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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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Früchte), habitatio (Wohnrecht), operae servorum oder animalium (Arbeiten von Sklaven od. Thieren); od. zu Gunsten eines Grundstückes (s. praediorum), dauerhaft für jeden Besitzer. Die Prädial-S. beziehen sich auf Gebäulichkeiten (s. praed. urbanorum) wie die s. oneris ferendi, auf des Nachbars Mauer aufzubauen; s. tigni immittendi, Balken in dieselbe einzulassen; s. projiciendi, in den nachbarlichen Luftraum hinauszubauen; s. stillicidii, Dachtraufrecht; s. altius non tollendi, ne luminibus officiatur. daß der Nachbar nicht höher bauen dürfe, um nicht Licht oder Aussicht zu verlieren, Fensterrecht, s. sterculinii. Mistgruben und dergleichen anzulegen; s. fumi immittendi, Rauch in fremde Kamine zu lassen; - oder auf eigentliche Grundstücke (s. pr. rusticorum), wie die Wege-S. (s. itineris, viae, actus), Weide-S. (s. pascendi), Wasserleitung-S. (aquaeductus), Brunnentränke für Vieh (s. aquae haustus), Unrathsgraben-S. (s. cloacae), Anwende (den Pflug auf Nachbars Boden zu wenden), Bäume und Hecken von der Gränze zu entfernen oder in des Nachbars Raum hinüberragen lassen. - Die S. entstehen durch Vertrag, Testament, Ersitzung (freiwillige S.) od. auch von Gesetzes- od. Rechtswegen (unfreiwillige, Noth-S.), wie z. B. das Wasser vom obern Grundstücke abzunehmen, Zugangswege, Holzwege, Nutznießung des überlebenden Ehegatten. Die S. endigen durch Aufgeben, Untergang der Sache, Tod, Confusion, Nichtausübung od. Verjährung. Zum Schutze der S. gegen Hinderung oder Störung dienen, neben den Interdicten, die vindicatio servitutis, die confessoria et negatoria de servitute actio (S.en-Klage).


Servius, Maurus Honoratus, röm. Grammatiker im 4. Jahrh. n. Chr., Verfasser eines Commentars zu Virgils Gedichten (zuletzt herausgegeben von Lion, 2 Bde. Göttingen 1826).


Servius Tullius, der 6. röm. König, über dessen Abstammung verschiedene Sagen erhalten sind, Nachfolger des Tarquinius Priscus, regierte von 578-535, erweiterte das Weichbild u. das Gebiet Roms u. brachte die große Aenderung der röm. Verfassung zu Gunsten der Plebejer zu Stande (vgl. Rom); er wurde durch Tarquinius Superbus ermordet.


Servus, lat., Sklave, Knecht, Diener; s. servorum Dei d. i. Knecht der Knechte Gottes, nennen sich die Päpste regelmäßig seit Gregor dem Großen.


Sesam (Sesamum), Pflanzengattung aus der Familie der Bignoniaceae (s. d.), einjährige haarige Kräuter, im warmen Asien und in Afrika heimisch; der indische S. wird in Aegypten, Ostindien etc. stark angebaut und liefert ein sehr gutes Oel.


Sesostris, bei Herodot ägypt. König, großer Eroberer, s. Bd. I. S. 48.


Sessi, Name von 5 Schwestern, berühmten Sängerinen, Töchter eines in Wien lebenden Italieners. Marianna S., verheirathete Natorp, geb. 1770, st. 1847; Imperatrice S., geb. 1783, st. 1808 zu Florenz; Anna Maria S., verheirathete Neumann, geb. 1793; Vittoria u. Karolina S, die jüngsten Schwestern, traten nach ihrer Verheirathung frühzeitig von der Bühne ab. Eine andere S., Maria Theresia, machte als Sängerin von 1825-28 Furore.


Session, lat.-deutsch, Sitzung; bei Landtagen u. dergl. versteht man unter S. gewöhnlich die Zusammenkünfte von der Eröffnung bis zum Schluß, unter Sitzung die Zusammenkunft an einem Tag.


Sester, in der Schweiz, Baden, Elsaß = 1/10 Malter.


Sestertius, altröm. Silbermünze = 21/2 As (s. As), bezeichnet mit HS od. ][S; sestertia (SS), Rechnungsmünze = 1000 S.; sestertium (= sestertiorum), Rechnungsmünze = 100000 S.


Sestine, provencalische, span. und ital. Versform, besteht aus 66zeiligen u. einer 3zeiligen Strophe von 5füßigen Jamben mit verschränkten Reimen.


