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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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ein, die in der Daguerreotypie (s. d.) von Wichtigkeit sind. Die Verwendung des S.s zu Münzen ist bekannt; der Werth desselben zum Golde verhält sich gegenwärtig so ziemlich wie 1 zu 16. Die Verarbeitung des S.s zu Geschirren, Schmucksachen etc. geschieht durch Guß, Hämmern und Anwendung des Griffels; der S.arbeiter kann deßwegen recht wohl den Rang eines plastischen Künstlers einnehmen.


Silberätzstein, s. Höllenstein.


Silberberg, preuß. Felsenfestung im schles. Reg.-Bez. Breslau, mit 1800 E.; soll uneinnehmbar sein, ist aber ohne strategische Bedeutung, 1765-77 angelegt.


Silberflotte, die seit Karl V. bis Karl III. jährlich nach Veracruz und Portobello auslaufende spanische Flotte, welche europ. Waaren nach den span. Kolonien und das erlöste edle Metall sowie den Ueberschuß der Einkünfte nach Spanien brachte.


Silbergroschen, seit 1821 eingeführte preuß. Scheidemünze = 1/30 Thlr.


Silberling, was Sekel (s. d.).


Silbermann, Gottfried, geb. 1683 zu Kleinbobritsch in Sachsen, gest. 1753 in Dresden, berühmter Orgelbauer, erfand die cymbal d'amour, lieferte auch treffliche Fortepianos und Klaviere. - Seine Neffen, Joh. Andr. S., geb. 1712 zu Straßburg, und Joh. Heinrich S., geb. 1727 zu Straßburg, waren in derselben Kunst geschickte Meister.


Silbert, Joh. Peter, einer der fruchtbarsten Schriftsteller unserer Zeit, geb. 1777 zu Kolmar, studierte in Mainz, kam in Folge der Revolutionsstürme bis Siebenbürgen, wo er zu Kronstadt Gymnasialprofessor wurde. Doch bald begab er sich nach Wien und lebte der religiösen Schriftstellerei, wurde Lehrer der französ. Sprache und Literatur an der polytechnischen Schule und st. 1844. Als Dichter errang S. niemals Bedeutung, wiewohl in der Sammlung "Columba" manches nicht üble Gedicht angetroffen wird; dagegen war er ein ebenso unerschöpflicher als beliebter Verfasser u. Uebersetzer von ascetischen und erbaulichen Schriften. Wir erwähnen nur seinen Dom heiliger Sänger (1820), die Uebersetzung der Schriften des heil. Bernhard (1820), Taulers Spiegel der Liebe (1825), den Frauenspiegel (1830), die den Zschokke'schen entgegengesetzten "Stunden der wahren Andacht" (1831-35) und 10 andere Gebetbücher. Der Augsburger Nachdruck der ascetischen Schriften von S. (1815-34) füllt 46 Bändchen.


Silen, in der griech. Mythologie Erzieher u. später Begleiter des Bacchus, dargestellt als trunkener, glatzköpfiger, stumpfnasiger, langbartiger Greis auf einem Esel reitend; ursprünglich edler aufgefaßt als in der Waldnatur schaffender Dämon, der fernsten Vergangenheit und Zukunft kundig, aber nur gezwungen weissagend.


Silentium, lat., Stillschweigen; silentiarius, bei vornehmen Römern Haussklave, der für die Ruhe zu sorgen hatte; bei den spätern röm. Kaisern Palastbeamter mit derselben Obliegenheit.


Silesius, s. Angelus Silesius.


Silhidsche, der letzte Monat des türk. Jahrs.


Silhouette (siluett), frz., Schattenriß, Darstellung der Umrisse eines Körpers wie sie der Schatten gibt, demnach ein sehr unvollkommenes Porträt, erhielt (um 1757) seinen Namen nach S., einem Finanzmanne, der sehr viel versprach und sehr wenig als Minister leistete.


Silicium, lat., s. Kieselerde; Silicat, kieselsaures Salz.


Silistria, türk. Stadt an der Donau, in Bulgarien, mit alten Festungswerken, die in neuester Zeit durch detaschirte Forts verstärkt wurden, vertheidigt die Straßen nach Varna u. Schumla, hat vielleicht 20000 E. S. wurde von den Russen 1810 erobert, 1828 vergeblich belagert, 1829 erobert, 1854 mit großem Verluste vergeblich angegriffen.


