Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

Bild:
<< vorherige Seite

von einem Dorfe bei Dresden aus seinen Kampf durch Schriften fort, ordinirte als Bischof seiner Gemeinde in einem Privathause in Leipzig den Professor Guerike in Halle zum ächtlutherischen Prediger und st. 1843 zu Nürnberg. Von seinen Schriften seien erwähnt der "Unterricht in der Kirchengeschichte" (1812), "das Abendmahl des Herrn" (1823), sowie die "Aktenmäßige Geschichte der neuesten Unternehmung einer Union zwischen der reformirten u. lutherischen Kirche im preuß. Staate" (Leipz. 1833, 2 Bde.).


Scheideflügler, was Coleopteren.


Scheidemünze heißt das Geld für den kleinen Verkehr, das eben darum in keiner größeren Masse umlaufen soll, als für die Ausgleichungen im täglichen Verkehr nothwendig ist. Die S. hat in der Regel geringeren Gehalt als ihr Nennwerth ist; nach dem preuß. Thalerfuße werden aus der seinen Mark Silbers für 16 Thlr. S., nach dem süddeutschen 241/2 Guldenfuße 27 Gulden aus der seinen Mark geprägt; es gibt auch ganz kupferne S. (vgl. Billon, Kopeke, Kreuzer, Pfenning, Sou).


Scheidewasser, verdünnte Salpetersäure.


Scheidung, s. Ehe.


Scheik, in der Nordsee kurzes rundes Boot zum Austern- und Fischfang.


Scheikh, Scheich, arab., der Anführer, Vorsteher.


Scheikh-ul-Dschebel, der Alte vom Berge, s. Assassinen.


Scheikh-ul-Islam, s. Mufti.


Schein, der Lichtglanz; das äußerliche Aussehen einer Sache; daher auch Täuschung. - S., kurzes schriftliches Zeugniß (Schuld-S., Bürg-S. etc.); Verzeichniß abgelieferter Waaren.


Scheingeschäft, Differenzgeschäft.


Scheintod (asphyxia), Zwitterzustand, in dem sich die organische Materie befindet, nachdem sie aufgehört hat. derartige organische Funktionen an sich erkennen zu lassen. welche auch der gewöhnlichen Beobachtung zugänglich sind und bevor sie den zersetzenden Kräften des Chemismus ausschließlich anheimfällt. Ohne erloschen zu sein ist das Leben auf sein Minimum reducirt. Im gewöhnlichen Leben wendet man das Wort S. vorzugsweise auf die organische Materie des thierischen Körpers an. Es gehören hieher der Winterschlaf mancher Säugethiere und Vögel. Amphibien. Insekten in unseren Breitegraden, wie auch der Sommerschlaf der Reptilien unter den Tropen zur Zeit der trockenen Jahreszeit. Weder Respirations- noch Circulationsproceß hört ganz auf. der Stoffwechsel ist nur auf sein Minimum reducirt. Vor Allem aber bezeichnet S. jenen entsetzlichen Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, den man wegen Mangels aller der gewöhnlichen Beobachtung zugänglichen Lebenszeichen für todt hält, ohne daß er es ist. Das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen S. u. wirklichem Tod sind die Zeichen der Fäulniß, die Todtenmale etc. Am ähnlichsten dem S. sind die kataleptischen Anfälle und der Zustand nach einem plötzlichen großen Blutverlust. Eine tüchtige Leichenschau ist das beste Vorbauungsmittel gegen die Gefahr, daß S.te begraben werden.


Scheitelkreis, Verticalkreis; s. Höhenkreis; Scheitelpunkt, s. Zenith.


Scheitern sagt man von einem Schiffe, das an einer Klippe zertrümmert wird.


Schelde (bei den Alten Scaldis, bei den Franzosen l'Escaut), Fluß. entspringt im frz. Depart. Aisne, wird bald schiffbar, tritt bei St. Antoine in die belg. Provinz Hennegau ein, theilt sich unterhalb Antwerpen, wo sie 1600' breit u. 45' tief ist, in die Oster- u. Wester-S. (Hont), mündet nach einem Laufe von 44 Ml. in die Nordsee.


