur, vollſtändig
zurückgegeben werden. Das iſt der eigentliche
Sinn des Februarpatentes und der Miſſion
Schmerlings. Als die Deutſchen in die
Möglichkeit der fruchtbaren Ausnützung ihrer
hohen Kultur allmählig verſetzt wurden, hatten
ſie auch die Aufgabe der Rettung Oeſterreichs
glänzend gelöſt.

Es kam die ſchreckliche Niederlage des
Jahres 1866, die natürliche Folge des Um-
ſtandes, daß Schmerling fallen gelaſſen wurde,
und wieder waren jene Elemente zur Re-
gierung und Macht gelangt, welche in Oeſter-
reichs Geſchichte für ewige Zeit mit der Schuld
belaſtet ſtehen, ihr Vaterland in den Fünfziger-
Jahren vollſtändig zerrüttet und wehrlos ge-
macht zu haben. Gerade das Unglück des
[Spaltenumbruch] Jahres 1866 zeigte die Macht deutſcher
Kultur im hellſten Strahlenkranze, und ſo
wurde ihr geſtattet, Oeſterreich nochmals zu
retten. Alles, was heute Oeſterreich an Kraft
und Größe beſitzt, iſt nur der Reſt des Er-
folges jener arbeitsfreudigen, von den Tſchechen
beſchimpften Kulturträger. Aber die Deutſchen
ſind nun einmal mit einer ſchweren Krankheit
erblich belaſtet, die hauptſächlich dann einen
akuten Charakter erhält, wenn ſie irgendwo
zu einer beſonderen Entwicklungshöhe ge-
langte. Uneinigkeit, bis zur unausſtehlichſten
Rechthaberei geſteigert, machte den Aufenthalt
im damaligen rein deutſchen Miniſterrat zu
einer reinen Höllenqual und als noch der
bosniſche Kalkulationsfehler dazu kam, wurde
ein eiſerner Ring um ihre Machtſphäre ge-
ſchloſſen. Zur Minorität im Abgeordneten-
hauſe verurteilt, durch traurige Erfahrungen
von der ſchweren Krankheit zeitweiſe geheilt,
entwickelt ſich die deutſchliberale Partei zur
höchſten Kraftleiſtung, ſie wirkt unter dem
zyniſchen Regime Taaffe als der deutſch-
öſterreichiſche Eckehart und es gelingt ihr, die
deutſche Kultur noch einige Zeit vor dem




[Spaltenumbruch]
Feuilleton.



Aus den
Tagebüchern des Grafen Prokeſch-Oſten.

1830—1834.
Verlag von Chriſtof Reißer’s Söhnen, Wien 1909.
(Schluß.)

In der Erzherzog Karl-Ausſtellung, welche heuer
zur Erinnerung an die Schlacht bei Aſpern in den
Räumlichkeiten des neuen Muſeumstraktes inſtalliert
war, konnte man auch viele Ausſtellungsobjekte be-
trachten, die auf den unglücklichen Sohn Napoleons
aus ſeiner Ehe mit Maria Louiſe, den Herzog von
Reichſtadt Bezug hatten. Nun leſen ſich in Prokeſch’
Tagebüchern alle Eintragungen über dieſe intereſſante
hiſtoriſche Perſönlichkeit wie ein Kommentar zu dieſen
Ausſtellungsobjekten. Mit der Raſchheit eines elek-
triſchen Funkens bildete ſich zwiſchen Prokeſch und
dem Herzog ein intimes Verhältnis heraus, das bis
zum Tode des Prinzen währte. Am 23. Juni 1830
hatte Prokeſch das erſte Zuſammentreffen mit dem
Herzog, das ſich ſchon auf zwei intereſſante Geſpräch-
ſtunden erſtreckte und ſchon fünf Tage ſpäter nennt
Reichſtadt Prokeſch ſeinen „Poſa“. Prokeſch’ Anſichten
über Hannibal entzückten den Prinzen.

