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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857.

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der 2 bekannten Gründer der romantischen Schule, geb. 1756 zu Zerbst, gest. 1826 als Generalsuperintendent u. erster Prediger zu Harburg, hinterließ theologische und kirchenrechtliche Werke. Dasselbe war der Fall mit seinem 4. Bruder Joh. Karl Fürchtegott, geb. 1758 zu Zerbst, gest. 1831 als Consistorialrath zu Hannover; namentlich warf er sich auf Kirchengeschichte und lieferte eine "Kirchengeschichte von Norddeutschland", Hannov. 1828-32, 3 Bde.


Schlegel, Aug. Wilh., mit seinem Bruder Friedrich ein Stifter der romantischen Dichterschule u. wissenschaftlich kritischer Hauptvertreter derselben, geb. 1767 zu Hannover, Sohn des Consistorialrathes Joh. Adolf S., wurde schon als Student der Philosophie zu Göttingen von G. A. Bürger als der Dichter der Zukunft begrüßt. kam 1796 als rudolstädtischer Rath nach Jena u. wurde bald Professor der Philosophie. Er lieferte ästhetische Aufsätze u. Uebersetzungen in Schillers Horen und in den Musenalmanach, viele Recensionen in die Jenaer Allg. Literaturzeitung und begann schon 1797 seine meisterhafte Uebersetzung Shakesspeares. Mit seinem Bruder. der gleich ihm mit Tieck, Novalis u. a. in innigen Verkehr kam, gab er 1796-1800 das Athenäum heraus, eine vom Grundgedanken der Romantik: daß das Leben selber von Poesie durchdrungen werden müsse, beherrschte kritische Zeitschrift. Minder verdienstlich waren S.s Angriffe auf Schiller, dem er die Wahrheit seiner Dichtung u. die Wirklichkeit seiner Figuren gänzlich absprach, als der Kampf gegen den frechen bühnenbeherrschenden Kotzebue u. dessen Anhang. 1801 legte er sein Amt nieder, hielt in Berlin "Vorlesungen über Literatur, Kunst und Geist des Zeitalters". ließ seinen Gedichten (1800) mit Friedrich "Charakteristiken u. Kritiken" (Königsb. 1801, 2 Bde.), mit Tieck einen "Musenalmanach für 1802", das Trauerspiel "Joe" (einen vergeblichen Versuch zur Wiederbelebung des griech. Trauerspieles), das "Spanische Theater" (Berlin 1803-9. 2 Bde.) und "Blumensträuße der italien., span. und portugies. Literatur" (Berl. 1803) folgen. Von 1805 an machte S. große Reisen mit der Stael, wurde zu Paris mit der indischen Literatur vertraut, welche die 2. Hälfte seines Lebens in Anspruch nahm. hielt 1808 zu Wien die weltberühmt gewordenen "Vorlesungen über dramatische Kunst und Literatur" (Heidelb. 1809-11), vollendete die Uebersetzung Shakesspeares mit Tieck und blieb fortwährend literarisch thätig. 1813 wirkte er als Sekretär des Kronprinzen von Schweden auch als politischer Schriftsteller, wurde geadelt, 1818 Professor der Literatur- und Kunstgeschichte zu Bonn, beschäftigte sich vorherrschend mit dem Sanskrit und der indischen Literatur und st. 1845. S. war kein hervorragender Dichter aber großer Meister der Form; als Kritiker leistete er bei seinen staunenswerthen Kenntnissen und mit seinem seinen Geschmacke Außerordentliches, hinsichtlich der Fähigkeit. Fremdes nachzuempfinden und innerlich sich anzueignen, lassen sich wenige mit ihm vergleichen; Shakesspeare wurde durch ihn bei uns volksthümlich, die Dichter u. Dichtungsformen von Südeuropa machte er einheimisch, namentlich das Sonnet, ebenso half er die in unsern Volkssagen und Volksliedern vergrabenen poetischen Schätze heben (Nibelungen) und förderte den universellen Charakter der deutschen Literatur durch seine Indische Bibliothek sowie durch Proben. wie indische Heldengedichte zu übersetzen seien. Sämmtliche Werke durch Böcking, Leipz. 1845-46, 10 Bde. Oeuvres, ecrites en francais, ebendas. 1846.


Schlegel, Karl Wilh. Friedr. von, Bruder des Vorigen, mit diesem ein Hauptstifter der romantischen Schule u. ein an den Alten, an Winkelmann und Göthe herangereifter Aesthetiker u. Kritiker, dabei ein weit besserer Lyriker u. der eigentliche Schöpfer der Literaturgeschichte. geb. 1772 zu Hannover, sollte Kaufmann werden, studierte aber zu Leipzig u. Göttingen und trat 1793 als Schriftsteller auf. Er wirkte mit seinem Bruder, ließ 1799 einen Theil des Romans "Lucinde" erscheinen, der eine Apotheose der Liebe und Freude werden sollte und Schleiermachers und

der 2 bekannten Gründer der romantischen Schule, geb. 1756 zu Zerbst, gest. 1826 als Generalsuperintendent u. erster Prediger zu Harburg, hinterließ theologische und kirchenrechtliche Werke. Dasselbe war der Fall mit seinem 4. Bruder Joh. Karl Fürchtegott, geb. 1758 zu Zerbst, gest. 1831 als Consistorialrath zu Hannover; namentlich warf er sich auf Kirchengeschichte und lieferte eine „Kirchengeschichte von Norddeutschland“, Hannov. 1828–32, 3 Bde.