Schele von Schelenburg, Georg Victor Friedrich Dietrich, Freiherr von, geb. 1771 zu Schelenburg, diente zuerst der kurfürstl. hannöv. Regierung. nach deren Vertreibung durch Napoleon I. der königl. westfäl. als Kammerherr, Staatsrath und Diplomat, wurde nach deren Sturz abermals in den hannöv. Staatsdienst aufgenommen und spielte 1837 bei der Aufhebung der hannöv. Verfassung durch König Ernst August als erster Minister die Hauptrolle; er st. 1844. Sein Sohn, Ludwig Ernst, geb. 1796. war 1851-1853 hannöv. Minister des Auswärtigen u. des königl.

von einem Dorfe bei Dresden aus seinen Kampf durch Schriften fort, ordinirte als Bischof seiner Gemeinde in einem Privathause in Leipzig den Professor Guerike in Halle zum ächtlutherischen Prediger und st. 1843 zu Nürnberg. Von seinen Schriften seien erwähnt der „Unterricht in der Kirchengeschichte“ (1812), „das Abendmahl des Herrn“ (1823), sowie die „Aktenmäßige Geschichte der neuesten Unternehmung einer Union zwischen der reformirten u. lutherischen Kirche im preuß. Staate“ (Leipz. 1833, 2 Bde.).


Scheideflügler, was Coleopteren.


Scheidemünze heißt das Geld für den kleinen Verkehr, das eben darum in keiner größeren Masse umlaufen soll, als für die Ausgleichungen im täglichen Verkehr nothwendig ist. Die S. hat in der Regel geringeren Gehalt als ihr Nennwerth ist; nach dem preuß. Thalerfuße werden aus der seinen Mark Silbers für 16 Thlr. S., nach dem süddeutschen 241/2 Guldenfuße 27 Gulden aus der seinen Mark geprägt; es gibt auch ganz kupferne S. (vgl. Billon, Kopeke, Kreuzer, Pfenning, Sou).


Scheidewasser, verdünnte Salpetersäure.


Scheidung, s. Ehe.


Scheik, in der Nordsee kurzes rundes Boot zum Austern- und Fischfang.


Scheikh, Scheich, arab., der Anführer, Vorsteher.


Scheikh-ul-Dschebel, der Alte vom Berge, s. Assassinen.


Scheikh-ul-Islam, s. Mufti.


Schein, der Lichtglanz; das äußerliche Aussehen einer Sache; daher auch Täuschung. – S., kurzes schriftliches Zeugniß (Schuld-S., Bürg-S. etc.); Verzeichniß abgelieferter Waaren.


Scheingeschäft, Differenzgeschäft.


Scheintod (asphyxia), Zwitterzustand, in dem sich die organische Materie befindet, nachdem sie aufgehört hat. derartige organische Funktionen an sich erkennen zu lassen. welche auch der gewöhnlichen Beobachtung zugänglich sind und bevor sie den zersetzenden Kräften des Chemismus ausschließlich anheimfällt. Ohne erloschen zu sein ist das Leben auf sein Minimum reducirt. Im gewöhnlichen Leben wendet man das Wort S. vorzugsweise auf die organische Materie des thierischen Körpers an. Es gehören hieher der Winterschlaf mancher Säugethiere und Vögel. Amphibien. Insekten in unseren Breitegraden, wie auch der Sommerschlaf der Reptilien unter den Tropen zur Zeit der trockenen Jahreszeit. Weder Respirations- noch Circulationsproceß hört ganz auf. der Stoffwechsel ist nur auf sein Minimum reducirt. Vor Allem aber bezeichnet S. jenen entsetzlichen Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, den man wegen Mangels aller der gewöhnlichen Beobachtung zugänglichen Lebenszeichen für todt hält, ohne daß er es ist. Das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen S. u. wirklichem Tod sind die Zeichen der Fäulniß, die Todtenmale etc. Am ähnlichsten dem S. sind die kataleptischen Anfälle und der Zustand nach einem plötzlichen großen Blutverlust. Eine tüchtige Leichenschau ist das beste Vorbauungsmittel gegen die Gefahr, daß S.te begraben werden.


