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Pufendorf, Samuel von: Einleitung zu der Historie der Vornehmsten Reiche und Staaten. Frankfurt (Main), 1682.

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vom Pabst.
on. Es ist auch ein nützlicher Handgriff/
diejenigen/ so etwas darwider sagen
wollen/ ohne viel zu raisoniren für Ketzer
zu schelten/ das ist so viel zusagen/ als
Böhnhasen und Pfuscher/ die ihr Hand-
werck nicht ehrlich gelernet/ und die für
ehrlichen Meistern und Gesellen nicht Eh-
re zu sprechen haben/ sondern mit denen
man gleich nach dem Feuer zu eylen
soll.

§. 31.

Dieses aber kan man leichtlichWarumb
das Pabst-
thum müs-
se eine
Monar-
che seyn.

sehen/ daß diese Geistliche Souverainität
hat müssen in Form einer Monarchie
eingerichtet werden/ und daß es mit der
Democratischen und Aristocratischen
Form gantz keine Art noch Bestand wür-
de gehabt haben/ so wohl wegen ander
Unbequemligkeit/ als auch weil man un-
müglich eine sothane Democratie und A-
ristocrati
e/ darinnen sich viel eigenwil-
lige Leuhte hätten finden müssen/ mit
so accuraten und scharffen Gesetzen ein-
zuschrencken vermocht/ daß nicht bald
Uneinigkeit/ Parteyen/ und Spaltungen
entstanden wären/ wodurch das ohne
dem auf schwache Principia gegründete
Werck bald würde seyn zu Grunde
gangen. Von der Monarchie aber

haben
G g g jv

vom Pabſt.
on. Es iſt auch ein nuͤtzlicher Handgriff/
diejenigen/ ſo etwas darwider ſagen
wollen/ ohne viel zu raiſoniren fuͤr Ketzer
zu ſchelten/ das iſt ſo viel zuſagen/ als
Boͤhnhaſen und Pfuſcher/ die ihr Hand-
werck nicht ehrlich gelernet/ und die fuͤr
ehrlichen Meiſtern und Geſellen nicht Eh-
re zu ſprechen haben/ ſondern mit denen
man gleich nach dem Feuer zu eylen
ſoll.

§. 31.

Dieſes aber kan man leichtlichWarumb
das Pabſt-
thum muͤſ-
ſe eine
Monar-
che ſeyn.

ſehen/ daß dieſe Geiſtliche Souverainitaͤt
hat muͤſſen in Form einer Monarchie
eingerichtet werden/ und daß es mit der
Democratiſchen und Ariſtocratiſchen
Form gantz keine Art noch Beſtand wuͤr-
de gehabt haben/ ſo wohl wegen ander
Unbequemligkeit/ als auch weil man un-
muͤglich eine ſothane Democratie und A-
riſtocrati
e/ darinnen ſich viel eigenwil-
lige Leuhte haͤtten finden muͤſſen/ mit
ſo accuraten und ſcharffen Geſetzen ein-
zuſchrencken vermocht/ daß nicht bald
Uneinigkeit/ Parteyen/ und Spaltungen
entſtanden waͤren/ wodurch das ohne
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gangen. Von der Monarchie aber

haben
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[839/0869] vom Pabſt. on. Es iſt auch ein nuͤtzlicher Handgriff/ diejenigen/ ſo etwas darwider ſagen wollen/ ohne viel zu raiſoniren fuͤr Ketzer zu ſchelten/ das iſt ſo viel zuſagen/ als Boͤhnhaſen und Pfuſcher/ die ihr Hand- werck nicht ehrlich gelernet/ und die fuͤr ehrlichen Meiſtern und Geſellen nicht Eh- re zu ſprechen haben/ ſondern mit denen man gleich nach dem Feuer zu eylen ſoll. §. 31. Dieſes aber kan man leichtlich ſehen/ daß dieſe Geiſtliche Souverainitaͤt hat muͤſſen in Form einer Monarchie eingerichtet werden/ und daß es mit der Democratiſchen und Ariſtocratiſchen Form gantz keine Art noch Beſtand wuͤr- de gehabt haben/ ſo wohl wegen ander Unbequemligkeit/ als auch weil man un- muͤglich eine ſothane Democratie und A- riſtocratie/ darinnen ſich viel eigenwil- lige Leuhte haͤtten finden muͤſſen/ mit ſo accuraten und ſcharffen Geſetzen ein- zuſchrencken vermocht/ daß nicht bald Uneinigkeit/ Parteyen/ und Spaltungen entſtanden waͤren/ wodurch das ohne dem auf ſchwache Principia gegruͤndete Werck bald wuͤrde ſeyn zu Grunde gangen. Von der Monarchie aber haben Warumb das Pabſt- thum muͤſ- ſe eine Monar- che ſeyn. G g g jv

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Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zu der Historie der Vornehmsten Reiche und Staaten. Frankfurt (Main), 1682, S. 839. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1682/869>, abgerufen am 21.04.2019.