Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

Mailand und Venedig zu behaupten; der letzte starb 1598 in Bayern, woher das Geschlecht ursprünglich stammen soll.


Scaliger, Giulio Cesare, eigentlich della Scala, Philolog und Arzt; geb. 1484 zu Padua oder Venedig, nach seiner eigenen Angabe ein Abkömmling der Scala, Fürsten von Verona, nach andern der Sohn eines armen Illuminirers, gest. 1558, wurde weit berühmter durch seine Eitelkeit und spät erlangten Kenntnisse in der Philologie und in den Naturwissenschaften sowie als Gegner des Cardanus, als durch seine Schriftstellerei (de causis linguae latinae; de arte poetica; Commentare zu Hippokrates, Theophrast u. Paracelsus u. s. f.). - S., Joseph Justus. der Sohn des Vorigen; geb. 1540 zu Agen, gest. 1609 als Professor zu Leyden, malte das Märlein von der fürstl. Abkunft ins Abgeschmackte aus, in Eitelkeit und bissiger Streitsucht mit seinem Vater wetteifernd, wurde Protestant, machte sich weniger um die Philologie als um die Chronologie (Opus de emendatione temporum, Paris 1583) und Numismatik (de re numeraria, Lugd. Bat. 1616) verdient. Sein Andenken verherrlichten D. Heinsius u. Baudius, neuestens Ch. Nisard, der ihn neben Justus Lipsius und I. Casaubon stellte (Paris 1852), und Bernays (Berl. 1855).


Scalpellum, lat., Scalpell, anatomisches und chirurgisches, ein- oder zweischneidiges, spitziges, pyramidales, im Griff feststehendes Messerchen.


Scalpiren, das bei den nordamerikan. Wilden übliche Abziehen der Schädelhaut getödteter Feinde, selbst lebender Gefangenen, nachdem dieselbe durch einen Cirkelschnitt losgetrennt ist. Die abgezogenen Häute (Scalpe) bewahren sie als Zeichen siegreicher Tapferkeit.


Scalptur, lat.-deutsch, das Graben mit dem Grabstichel, die Stein- und Stempelschneidekunst.


Scamilien, lat.-deutsch, in der Baukunst Vorsprünge des Unterbaues unter jeder Säule und des Gebälks über derselben; Ausbauchungen an dem mittlern Theil des Unterbaues; dann soviel als Plinth (s. d. A.).


Scammonium, s. Convolvulaceae.


Scandiren, lat.-deutsch. Versfüße abtheilen; beim Lesen den Rhythmus genau beobachten.


Scapha, lat., Kahn; die Vertiefung am äußeren Ohre. S.m s.m dicere, Kahn Kahn nennen d. h. das Kind beim rechten Namen nennen.


Scapin, der verschmitzte Bediente auf dem ital. Theater.


Scapulier, ursprünglich ein Stück Tuch, welches die Benedictinermönche auf die Schulter legten, um schwere Lasten leichter tragen zu können, jetzt ein Schulterkleid aus 2 Streifen Tuch bestehend, deren Enden vorn und hinten tief herabhängen und welches von den Mitgliedern verschiedener Orden getragen wird. Das S. spielt in der Geschichte der Karmeliter eine große Rolle. - S.-bruderschaft, die, entstand, indem mehre Päpste das Tragen des S. mit Ablässen bedachten und dasselbe sich auch unter den Laien verbreitete, jedoch in der Art, daß dieselben ein ganz kleines mit dem Bildniß der Muttergottes geschmücktes S. unter den Kleidern mittelst einer Schnur am Halse trugen. Das jährlich am 16. Juli gefeierte S.fest wurde von Benedict XIII. für die ganze Christenheit eingeführt.


