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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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Schmid, Christoph von, der ausgezeichnete Jugendschriftsteller, geb. 1768 zu Dinkelsbühl in Bayern, zu Dillingen ein Schüler Sailers, wurde 1791 Priester, pastorirte bis 1816 zu Thannhausen, alsdann bis 1826 zu Oberstadion in Württemberg, wurde Domcapitular zu Augsburg u. st. 1854 daselbst. Seine theilweise in nicht weniger als 24 Sprachen übersetzten Jugendschriften kamen gesammelt in 24 Bändchen zu Augsburg 1810-46 heraus; wir nennen davon den ersten Unterricht von Gott, die biblische Geschichte für Kinder, Genovefa, die Ostereier, Heinrich von Eichenfels, Rosa von Tannenburg. Aus allen leuchtet ein innig frommes, kindlicheinfaches und tiefpoetisches Gemüth; im Vergleich zu dem Guten, was sie gestiftet, erscheinen die Einwände, die Kinder würden durch S.s idyllische Schilderungen der wirklichen Welt eher entfremdet als für dieselbe gebildet u. namentlich sentimental, von keinem großen Belange; gegen die biblische Geschichte für Kinder hat man in neuester Zeit pädagogische und theologische Bedenken erhoben, etwas Besseres aber bis jetzt noch nicht zu Tage gefördert. Außer den Jugendschriften lieferte S. auch Gedichte, namentlich in den "Blüten, dem blühenden Alter gewidmet", enthalten, ebenso einfach und klar, fromm u. gemüthlich wie die Geschichten, zuletzt: Erinnerungen aus meinem Leben, Augsb. 1853 bis 1855, 2 Bdch.; das 3. Bändchen, das "Berufsleben", gab Alb. Werfer heraus, Augsb. 1856.


Schmid, Karl Ernst, juristischer und publicistischer Schriftsteller, geb. 1774 zu Weimar, trat in preuß. Staatsdienst und redigirte 1797-1804 die Bayreuther Politische Zeitung, wurde 1807 Regierungs- und Consistorialrath zu Hildburghausen, 1809 Professor der Rechte zu Jena, kehrte schon 1810 nach Hildburghausen zurück, wurde Vicepräsident aller Landescollegien u. Geheimerath, 1816 Oberappellationsgerichtsrath u. Professor zu Jena, 1826 Ordinarius der Juristenfakultät; st. 1852. S. galt besonders als ausgezeichneter Staatsrechtslehrer; 1829 berief ihn der Herzog von Sachsen-Meiningen zur Berathung wegen der neuen Organisation des Ländchens und wegen Verfassungsfragen, 1840 lieferte er einen Verfassungsentwurf für Schwarzburg-Sondershausen. Sein Lehrbuch des Staatsrechtes blieb unvollendet; er schrieb über franz. Recht, Judenemancipation, Preßfreiheit, Nachdruck u. dgl. Zeitfragen, lieferte außerdem Vieles in die Jenaer Allg. und Leipziger Literaturzeitung.


Schmidt, Georg Friedr., einer der ausgezeichnetsten Kupferstecher des vorigen Jahrh., geb. 1712 zu Berlin, gest. 1755, bildete sich zu Paris bei dem Kupferstecher Larmessin, wurde bald Mitglied der Pariser und Berliner Akademie u. 1744 nach Berlin berufen; am Hof in Petersburg hielt er sich 5 Jahre auf.


Schmidt, Michael Ignaz, um die deutsche Geschichtschreibung hochverdient, geb. 1736 zu Arnstein in Unterfranken, wurde Geistlicher, 1771 Professor der Reichsgeschichte, Universitätsbibliothekar u. geistlicher Rath zu Würzburg. 1780 reiste er nach Wien, um die Archive zu benutzen, blieb aber daselbst als Hofrath u. Director des Haus- u. Staatsarchives, wurde Lehrer der Geschichte für den Neffen Kaiser Josephs II., den nachherigen Kaiser Franz, u. st. 1794. Seine "Geschichte der Deutschen" ist die früheste in ihrer Art und (Ulm 1778 bis 1785, 5 Bde.) bleibt namentlich mit Rücksicht auf die Geschichtschreibung jener Zeit ein Denkmal gründlichen Forschergeistes und lichtvoller Darstellung; die nicht seltene Weitschweifigkeit mag der patriotischen Gesinnung des Verfassers zu Gute gehalten werden, seine Befangenheit im sog. Josephinismus, die besonders bei der Darstellung des Verhältnisses der Kaiser und Päpste im Mittelalter sich offenbart, theilte er mit der Mehrzahl seiner Zeitgenossen. Milbiller setzte das Werk aus S.s Papieren vom 6. Bande an fort (Ulm 1785 bis 1808), Dresch fügte die "Geschichte Deutschlands seit dem Rheinbunde" (ebendas. 1824-30, 5 Bde.) bei.


