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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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alte Welt emporragt, noch mehr aber war dies der Fall, indem S. den Einen persönlichen Gott ahnte und durch die Unvollkommenheit u. Unbefriedigung des Erdenlebens zur Ueberzeugung durchdrang, die Seele bedürfe auch nach dem Tode noch Zeit zu ihrer idealen Vollendung und Beseligung, es gebe eine persönliche Unsterblichkeit. Wie sehr man aber irrt, den S. als Tugendmuster für alle Zeiten hinzustellen oder gar mit Christus zu vergleichen, erhellt: 1) aus dem, was er unter Tugend verstand: sie ist ihm die Tüchtigkeit, sich der rechten Mittel immer rechtzeitig u. in rechter Weise zu bedienen, ihr Kern der persönliche Vortheil, der mit der Liebe zu Gott nichts zu schaffen hat; 2) aus der Thatsache, daß S. keineswegs über hellenische Tugendbegriffe im einzelnen sich erhob. Platons Dialoge und Xenophon (besonders Memorab. I. 3. 14. II. 1. 5. III. 11. IV. 5. 9 u. s. f.) berichten Reden u. Thaten, die vom christlichen Standpunkte aus betrachtet geradezu unsittlich und lasterhaft sind; 3) aus seinem Martyrthum, denn S. Hauptbeweggründe, dasselbe auf sich zu nehmen, wurzelten in der Hauptkrankheit der vorchristlichen u. außerchristlichen Welt, nämlich im Hochmuth, der lieber stirbt als sich der Demuth ergibt. - Schließlich noch von 2 Eigenthümlichkeiten des S., nämlich von seiner Methode u. dem Dämonion. Seine aus Mißverständniß noch in unserer Zeit häufig angepriesene Methode war die lediglich ihm eigenthümliche u. unlehrbare Manier seines philosophischen Umgangslebens; die verneinende Seite derselben war Ironie, d. h. S. stellt sich ganz unwissend über dies oder jenes, sucht Belehrung bei andern, verwirrt diese aber durch Aufdecken der Widersprüche sowie der Folgerungen ihrer Aussagen immer mehr und bringt ihnen dadurch zum Bewußtsein, daß sie sich bisher nur einbildeten, fertige und richtige Antworten auf die vorgelegten Fragen zu haben, in der That aber nichts wüßten; die positive Seite derselben aber lag in dem, was er selbst Mäeutik (Hebammenkunst) nannte und bestand darin, daß er, an ganz gleichgültige und unscheinbare Gegenstände anknüpfend, es verstand, durch unablässiges Ausfragen und schonungslose Zergliederung aller Vorstellungen im Andern neue Gedanken gleichsam zu entbinden, ihm zu begriffsmäßigen Definitionen zu verhelfen, vor allem im Gebiete des sittlichen Lebens. Ueber das Dämonion des S. sind die Gelehrten bis heute unklar; dasselbe erscheint als eine dem S. innewohnende geheimnißvolle Macht, die ihm in zweifelhaften Fällen das Richtige eingab, mochte es sich um eine wichtige sittliche Frage oder um den Termin der Abreise eines Freundes u. dgl. handeln; im allgemeinen wird es bald als sittlicher Takt bald als gesteigertes Ahnungsvermögen aufgefaßt, von S. Zeitgenossen selber vielfach mit Zauberei, von neuern mit Magnetismus u. Epilepsie in Verbindung gebracht; vielleicht war der Kern des selben lediglich eine fixe Idee des S. selber, aus der seine gläubigen, ehrfurchtsvollen Schüler viel Wesens machten. - S. selber schrieb nichts und die Quellen über ihn und seine Lehre sind nichts weniger als vollständig und genügend, desto mehr aber wurde über ihn u. manches Dutzend Abhandlungen schon über sein Dämonion geschrieben.


Sokrates, genannt scholasticus (Sachwalter), lebte zu Konstantinopel im 5. Jahrh. und setzte unabhängig von H. Sozomenos und in jeder Hinsicht besser als dieser die Kirchengeschichte des Eusebius von Cäsarea von 306-439 n. Chr. fort. Seine Fortsetzung ist sammt denen des Sozomenos, Theodoret u. Evagrius in der vortrefflichen Ausgabe des Eusebius enthalten, die H. Valesius 1659 in Paris herausgab.