Scarabaeus, lat., Hornkäfer, eine Gattung Käfer aus der Familie der Pentameren und der Abtheilung der Dungkäfer, mit gezähnten od. gekerbten Oberkiefern und langen, an den Schienen stark gezähnten Beinen; der Körper eiförmig gewölbt; hauptsächlich in warmen Ländern. Der Heilige Käfer (S. sacer), an den Küsten des Mittelmeeres, galt bei den Aegyptern als heilig und wurde von ihnen sowie in Griechenland häufig in gebrannter Erde nachgebildet oder in Stein geschnitten (Scarabäen), zum Theil als kostbare Gemme und als Amulet getragen.


Scaramuz (ital. Scaramuccia), neben dem Harlekin (s. d.) in der italien. volksthümlichen Komödie einer der stehenden lächerlichen Charaktere, in schwarze span. Tracht gekleidet und den feigen Großsprecher. Aufschneider darstellend.


Scarification, lat.-dtsch., das Schröpfen; das Aderlassen bei Bäumen; Scarificator. eine Art Pflug mit gekrümmten

Mailand und Venedig zu behaupten; der letzte starb 1598 in Bayern, woher das Geschlecht ursprünglich stammen soll.


Scaliger, Giulio Cesare, eigentlich della Scala, Philolog und Arzt; geb. 1484 zu Padua oder Venedig, nach seiner eigenen Angabe ein Abkömmling der Scala, Fürsten von Verona, nach andern der Sohn eines armen Illuminirers, gest. 1558, wurde weit berühmter durch seine Eitelkeit und spät erlangten Kenntnisse in der Philologie und in den Naturwissenschaften sowie als Gegner des Cardanus, als durch seine Schriftstellerei (de causis linguae latinae; de arte poetica; Commentare zu Hippokrates, Theophrast u. Paracelsus u. s. f.). – S., Joseph Justus. der Sohn des Vorigen; geb. 1540 zu Agen, gest. 1609 als Professor zu Leyden, malte das Märlein von der fürstl. Abkunft ins Abgeschmackte aus, in Eitelkeit und bissiger Streitsucht mit seinem Vater wetteifernd, wurde Protestant, machte sich weniger um die Philologie als um die Chronologie (Opus de emendatione temporum, Paris 1583) und Numismatik (de re numeraria, Lugd. Bat. 1616) verdient. Sein Andenken verherrlichten D. Heinsius u. Baudius, neuestens Ch. Nisard, der ihn neben Justus Lipsius und I. Casaubon stellte (Paris 1852), und Bernays (Berl. 1855).


Scalpellum, lat., Scalpell, anatomisches und chirurgisches, ein- oder zweischneidiges, spitziges, pyramidales, im Griff feststehendes Messerchen.


Scalpiren, das bei den nordamerikan. Wilden übliche Abziehen der Schädelhaut getödteter Feinde, selbst lebender Gefangenen, nachdem dieselbe durch einen Cirkelschnitt losgetrennt ist. Die abgezogenen Häute (Scalpe) bewahren sie als Zeichen siegreicher Tapferkeit.


Scalptur, lat.-deutsch, das Graben mit dem Grabstichel, die Stein- und Stempelschneidekunst.


Scamilien, lat.-deutsch, in der Baukunst Vorsprünge des Unterbaues unter jeder Säule und des Gebälks über derselben; Ausbauchungen an dem mittlern Theil des Unterbaues; dann soviel als Plinth (s. d. A.).


Scammonium, s. Convolvulaceae.


Scandiren, lat.-deutsch. Versfüße abtheilen; beim Lesen den Rhythmus genau beobachten.


Scapha, lat., Kahn; die Vertiefung am äußeren Ohre. S.m s.m dicere, Kahn Kahn nennen d. h. das Kind beim rechten Namen nennen.


Scapin, der verschmitzte Bediente auf dem ital. Theater.