Schmidt, Heinrich, geb. 1743 in Bayern, trat im 18. Jahre in österr. Militärdienst, kam frühe in den Generalquartiermeisterstab, hatte als Oberst desselben den rühmlichsten Antheil an


Schmid, Christoph von, der ausgezeichnete Jugendschriftsteller, geb. 1768 zu Dinkelsbühl in Bayern, zu Dillingen ein Schüler Sailers, wurde 1791 Priester, pastorirte bis 1816 zu Thannhausen, alsdann bis 1826 zu Oberstadion in Württemberg, wurde Domcapitular zu Augsburg u. st. 1854 daselbst. Seine theilweise in nicht weniger als 24 Sprachen übersetzten Jugendschriften kamen gesammelt in 24 Bändchen zu Augsburg 1810–46 heraus; wir nennen davon den ersten Unterricht von Gott, die biblische Geschichte für Kinder, Genovefa, die Ostereier, Heinrich von Eichenfels, Rosa von Tannenburg. Aus allen leuchtet ein innig frommes, kindlicheinfaches und tiefpoetisches Gemüth; im Vergleich zu dem Guten, was sie gestiftet, erscheinen die Einwände, die Kinder würden durch S.s idyllische Schilderungen der wirklichen Welt eher entfremdet als für dieselbe gebildet u. namentlich sentimental, von keinem großen Belange; gegen die biblische Geschichte für Kinder hat man in neuester Zeit pädagogische und theologische Bedenken erhoben, etwas Besseres aber bis jetzt noch nicht zu Tage gefördert. Außer den Jugendschriften lieferte S. auch Gedichte, namentlich in den „Blüten, dem blühenden Alter gewidmet“, enthalten, ebenso einfach und klar, fromm u. gemüthlich wie die Geschichten, zuletzt: Erinnerungen aus meinem Leben, Augsb. 1853 bis 1855, 2 Bdch.; das 3. Bändchen, das „Berufsleben“, gab Alb. Werfer heraus, Augsb. 1856.


Schmid, Karl Ernst, juristischer und publicistischer Schriftsteller, geb. 1774 zu Weimar, trat in preuß. Staatsdienst und redigirte 1797–1804 die Bayreuther Politische Zeitung, wurde 1807 Regierungs- und Consistorialrath zu Hildburghausen, 1809 Professor der Rechte zu Jena, kehrte schon 1810 nach Hildburghausen zurück, wurde Vicepräsident aller Landescollegien u. Geheimerath, 1816 Oberappellationsgerichtsrath u. Professor zu Jena, 1826 Ordinarius der Juristenfakultät; st. 1852. S. galt besonders als ausgezeichneter Staatsrechtslehrer; 1829 berief ihn der Herzog von Sachsen-Meiningen zur Berathung wegen der neuen Organisation des Ländchens und wegen Verfassungsfragen, 1840 lieferte er einen Verfassungsentwurf für Schwarzburg-Sondershausen. Sein Lehrbuch des Staatsrechtes blieb unvollendet; er schrieb über franz. Recht, Judenemancipation, Preßfreiheit, Nachdruck u. dgl. Zeitfragen, lieferte außerdem Vieles in die Jenaer Allg. und Leipziger Literaturzeitung.


Schmidt, Georg Friedr., einer der ausgezeichnetsten Kupferstecher des vorigen Jahrh., geb. 1712 zu Berlin, gest. 1755, bildete sich zu Paris bei dem Kupferstecher Larmessin, wurde bald Mitglied der Pariser und Berliner Akademie u. 1744 nach Berlin berufen; am Hof in Petersburg hielt er sich 5 Jahre auf.


Schmidt, Michael Ignaz, um die deutsche Geschichtschreibung hochverdient, geb. 1736 zu Arnstein in Unterfranken, wurde Geistlicher, 1771 Professor der Reichsgeschichte, Universitätsbibliothekar u. geistlicher Rath zu Würzburg. 1780 reiste er nach Wien, um die Archive zu benutzen, blieb aber daselbst als Hofrath u. Director des Haus- u. Staatsarchives, wurde Lehrer der Geschichte für den Neffen Kaiser Josephs II., den nachherigen Kaiser Franz, u. st. 1794. Seine „Geschichte der Deutschen“ ist die früheste in ihrer Art und (Ulm 1778 bis 1785, 5 Bde.) bleibt namentlich mit Rücksicht auf die Geschichtschreibung jener Zeit ein Denkmal gründlichen Forschergeistes und lichtvoller Darstellung; die nicht seltene Weitschweifigkeit mag der patriotischen Gesinnung des Verfassers zu Gute gehalten werden, seine Befangenheit im sog. Josephinismus, die besonders bei der Darstellung des Verhältnisses der Kaiser und Päpste im Mittelalter sich offenbart, theilte er mit der Mehrzahl seiner Zeitgenossen. Milbiller setzte das Werk aus S.s Papieren vom 6. Bande an fort (Ulm 1785 bis 1808), Dresch fügte die „Geschichte Deutschlands seit dem Rheinbunde“ (ebendas. 1824–30, 5 Bde.) bei.


