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Marburger Zeitung. Nr. 58, Marburg, 14.05.1912.

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Nr. 58, 14. Mai 1912 Marburger Zeitung

[Spaltenumbruch]

und schl unigst das Weite suchten. Die k. k. Gen-
darmerie soll den Tätern schon auf der Spur sein.

(Schulvereins-
festlichkeit.)

Die hiesige Schulvereinsortsgruppe
veranstaltet am Mittwoch den 15. Mai um 8 Uhr
abends im Gastlokale des Bahnhofsrestaurateurs
Herrn Franz Tröster anläßlich der Wiederkehr des
Geburtstages des Deutschen Schulvereines eine Fest-
feier im Rahmen eines öölkischen Abends. Nebst
Gesangsvorträgen der Marburger Tischrunde Die
Gemütlichen, die ihre Mitwirkung in liebenswürdiger
Weise zugesagt hat, gelangen noch Musikvorträge
und ein Gelegenheitsstück des Deutschen Schulver-
eines zur Aufführung. Es ergeht hiemit an alle
Mitglieder, Freunde und Gönner der Pragerhofer
Schulvereinsortsgruppe die Einladung, an diesem
Abende recht zahlreich zu erscheinen. Die Deutsche
Privatvolksschule selbst feiert diesen hehren Tag des
Deutschen Schulvereines ebenfalls am 15. Mai durch
eine Nachmittags-Schüleraufführung, zu welcher auch
die Gemahlin des hisigen Stationschefs, Frau Ma-
rianne Schneider, sowie die Herren Südbahnassi-
stenten Fritz Rottenbacher und Josef Kubitschek ihre
Mitwirkung in dankenswerter Weise zusagten.

(Mord und Brand.)

Die Ivankofzer Feuerwehr hielt gestern im Gast-
hause des Petovar in Jerusalem eine Tombola ab,
bei welcher es derart "lustig" herging, daß auch
nebstbei der 20 Jahre alte Winzerssohn Ignaz
Ivantschitsch den 21 Jahre alten Anton
Kemenitsch, Schmied aus Ivankofzen, mit zwei
Messerstichen in die Brust ermocdete. Der
Täter hat sich heute früh der Gendarmerie in
Friedau selbst angezeigt. Während die Feuerwehr
in Jerusalem den Durst gelöscht hat, sind in Ivan-
kofzen (eine Wegstunde Entfernung) drei Häuser
abgebrannt. Man findet dies sonderbar, umsomehr,
da auch beim letzten Brand in derselben Gegend
diese Feuerwehr ebenfalls abwesend war.

(Gründung einer
Ortsgruppe des Vereines Heimstatt.)

Heute abend wurde im Gasthofe Jahl die gründende
Versammlung der Ortsgruppe Mureck des Vereines
Heimstatt abgehalten; von der Hauptleitung konnten
wir Herrn Fischereder begrüßen, welcher auch in
längerer Rede Zweck und Wesen des Vereines er-
läuterte. Die Neuwahl ergab: Obmann Tierarzt
Eichelberger, Stellvertreter Grinschgl, Schriftwart
Bünte, Säckelwart Stefling.




Pettauer Nachrichten.
Die Knabenkapelle.

Aus unserem Leser-
kreise erhalten wir eine Zuschrift, welche sich mit
dem am 5. d. stattgefundenen Konzert der Knaben-
kapelle befaßt. Es wird darin u. a. gesagt, daß der
schwache Besuch des Konzertes auf die für ein gutes
Konzert begreiflicherweise viel zu schwachen Leistungen
einer aus Knaben bestehenden Kapelle zurückzuführen
ist. Die Stadkapelle befindet sich auf einer ganz
anderen künstlerischen Höhe und es wird die Frage
aufgeworfen, warum denn nicht diese zu solchen
künstlerischen Darbietungen herangezogen wird.

Prozeß Malik-Ornig.

Bekanntlich hat
Abg. Malik durch seinen Vertreter den Antrag
zur Delegierung eines andern Gerichtes gestellt.
Das Oberlandesgericht Graz hat diesem Antrage
Folge gegeben und das Bezirksgericht Graz delegiert.
Dagegen hat Herr Ornig die Beschwerde an den
Obersten Gerichtshof als Kassationshof eingebracht.
Dieser hat der Beschwerde keine Folge gegeben und
nun endgültig entschieden, daß der Prozeß vor
dem Bezirksgerichte Graz durchgeführt werde.

Diebstahl.

Der beim Besitzer Martin
Strainschak in Gibina, Bezirk Pettau, als Knecht
bedienstete Josef Has hat im Vereine mit dem
Keuschlerssohne Franz Perschak durch ein halbes
Jahr hindurch seinem Dienstgeber 40 L. Wein,
Fleisch und 70 K. Bargeld entwendet. Auch der
Tochter Maria Strainschak entwendete er 25 K.
Da die beiden Beschuldigten die Tat leugnen,
wurden sie wegen Verabredungsgefahr verhaftet
und dem Gerichte eingeliefert.

Brand durch eine Katzenjagd.

Sonntag
vormittags brannte das Anwesen des Besitzers
Strafella in Haidin nieder. Das Haus mit dem
Stalle, der Einrichtung, dem Werkzeug, Getreide
und Futter fiel den Flammen zum Opfer. Der
Schaden beträgt mindestens 2000 K. Das Feuer
entstand durch ein Kind, das auf dem Dachboden
junge Katzen suchte und dabei ein brennendes Zünd-
hölzchen wegwarf. Es ist dies in kurzer Zeit der
[Spaltenumbruch] zweite Brand in Haidin. Die von Pervaken ver-
hetzten Bauern konnten, wie dem "Gr. Tagbl." ge-
schrieben wird, auch diesmal ihre Wut der unter
dem Kommando des Zugsführers Reisinger er-
schienenen Pettauer Feuerwehr gegenüber nicht ver-
bergen. Es ist wohl ein trauriger Kulturzustand,
wenn die aufopfernde Feuerwehr in ihrer Rettungs-
arbeit nicht nur nicht unterstützt, sondern geradezu
behindert und bedroht wird!