Scheitelkreis, Verticalkreis; s. Höhenkreis; Scheitelpunkt, s. Zenith.


Scheitern sagt man von einem Schiffe, das an einer Klippe zertrümmert wird.


Schelde (bei den Alten Scaldis, bei den Franzosen lʼEscaut), Fluß. entspringt im frz. Depart. Aisne, wird bald schiffbar, tritt bei St. Antoine in die belg. Provinz Hennegau ein, theilt sich unterhalb Antwerpen, wo sie 1600' breit u. 45' tief ist, in die Oster- u. Wester-S. (Hont), mündet nach einem Laufe von 44 Ml. in die Nordsee.


Schele von Schelenburg, Georg Victor Friedrich Dietrich, Freiherr von, geb. 1771 zu Schelenburg, diente zuerst der kurfürstl. hannöv. Regierung. nach deren Vertreibung durch Napoleon I. der königl. westfäl. als Kammerherr, Staatsrath und Diplomat, wurde nach deren Sturz abermals in den hannöv. Staatsdienst aufgenommen und spielte 1837 bei der Aufhebung der hannöv. Verfassung durch König Ernst August als erster Minister die Hauptrolle; er st. 1844. Sein Sohn, Ludwig Ernst, geb. 1796. war 1851–1853 hannöv. Minister des Auswärtigen u. des königl.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0069" n="68"/>
von einem Dorfe bei Dresden aus seinen Kampf durch Schriften fort, ordinirte als Bischof seiner Gemeinde in einem Privathause in Leipzig den Professor Guerike in Halle zum ächtlutherischen Prediger und st. 1843 zu Nürnberg. Von seinen Schriften seien erwähnt der &#x201E;Unterricht in der Kirchengeschichte&#x201C; (1812), &#x201E;das Abendmahl des Herrn&#x201C; (1823), sowie die &#x201E;Aktenmäßige Geschichte der neuesten Unternehmung einer Union zwischen der reformirten u. lutherischen Kirche im preuß. Staate&#x201C; (Leipz. 1833, 2 Bde.).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheideflügler</hi>, was Coleopteren.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheidemünze</hi> heißt das Geld für den kleinen Verkehr, das eben darum in keiner größeren Masse umlaufen soll, als für die Ausgleichungen im täglichen Verkehr nothwendig ist. Die S. hat in der Regel geringeren Gehalt als ihr Nennwerth ist; nach dem preuß. Thalerfuße werden aus der seinen Mark Silbers für 16 Thlr. S., nach dem süddeutschen 24<hi rendition="#sup">1</hi>/<hi rendition="#sub">2</hi> Guldenfuße 27 Gulden aus der seinen Mark geprägt; es gibt auch ganz kupferne S. (vgl. Billon, Kopeke, Kreuzer, Pfenning, Sou).</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheidewasser</hi>, verdünnte Salpetersäure.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheidung</hi>, s. Ehe.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheik</hi>, in der Nordsee kurzes rundes Boot zum Austern- und Fischfang.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheikh</hi>, <hi rendition="#g">Scheich</hi>, arab., der Anführer, Vorsteher.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheikh-ul-Dschebel</hi>, der Alte vom Berge, s. Assassinen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheikh-ul-Islam</hi>, s. Mufti.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schein</hi>, der Lichtglanz; das äußerliche Aussehen einer Sache; daher auch Täuschung. &#x2013; S., kurzes schriftliches Zeugniß (Schuld-S., Bürg-S. etc.); Verzeichniß abgelieferter Waaren.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheingeschäft</hi>, Differenzgeschäft.