Scapulier, ursprünglich ein Stück Tuch, welches die Benedictinermönche auf die Schulter legten, um schwere Lasten leichter tragen zu können, jetzt ein Schulterkleid aus 2 Streifen Tuch bestehend, deren Enden vorn und hinten tief herabhängen und welches von den Mitgliedern verschiedener Orden getragen wird. Das S. spielt in der Geschichte der Karmeliter eine große Rolle. – S.-bruderschaft, die, entstand, indem mehre Päpste das Tragen des S. mit Ablässen bedachten und dasselbe sich auch unter den Laien verbreitete, jedoch in der Art, daß dieselben ein ganz kleines mit dem Bildniß der Muttergottes geschmücktes S. unter den Kleidern mittelst einer Schnur am Halse trugen. Das jährlich am 16. Juli gefeierte S.fest wurde von Benedict XIII. für die ganze Christenheit eingeführt.


Scarabaeus, lat., Hornkäfer, eine Gattung Käfer aus der Familie der Pentameren und der Abtheilung der Dungkäfer, mit gezähnten od. gekerbten Oberkiefern und langen, an den Schienen stark gezähnten Beinen; der Körper eiförmig gewölbt; hauptsächlich in warmen Ländern. Der Heilige Käfer (S. sacer), an den Küsten des Mittelmeeres, galt bei den Aegyptern als heilig und wurde von ihnen sowie in Griechenland häufig in gebrannter Erde nachgebildet oder in Stein geschnitten (Scarabäen), zum Theil als kostbare Gemme und als Amulet getragen.


Scaramuz (ital. Scaramuccia), neben dem Harlekin (s. d.) in der italien. volksthümlichen Komödie einer der stehenden lächerlichen Charaktere, in schwarze span. Tracht gekleidet und den feigen Großsprecher. Aufschneider darstellend.


Scarification, lat.-dtsch., das Schröpfen; das Aderlassen bei Bäumen; Scarificator. eine Art Pflug mit gekrümmten