Marburger Bauangelegenheiten.
Antwort auf die in der Marburger Zeitung vom 27. April
erschienenen Ausführungen. --


Herr F. Girstmayr stellt auf meinen Artikel
(Marb. Zeitung vom 20. April 1912) fest, daß
"es recht bedauerlich, daß ich schon nach kurzer
Mandatsdauer im Gemeinderate amtsmüde gewor-
den sei. Denn als Fachmann wäre ich gewiß am
berufensten gewesen, mit Verständnis und Energie
die wichtigsten Fragen in unserer Stadt zu beein-
flussen und einer zufriedenstellenden Lösung zuzu-
führen." Daß Herr Girstmayr mir Verständnis zu-
mutet, freut mich, denn die Zahl seiner diesbezüglichen
Gesinnungsgenossen ist in Marburg eine ziemlich
geringe, hingegen fand ich Anerkennung von mir
mehr maßgebenden Stellen in Wien, Graz, Ofen-
pest und so weiter.

Nicht unerwähnt kann ich bei dieser Gelegen-
heit den Ausspruch des Wiener Hofrates Architekten
v. Wurm (siehe Mitteilungen der Zentralvereinigung
der Architekten Österreichs Nr. 2, Jahrgang 5)
lassen, welcher lautet:

"Auf keinem Gebiete wagt sich der Dilettan-
tismus so unerschrocken heran und hat dabei schon
so viel Schaden angerichtet, als auf dem der Stadt-
regulierung."

Mögen sich diesen Ausspruch besonders jene
Herren gesagt sein lassen, welche sowohl zu der
Schaffung, als auch zur Annahme des in der Ge-
meinderatssitzung vom 15. Feber 1911 zur Aus-
führung bestimmten Regulierungsprojektes des Mag-
dalenenfeldes (siehe meinen Artikel vom 15. April,
in der Marburger Zeitung vom 20. April 1912)
beitrugen.

Daß ich Energie bei Lösung der wichtigen
Baufragen an den Tag gelegt habe, wird nicht nur
von Herrn Girstmayr, sondern auch von meinen
Gegnern wohl zugegeben. Was nützt aber in Mar-
burg Verständnis, was Energie, mit welchen gegen
Sonderinteressen und Ducken nach Oben nicht auf-
zukommen ist.

Im Übrigen unterläuft Herrn Girstmayr in
seinem Artikel ein Irrtum, ich bin nie Obmann
des Bauausschusses (soll wohl der Bausektion heißen)
gewesen und bekleidete diese Stelle bloß im Bau-
ordnungs- und Regulierungsausschusse (siehe meine
Ausführungen vom 15. April 1912).

Herr Girstmayr sagt in seinem Artikel weiters
folgendes: "Wenn nun auch Menschen, die nicht
fachmännisch gebildet sind, Baufragen nur laienhaft
beurteilen können usw." Dennoch ergeht er sich in
absurde Erläuterungen über regelmäßige und un-
regelmäßige Verbauungen und in einer ganz und
gar nicht zutreffenden Gegenüberstellung der Be-
pflanzung der kleinen Plätze bei Hotel Stadt Wien
und bei den Häusern Jartschitz und Loncaric und
bestätigt damit, daß er tatsächlich in Baufragen nur
"laienhaft" urteilen kann.

Herrn Girstmayrs Bitte an den zukünftigen
Gemeinderat, alles aufzubieten, um eine eigene Bau-
ordnung zu erlangen, schließe ich mich an, was
aber die Beschaffung von Plänen für die Regu-
lierung des Hauptplatzes und die architektonische
Ausgestaltung dieses und des neuen Magdalenen-
platzes betrifft, so kann keine Stunde mehr gewartet
werden.




Marburger Nachrichten.
Vom Postdienste.

Der Anwärter Franz
Krajnc wurde zum Postoffizianten der ersten
Dienstaltersklasse für Pragerhof ernannt.

Die Handwerkerausstellung verschoben.

Mit Rücksicht darauf, daß viele Aussteller bis zum
festgesetzten Termin, d. i. am 1. Mai d. J. noch
nicht in der Lage waren, ihre Ausstellungsobjekte
anzugeben und mit der Platzmiete im Rückstande
geblieben sind, hat der Hauptausschuß in seiner
Sitzung vom 12. Mai beschlossen, die Ausstellung
auf das kommende Jahr zu verschieben.


[Spaltenumbruch]
Vom Landesschulrate.

In den zeitlichen
Ruhestand wurde versetzt die definitive Lehrerin an
der Mädchenvolksschule in St. Marein b. E. Frl.
Marie Ferlinz.

Evangelischer Familienabend.

Wie
schon gemeldet, findet am Freitag in der Gambrinus-
halle ein evangelischer Familienabend statt. Außer
dem bekannten Pfarrer Dr. Hegemann aus Laibach,
der von der Protestversammlung gegen die Borro-
mäusenzyklika her in bestem Andenken steht, wird
Herr Vikar Lutze aus Peggau einen Vortrag über
den Gustav Adolf-Verein in Steiermark halten. Bei
günstiger Witterung findet der Familienabend im
Garten statt.

Sommerwärme.

Die beiden letzten Tage
brachten uns eine Wärme, wie wir sie nur im Hoch-
sommer gewohnt sind. Sonntag nachmittags zwei
Uhr zeigte das im Schatten aufgehängte Thermo-
meter 27·3° C, während es gestern um dieselbe Zeit
bis auf 31·4° C gestiegen ist. Diese für die Zeit
der Eismänner gewiß ganz außergewöhnliche Wärme
erinnert uns lebhaft an die Hitzwellen des letzten
Sommers, dessen heißester Tag, der 28. Juli mittags
im Schatten 32·1° C zeigte.

Ehrenabend der Bauernrunde.

Die
B[ru]nndorfer Bauernrunde ersucht uns, bekannt zu
geben, daß bei ihrem Familienabend, welcher morgen
(Mittwoch) abends beim Grünen Baum stattfindet
und bei welchem dem steirischen Referenten des
Deutschen Schulvereines, Herrn Dr. Baum, wegen
seiner Verdienste um das deutsche Schulwesen in
Brunndorf die Ehrenmitgliedsurkunde überreicht
werden wird, jedermann freien Zutritt hat.

Straßeurennen Graz -- Marburg --
Graz.

