Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691.

Bild:
<< vorherige Seite

anderes Capitel.
Nutzen zu schaffen gedächte/ als in
den ehelichen/ zuförderst/ wann so
leicht kein Mangel an Kindern zu be-
fürchten ist.

§. 4.

Unter denenjenigen/ die sich
mit einander in Ehestand begeben
wollen/ pfleget und soll eine Ehe-
stifftung
aufgerichtet werden/ wel-
che/ wann sie richtig und voll[k]om-
men ist/
auf diesen Puncten beru-
het. Erstlich/ weil des Mannes/
(als von dem sich sothane beyderley
Geschlechtes-Handlung von wegen
des Geschlechtes Vorzug billiger
Massen anhebet/) Meinung und
Absehen ist/ aus der zukünfftigen Ehe
seine eigene/ und nicht etwa fremb-
de oder eingeschobene Kinder zuerhe-
ben; So muß Jhm die Frau ge-
treulich versprechen/
daß sie ihres
Leibes Gebrauch niemanden/ ausser
ihm alleine/ verstatten wolle. Wel-
ches sich denn die Frau Gegen-

theils
S 6

anderes Capitel.
Nutzen zu ſchaffen gedaͤchte/ als in
den ehelichen/ zufoͤrderſt/ wann ſo
leicht kein Mangel an Kindern zu be-
fuͤrchten iſt.

§. 4.

Unter denenjenigen/ die ſich
mit einander in Eheſtand begeben
wollen/ pfleget und ſoll eine Ehe-
ſtifftung
aufgerichtet werden/ wel-
che/ wann ſie richtig und voll[k]om-
men iſt/
auf dieſen Puncten beru-
het. Erſtlich/ weil des Mannes/
(als von dem ſich ſothane beyderley
Geſchlechtes-Handlung von wegen
des Geſchlechtes Vorzug billiger
Maſſen anhebet/) Meinung und
Abſehen iſt/ aus der zukuͤnfftigen Ehe
ſeine eigene/ und nicht etwa fremb-
de oder eingeſchobene Kinder zuerhe-
ben; So muß Jhm die Frau ge-
treulich verſprechen/
daß ſie ihres
Leibes Gebrauch niemanden/ auſſer
ihm alleine/ verſtatten wolle. Wel-
ches ſich denn die Frau Gegen-

theils
S 6
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0471" n="407"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">anderes Capitel.</hi></fw><lb/>
Nutzen zu &#x017F;chaffen geda&#x0364;chte/ als in<lb/>
den ehelichen/ zufo&#x0364;rder&#x017F;t/ wann &#x017F;o<lb/>
leicht kein Mangel an Kindern zu be-<lb/>
fu&#x0364;rchten i&#x017F;t.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 4.</head>
            <p>Unter denenjenigen/ die &#x017F;ich<lb/>
mit einander in Ehe&#x017F;tand begeben<lb/>
wollen/ pfleget und &#x017F;oll <hi rendition="#fr">eine Ehe-<lb/>
&#x017F;tifftung</hi> aufgerichtet werden/ wel-<lb/>
che/ wann &#x017F;ie <hi rendition="#fr">richtig und voll<supplied>k</supplied>om-<lb/>
men i&#x017F;t/</hi> auf die&#x017F;en Puncten beru-<lb/>
het. <hi rendition="#fr">Er&#x017F;tlich/</hi> weil des Mannes/<lb/>
(als von dem &#x017F;ich &#x017F;othane beyderley<lb/>
Ge&#x017F;chlechtes-Handlung von wegen<lb/>
des Ge&#x017F;chlechtes Vorzug billiger<lb/>
Ma&#x017F;&#x017F;en anhebet/) Meinung und<lb/>
Ab&#x017F;ehen i&#x017F;t/ aus der zuku&#x0364;nfftigen Ehe<lb/>
&#x017F;eine eigene/ und nicht etwa fremb-<lb/>
de oder einge&#x017F;chobene Kinder zuerhe-<lb/>
ben; So <hi rendition="#fr">muß Jhm die Frau ge-<lb/>
treulich ver&#x017F;prechen/</hi> daß &#x017F;ie ihres<lb/>
Leibes Gebrauch niemanden/ au&#x017F;&#x017F;er<lb/>
ihm alleine/ ver&#x017F;tatten wolle. Wel-<lb/>
ches <hi rendition="#fr">&#x017F;ich denn die Frau Gegen-</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="sig">S 6</fw><fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#fr">theils</hi></fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[407/0471] anderes Capitel. Nutzen zu ſchaffen gedaͤchte/ als in den ehelichen/ zufoͤrderſt/ wann ſo leicht kein Mangel an Kindern zu be- fuͤrchten iſt. §. 4. Unter denenjenigen/ die ſich mit einander in Eheſtand begeben wollen/ pfleget und ſoll eine Ehe- ſtifftung aufgerichtet werden/ wel- che/ wann ſie richtig und vollkom- men iſt/ auf dieſen Puncten beru- het. Erſtlich/ weil des Mannes/ (als von dem ſich ſothane beyderley Geſchlechtes-Handlung von wegen des Geſchlechtes Vorzug billiger Maſſen anhebet/) Meinung und Abſehen iſt/ aus der zukuͤnfftigen Ehe ſeine eigene/ und nicht etwa fremb- de oder eingeſchobene Kinder zuerhe- ben; So muß Jhm die Frau ge- treulich verſprechen/ daß ſie ihres Leibes Gebrauch niemanden/ auſſer ihm alleine/ verſtatten wolle. Wel- ches ſich denn die Frau Gegen- theils S 6

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691/471
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Einleitung zur Sitten- und Staats-Lehre. Leipzig, 1691, S. 407. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_einleitung_1691/471>, abgerufen am 21.11.2019.