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0058" n="57"/>
Mailand und Venedig zu behaupten; der letzte starb 1598 in Bayern, woher das Geschlecht ursprünglich stammen soll.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scaliger</hi>, Giulio Cesare, eigentlich <hi rendition="#i"><hi rendition="#g">della Scala</hi></hi>, Philolog und Arzt; geb. 1484 zu Padua oder Venedig, nach seiner eigenen Angabe ein Abkömmling der Scala, Fürsten von Verona, nach andern der Sohn eines armen Illuminirers, gest. 1558, wurde weit berühmter durch seine Eitelkeit und spät erlangten Kenntnisse in der Philologie und in den Naturwissenschaften sowie als Gegner des Cardanus, als durch seine Schriftstellerei (<hi rendition="#i">de causis linguae latinae; de arte poetica</hi>; Commentare zu Hippokrates, Theophrast u. Paracelsus u. s. f.). &#x2013; S., <hi rendition="#g">Joseph Justus.</hi> der Sohn des Vorigen; geb. 1540 zu Agen, gest. 1609 als Professor zu Leyden, malte das Märlein von der fürstl. Abkunft ins Abgeschmackte aus, in Eitelkeit und bissiger Streitsucht mit seinem Vater wetteifernd, wurde Protestant, machte sich weniger um die Philologie als um die Chronologie (<hi rendition="#i">Opus de emendatione temporum, Paris</hi> 1583) und Numismatik (<hi rendition="#i">de re numeraria, Lugd. Bat.</hi> 1616) verdient. Sein Andenken verherrlichten D. Heinsius u. Baudius, neuestens Ch. Nisard, der ihn neben Justus Lipsius und I. Casaubon stellte (Paris 1852), und Bernays (Berl. 1855).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scalpellum</hi>, lat., <hi rendition="#g">Scalpell</hi>, anatomisches und chirurgisches, ein- oder zweischneidiges, spitziges, pyramidales, im Griff feststehendes Messerchen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scalpiren</hi>, das bei den nordamerikan. Wilden übliche Abziehen der Schädelhaut getödteter Feinde, selbst lebender Gefangenen, nachdem dieselbe durch einen Cirkelschnitt losgetrennt ist. Die abgezogenen Häute (Scalpe) bewahren sie als Zeichen siegreicher Tapferkeit.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scalptur</hi>, lat.-deutsch, das Graben mit dem Grabstichel, die Stein- und Stempelschneidekunst.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scamilien</hi>, lat.-deutsch, in der Baukunst Vorsprünge des Unterbaues unter jeder Säule und des Gebälks über derselben; Ausbauchungen an dem mittlern Theil des Unterbaues; dann soviel als Plinth (s. d. A.).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scammonium</hi>, s. <hi rendition="#i">Convolvulaceae</hi>.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scandiren</hi>, lat.-deutsch. Versfüße abtheilen; beim Lesen den Rhythmus genau beobachten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scapha</hi>, lat., Kahn; die Vertiefung am äußeren Ohre. <hi rendition="#i">S.m s.m dicere</hi>, Kahn Kahn nennen d. h. das Kind beim rechten Namen nennen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scapin</hi>, der verschmitzte Bediente auf dem ital. Theater.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scapulier</hi>, ursprünglich ein Stück Tuch, welches die Benedictinermönche auf die Schulter legten, um schwere Lasten leichter tragen zu können, jetzt ein Schulterkleid aus 2 Streifen Tuch bestehend, deren Enden vorn und hinten tief herabhängen und welches von den Mitgliedern verschiedener Orden getragen wird. Das S. spielt in der Geschichte der Karmeliter eine große Rolle. &#x2013; S.-<hi rendition="#g">bruderschaft</hi>, die, entstand, indem mehre Päpste das Tragen des S. mit Ablässen bedachten und dasselbe sich auch unter den Laien verbreitete, jedoch in der Art, daß dieselben ein ganz kleines mit dem Bildniß der Muttergottes geschmücktes S. unter den Kleidern mittelst einer Schnur am Halse trugen. Das jährlich am 16. Juli gefeierte S.fest wurde von Benedict XIII. für die ganze Christenheit eingeführt.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scarabaeus</hi>, lat., Hornkäfer, eine Gattung Käfer aus der Familie der Pentameren und der Abtheilung der Dungkäfer, mit gezähnten od. gekerbten Oberkiefern und langen, an den Schienen stark gezähnten Beinen; der Körper eiförmig gewölbt; hauptsächlich in warmen Ländern. Der <hi rendition="#g">Heilige Käfer</hi> (<hi rendition="#i">S. sacer),</hi> an den Küsten des Mittelmeeres, galt bei den Aegyptern als heilig und wurde von ihnen sowie in Griechenland häufig in gebrannter Erde nachgebildet oder in Stein geschnitten (Scarabäen), zum Theil als kostbare Gemme und als Amulet getragen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scaramuz</hi> (ital. <hi rendition="#i">Scaramuccia</hi>), neben dem Harlekin (s. d.) in der italien. volksthümlichen Komödie einer der stehenden lächerlichen Charaktere, in schwarze span. Tracht gekleidet und den feigen Großsprecher. Aufschneider darstellend.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scarification</hi>, lat.-dtsch., das Schröpfen; das Aderlassen bei Bäumen; <hi rendition="#g">Scarificator.</hi> eine Art Pflug mit gekrümmten