Der Grazer Radfahrerverein Ausdauer 1909
veranstaltet am Sonntag den 19. Mai l. J. bei
jeder Witterung ein Straßenrennen. Der Ablauf
erfolgt um 1 Uhr nachmittags in Puntigam beim
Kilometerstein 5. Wendepunkt beim Kilometerstein 65
der Wiener Reichsstraße in Marburg. Ziel beim
Kilometerstein 5 in Puntigam. Preise: fünf Ehren-
preise. Zwei Ehrenpreise für Fahrer vom 35. Lebens-
jahre aufwärts, falls diese nicht unter die ersten
drei Preisträger fallen.

Prozeß Kral kontra Laval.

Am 30. d.
findet die Schlußverhandlung in dem Ehrenbe-
leidigungsprozesse Kral gegen Laval statt. Laval
hatte bekanntlich behauptet, daß Kral sein Mit-
schuldiger bei der Veruntreuung eines Sparkasse-
büchels gewesen sei. Die erste Verhandlung wurde
nach vierstündiger Dauer vertagt, und zwar behufs
Vorladung von Zeugen darüber, ob Kral, wie Laval
während der Verhandlung behauptete, aus der Hand-
werkerkasse und aus der Kassa der Genossenschaft
der Baugewerbe Gelder für den Arbeiterschutz ge-
nommen habe. Hinsichtlich dieser neuen, von Laval
gegen Kral erhobenen Beschuldigungen wurden die
Zeugen Kaufmann Hollicek und Architekt
Friedriger geladen. Der Beginn der Schluß-
verhandlung wurde auf 91/4 Uhr vormittags fest-
gesetzt.

Aktivierung des Postamtes Bruunsee.

Am 16. d. wird in der Ortschaft Brunnsee
(Bezirk Radkersburg) ein k. k. Postamt eröffnet mit
der Benennung Brunnsee. Dem Bestellbezirk werden
die Ortschaften, bezw. Ortsbestandteile Brillinghof,
Brunnsee mit dem Schlosse gleichen Namens, Hains-
dorf, Pichla, Teichmeister, Wiesenhiesl, Schloß
Weinburg und aus dem Bestellbezirke des Post-
amtes Mureck die Ortschaften, bezw. Ortsbestand-
teile Weinburg, Stangdorf, Hartl, Hartfeld, Graben-
franzl, Priebing, Riegljostl, Rieglmahr, Riegl-
schuster, Höfla, Siebing und Sixtmühle zugewiesen.

Vom Südbahndienste.

Neu aufgenom-
men wurden die Beamtenaspiranten: Franz Müller
(Lichtenwald), Albin Knobloch (Windisch-Feistritz)
und Vinzenz Sajowitz (Trifail). Versetzt wurden:
Jakob Cydrich, Adjunkt, von Pettau nach Cilli;
Alois Ussai, Adjunkt, von Radkersberg nach Pettau;
Johann Malgaj II, Adjunkt, von Grobelno nach
Mürzzuschlag; Friedrich Oberstein, Assistent, von
Pölfing-Brunn nach Cilli; Franz Ermacora,
Assistent, von Cilli nach Villach Hauptbahnhof;
Ferdinand Liebisch, Beamtenaspirant, von Bleiburg
nach Pölfing-Brunn; Josef Prinz, Beamtenaspirant,
von Maria-Rast nach Feistritz; Friedrich Puncuh,
Beamtenaspirant, von Reichenburg nach Unter-
drauburg; Friedrich Riegler, Assistent, von Unter-
drauburg nach Brunn-Maria-Enzersdorf; Alfred
Wanek, Assistent, von Trofaiach nach Leibnitz;
Ferdinand Müller, Assistent, von Leibnitz nach
Bruck a. d. M.; Vilin Novak, Beamtenaspirant,
von Wildon nach Völkermarkt-Kühnsdorf.


Nr. 58, 14. Mai 1912 Marburger Zeitung

[Spaltenumbruch]

und ſchl unigſt das Weite ſuchten. Die k. k. Gen-
darmerie ſoll den Tätern ſchon auf der Spur ſein.

(Schulvereins-
feſtlichkeit.)

Die hieſige Schulvereinsortsgruppe
veranſtaltet am Mittwoch den 15. Mai um 8 Uhr
abends im Gaſtlokale des Bahnhofsreſtaurateurs
Herrn Franz Tröſter anläßlich der Wiederkehr des
Geburtstages des Deutſchen Schulvereines eine Feſt-
feier im Rahmen eines öölkiſchen Abends. Nebſt
Geſangsvorträgen der Marburger Tiſchrunde Die
Gemütlichen, die ihre Mitwirkung in liebenswürdiger
Weiſe zugeſagt hat, gelangen noch Muſikvorträge
und ein Gelegenheitsſtück des Deutſchen Schulver-
eines zur Aufführung. Es ergeht hiemit an alle
Mitglieder, Freunde und Gönner der Pragerhofer
Schulvereinsortsgruppe die Einladung, an dieſem
Abende recht zahlreich zu erſcheinen. Die Deutſche
Privatvolksſchule ſelbſt feiert dieſen hehren Tag des
Deutſchen Schulvereines ebenfalls am 15. Mai durch
eine Nachmittags-Schüleraufführung, zu welcher auch
die Gemahlin des hiſigen Stationschefs, Frau Ma-
rianne Schneider, ſowie die Herren Südbahnaſſi-
ſtenten Fritz Rottenbacher und Joſef Kubitſchek ihre
Mitwirkung in dankenswerter Weiſe zuſagten.

(Mord und Brand.)

Die Ivankofzer Feuerwehr hielt geſtern im Gaſt-
hauſe des Petovar in Jeruſalem eine Tombola ab,
bei welcher es derart „luſtig“ herging, daß auch
nebſtbei der 20 Jahre alte Winzersſohn Ignaz
Ivantſchitſch den 21 Jahre alten Anton
Kemenitſch, Schmied aus Ivankofzen, mit zwei
Meſſerſtichen in die Bruſt ermocdete. Der
Täter hat ſich heute früh der Gendarmerie in
Friedau ſelbſt angezeigt. Während die Feuerwehr
in Jeruſalem den Durſt gelöſcht hat, ſind in Ivan-
kofzen (eine Wegſtunde Entfernung) drei Häuſer
abgebrannt. Man findet dies ſonderbar, umſomehr,
da auch beim letzten Brand in derſelben Gegend
dieſe Feuerwehr ebenfalls abweſend war.