Tagsdarauf verzeichnet Prokeſch den merkwür-
digen Ausſpruch Reichſtadt’s: „Frankreich geb’ ich
auf, ich kann kein Aventurier werden, noch den Li-
beralen dienen wollen. Aus dem allgemeinen Chaos
möchte ich mir Polen zuſammenſtellen und für mich
haben“.

Unterm 30. Auguſt muß Reichſtadt Prokeſch
ſchon eingeſtehen, daß es Metternich ſeiner Mutter
[Spaltenumbruch] abſchlug, daß Prokeſch zu ihm käme, doch er knüpft
die Hoffnung daran: „Was nicht iſt, kann noch
werden; es wird die Zeit kommen, wo mein Wille
gilt“.

Der Herzog glaubte zu wiſſen, daß die öffent-
liche Meinung von ihm gering ſei, hält dies aber für
beſſer. Er erblickt ſeine Aufgabe darin, ſich nur mit
Leib und Seele an Oeſterreich hängend zu geben.
Er weiß genau, daß die Armee nur ſeine Stütze iſt,
nicht die kaiſerliche Familie, in der aber nur Erz-
herzog Karl gilt.

Prokeſch, ſelbſt ein Militär von Bedeutung, fällt
nun über den Herzog ein ſehr bemerkenswertes Urteil,
indem er über ihn ſchreibt: „Ich habe heute den
Herzog von Reichſtadt geſprochen. Ich laſſe mir den
Kopf abhacken, wenn er nicht mehr militäriſche Ta-
lente hat, als der geſchickteſte unſerer Generale. Aber
in der Anleitung zu ſeinen militäriſchen Studien iſt
über dem Kleinen und Zufälligen das Große und
Notwendige auf die Seite geſetzt. Friedrich von
Preußen ſagte: „La guerre est une science pour les
hommes de genie, un art pour les médiocres et un
métier pour les ignorants“.

Reichſtadt war ſehr wankelmütig, ſchon unterm
3. September gibt er wieder ſeinem heißen Wunſche
nach dem Throne von Frankreich Ausdruck.

Am 8. November las der Prinz Prokeſch das
Teſtament Napoleons vor und ſügte die Bemerkung
daran, daß im Artikel 4 des § 1 die Vorſchrift für
ſein ganzes Leben läge. Sein Mentor Dietrichſtein
gibt Prokeſch gegenüber auch der Anſicht Ausdruck,
daß er für den Prinzen keine andere Zukunft ſehe,
als den Thron von Frankreich, nur fürchtet er deſſen
Ungeduld, Hang zur Trägheit und extravagante Kriegs-
luſt. Er meint aber, daß der Herzog jede Lockung
ſeitens der Familie Napoleons, außer ſie käme von
Lucian oder Joſef, zurückweiſen müſſe.


[Spaltenumbruch]

Unterm 29. November nimmt Reichſtadt dem
Prokeſch das Wort ab, daß er in jeder ernſten Lage
auf ihn zählen könne. Eine Handzeichnung, ein Pferd
ſeines Vaters nach Vernet, ſchenkt er Prokeſch und
dieſer gab ſie im Jahre 1855 an Napoleon III.

Auch über Herzensneigungen weihte Reichſtadt
Prokeſch ein, ſo geſtand er ihm ſeine Neigung zur
Gräfin Karoly geb. Fürſtin Kaunitz, was aber Pro-
keſch heftigſt bekämpft.

Mit Beginn 1831 findet Prokeſch den Herzog
in größter Erregung über die Vorfallenheiten in
Paris. Er möchte Frankreichs Thron, fürchtet aber,
daß die Zeit dränge und geſteht ſelbſt ein, daß er
noch nicht hinlänglich vorbereitet ſei. Er wurde in
ſeinem Verlangen nach dem franzöſiſchen Throne umſo
mehr beſtärkt, als Kaiſer Franz zu ihm ſagte: „Wenn
das franzöſiſche Volk es verlange und die Alliierten
es zugeben, hätte ich nichts dagegen“. Auch ſpricht
der Kaiſer einmal ſeinen Hintergedanken aus, daß
„in Frankreich alles querüber gehen möge, um Orleans
mit Reichſtadt zu erſetzen“.