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheintod</hi><hi rendition="#i">(asphyxia)</hi>, Zwitterzustand, in dem sich die organische Materie befindet, <hi rendition="#g">nachdem</hi> sie aufgehört hat. derartige organische Funktionen an sich erkennen zu lassen. welche auch der <hi rendition="#g">gewöhnlichen</hi> Beobachtung zugänglich sind und <hi rendition="#g">bevor</hi> sie den zersetzenden Kräften des Chemismus ausschließlich anheimfällt. Ohne erloschen zu sein ist das Leben auf sein Minimum reducirt. Im gewöhnlichen Leben wendet man das Wort S. vorzugsweise auf die organische Materie des thierischen Körpers an. Es gehören hieher der Winterschlaf mancher Säugethiere und Vögel. Amphibien. Insekten in unseren Breitegraden, wie auch der Sommerschlaf der Reptilien unter den Tropen zur Zeit der trockenen Jahreszeit. Weder Respirations- noch Circulationsproceß hört ganz auf. der Stoffwechsel ist nur auf sein Minimum reducirt. Vor Allem aber bezeichnet S. jenen entsetzlichen Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, den man wegen Mangels aller der gewöhnlichen Beobachtung zugänglichen Lebenszeichen für todt hält, ohne daß er es ist. Das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen S. u. wirklichem Tod sind die Zeichen der Fäulniß, die Todtenmale etc. Am ähnlichsten dem S. sind die kataleptischen Anfälle und der Zustand nach einem plötzlichen großen Blutverlust. Eine tüchtige Leichenschau ist das beste Vorbauungsmittel gegen die Gefahr, daß S.te begraben werden.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheitelkreis</hi>, Verticalkreis; s. Höhenkreis; <hi rendition="#g">Scheitelpunkt</hi>, s. Zenith.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Scheitern</hi> sagt man von einem Schiffe, das an einer Klippe zertrümmert wird.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schelde</hi> (bei den Alten <hi rendition="#i">Scaldis</hi>, bei den Franzosen <hi rendition="#i">l&#x02BC;Escaut</hi>), Fluß. entspringt im frz. Depart. Aisne, wird bald schiffbar, tritt bei St. Antoine in die belg. Provinz Hennegau ein, theilt sich unterhalb Antwerpen, wo sie 1600' breit u. 45' tief ist, in die <hi rendition="#g">Oster- u. Wester</hi>-S. (Hont), mündet nach einem Laufe von 44 Ml. in die Nordsee.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Schele von Schelenburg</hi>, Georg Victor Friedrich Dietrich, Freiherr von, geb. 1771 zu Schelenburg, diente zuerst der kurfürstl. hannöv. Regierung. nach deren Vertreibung durch Napoleon I. der königl. westfäl. als Kammerherr, Staatsrath und Diplomat, wurde nach deren Sturz abermals in den hannöv. Staatsdienst aufgenommen und spielte 1837 bei der Aufhebung der hannöv. Verfassung durch König Ernst August als erster Minister die Hauptrolle; er st. 1844. Sein Sohn, <hi rendition="#g">Ludwig Ernst</hi>, geb. 1796. war 1851&#x2013;1853 hannöv. Minister des Auswärtigen u. des königl.
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[68/0069] von einem Dorfe bei Dresden aus seinen Kampf durch Schriften fort, ordinirte als Bischof seiner Gemeinde in einem Privathause in Leipzig den Professor Guerike in Halle zum ächtlutherischen Prediger und st. 1843 zu Nürnberg. Von seinen Schriften seien erwähnt der „Unterricht in der Kirchengeschichte“ (1812), „das Abendmahl des Herrn“ (1823), sowie die „Aktenmäßige Geschichte der neuesten Unternehmung einer Union zwischen der reformirten u. lutherischen Kirche im preuß. Staate“ (Leipz. 