Sokratiker, die Schüler des griech. Weltweisen Sokrates; als der einzige vollendete S., welcher den ganzen Sokrates erfaßte u. darstellte, gilt Platon, die unvollkommenen S. haben zwar das Gemeinsame, daß sie ihren Meister als Mustercharakter auffaßten, sind aber in 3 einseitigen und vorzugsweise historisch gewordenen Richtungen auseinander gegangen. Man unterscheidet nämlich a) Antisthenes u. die cynische Schule, s. Antisthenes, Cyniker und Cynismus, Diogenes aus Sinope; b) Aristipp

alte Welt emporragt, noch mehr aber war dies der Fall, indem S. den Einen persönlichen Gott ahnte und durch die Unvollkommenheit u. Unbefriedigung des Erdenlebens zur Ueberzeugung durchdrang, die Seele bedürfe auch nach dem Tode noch Zeit zu ihrer idealen Vollendung und Beseligung, es gebe eine persönliche Unsterblichkeit. Wie sehr man aber irrt, den S. als Tugendmuster für alle Zeiten hinzustellen oder gar mit Christus zu vergleichen, erhellt: 1) aus dem, was er unter Tugend verstand: sie ist ihm die Tüchtigkeit, sich der rechten Mittel immer rechtzeitig u. in rechter Weise zu bedienen, ihr Kern der persönliche Vortheil, der mit der Liebe zu Gott nichts zu schaffen hat; 2) aus der Thatsache, daß S. keineswegs über hellenische Tugendbegriffe im einzelnen sich erhob. Platons Dialoge und Xenophon (besonders Memorab. I. 3. 14. II. 1. 5. III. 11. IV. 5. 9 u. s. f.) berichten Reden u. Thaten, die vom christlichen Standpunkte aus betrachtet geradezu unsittlich und lasterhaft sind; 3) aus seinem Martyrthum, denn S. Hauptbeweggründe, dasselbe auf sich zu nehmen, wurzelten in der Hauptkrankheit der vorchristlichen u. außerchristlichen Welt, nämlich im Hochmuth, der lieber stirbt als sich der Demuth ergibt. – Schließlich noch von 2 Eigenthümlichkeiten des S., nämlich von seiner Methode u. dem Dämonion. Seine aus Mißverständniß noch in unserer Zeit häufig angepriesene Methode war die lediglich ihm eigenthümliche u. unlehrbare Manier seines philosophischen Umgangslebens; die verneinende Seite derselben war Ironie, d. h. S. stellt sich ganz unwissend über dies oder jenes, sucht Belehrung bei andern, verwirrt diese aber durch Aufdecken der Widersprüche sowie der Folgerungen ihrer Aussagen immer mehr und bringt ihnen dadurch zum Bewußtsein, daß sie sich bisher nur einbildeten, fertige und richtige Antworten auf die vorgelegten Fragen zu haben, in der That aber nichts wüßten; die positive Seite derselben aber lag in dem, was er selbst Mäeutik (Hebammenkunst) nannte und bestand darin, daß er, an ganz gleichgültige und unscheinbare Gegenstände anknüpfend, es verstand, durch unablässiges Ausfragen und schonungslose Zergliederung aller Vorstellungen im Andern neue Gedanken gleichsam zu entbinden, ihm zu begriffsmäßigen Definitionen zu verhelfen, vor allem im Gebiete des sittlichen Lebens. Ueber das Dämonion des S. sind die Gelehrten bis heute unklar; dasselbe erscheint als eine dem S. innewohnende geheimnißvolle Macht, die ihm in zweifelhaften Fällen das Richtige eingab, mochte es sich um eine wichtige sittliche Frage oder um den Termin der Abreise eines Freundes u. dgl. handeln; im allgemeinen wird es bald als sittlicher Takt bald als gesteigertes Ahnungsvermögen aufgefaßt, von S. Zeitgenossen selber vielfach mit Zauberei, von neuern mit Magnetismus u. Epilepsie in Verbindung gebracht; vielleicht war der Kern des selben lediglich eine fixe Idee des S. selber, aus der seine gläubigen, ehrfurchtsvollen Schüler viel Wesens machten. – S. selber schrieb nichts und die Quellen über ihn und seine Lehre sind nichts weniger als vollständig und genügend, desto mehr aber wurde über ihn u. manches Dutzend Abhandlungen schon über sein Dämonion geschrieben.


Sokrates, genannt scholasticus (Sachwalter), lebte zu Konstantinopel im 5. Jahrh. und setzte unabhängig von H. Sozomenos und in jeder Hinsicht besser als dieser die Kirchengeschichte des Eusebius von Cäsarea von 306–439 n. Chr. fort. Seine Fortsetzung ist sammt denen des Sozomenos, Theodoret u. Evagrius in der vortrefflichen Ausgabe des Eusebius enthalten, die H. Valesius 1659 in Paris herausgab.