(Gründung einer
Ortsgruppe des Vereines Heimſtatt.)

Heute abend wurde im Gaſthofe Jahl die gründende
Verſammlung der Ortsgruppe Mureck des Vereines
Heimſtatt abgehalten; von der Hauptleitung konnten
wir Herrn Fiſchereder begrüßen, welcher auch in
längerer Rede Zweck und Weſen des Vereines er-
läuterte. Die Neuwahl ergab: Obmann Tierarzt
Eichelberger, Stellvertreter Grinſchgl, Schriftwart
Bünte, Säckelwart Stefling.




Pettauer Nachrichten.
Die Knabenkapelle.

Aus unſerem Leſer-
kreiſe erhalten wir eine Zuſchrift, welche ſich mit
dem am 5. d. ſtattgefundenen Konzert der Knaben-
kapelle befaßt. Es wird darin u. a. geſagt, daß der
ſchwache Beſuch des Konzertes auf die für ein gutes
Konzert begreiflicherweiſe viel zu ſchwachen Leiſtungen
einer aus Knaben beſtehenden Kapelle zurückzuführen
iſt. Die Stadkapelle befindet ſich auf einer ganz
anderen künſtleriſchen Höhe und es wird die Frage
aufgeworfen, warum denn nicht dieſe zu ſolchen
künſtleriſchen Darbietungen herangezogen wird.

Prozeß Malik-Ornig.

Bekanntlich hat
Abg. Malik durch ſeinen Vertreter den Antrag
zur Delegierung eines andern Gerichtes geſtellt.
Das Oberlandesgericht Graz hat dieſem Antrage
Folge gegeben und das Bezirksgericht Graz delegiert.
Dagegen hat Herr Ornig die Beſchwerde an den
Oberſten Gerichtshof als Kaſſationshof eingebracht.
Dieſer hat der Beſchwerde keine Folge gegeben und
nun endgültig entſchieden, daß der Prozeß vor
dem Bezirksgerichte Graz durchgeführt werde.

Diebſtahl.

Der beim Beſitzer Martin
Strainſchak in Gibina, Bezirk Pettau, als Knecht
bedienſtete Joſef Has hat im Vereine mit dem
Keuſchlersſohne Franz Perſchak durch ein halbes
Jahr hindurch ſeinem Dienſtgeber 40 L. Wein,
Fleiſch und 70 K. Bargeld entwendet. Auch der
Tochter Maria Strainſchak entwendete er 25 K.
Da die beiden Beſchuldigten die Tat leugnen,
wurden ſie wegen Verabredungsgefahr verhaftet
und dem Gerichte eingeliefert.

Brand durch eine Katzenjagd.

Sonntag
vormittags brannte das Anweſen des Beſitzers
Strafella in Haidin nieder. Das Haus mit dem
Stalle, der Einrichtung, dem Werkzeug, Getreide
und Futter fiel den Flammen zum Opfer. Der
Schaden beträgt mindeſtens 2000 K. Das Feuer
entſtand durch ein Kind, das auf dem Dachboden
junge Katzen ſuchte und dabei ein brennendes Zünd-
hölzchen wegwarf. Es iſt dies in kurzer Zeit der
[Spaltenumbruch] zweite Brand in Haidin. Die von Pervaken ver-
hetzten Bauern konnten, wie dem „Gr. Tagbl.“ ge-
ſchrieben wird, auch diesmal ihre Wut der unter
dem Kommando des Zugsführers Reiſinger er-
ſchienenen Pettauer Feuerwehr gegenüber nicht ver-
bergen. Es iſt wohl ein trauriger Kulturzuſtand,
wenn die aufopfernde Feuerwehr in ihrer Rettungs-
arbeit nicht nur nicht unterſtützt, ſondern geradezu
behindert und bedroht wird!




Marburger Bauangelegenheiten.
Antwort auf die in der Marburger Zeitung vom 27. April
erſchienenen Ausführungen. —


Herr F. Girſtmayr ſtellt auf meinen Artikel
(Marb. Zeitung vom 20. April 1912) feſt, daß
„es recht bedauerlich, daß ich ſchon nach kurzer
Mandatsdauer im Gemeinderate amtsmüde gewor-
den ſei. Denn als Fachmann wäre ich gewiß am
berufenſten geweſen, mit Verſtändnis und Energie
die wichtigſten Fragen in unſerer Stadt zu beein-
fluſſen und einer zufriedenſtellenden Löſung zuzu-
führen.“ Daß Herr Girſtmayr mir Verſtändnis zu-
mutet, freut mich, denn die Zahl ſeiner diesbezüglichen
Geſinnungsgenoſſen iſt in Marburg eine ziemlich
geringe, hingegen fand ich Anerkennung von mir
mehr maßgebenden Stellen in Wien, Graz, Ofen-
peſt und ſo weiter.

Nicht unerwähnt kann ich bei dieſer Gelegen-
heit den Ausſpruch des Wiener Hofrates Architekten
v. Wurm (ſiehe Mitteilungen der Zentralvereinigung
der Architekten Öſterreichs Nr. 2, Jahrgang 5)
laſſen, welcher lautet:

„Auf keinem Gebiete wagt ſich der Dilettan-
tismus ſo unerſchrocken heran und hat dabei ſchon
ſo viel Schaden angerichtet, als auf dem der Stadt-
regulierung.“

Mögen ſich dieſen Ausſpruch beſonders jene
Herren geſagt ſein laſſen, welche ſowohl zu der
Schaffung, als auch zur Annahme des in der Ge-
meinderatsſitzung vom 15. Feber 1911 zur Aus-
führung beſtimmten Regulierungsprojektes des Mag-
dalenenfeldes (ſiehe meinen Artikel vom 15. April,
in der Marburger Zeitung vom 20. April 1912)
beitrugen.

Daß ich Energie bei Löſung der wichtigen
Baufragen an den Tag gelegt habe, wird nicht nur
von Herrn Girſtmayr, ſondern auch von meinen
Gegnern wohl zugegeben. Was nützt aber in Mar-
burg Verſtändnis, was Energie, mit welchen gegen
Sonderintereſſen und Ducken nach Oben nicht auf-
zukommen iſt.