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[57/0058] Mailand und Venedig zu behaupten; der letzte starb 1598 in Bayern, woher das Geschlecht ursprünglich stammen soll. Scaliger, Giulio Cesare, eigentlich della Scala, Philolog und Arzt; geb. 1484 zu Padua oder Venedig, nach seiner eigenen Angabe ein Abkömmling der Scala, Fürsten von Verona, nach andern der Sohn eines armen Illuminirers, gest. 1558, wurde weit berühmter durch seine Eitelkeit und spät erlangten Kenntnisse in der Philologie und in den Naturwissenschaften sowie als Gegner des Cardanus, als durch seine Schriftstellerei (de causis linguae latinae; de arte poetica; Commentare zu Hippokrates, Theophrast u. Paracelsus u. s. f.). – S., Joseph Justus. der Sohn des Vorigen; geb. 1540 zu Agen, gest. 1609 als Professor zu Leyden, malte das Märlein von der fürstl. Abkunft ins Abgeschmackte aus, in Eitelkeit und bissiger Streitsucht mit seinem Vater wetteifernd, wurde Protestant, machte sich weniger um die Philologie als um die Chronologie (Opus de emendatione temporum, Paris 1583) und Numismatik (de re numeraria, Lugd. Bat. 1616) verdient. Sein Andenken verherrlichten D. Heinsius u. Baudius, neuestens Ch. Nisard, der ihn neben Justus Lipsius und I. Casaubon stellte (Paris 1852), und Bernays (Berl. 1855). Scalpellum, lat., Scalpell, anatomisches und chirurgisches, ein- oder zweischneidiges, spitziges, pyramidales, im Griff feststehendes Messerchen. Scalpiren, das bei den nordamerikan. Wilden übliche Abziehen der Schädelhaut getödteter Feinde, selbst lebender Gefangenen, nachdem dieselbe durch einen Cirkelschnitt losgetrennt ist. Die abgezogenen Häute (Scalpe) bewahren sie als Zeichen siegreicher Tapferkeit. Scalptur, lat.-deutsch, das Graben mit dem Grabstichel, die Stein- und Stempelschneidekunst. Scamilien, lat.-deutsch, in der Baukunst Vorsprünge des Unterbaues unter jeder Säule und des Gebälks über derselben; Ausbauchungen an dem mittlern Theil des Unterbaues; dann soviel als Plinth (s. d. A.). Scammonium, s. Convolvulaceae. Scandiren, lat.-deutsch. Versfüße abtheilen; beim Lesen den Rhythmus genau beobachten. Scapha, lat., Kahn; die Vertiefung am äußeren Ohre. S.m s.m dicere, Kahn Kahn nennen d. h. das Kind beim rechten Namen nennen. Scapin, der verschmitzte Bediente auf dem ital. Theater. Scapulier, ursprünglich ein Stück Tuch, welches die Benedictinermönche auf die Schulter legten, um schwere Lasten leichter tragen zu können, jetzt ein Schulterkleid aus 2 Streifen Tuch bestehend, deren Enden vorn und hinten tief herabhängen und welches von den Mitgliedern verschiedener Orden getragen wird. Das S. spielt in der Geschichte der Karmeliter eine große Rolle. – S.-bruderschaft, die, entstand, indem mehre Päpste das Tragen des S. mit Ablässen bedachten und dasselbe sich auch unter den Laien verbreitete, jedoch in der Art, daß dieselben ein ganz kleines mit dem Bildniß der Muttergottes geschmücktes S. unter den Kleidern mittelst einer Schnur am Halse trugen. Das jährlich am 16. Juli gefeierte S.fest wurde von Benedict XIII. für die ganze Christenheit eingeführt. Scarabaeus, lat., Hornkäfer, eine Gattung Käfer aus der Familie der Pentameren und der Abtheilung der Dungkäfer, mit gezähnten od. gekerbten Oberkiefern und langen, an den Schienen stark gezähnten Beinen; der Körper eiförmig gewölbt; hauptsächlich in warmen Ländern. Der Heilige Käfer (S. sacer), an den Küsten des Mittelmeeres, galt bei den Aegyptern als heilig und wurde von ihnen sowie in Griechenland häufig in gebrannter Erde nachgebildet oder in Stein geschnitten (Scarabäen), zum Theil als kostbare Gemme und als Amulet getragen. Scaramuz (ital. Scaramuccia), neben dem Harlekin (s. d.) in der italien. volksthümlichen Komödie einer der stehenden lächerlichen Charaktere, in schwarze span. Tracht gekleidet und den feigen Großsprecher. Aufschneider darstellend. Scarification, lat.-dtsch., das Schröpfen; das Aderlassen bei Bäumen; Scarificator. eine Art Pflug mit gekrümmten

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/58
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 57. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/58>, abgerufen am 19.10.2020.