Sestini, Domenico, nach Eckhel der berühmteste Numismatiker, geb. 1750 zu Florenz, gest. 1832; Hauptwerke: "Classes generales seu monetae urbium, populorum et regum ordine geographico" (2 Bde., 2. Aufl. Florenz 1821), die Beschreibungen der Sammlungen von Ainsley, Knobelsdorf etc., des Hederwar'schen Museums. S. machte große

Früchte), habitatio (Wohnrecht), operae servorum oder animalium (Arbeiten von Sklaven od. Thieren); od. zu Gunsten eines Grundstückes (s. praediorum), dauerhaft für jeden Besitzer. Die Prädial-S. beziehen sich auf Gebäulichkeiten (s. praed. urbanorum) wie die s. oneris ferendi, auf des Nachbars Mauer aufzubauen; s. tigni immittendi, Balken in dieselbe einzulassen; s. projiciendi, in den nachbarlichen Luftraum hinauszubauen; s. stillicidii, Dachtraufrecht; s. altius non tollendi, ne luminibus officiatur. daß der Nachbar nicht höher bauen dürfe, um nicht Licht oder Aussicht zu verlieren, Fensterrecht, s. sterculinii. Mistgruben und dergleichen anzulegen; s. fumi immittendi, Rauch in fremde Kamine zu lassen; – oder auf eigentliche Grundstücke (s. pr. rusticorum), wie die Wege-S. (s. itineris, viae, actus), Weide-S. (s. pascendi), Wasserleitung-S. (aquaeductus), Brunnentränke für Vieh (s. aquae haustus), Unrathsgraben-S. (s. cloacae), Anwende (den Pflug auf Nachbars Boden zu wenden), Bäume und Hecken von der Gränze zu entfernen oder in des Nachbars Raum hinüberragen lassen. – Die S. entstehen durch Vertrag, Testament, Ersitzung (freiwillige S.) od. auch von Gesetzes- od. Rechtswegen (unfreiwillige, Noth-S.), wie z. B. das Wasser vom obern Grundstücke abzunehmen, Zugangswege, Holzwege, Nutznießung des überlebenden Ehegatten. Die S. endigen durch Aufgeben, Untergang der Sache, Tod, Confusion, Nichtausübung od. Verjährung. Zum Schutze der S. gegen Hinderung oder Störung dienen, neben den Interdicten, die vindicatio servitutis, die confessoria et negatoria de servitute actio (S.en-Klage).


Servius, Maurus Honoratus, röm. Grammatiker im 4. Jahrh. n. Chr., Verfasser eines Commentars zu Virgils Gedichten (zuletzt herausgegeben von Lion, 2 Bde. Göttingen 1826).


Servius Tullius, der 6. röm. König, über dessen Abstammung verschiedene Sagen erhalten sind, Nachfolger des Tarquinius Priscus, regierte von 578–535, erweiterte das Weichbild u. das Gebiet Roms u. brachte die große Aenderung der röm. Verfassung zu Gunsten der Plebejer zu Stande (vgl. Rom); er wurde durch Tarquinius Superbus ermordet.


Servus, lat., Sklave, Knecht, Diener; s. servorum Dei d. i. Knecht der Knechte Gottes, nennen sich die Päpste regelmäßig seit Gregor dem Großen.


Sesam (Sesamum), Pflanzengattung aus der Familie der Bignoniaceae (s. d.), einjährige haarige Kräuter, im warmen Asien und in Afrika heimisch; der indische S. wird in Aegypten, Ostindien etc. stark angebaut und liefert ein sehr gutes Oel.


Sesostris, bei Herodot ägypt. König, großer Eroberer, s. Bd. I. S. 48.


Sessi, Name von 5 Schwestern, berühmten Sängerinen, Töchter eines in Wien lebenden Italieners. Marianna S., verheirathete Natorp, geb. 1770, st. 1847; Imperatrice S., geb. 1783, st. 1808 zu Florenz; Anna Maria S., verheirathete Neumann, geb. 1793; Vittoria u. Karolina S, die jüngsten Schwestern, traten nach ihrer Verheirathung frühzeitig von der Bühne ab. Eine andere S., Maria Theresia, machte als Sängerin von 1825–28 Furore.


Session, lat.-deutsch, Sitzung; bei Landtagen u. dergl. versteht man unter S. gewöhnlich die Zusammenkünfte von der Eröffnung bis zum Schluß, unter Sitzung die Zusammenkunft an einem Tag.


Sester, in der Schweiz, Baden, Elsaß = 1/10 Malter.


Sestertius, altröm. Silbermünze = 21/2 As (s. As), bezeichnet mit HS od. ][S; sestertia (SS), Rechnungsmünze = 1000 S.; sestertium (= sestertiorum), Rechnungsmünze = 100000 S.


Sestine, provençalische, span. und ital. Versform, besteht aus 66zeiligen u. einer 3zeiligen Strophe von 5füßigen Jamben mit verschränkten Reimen.