Sokratiker, die Schüler des griech. Weltweisen Sokrates; als der einzige vollendete S., welcher den ganzen Sokrates erfaßte u. darstellte, gilt Platon, die unvollkommenen S. haben zwar das Gemeinsame, daß sie ihren Meister als Mustercharakter auffaßten, sind aber in 3 einseitigen und vorzugsweise historisch gewordenen Richtungen auseinander gegangen. Man unterscheidet nämlich a) Antisthenes u. die cynische Schule, s. Antisthenes, Cyniker und Cynismus, Diogenes aus Sinope; b) Aristipp

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[243/0244] alte Welt emporragt, noch mehr aber war dies der Fall, indem S. den Einen persönlichen Gott ahnte und durch die Unvollkommenheit u. Unbefriedigung des Erdenlebens zur Ueberzeugung durchdrang, die Seele bedürfe auch nach dem Tode noch Zeit zu ihrer idealen Vollendung und Beseligung, es gebe eine persönliche Unsterblichkeit. Wie sehr man aber irrt, den S. als Tugendmuster für alle Zeiten hinzustellen oder gar mit Christus zu vergleichen, erhellt: 1) aus dem, was er unter Tugend verstand: sie ist ihm die Tüchtigkeit, sich der rechten Mittel immer rechtzeitig u. in rechter Weise zu bedienen, ihr Kern der persönliche Vortheil, der mit der Liebe zu Gott nichts zu schaffen hat; 2) aus der Thatsache, daß S. keineswegs über hellenische Tugendbegriffe im einzelnen sich erhob. Platons Dialoge und Xenophon (besonders Memorab. I. 3. 14. II. 1. 5. III. 11. IV. 5. 9 u. s. f.) berichten Reden u. Thaten, die vom christlichen Standpunkte aus betrachtet geradezu unsittlich und lasterhaft sind; 3) aus seinem Martyrthum, denn S. Hauptbeweggründe, dasselbe auf sich zu nehmen, wurzelten in der Hauptkrankheit der vorchristlichen u. außerchristlichen Welt, nämlich im Hochmuth, der lieber stirbt als sich der Demuth ergibt. – Schließlich noch von 2 Eigenthümlichkeiten des S., nämlich von seiner Methode u. dem Dämonion. Seine aus Mißverständniß noch in unserer Zeit häufig angepriesene Methode war die lediglich ihm eigenthümliche u. unlehrbare Manier seines philosophischen Umgangslebens; die verneinende Seite derselben war Ironie, d. h. S. stellt sich ganz unwissend über dies oder jenes, sucht Belehrung bei andern, verwirrt diese aber durch Aufdecken der Widersprüche sowie der Folgerungen ihrer Aussagen immer mehr und bringt ihnen dadurch zum Bewußtsein, daß sie sich bisher nur einbildeten, fertige und richtige Antworten auf die vorgelegten Fragen zu haben, in der That aber nichts wüßten; die positive Seite derselben aber lag in dem, was er selbst Mäeutik (Hebammenkunst) nannte und bestand darin, daß er, an ganz gleichgültige und unscheinbare Gegenstände anknüpfend, es verstand, durch unablässiges Ausfragen und schonungslose Zergliederung aller Vorstellungen im Andern neue Gedanken gleichsam zu entbinden, ihm zu begriffsmäßigen Definitionen zu verhelfen, vor allem im Gebiete des sittlichen Lebens. Ueber das Dämonion des S. sind die Gelehrten bis heute unklar; dasselbe erscheint als eine dem S. innewohnende geheimnißvolle Macht, die ihm in zweifelhaften Fällen das Richtige eingab, mochte es sich um eine wichtige sittliche Frage oder um den Termin der Abreise eines Freundes u. dgl. handeln; im allgemeinen wird es bald als sittlicher Takt bald als gesteigertes Ahnungsvermögen aufgefaßt, von S. Zeitgenossen selber vielfach mit Zauberei, von neuern mit Magnetismus u. Epilepsie in Verbindung gebracht; vielleicht war der Kern des selben lediglich eine fixe Idee des S. selber, aus der seine gläubigen, ehrfurchtsvollen Schüler viel Wesens machten. – S. selber schrieb nichts und die Quellen über ihn und seine Lehre sind nichts weniger als vollständig und genügend, desto mehr aber wurde über ihn u. manches Dutzend Abhandlungen schon über sein Dämonion geschrieben. Sokrates, genannt scholasticus (Sachwalter), lebte zu Konstantinopel im 5. Jahrh. und setzte unabhängig von H. Sozomenos und in jeder Hinsicht besser als dieser die Kirchengeschichte des Eusebius von Cäsarea von 306–439 n. Chr. fort. Seine Fortsetzung ist sammt denen des Sozomenos, Theodoret u. Evagrius in der vortrefflichen Ausgabe des Eusebius enthalten, die H. Valesius 1659 in Paris herausgab. Sokratiker, die Schüler des griech. Weltweisen Sokrates; als der einzige vollendete S., welcher den ganzen Sokrates erfaßte u. darstellte, gilt Platon, die unvollkommenen S. haben zwar das Gemeinsame, daß sie ihren Meister als Mustercharakter auffaßten, sind aber in 3 einseitigen und vorzugsweise historisch gewordenen Richtungen auseinander gegangen. Man unterscheidet nämlich a) Antisthenes u. die cynische Schule, s. Antisthenes, Cyniker und Cynismus, Diogenes aus Sinope; b) Aristipp

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 243. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/244>, abgerufen am 31.10.2020.