Im Übrigen unterläuft Herrn Girſtmayr in
ſeinem Artikel ein Irrtum, ich bin nie Obmann
des Bauausſchuſſes (ſoll wohl der Bauſektion heißen)
geweſen und bekleidete dieſe Stelle bloß im Bau-
ordnungs- und Regulierungsausſchuſſe (ſiehe meine
Ausführungen vom 15. April 1912).

Herr Girſtmayr ſagt in ſeinem Artikel weiters
folgendes: „Wenn nun auch Menſchen, die nicht
fachmänniſch gebildet ſind, Baufragen nur laienhaft
beurteilen können uſw.“ Dennoch ergeht er ſich in
abſurde Erläuterungen über regelmäßige und un-
regelmäßige Verbauungen und in einer ganz und
gar nicht zutreffenden Gegenüberſtellung der Be-
pflanzung der kleinen Plätze bei Hotel Stadt Wien
und bei den Häuſern Jartſchitz und Loncaric und
beſtätigt damit, daß er tatſächlich in Baufragen nur
„laienhaft“ urteilen kann.

Herrn Girſtmayrs Bitte an den zukünftigen
Gemeinderat, alles aufzubieten, um eine eigene Bau-
ordnung zu erlangen, ſchließe ich mich an, was
aber die Beſchaffung von Plänen für die Regu-
lierung des Hauptplatzes und die architektoniſche
Ausgeſtaltung dieſes und des neuen Magdalenen-
platzes betrifft, ſo kann keine Stunde mehr gewartet
werden.




Marburger Nachrichten.
Vom Poſtdienſte.

Der Anwärter Franz
Krajnc wurde zum Poſtoffizianten der erſten
Dienſtaltersklaſſe für Pragerhof ernannt.

Die Handwerkerausſtellung verſchoben.

Mit Rückſicht darauf, daß viele Ausſteller bis zum
feſtgeſetzten Termin, d. i. am 1. Mai d. J. noch
nicht in der Lage waren, ihre Ausſtellungsobjekte
anzugeben und mit der Platzmiete im Rückſtande
geblieben ſind, hat der Hauptausſchuß in ſeiner
Sitzung vom 12. Mai beſchloſſen, die Ausſtellung
auf das kommende Jahr zu verſchieben.


[Spaltenumbruch]
Vom Landesſchulrate.

In den zeitlichen
Ruheſtand wurde verſetzt die definitive Lehrerin an
der Mädchenvolksſchule in St. Marein b. E. Frl.
Marie Ferlinz.

Evangeliſcher Familienabend.

Wie
ſchon gemeldet, findet am Freitag in der Gambrinus-
halle ein evangeliſcher Familienabend ſtatt. Außer
dem bekannten Pfarrer Dr. Hegemann aus Laibach,
der von der Proteſtverſammlung gegen die Borro-
mäusenzyklika her in beſtem Andenken ſteht, wird
Herr Vikar Lutze aus Peggau einen Vortrag über
den Guſtav Adolf-Verein in Steiermark halten. Bei
günſtiger Witterung findet der Familienabend im
Garten ſtatt.

Sommerwärme.

Die beiden letzten Tage
brachten uns eine Wärme, wie wir ſie nur im Hoch-
ſommer gewohnt ſind. Sonntag nachmittags zwei
Uhr zeigte das im Schatten aufgehängte Thermo-
meter 27·3° C, während es geſtern um dieſelbe Zeit
bis auf 31·4° C geſtiegen iſt. Dieſe für die Zeit
der Eismänner gewiß ganz außergewöhnliche Wärme
erinnert uns lebhaft an die Hitzwellen des letzten
Sommers, deſſen heißeſter Tag, der 28. Juli mittags
im Schatten 32·1° C zeigte.

Ehrenabend der Bauernrunde.

Die
B[ru]nndorfer Bauernrunde erſucht uns, bekannt zu
geben, daß bei ihrem Familienabend, welcher morgen
(Mittwoch) abends beim Grünen Baum ſtattfindet
und bei welchem dem ſteiriſchen Referenten des
Deutſchen Schulvereines, Herrn Dr. Baum, wegen
ſeiner Verdienſte um das deutſche Schulweſen in
Brunndorf die Ehrenmitgliedsurkunde überreicht
werden wird, jedermann freien Zutritt hat.

Straßeurennen Graz — Marburg —
Graz.

Der Grazer Radfahrerverein Ausdauer 1909
veranſtaltet am Sonntag den 19. Mai l. J. bei
jeder Witterung ein Straßenrennen. Der Ablauf
erfolgt um 1 Uhr nachmittags in Puntigam beim
Kilometerſtein 5. Wendepunkt beim Kilometerſtein 65
der Wiener Reichsſtraße in Marburg. Ziel beim
Kilometerſtein 5 in Puntigam. Preiſe: fünf Ehren-
preiſe. Zwei Ehrenpreiſe für Fahrer vom 35. Lebens-
jahre aufwärts, falls dieſe nicht unter die erſten
drei Preisträger fallen.

Prozeß Kral kontra Laval.

Am 30. d.
findet die Schlußverhandlung in dem Ehrenbe-
leidigungsprozeſſe Kral gegen Laval ſtatt. Laval
hatte bekanntlich behauptet, daß Kral ſein Mit-
ſchuldiger bei der Veruntreuung eines Sparkaſſe-
büchels geweſen ſei. Die erſte Verhandlung wurde
nach vierſtündiger Dauer vertagt, und zwar behufs
Vorladung von Zeugen darüber, ob Kral, wie Laval
während der Verhandlung behauptete, aus der Hand-
werkerkaſſe und aus der Kaſſa der Genoſſenſchaft
der Baugewerbe Gelder für den Arbeiterſchutz ge-
nommen habe. Hinſichtlich dieſer neuen, von Laval
gegen Kral erhobenen Beſchuldigungen wurden die
Zeugen Kaufmann Hollicek und Architekt
Friedriger geladen. Der Beginn der Schluß-
verhandlung wurde auf 9¼ Uhr vormittags feſt-
geſetzt.

Aktivierung des Poſtamtes Bruunſee.