Sestini, Domenico, nach Eckhel der berühmteste Numismatiker, geb. 1750 zu Florenz, gest. 1832; Hauptwerke: „Classes generales seu monetae urbium, populorum et regum ordine geographico“ (2 Bde., 2. Aufl. Florenz 1821), die Beschreibungen der Sammlungen von Ainsley, Knobelsdorf etc., des Hederwar'schen Museums. S. machte große

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[194/0195] Früchte), habitatio (Wohnrecht), operae servorum oder animalium (Arbeiten von Sklaven od. Thieren); od. zu Gunsten eines Grundstückes (s. praediorum), dauerhaft für jeden Besitzer. Die Prädial-S. beziehen sich auf Gebäulichkeiten (s. praed. urbanorum) wie die s. oneris ferendi, auf des Nachbars Mauer aufzubauen; s. tigni immittendi, Balken in dieselbe einzulassen; s. projiciendi, in den nachbarlichen Luftraum hinauszubauen; s. stillicidii, Dachtraufrecht; s. altius non tollendi, ne luminibus officiatur. daß der Nachbar nicht höher bauen dürfe, um nicht Licht oder Aussicht zu verlieren, Fensterrecht, s. sterculinii. Mistgruben und dergleichen anzulegen; s. fumi immittendi, Rauch in fremde Kamine zu lassen; – oder auf eigentliche Grundstücke (s. pr. rusticorum), wie die Wege-S. (s. itineris, viae, actus), Weide-S. (s. pascendi), Wasserleitung-S. (aquaeductus), Brunnentränke für Vieh (s. aquae haustus), Unrathsgraben-S. (s. cloacae), Anwende (den Pflug auf Nachbars Boden zu wenden), Bäume und Hecken von der Gränze zu entfernen oder in des Nachbars Raum hinüberragen lassen. – Die S. entstehen durch Vertrag, Testament, Ersitzung (freiwillige S.) od. auch von Gesetzes- od. Rechtswegen (unfreiwillige, Noth-S.), wie z. B. das Wasser vom obern Grundstücke abzunehmen, Zugangswege, Holzwege, Nutznießung des überlebenden Ehegatten. Die S. endigen durch Aufgeben, Untergang der Sache, Tod, Confusion, Nichtausübung od. Verjährung. Zum Schutze der S. gegen Hinderung oder Störung dienen, neben den Interdicten, die vindicatio servitutis, die confessoria et negatoria de servitute actio (S.en-Klage). Servius, Maurus Honoratus, röm. Grammatiker im 4. Jahrh. n. Chr., Verfasser eines Commentars zu Virgils Gedichten (zuletzt herausgegeben von Lion, 2 Bde. Göttingen 1826). Servius Tullius, der 6. röm. König, über dessen Abstammung verschiedene Sagen erhalten sind, Nachfolger des Tarquinius Priscus, regierte von 578–535, erweiterte das Weichbild u. das Gebiet Roms u. brachte die große Aenderung der röm. Verfassung zu Gunsten der Plebejer zu Stande (vgl. Rom); er wurde durch Tarquinius Superbus ermordet. Servus, lat., Sklave, Knecht, Diener; s. servorum Dei d. i. Knecht der Knechte Gottes, nennen sich die Päpste regelmäßig seit Gregor dem Großen. Sesam (Sesamum), Pflanzengattung aus der Familie der Bignoniaceae (s. d.), einjährige haarige Kräuter, im warmen Asien und in Afrika heimisch; der indische S. wird in Aegypten, Ostindien etc. stark angebaut und liefert ein sehr gutes Oel. Sesostris, bei Herodot ägypt. König, großer Eroberer, s. Bd. I. S. 48. Sessi, Name von 5 Schwestern, berühmten Sängerinen, Töchter eines in Wien lebenden Italieners. Marianna S., verheirathete Natorp, geb. 1770, st. 1847; Imperatrice S., geb. 1783, st. 1808 zu Florenz; Anna Maria S., verheirathete Neumann, geb. 1793; Vittoria u. Karolina S, die jüngsten Schwestern, traten nach ihrer Verheirathung frühzeitig von der Bühne ab. Eine andere S., Maria Theresia, machte als Sängerin von 1825–28 Furore. Session, lat.-deutsch, Sitzung; bei Landtagen u. dergl. versteht man unter S. gewöhnlich die Zusammenkünfte von der Eröffnung bis zum Schluß, unter Sitzung die Zusammenkunft an einem Tag. Sester, in der Schweiz, Baden, Elsaß = 1/10 Malter. Sestertius, altröm. Silbermünze = 21/2 As (s. As), bezeichnet mit HS od. ][S; sestertia (SS), Rechnungsmünze = 1000 S.; sestertium (= sestertiorum), Rechnungsmünze = 100000 S. Sestine, provençalische, span. und ital. Versform, besteht aus 66zeiligen u. einer 3zeiligen Strophe von 5füßigen Jamben mit verschränkten Reimen. Sestini, Domenico, nach Eckhel der berühmteste Numismatiker, geb. 1750 zu Florenz, gest. 1832; Hauptwerke: „Classes generales seu monetae urbium, populorum et regum ordine geographico“ (2 Bde., 2. Aufl. Florenz 1821), die Beschreibungen der Sammlungen von Ainsley, Knobelsdorf etc., des Hederwar'schen Museums. S. machte große

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 194. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/195>, abgerufen am 25.10.2020.