Silius, genannt Italicus (von seiner Vaterstadt), Cajus, Redner und Dichter zu Kaiser Neros Zeit, geb. 25 n. Chr., ein reicher Mann, begleitete einige hohe Staatsämter, verhungerte 100 n. Chr. auf einem seiner Landgüter in Campanien freiwillig, um den Schmerzen einer Krankheit zu entgehen. Als Redner soll er dem Cicero nachgeeifert

ein, die in der Daguerreotypie (s. d.) von Wichtigkeit sind. Die Verwendung des S.s zu Münzen ist bekannt; der Werth desselben zum Golde verhält sich gegenwärtig so ziemlich wie 1 zu 16. Die Verarbeitung des S.s zu Geschirren, Schmucksachen etc. geschieht durch Guß, Hämmern und Anwendung des Griffels; der S.arbeiter kann deßwegen recht wohl den Rang eines plastischen Künstlers einnehmen.


Silberätzstein, s. Höllenstein.


Silberberg, preuß. Felsenfestung im schles. Reg.-Bez. Breslau, mit 1800 E.; soll uneinnehmbar sein, ist aber ohne strategische Bedeutung, 1765–77 angelegt.


Silberflotte, die seit Karl V. bis Karl III. jährlich nach Veracruz und Portobello auslaufende spanische Flotte, welche europ. Waaren nach den span. Kolonien und das erlöste edle Metall sowie den Ueberschuß der Einkünfte nach Spanien brachte.


Silbergroschen, seit 1821 eingeführte preuß. Scheidemünze = 1/30 Thlr.


Silberling, was Sekel (s. d.).


Silbermann, Gottfried, geb. 1683 zu Kleinbobritsch in Sachsen, gest. 1753 in Dresden, berühmter Orgelbauer, erfand die cymbal d'amour, lieferte auch treffliche Fortepianos und Klaviere. – Seine Neffen, Joh. Andr. S., geb. 1712 zu Straßburg, und Joh. Heinrich S., geb. 1727 zu Straßburg, waren in derselben Kunst geschickte Meister.


Silbert, Joh. Peter, einer der fruchtbarsten Schriftsteller unserer Zeit, geb. 1777 zu Kolmar, studierte in Mainz, kam in Folge der Revolutionsstürme bis Siebenbürgen, wo er zu Kronstadt Gymnasialprofessor wurde. Doch bald begab er sich nach Wien und lebte der religiösen Schriftstellerei, wurde Lehrer der französ. Sprache und Literatur an der polytechnischen Schule und st. 1844. Als Dichter errang S. niemals Bedeutung, wiewohl in der Sammlung „Columba“ manches nicht üble Gedicht angetroffen wird; dagegen war er ein ebenso unerschöpflicher als beliebter Verfasser u. Uebersetzer von ascetischen und erbaulichen Schriften. Wir erwähnen nur seinen Dom heiliger Sänger (1820), die Uebersetzung der Schriften des heil. Bernhard (1820), Taulers Spiegel der Liebe (1825), den Frauenspiegel (1830), die den Zschokke'schen entgegengesetzten „Stunden der wahren Andacht“ (1831–35) und 10 andere Gebetbücher. Der Augsburger Nachdruck der ascetischen Schriften von S. (1815–34) füllt 46 Bändchen.


Silen, in der griech. Mythologie Erzieher u. später Begleiter des Bacchus, dargestellt als trunkener, glatzköpfiger, stumpfnasiger, langbartiger Greis auf einem Esel reitend; ursprünglich edler aufgefaßt als in der Waldnatur schaffender Dämon, der fernsten Vergangenheit und Zukunft kundig, aber nur gezwungen weissagend.


Silentium, lat., Stillschweigen; silentiarius, bei vornehmen Römern Haussklave, der für die Ruhe zu sorgen hatte; bei den spätern röm. Kaisern Palastbeamter mit derselben Obliegenheit.


Silesius, s. Angelus Silesius.


Silhidsche, der letzte Monat des türk. Jahrs.


Silhouette (siluett), frz., Schattenriß, Darstellung der Umrisse eines Körpers wie sie der Schatten gibt, demnach ein sehr unvollkommenes Porträt, erhielt (um 1757) seinen Namen nach S., einem Finanzmanne, der sehr viel versprach und sehr wenig als Minister leistete.


Silicium, lat., s. Kieselerde; Silicat, kieselsaures Salz.


Silistria, türk. Stadt an der Donau, in Bulgarien, mit alten Festungswerken, die in neuester Zeit durch detaschirte Forts verstärkt wurden, vertheidigt die Straßen nach Varna u. Schumla, hat vielleicht 20000 E. S. wurde von den Russen 1810 erobert, 1828 vergeblich belagert, 1829 erobert, 1854 mit großem Verluste vergeblich angegriffen.