1833, 2 Bde.). Scheideflügler, was Coleopteren. Scheidemünze heißt das Geld für den kleinen Verkehr, das eben darum in keiner größeren Masse umlaufen soll, als für die Ausgleichungen im täglichen Verkehr nothwendig ist. Die S. hat in der Regel geringeren Gehalt als ihr Nennwerth ist; nach dem preuß. Thalerfuße werden aus der seinen Mark Silbers für 16 Thlr. S., nach dem süddeutschen 241/2 Guldenfuße 27 Gulden aus der seinen Mark geprägt; es gibt auch ganz kupferne S. (vgl. Billon, Kopeke, Kreuzer, Pfenning, Sou). Scheidewasser, verdünnte Salpetersäure. Scheidung, s. Ehe. Scheik, in der Nordsee kurzes rundes Boot zum Austern- und Fischfang. Scheikh, Scheich, arab., der Anführer, Vorsteher. Scheikh-ul-Dschebel, der Alte vom Berge, s. Assassinen. Scheikh-ul-Islam, s. Mufti. Schein, der Lichtglanz; das äußerliche Aussehen einer Sache; daher auch Täuschung. – S., kurzes schriftliches Zeugniß (Schuld-S., Bürg-S. etc.); Verzeichniß abgelieferter Waaren. Scheingeschäft, Differenzgeschäft. Scheintod (asphyxia), Zwitterzustand, in dem sich die organische Materie befindet, nachdem sie aufgehört hat. derartige organische Funktionen an sich erkennen zu lassen. welche auch der gewöhnlichen Beobachtung zugänglich sind und bevor sie den zersetzenden Kräften des Chemismus ausschließlich anheimfällt. Ohne erloschen zu sein ist das Leben auf sein Minimum reducirt. Im gewöhnlichen Leben wendet man das Wort S. vorzugsweise auf die organische Materie des thierischen Körpers an. Es gehören hieher der Winterschlaf mancher Säugethiere und Vögel. Amphibien. Insekten in unseren Breitegraden, wie auch der Sommerschlaf der Reptilien unter den Tropen zur Zeit der trockenen Jahreszeit. Weder Respirations- noch Circulationsproceß hört ganz auf. der Stoffwechsel ist nur auf sein Minimum reducirt. Vor Allem aber bezeichnet S. jenen entsetzlichen Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, den man wegen Mangels aller der gewöhnlichen Beobachtung zugänglichen Lebenszeichen für todt hält, ohne daß er es ist. Das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen S. u. wirklichem Tod sind die Zeichen der Fäulniß, die Todtenmale etc. Am ähnlichsten dem S. sind die kataleptischen Anfälle und der Zustand nach einem plötzlichen großen Blutverlust. Eine tüchtige Leichenschau ist das beste Vorbauungsmittel gegen die Gefahr, daß S.te begraben werden. Scheitelkreis, Verticalkreis; s. Höhenkreis; Scheitelpunkt, s. Zenith. Scheitern sagt man von einem Schiffe, das an einer Klippe zertrümmert wird. Schelde (bei den Alten Scaldis, bei den Franzosen lʼEscaut), Fluß. entspringt im frz. Depart. Aisne, wird bald schiffbar, tritt bei St. Antoine in die belg. Provinz Hennegau ein, theilt sich unterhalb Antwerpen, wo sie 1600' breit u. 45' tief ist, in die Oster- u. Wester-S. (Hont), mündet nach einem Laufe von 44 Ml. in die Nordsee. Schele von Schelenburg, Georg Victor Friedrich Dietrich, Freiherr von, geb. 1771 zu Schelenburg, diente zuerst der kurfürstl. hannöv. Regierung. nach deren Vertreibung durch Napoleon I. der königl. westfäl. als Kammerherr, Staatsrath und Diplomat, wurde nach deren Sturz abermals in den hannöv. Staatsdienst aufgenommen und spielte 1837 bei der Aufhebung der hannöv. Verfassung durch König Ernst August als erster Minister die Hauptrolle; er st. 1844. Sein Sohn, Ludwig Ernst, geb. 1796. war 1851–1853 hannöv. Minister des Auswärtigen u. des königl.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:14Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:14Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/69
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 68. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/69>, abgerufen am 27.10.2020.