Schmidt, Heinrich, geb. 1743 in Bayern, trat im 18. Jahre in österr. Militärdienst, kam frühe in den Generalquartiermeisterstab, hatte als Oberst desselben den rühmlichsten Antheil an

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[103/0104] Schmid, Christoph von, der ausgezeichnete Jugendschriftsteller, geb. 1768 zu Dinkelsbühl in Bayern, zu Dillingen ein Schüler Sailers, wurde 1791 Priester, pastorirte bis 1816 zu Thannhausen, alsdann bis 1826 zu Oberstadion in Württemberg, wurde Domcapitular zu Augsburg u. st. 1854 daselbst. Seine theilweise in nicht weniger als 24 Sprachen übersetzten Jugendschriften kamen gesammelt in 24 Bändchen zu Augsburg 1810–46 heraus; wir nennen davon den ersten Unterricht von Gott, die biblische Geschichte für Kinder, Genovefa, die Ostereier, Heinrich von Eichenfels, Rosa von Tannenburg. Aus allen leuchtet ein innig frommes, kindlicheinfaches und tiefpoetisches Gemüth; im Vergleich zu dem Guten, was sie gestiftet, erscheinen die Einwände, die Kinder würden durch S.s idyllische Schilderungen der wirklichen Welt eher entfremdet als für dieselbe gebildet u. namentlich sentimental, von keinem großen Belange; gegen die biblische Geschichte für Kinder hat man in neuester Zeit pädagogische und theologische Bedenken erhoben, etwas Besseres aber bis jetzt noch nicht zu Tage gefördert. Außer den Jugendschriften lieferte S. auch Gedichte, namentlich in den „Blüten, dem blühenden Alter gewidmet“, enthalten, ebenso einfach und klar, fromm u. gemüthlich wie die Geschichten, zuletzt: Erinnerungen aus meinem Leben, Augsb. 1853 bis 1855, 2 Bdch.; das 3. Bändchen, das „Berufsleben“, gab Alb. Werfer heraus, Augsb. 1856. Schmid, Karl Ernst, juristischer und publicistischer Schriftsteller, geb. 1774 zu Weimar, trat in preuß. Staatsdienst und redigirte 1797–1804 die Bayreuther Politische Zeitung, wurde 1807 Regierungs- und Consistorialrath zu Hildburghausen, 1809 Professor der Rechte zu Jena, kehrte schon 1810 nach Hildburghausen zurück, wurde Vicepräsident aller Landescollegien u. Geheimerath, 1816 Oberappellationsgerichtsrath u. Professor zu Jena, 1826 Ordinarius der Juristenfakultät; st. 1852. S. galt besonders als ausgezeichneter Staatsrechtslehrer; 1829 berief ihn der Herzog von Sachsen-Meiningen zur Berathung wegen der neuen Organisation des Ländchens und wegen Verfassungsfragen, 1840 lieferte er einen Verfassungsentwurf für Schwarzburg-Sondershausen. Sein Lehrbuch des Staatsrechtes blieb unvollendet; er schrieb über franz. Recht, Judenemancipation, Preßfreiheit, Nachdruck u. dgl. Zeitfragen, lieferte außerdem Vieles in die Jenaer Allg. und Leipziger Literaturzeitung. Schmidt, Georg Friedr., einer der ausgezeichnetsten Kupferstecher des vorigen Jahrh., geb. 1712 zu Berlin, gest. 1755, bildete sich zu Paris bei dem Kupferstecher Larmessin, wurde bald Mitglied der Pariser und Berliner Akademie u. 1744 nach Berlin berufen; am Hof in Petersburg hielt er sich 5 Jahre auf. Schmidt, Michael Ignaz, um die deutsche Geschichtschreibung hochverdient, geb. 1736 zu Arnstein in Unterfranken, wurde Geistlicher, 1771 Professor der Reichsgeschichte, Universitätsbibliothekar u. geistlicher Rath zu Würzburg. 1780 reiste er nach Wien, um die Archive zu benutzen, blieb aber daselbst als Hofrath u. Director des Haus- u. Staatsarchives, wurde Lehrer der Geschichte für den Neffen Kaiser Josephs II., den nachherigen Kaiser Franz, u. st. 1794. Seine „Geschichte der Deutschen“ ist die früheste in ihrer Art und (Ulm 1778 bis 1785, 5 Bde.) bleibt namentlich mit Rücksicht auf die Geschichtschreibung jener Zeit ein Denkmal gründlichen Forschergeistes und lichtvoller Darstellung; die nicht seltene Weitschweifigkeit mag der patriotischen Gesinnung des Verfassers zu Gute gehalten werden, seine Befangenheit im sog. Josephinismus, die besonders bei der Darstellung des Verhältnisses der Kaiser und Päpste im Mittelalter sich offenbart, theilte er mit der Mehrzahl seiner Zeitgenossen. Milbiller setzte das Werk aus S.s Papieren vom 6. Bande an fort (Ulm 1785 bis 1808), Dresch fügte die „Geschichte Deutschlands seit dem Rheinbunde“ (ebendas. 1824–30, 5 Bde.) bei. Schmidt, Heinrich, geb. 1743 in Bayern, trat im 18. Jahre in österr. Militärdienst, kam frühe in den Generalquartiermeisterstab, hatte als Oberst desselben den rühmlichsten Antheil an

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 103. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/104>, abgerufen am 22.10.2020.