Silius, genannt Italicus (von seiner Vaterstadt), Cajus, Redner und Dichter zu Kaiser Neros Zeit, geb. 25 n. Chr., ein reicher Mann, begleitete einige hohe Staatsämter, verhungerte 100 n. Chr. auf einem seiner Landgüter in Campanien freiwillig, um den Schmerzen einer Krankheit zu entgehen. Als Redner soll er dem Cicero nachgeeifert

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[217/0218] ein, die in der Daguerreotypie (s. d.) von Wichtigkeit sind. Die Verwendung des S.s zu Münzen ist bekannt; der Werth desselben zum Golde verhält sich gegenwärtig so ziemlich wie 1 zu 16. Die Verarbeitung des S.s zu Geschirren, Schmucksachen etc. geschieht durch Guß, Hämmern und Anwendung des Griffels; der S.arbeiter kann deßwegen recht wohl den Rang eines plastischen Künstlers einnehmen. Silberätzstein, s. Höllenstein. Silberberg, preuß. Felsenfestung im schles. Reg.-Bez. Breslau, mit 1800 E.; soll uneinnehmbar sein, ist aber ohne strategische Bedeutung, 1765–77 angelegt. Silberflotte, die seit Karl V. bis Karl III. jährlich nach Veracruz und Portobello auslaufende spanische Flotte, welche europ. Waaren nach den span. Kolonien und das erlöste edle Metall sowie den Ueberschuß der Einkünfte nach Spanien brachte. Silbergroschen, seit 1821 eingeführte preuß. Scheidemünze = 1/30 Thlr. Silberling, was Sekel (s. d.). Silbermann, Gottfried, geb. 1683 zu Kleinbobritsch in Sachsen, gest. 1753 in Dresden, berühmter Orgelbauer, erfand die cymbal d'amour, lieferte auch treffliche Fortepianos und Klaviere. – Seine Neffen, Joh. Andr. S., geb. 1712 zu Straßburg, und Joh. Heinrich S., geb. 1727 zu Straßburg, waren in derselben Kunst geschickte Meister. Silbert, Joh. Peter, einer der fruchtbarsten Schriftsteller unserer Zeit, geb. 1777 zu Kolmar, studierte in Mainz, kam in Folge der Revolutionsstürme bis Siebenbürgen, wo er zu Kronstadt Gymnasialprofessor wurde. Doch bald begab er sich nach Wien und lebte der religiösen Schriftstellerei, wurde Lehrer der französ. Sprache und Literatur an der polytechnischen Schule und st. 1844. Als Dichter errang S. niemals Bedeutung, wiewohl in der Sammlung „Columba“ manches nicht üble Gedicht angetroffen wird; dagegen war er ein ebenso unerschöpflicher als beliebter Verfasser u. Uebersetzer von ascetischen und erbaulichen Schriften. Wir erwähnen nur seinen Dom heiliger Sänger (1820), die Uebersetzung der Schriften des heil. Bernhard (1820), Taulers Spiegel der Liebe (1825), den Frauenspiegel (1830), die den Zschokke'schen entgegengesetzten „Stunden der wahren Andacht“ (1831–35) und 10 andere Gebetbücher. Der Augsburger Nachdruck der ascetischen Schriften von S. (1815–34) füllt 46 Bändchen. Silen, in der griech. Mythologie Erzieher u. später Begleiter des Bacchus, dargestellt als trunkener, glatzköpfiger, stumpfnasiger, langbartiger Greis auf einem Esel reitend; ursprünglich edler aufgefaßt als in der Waldnatur schaffender Dämon, der fernsten Vergangenheit und Zukunft kundig, aber nur gezwungen weissagend. Silentium, lat., Stillschweigen; silentiarius, bei vornehmen Römern Haussklave, der für die Ruhe zu sorgen hatte; bei den spätern röm. Kaisern Palastbeamter mit derselben Obliegenheit. Silesius, s. Angelus Silesius. Silhidsche, der letzte Monat des türk. Jahrs. Silhouette (siluett), frz., Schattenriß, Darstellung der Umrisse eines Körpers wie sie der Schatten gibt, demnach ein sehr unvollkommenes Porträt, erhielt (um 1757) seinen Namen nach S., einem Finanzmanne, der sehr viel versprach und sehr wenig als Minister leistete. Silicium, lat., s. Kieselerde; Silicat, kieselsaures Salz. Silistria, türk. Stadt an der Donau, in Bulgarien, mit alten Festungswerken, die in neuester Zeit durch detaschirte Forts verstärkt wurden, vertheidigt die Straßen nach Varna u. Schumla, hat vielleicht 20000 E. S. wurde von den Russen 1810 erobert, 1828 vergeblich belagert, 1829 erobert, 1854 mit großem Verluste vergeblich angegriffen. Silius, genannt Italicus (von seiner Vaterstadt), Cajus, Redner und Dichter zu Kaiser Neros Zeit, geb. 25 n. Chr., ein reicher Mann, begleitete einige hohe Staatsämter, verhungerte 100 n. Chr. auf einem seiner Landgüter in Campanien freiwillig, um den Schmerzen einer Krankheit zu entgehen. Als Redner soll er dem Cicero nachgeeifert

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 217. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/218>, abgerufen am 27.10.2020.