Schlegel, Aug. Wilh., mit seinem Bruder Friedrich ein Stifter der romantischen Dichterschule u. wissenschaftlich kritischer Hauptvertreter derselben, geb. 1767 zu Hannover, Sohn des Consistorialrathes Joh. Adolf S., wurde schon als Student der Philosophie zu Göttingen von G. A. Bürger als der Dichter der Zukunft begrüßt. kam 1796 als rudolstädtischer Rath nach Jena u. wurde bald Professor der Philosophie. Er lieferte ästhetische Aufsätze u. Uebersetzungen in Schillers Horen und in den Musenalmanach, viele Recensionen in die Jenaer Allg. Literaturzeitung und begann schon 1797 seine meisterhafte Uebersetzung Shakesspeares. Mit seinem Bruder. der gleich ihm mit Tieck, Novalis u. a. in innigen Verkehr kam, gab er 1796–1800 das Athenäum heraus, eine vom Grundgedanken der Romantik: daß das Leben selber von Poesie durchdrungen werden müsse, beherrschte kritische Zeitschrift. Minder verdienstlich waren S.s Angriffe auf Schiller, dem er die Wahrheit seiner Dichtung u. die Wirklichkeit seiner Figuren gänzlich absprach, als der Kampf gegen den frechen bühnenbeherrschenden Kotzebue u. dessen Anhang. 1801 legte er sein Amt nieder, hielt in Berlin „Vorlesungen über Literatur, Kunst und Geist des Zeitalters“. ließ seinen Gedichten (1800) mit Friedrich „Charakteristiken u. Kritiken“ (Königsb. 1801, 2 Bde.), mit Tieck einen „Musenalmanach für 1802“, das Trauerspiel „Joe“ (einen vergeblichen Versuch zur Wiederbelebung des griech. Trauerspieles), das „Spanische Theater“ (Berlin 1803–9. 2 Bde.) und „Blumensträuße der italien., span. und portugies. Literatur“ (Berl. 1803) folgen. Von 1805 an machte S. große Reisen mit der Staël, wurde zu Paris mit der indischen Literatur vertraut, welche die 2. Hälfte seines Lebens in Anspruch nahm. hielt 1808 zu Wien die weltberühmt gewordenen „Vorlesungen über dramatische Kunst und Literatur“ (Heidelb. 1809–11), vollendete die Uebersetzung Shakesspeares mit Tieck und blieb fortwährend literarisch thätig. 1813 wirkte er als Sekretär des Kronprinzen von Schweden auch als politischer Schriftsteller, wurde geadelt, 1818 Professor der Literatur- und Kunstgeschichte zu Bonn, beschäftigte sich vorherrschend mit dem Sanskrit und der indischen Literatur und st. 1845. S. war kein hervorragender Dichter aber großer Meister der Form; als Kritiker leistete er bei seinen staunenswerthen Kenntnissen und mit seinem seinen Geschmacke Außerordentliches, hinsichtlich der Fähigkeit. Fremdes nachzuempfinden und innerlich sich anzueignen, lassen sich wenige mit ihm vergleichen; Shakesspeare wurde durch ihn bei uns volksthümlich, die Dichter u. Dichtungsformen von Südeuropa machte er einheimisch, namentlich das Sonnet, ebenso half er die in unsern Volkssagen und Volksliedern vergrabenen poetischen Schätze heben (Nibelungen) und förderte den universellen Charakter der deutschen Literatur durch seine Indische Bibliothek sowie durch Proben. wie indische Heldengedichte zu übersetzen seien. Sämmtliche Werke durch Böcking, Leipz. 1845–46, 10 Bde. Oeuvres, écrites en français, ebendas. 1846.


Schlegel, Karl Wilh. Friedr. von, Bruder des Vorigen, mit diesem ein Hauptstifter der romantischen Schule u. ein an den Alten, an Winkelmann und Göthe herangereifter Aesthetiker u. Kritiker, dabei ein weit besserer Lyriker u. der eigentliche Schöpfer der Literaturgeschichte. geb. 1772 zu Hannover, sollte Kaufmann werden, studierte aber zu Leipzig u. Göttingen und trat 1793 als Schriftsteller auf. Er wirkte mit seinem Bruder, ließ 1799 einen Theil des Romans „Lucinde“ erscheinen, der eine Apotheose der Liebe und Freude werden sollte und Schleiermachers und

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 5. Freiburg im Breisgau, 1857, S. 89. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon05_1857/90>, abgerufen am 31.10.2020.