Am 16. d. wird in der Ortſchaft Brunnſee
(Bezirk Radkersburg) ein k. k. Poſtamt eröffnet mit
der Benennung Brunnſee. Dem Beſtellbezirk werden
die Ortſchaften, bezw. Ortsbeſtandteile Brillinghof,
Brunnſee mit dem Schloſſe gleichen Namens, Hains-
dorf, Pichla, Teichmeiſter, Wieſenhiesl, Schloß
Weinburg und aus dem Beſtellbezirke des Poſt-
amtes Mureck die Ortſchaften, bezw. Ortsbeſtand-
teile Weinburg, Stangdorf, Hartl, Hartfeld, Graben-
franzl, Priebing, Riegljoſtl, Rieglmahr, Riegl-
ſchuſter, Höfla, Siebing und Sixtmühle zugewieſen.

Vom Südbahndienſte.

Neu aufgenom-
men wurden die Beamtenaſpiranten: Franz Müller
(Lichtenwald), Albin Knobloch (Windiſch-Feiſtritz)
und Vinzenz Sajowitz (Trifail). Verſetzt wurden:
Jakob Cydrich, Adjunkt, von Pettau nach Cilli;
Alois Uſſai, Adjunkt, von Radkersberg nach Pettau;
Johann Malgaj II, Adjunkt, von Grobelno nach
Mürzzuſchlag; Friedrich Oberſtein, Aſſiſtent, von
Pölfing-Brunn nach Cilli; Franz Ermacora,
Aſſiſtent, von Cilli nach Villach Hauptbahnhof;
Ferdinand Liebiſch, Beamtenaſpirant, von Bleiburg
nach Pölfing-Brunn; Joſef Prinz, Beamtenaſpirant,
von Maria-Raſt nach Feiſtritz; Friedrich Puncuh,
Beamtenaſpirant, von Reichenburg nach Unter-
drauburg; Friedrich Riegler, Aſſiſtent, von Unter-
drauburg nach Brunn-Maria-Enzersdorf; Alfred
Wanek, Aſſiſtent, von Trofaiach nach Leibnitz;
Ferdinand Müller, Aſſiſtent, von Leibnitz nach
Bruck a. d. M.; Vilin Novak, Beamtenaſpirant,
von Wildon nach Völkermarkt-Kühnsdorf.