Daß unter ſolchen Auſpizien der Prinz, wie
Prokeſch verzeichnet, „vor Ungeduld zerriſſen iſt“,
nimmt nicht Wunder. Aber den Grundſatz ſpricht der
Prinz aus, daß er nur auf den Ruf der franzöſiſchen
Armee, nicht aber auf jenen der Bajonette der Alli-
ierten nach Frankreich gehen möchte.

Als Prokeſch nach Italien geſchickt wird, um
von Reichſtadt entfernt zu werden, ſchenkt er ihm
ſeine Uhr, wogegen Prokeſch ihm ein albaneſiſches
Gewehr gibt.

Nach Prokeſch’ Rückkehr von Italien im Herbſte
findet er den Prinzen viel ruhiger. Letzterer eröffnet
ſich Prokeſch als Deiſten und Anhänger der konſti-
tutionellen Monarchie mit Bedingung des Diktorats
in Kreiſen. Prokeſch hat auch Gelegenheit, Reichſtadt
aus einer argen Verlegenheit Dietrichſtein gegenüber


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[[1]/0001] Badener Zeitung Deutſch-freiheitliches und unabhängiges Organ. Redaktionsſchluß: Dienstag und Freitag früh. Erſcheint Wittwoch und Samstag früh. Telephon-Anſchluß Nr. 229. Anverlangt eingeſandte Mannſkripte werden nicht zurückgeſendet. Abonnement Baden: Zum Abholen vierteljährig K 2·50, halbjährig K 5·—, ganzjährig K 10·—. Mit Zuſtellung ins Haus Baden: Vierteljährig K 3·—, halbjährig K 6·—, ganzjährig K 12·—. Oeſterreich-Ungarn: Mit Zuſendung vierteljährig K 3·30, halbjährig K 6·50, ganzjährig K 13·—. 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Die Welt- geſchichte iſt eigentlich nichts anderes als der Beweis dieſes Ausſpruches und in keinem Staate tritt dieſe Wahrheit ſo zutage wie in Oeſterreich. Dieſes mächtige und große Reich ſteht infolge einer ſchlechten, unglück- lichen, korrupten Regierung, infolge einer Niederlage in Italien, wo ſeit Jahrhunderten ſo viel deutſches Blut zwecklos vergoſſen wurde, vor dem Abgrund des Verderbens. Es bricht über dieſes Reich eine finanzielle Kataſtrophe herein, ein Staatsfinanzkrach, wie er außer der franzöſiſchen Aſſignatenepoche in der Geſchichte noch nicht verzeichnet war. Kein inländiſcher und noch weniger ein aus- ländiſcher Wucherer wagt es, ſelbſt zu den höchſten Wucherzinſen, dieſem in ſich zuſam- menbrechenden Staate etwas zu borgen. Der Zerfall ſcheint unausbleiblich. Unter den vielen Völkern dieſes Reiches gibt es nur einen Volksſtamm, der zur Rettung des Ganzen berufen werden kann, es iſt der deutſche. 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Aus den Tagebüchern des Grafen Prokeſch-Oſten. 1830—1834. Verlag von Chriſtof Reißer’s Söhnen, Wien 1909. (Schluß.) In der Erzherzog Karl-Ausſtellung, welche heuer zur Erinnerung an die Schlacht bei Aſpern in den Räumlichkeiten des neuen Muſeumstraktes inſtalliert war, konnte man auch viele Ausſtellungsobjekte be- trachten, die auf den unglücklichen Sohn Napoleons aus ſeiner Ehe mit Maria Louiſe, den Herzog von Reichſtadt Bezug hatten. Nun leſen ſich in Prokeſch’ Tagebüchern alle Eintragungen über dieſe intereſſante hiſtoriſche Perſönlichkeit wie ein Kommentar zu dieſen Ausſtellungsobjekten. Mit der Raſchheit eines elek- triſchen Funkens bildete ſich zwiſchen Prokeſch und dem Herzog ein intimes Verhältnis heraus, das bis zum Tode