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[3/0003] Nr. 58, 14. Mai 1912 Marburger Zeitung und ſchl unigſt das Weite ſuchten. Die k. k. Gen- darmerie ſoll den Tätern ſchon auf der Spur ſein. Pragerhof, 11. Mai. (Schulvereins- feſtlichkeit.) Die hieſige Schulvereinsortsgruppe veranſtaltet am Mittwoch den 15. Mai um 8 Uhr abends im Gaſtlokale des Bahnhofsreſtaurateurs Herrn Franz Tröſter anläßlich der Wiederkehr des Geburtstages des Deutſchen Schulvereines eine Feſt- feier im Rahmen eines öölkiſchen Abends. Nebſt Geſangsvorträgen der Marburger Tiſchrunde Die Gemütlichen, die ihre Mitwirkung in liebenswürdiger Weiſe zugeſagt hat, gelangen noch Muſikvorträge und ein Gelegenheitsſtück des Deutſchen Schulver- eines zur Aufführung. Es ergeht hiemit an alle Mitglieder, Freunde und Gönner der Pragerhofer Schulvereinsortsgruppe die Einladung, an dieſem Abende recht zahlreich zu erſcheinen. Die Deutſche Privatvolksſchule ſelbſt feiert dieſen hehren Tag des Deutſchen Schulvereines ebenfalls am 15. Mai durch eine Nachmittags-Schüleraufführung, zu welcher auch die Gemahlin des hiſigen Stationschefs, Frau Ma- rianne Schneider, ſowie die Herren Südbahnaſſi- ſtenten Fritz Rottenbacher und Joſef Kubitſchek ihre Mitwirkung in dankenswerter Weiſe zuſagten. Friedau, 13. Mai. (Mord und Brand.) Die Ivankofzer Feuerwehr hielt geſtern im Gaſt- hauſe des Petovar in Jeruſalem eine Tombola ab, bei welcher es derart „luſtig“ herging, daß auch nebſtbei der 20 Jahre alte Winzersſohn Ignaz Ivantſchitſch den 21 Jahre alten Anton Kemenitſch, Schmied aus Ivankofzen, mit zwei Meſſerſtichen in die Bruſt ermocdete. Der Täter hat ſich heute früh der Gendarmerie in Friedau ſelbſt angezeigt. Während die Feuerwehr in Jeruſalem den Durſt gelöſcht hat, ſind in Ivan- kofzen (eine Wegſtunde Entfernung) drei Häuſer abgebrannt. Man findet dies ſonderbar, umſomehr, da auch beim letzten Brand in derſelben Gegend dieſe Feuerwehr ebenfalls abweſend war. Mureck, 11. Mai. (Gründung einer Ortsgruppe des Vereines Heimſtatt.) Heute abend wurde im Gaſthofe Jahl die gründende Verſammlung der Ortsgruppe Mureck des Vereines Heimſtatt abgehalten; von der Hauptleitung konnten wir Herrn Fiſchereder begrüßen, welcher auch in längerer Rede Zweck und Weſen des Vereines er- läuterte. Die Neuwahl ergab: Obmann Tierarzt Eichelberger, Stellvertreter Grinſchgl, Schriftwart Bünte, Säckelwart Stefling. Pettauer Nachrichten. Die Knabenkapelle. Aus unſerem Leſer- kreiſe erhalten wir eine Zuſchrift, welche ſich mit dem am 5. d. ſtattgefundenen Konzert der Knaben- kapelle befaßt. Es wird darin u. a. geſagt, daß der ſchwache Beſuch des Konzertes auf die für ein gutes Konzert begreiflicherweiſe viel zu ſchwachen Leiſtungen einer aus Knaben beſtehenden Kapelle zurückzuführen iſt. Die Stadkapelle befindet ſich auf einer ganz anderen künſtleriſchen Höhe und es wird die Frage aufgeworfen, warum denn nicht dieſe zu ſolchen künſtleriſchen Darbietungen herangezogen wird. Prozeß Malik-Ornig. Bekanntlich hat Abg. Malik durch ſeinen Vertreter den Antrag zur Delegierung eines andern Gerichtes geſtellt. Das Oberlandesgericht Graz hat dieſem Antrage Folge gegeben und das Bezirksgericht Graz delegiert. Dagegen hat Herr Ornig die Beſchwerde an den Oberſten Gerichtshof als Kaſſationshof eingebracht. Dieſer hat der Beſchwerde keine Folge gegeben und nun endgültig entſchieden, daß der Prozeß vor dem Bezirksgerichte Graz durchgeführt werde. Diebſtahl. Der beim Beſitzer Martin Strainſchak in Gibina, Bezirk Pettau, als Knecht bedienſtete Joſef Has hat im Vereine mit dem Keuſchlersſohne Franz Perſchak durch ein halbes Jahr hindurch ſeinem Dienſtgeber 40 L. Wein, Fleiſch und 70 K. Bargeld entwendet. Auch der Tochter Maria Strainſchak entwendete er 25 K. Da die beiden Beſchuldigten die Tat leugnen, wurden ſie wegen Verabredungsgefahr verhaftet und dem Gerichte eingeliefert. Brand durch eine Katzenjagd. Sonntag vormittags brannte das Anweſen des Beſitzers Strafella in Haidin nieder. Das Haus mit dem Stalle, der Einrichtung, dem Werkzeug, Getreide und Futter fiel den Flammen zum Opfer. Der Schaden beträgt mindeſtens 2000 K. Das Feuer entſtand durch ein Kind, das auf dem Dachboden junge Katzen ſuchte und dabei ein brennendes Zünd- hölzchen wegwarf. Es iſt dies in kurzer Zeit der zweite Brand in Haidin. Die von Pervaken ver- hetzten Bauern konnten, wie dem „Gr. Tagbl.“ ge- ſchrieben wird, auch diesmal ihre Wut der unter dem Kommando des Zugsführers Reiſinger er- ſchienenen Pettauer Feuerwehr gegenüber nicht ver- bergen. Es iſt wohl ein trauriger Kulturzuſtand, wenn die aufopfernde Feuerwehr in ihrer Rettungs- arbeit nicht nur nicht unterſtützt, ſondern geradezu behindert und bedroht wird! Marburger Bauangelegenheiten. Antwort auf die in der Marburger Zeitung vom 27. April erſchienenen Ausführungen. — Vom akadem. Architekten und befugten Baumeiſter Fritz Friedriger. Marburg, 11. Mai. Herr F. Girſtmayr ſtellt auf meinen Artikel (Marb. Zeitung vom 20. April 1912) feſt, daß „es recht bedauerlich, daß ich ſchon nach kurzer Mandatsdauer im Gemeinderate amtsmüde gewor- den ſei. Denn als Fachmann wäre ich gewiß am berufenſten geweſen, mit Verſtändnis und Energie die wichtigſten Fragen in unſerer Stadt zu beein- fluſſen und einer zufriedenſtellenden Löſung zuzu- führen.“ Daß Herr Girſtmayr mir Verſtändnis zu- mutet, freut mich, denn die Zahl ſeiner diesbezüglichen Geſinnungsgenoſſen iſt in Marburg eine ziemlich geringe, hingegen fand ich Anerkennung von mir mehr maßgebenden Stellen in Wien, Graz, Ofen- peſt und ſo weiter. Nicht unerwähnt kann ich bei dieſer Gelegen- heit den Ausſpruch des Wiener Hofrates Architekten v. Wurm (ſiehe Mitteilungen der Zentralvereinigung der Architekten Öſterreichs Nr. 2, Jahrgang 5) laſſen, welcher lautet: „Auf keinem Gebiete wagt ſich der Dilettan- tismus ſo unerſchrocken heran und hat dabei ſchon ſo viel Schaden angerichtet, als auf dem der Stadt- regulierung.