des Prinzen währte. Am 23. Juni 1830 hatte Prokeſch das erſte Zuſammentreffen mit dem Herzog, das ſich ſchon auf zwei intereſſante Geſpräch- ſtunden erſtreckte und ſchon fünf Tage ſpäter nennt Reichſtadt Prokeſch ſeinen „Poſa“. Prokeſch’ Anſichten über Hannibal entzückten den Prinzen. Tagsdarauf verzeichnet Prokeſch den merkwür- digen Ausſpruch Reichſtadt’s: „Frankreich geb’ ich auf, ich kann kein Aventurier werden, noch den Li- beralen dienen wollen. Aus dem allgemeinen Chaos möchte ich mir Polen zuſammenſtellen und für mich haben“. Unterm 30. Auguſt muß Reichſtadt Prokeſch ſchon eingeſtehen, daß es Metternich ſeiner Mutter abſchlug, daß Prokeſch zu ihm käme, doch er knüpft die Hoffnung daran: „Was nicht iſt, kann noch werden; es wird die Zeit kommen, wo mein Wille gilt“. Der Herzog glaubte zu wiſſen, daß die öffent- liche Meinung von ihm gering ſei, hält dies aber für beſſer. Er erblickt ſeine Aufgabe darin, ſich nur mit Leib und Seele an Oeſterreich hängend zu geben. Er weiß genau, daß die Armee nur ſeine Stütze iſt, nicht die kaiſerliche Familie, in der aber nur Erz- herzog Karl gilt. Prokeſch, ſelbſt ein Militär von Bedeutung, fällt nun über den Herzog ein ſehr bemerkenswertes Urteil, indem er über ihn ſchreibt: „Ich habe heute den Herzog von Reichſtadt geſprochen. Ich laſſe mir den Kopf abhacken, wenn er nicht mehr militäriſche Ta- lente hat, als der geſchickteſte unſerer Generale. Aber in der Anleitung zu ſeinen militäriſchen Studien iſt über dem Kleinen und Zufälligen das Große und Notwendige auf die Seite geſetzt. Friedrich von Preußen ſagte: „La guerre est une science pour les hommes de genie, un art pour les médiocres et un métier pour les ignorants“. Reichſtadt war ſehr wankelmütig, ſchon unterm 3. September gibt er wieder ſeinem heißen Wunſche nach dem Throne von Frankreich Ausdruck. Am 8. November las der Prinz Prokeſch das Teſtament Napoleons vor und ſügte die Bemerkung daran, daß im Artikel 4 des § 1 die Vorſchrift für ſein ganzes Leben läge. Sein Mentor Dietrichſtein gibt Prokeſch gegenüber auch der Anſicht Ausdruck, daß er für den Prinzen keine andere Zukunft ſehe, als den Thron von Frankreich, nur fürchtet er deſſen Ungeduld, Hang zur Trägheit und extravagante Kriegs- luſt. Er meint aber, daß der Herzog jede Lockung ſeitens der Familie Napoleons, außer ſie käme von Lucian oder Joſef, zurückweiſen müſſe. Unterm 29. November nimmt Reichſtadt dem Prokeſch das Wort ab, daß er in jeder ernſten Lage auf ihn zählen könne. Eine Handzeichnung, ein Pferd ſeines Vaters nach Vernet, ſchenkt er Prokeſch und dieſer gab ſie im Jahre 1855 an Napoleon III. Auch über Herzensneigungen weihte Reichſtadt Prokeſch ein, ſo geſtand er ihm ſeine Neigung zur Gräfin Karoly geb. Fürſtin Kaunitz, was aber Pro- keſch heftigſt bekämpft. Mit Beginn 1831 findet Prokeſch den Herzog in größter Erregung über die Vorfallenheiten in Paris. 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Zitationshilfe: Badener Zeitung. Nr. 58, Baden (Niederösterreich), 21.07.1909, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_badener058_1909/1>, abgerufen am 31.03.2020.