“ Mögen ſich dieſen Ausſpruch beſonders jene Herren geſagt ſein laſſen, welche ſowohl zu der Schaffung, als auch zur Annahme des in der Ge- meinderatsſitzung vom 15. Feber 1911 zur Aus- führung beſtimmten Regulierungsprojektes des Mag- dalenenfeldes (ſiehe meinen Artikel vom 15. April, in der Marburger Zeitung vom 20. April 1912) beitrugen. Daß ich Energie bei Löſung der wichtigen Baufragen an den Tag gelegt habe, wird nicht nur von Herrn Girſtmayr, ſondern auch von meinen Gegnern wohl zugegeben. Was nützt aber in Mar- burg Verſtändnis, was Energie, mit welchen gegen Sonderintereſſen und Ducken nach Oben nicht auf- zukommen iſt. Im Übrigen unterläuft Herrn Girſtmayr in ſeinem Artikel ein Irrtum, ich bin nie Obmann des Bauausſchuſſes (ſoll wohl der Bauſektion heißen) geweſen und bekleidete dieſe Stelle bloß im Bau- ordnungs- und Regulierungsausſchuſſe (ſiehe meine Ausführungen vom 15. April 1912). Herr Girſtmayr ſagt in ſeinem Artikel weiters folgendes: „Wenn nun auch Menſchen, die nicht fachmänniſch gebildet ſind, Baufragen nur laienhaft beurteilen können uſw.“ Dennoch ergeht er ſich in abſurde Erläuterungen über regelmäßige und un- regelmäßige Verbauungen und in einer ganz und gar nicht zutreffenden Gegenüberſtellung der Be- pflanzung der kleinen Plätze bei Hotel Stadt Wien und bei den Häuſern Jartſchitz und Loncaric und beſtätigt damit, daß er tatſächlich in Baufragen nur „laienhaft“ urteilen kann. Herrn Girſtmayrs Bitte an den zukünftigen Gemeinderat, alles aufzubieten, um eine eigene Bau- ordnung zu erlangen, ſchließe ich mich an, was aber die Beſchaffung von Plänen für die Regu- lierung des Hauptplatzes und die architektoniſche Ausgeſtaltung dieſes und des neuen Magdalenen- platzes betrifft, ſo kann keine Stunde mehr gewartet werden. Marburger Nachrichten. Vom Poſtdienſte. Der Anwärter Franz Krajnc wurde zum Poſtoffizianten der erſten Dienſtaltersklaſſe für Pragerhof ernannt. Die Handwerkerausſtellung verſchoben. Mit Rückſicht darauf, daß viele Ausſteller bis zum feſtgeſetzten Termin, d. i. am 1. Mai d. J. noch nicht in der Lage waren, ihre Ausſtellungsobjekte anzugeben und mit der Platzmiete im Rückſtande geblieben ſind, hat der Hauptausſchuß in ſeiner Sitzung vom 12. Mai beſchloſſen, die Ausſtellung auf das kommende Jahr zu verſchieben. Vom Landesſchulrate. In den zeitlichen Ruheſtand wurde verſetzt die definitive Lehrerin an der Mädchenvolksſchule in St. Marein b. E. Frl. Marie Ferlinz. Evangeliſcher Familienabend. Wie ſchon gemeldet, findet am Freitag in der Gambrinus- halle ein evangeliſcher Familienabend ſtatt. Außer dem bekannten Pfarrer Dr. Hegemann aus Laibach, der von der Proteſtverſammlung gegen die Borro- mäusenzyklika her in beſtem Andenken ſteht, wird Herr Vikar Lutze aus Peggau einen Vortrag über den Guſtav Adolf-Verein in Steiermark halten. Bei günſtiger Witterung findet der Familienabend im Garten ſtatt. Sommerwärme. Die beiden letzten Tage brachten uns eine Wärme, wie wir ſie nur im Hoch- ſommer gewohnt ſind. Sonntag nachmittags zwei Uhr zeigte das im Schatten aufgehängte Thermo- meter 27·3° C, während es geſtern um dieſelbe Zeit bis auf 31·4° C geſtiegen iſt. Dieſe für die Zeit der Eismänner gewiß ganz außergewöhnliche Wärme erinnert uns lebhaft an die Hitzwellen des letzten Sommers, deſſen heißeſter Tag, der 28. Juli mittags im Schatten 32·1° C zeigte. Ehrenabend der Bauernrunde. Die Brunndorfer Bauernrunde erſucht uns, bekannt zu geben, daß bei ihrem Familienabend, welcher morgen (Mittwoch) abends beim Grünen Baum ſtattfindet und bei welchem dem ſteiriſchen Referenten des Deutſchen Schulvereines, Herrn Dr. Baum, wegen ſeiner Verdienſte um das deutſche Schulweſen in Brunndorf die Ehrenmitgliedsurkunde überreicht werden wird, jedermann freien Zutritt hat. Straßeurennen Graz — Marburg — Graz. Der Grazer Radfahrerverein Ausdauer 1909 veranſtaltet am Sonntag den 19. Mai l. J. bei jeder Witterung ein Straßenrennen. Der Ablauf erfolgt um 1 Uhr nachmittags in Puntigam beim Kilometerſtein 5. Wendepunkt beim Kilometerſtein 65 der Wiener Reichsſtraße in Marburg. Ziel beim Kilometerſtein 5 in Puntigam. Preiſe: fünf Ehren- preiſe. Zwei Ehrenpreiſe für Fahrer vom 35. Lebens- jahre aufwärts, falls dieſe nicht unter die erſten drei Preisträger fallen. Prozeß Kral kontra Laval. Am 30. d. findet die Schlußverhandlung in dem Ehrenbe- leidigungsprozeſſe Kral gegen Laval ſtatt. Laval hatte bekanntlich behauptet, daß Kral ſein Mit- ſchuldiger bei der Veruntreuung eines Sparkaſſe- büchels geweſen ſei. Die erſte Verhandlung wurde nach vierſtündiger Dauer vertagt, und zwar behufs Vorladung von Zeugen darüber, ob Kral, wie Laval während der Verhandlung behauptete, aus der Hand- werkerkaſſe und aus der Kaſſa der Genoſſenſchaft der Baugewerbe Gelder für den Arbeiterſchutz ge- nommen habe. Hinſichtlich dieſer neuen, von Laval gegen Kral erhobenen Beſchuldigungen wurden die Zeugen Kaufmann Hollicek und Architekt Friedriger geladen. Der Beginn der Schluß- verhandlung wurde auf 9¼ Uhr vormittags feſt- geſetzt. Aktivierung des Poſtamtes Bruunſee. Am 16. d. wird in der Ortſchaft Brunnſee (Bezirk Radkersburg) ein k. k. Poſtamt eröffnet mit der Benennung Brunnſee. Dem Beſtellbezirk werden die Ortſchaften, bezw. Ortsbeſtandteile Brillinghof, Brunnſee mit dem Schloſſe gleichen Namens, Hains- dorf, Pichla, Teichmeiſter, Wieſenhiesl, Schloß Weinburg und aus dem Beſtellbezirke des Poſt- amtes Mureck die Ortſchaften, bezw. Ortsbeſtand- teile Weinburg, Stangdorf, Hartl, Hartfeld, Graben- franzl, Priebing, Riegljoſtl, Rieglmahr, Riegl- ſchuſter, Höfla, Siebing und Sixtmühle zugewieſen. Vom Südbahndienſte. Neu aufgenom- men wurden die Beamtenaſpiranten: Franz Müller (Lichtenwald), Albin Knobloch (Windiſch-Feiſtritz) und Vinzenz Sajowitz (Trifail). Verſetzt wurden: Jakob Cydrich, Adjunkt, von Pettau nach Cilli; Alois Uſſai, Adjunkt, von Radkersberg nach Pettau; Johann Malgaj II, Adjunkt, von Grobelno nach Mürzzuſchlag; Friedrich Oberſtein, Aſſiſtent, von Pölfing-Brunn nach Cilli; Franz Ermacora, Aſſiſtent, von Cilli nach Villach Hauptbahnhof; Ferdinand Liebiſch, Beamtenaſpirant, von Bleiburg nach Pölfing-Brunn; Joſef Prinz, Beamtenaſpirant, von Maria-Raſt nach Feiſtritz; Friedrich Puncuh, Beamtenaſpirant, von Reichenburg nach Unter- drauburg; Friedrich Riegler, Aſſiſtent, von Unter- drauburg nach Brunn-Maria-Enzersdorf; Alfred Wanek, Aſſiſtent, von Trofaiach nach Leibnitz; Ferdinand Müller, Aſſiſtent, von Leibnitz nach Bruck a. d. M.; Vilin Novak, Beamtenaſpirant, von Wildon nach Völkermarkt-Kühnsdorf.

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Zitationshilfe: Marburger Zeitung. Nr. 58, Marburg, 14.05.1912, S. 3. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/nn_marburger58_1912/3>, abgerufen am 18.09.2020.