Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Reichardt, Christian: Land- u. Garten-Schatzes. Bd. 2. Erfurt, 1753.

Bild:
<< vorherige Seite

des Ortes und der Erde.
und in verschiedenen rothen Farben untereinander,
daß es mit Vergnügen anzusehen war. Jch wur-
de um deswillen zur selbigen Zeit von vielen er-
fahrnen Blumen-Liebhabern, welche hieher reise-
ten, eines arcani beschuldiget; als ich aber ihnen
das Geheimniß eröfnete, daß an diesem Orte
in undencklichen Jahren nichts wäre gebauet wor-
den, sondern ein Stall darauf gestanden hätte, so
glaubten sie hernachmahlen, daß dergleichen Er-
ziehung keine Kunst wäre, und von dieser Erzie-
hung derer Sommer-Levcojen werde ich in Zu-
kunft in demjenigen Theile, wo sie hingehöret, ein
mehreres handeln. Doch es könte mir alhier ein
Einwurf gemacht werden, welchen ich aber hier-
durch ablehnen wil. Wenn der Salpeter, wie
ich oben gesaget habe, Wunder-Dinge zuwege
bringen kan: warum sind denn nicht alle Lev-
cojen gefüllet worden? Es ist zwar, es scheinet,
als wenn ich mir selbsten widerspräche; allein man
betrachte, daß hier ein guter und volkommener Sa-
me, und zwar von allen Gewächsen, das Seinige
auch darbey thun müsse, wovon ich in der Ab-
handlung vom Samen-Werck
im Ersten
Theil
p. 50. eines und das andere angemercket
habe.

§. 6.

Da man nun den Grund und Boden nichtVon Um-
wendung
der Erde,

allezeit haben kan, wie man wil, so muß man frey-
lich, wie bereits gedacht worden, denselben durch
das Wenden oder anch wohl durch das Reolen zu
verbessern suchen, daher sol von beyden mit weni-

gen
Abh. v. Bäum. B

des Ortes und der Erde.
und in verſchiedenen rothen Farben untereinander,
daß es mit Vergnuͤgen anzuſehen war. Jch wur-
de um deswillen zur ſelbigen Zeit von vielen er-
fahrnen Blumen-Liebhabern, welche hieher reiſe-
ten, eines arcani beſchuldiget; als ich aber ihnen
das Geheimniß eroͤfnete, daß an dieſem Orte
in undencklichen Jahren nichts waͤre gebauet wor-
den, ſondern ein Stall darauf geſtanden haͤtte, ſo
glaubten ſie hernachmahlen, daß dergleichen Er-
ziehung keine Kunſt waͤre, und von dieſer Erzie-
hung derer Sommer-Levcojen werde ich in Zu-
kunft in demjenigen Theile, wo ſie hingehoͤret, ein
mehreres handeln. Doch es koͤnte mir alhier ein
Einwurf gemacht werden, welchen ich aber hier-
durch ablehnen wil. Wenn der Salpeter, wie
ich oben geſaget habe, Wunder-Dinge zuwege
bringen kan: warum ſind denn nicht alle Lev-
cojen gefuͤllet worden? Es iſt zwar, es ſcheinet,
als wenn ich mir ſelbſten widerſpraͤche; allein man
betrachte, daß hier ein guter und volkommener Sa-
me, und zwar von allen Gewaͤchſen, das Seinige
auch darbey thun muͤſſe, wovon ich in der Ab-
handlung vom Samen-Werck
im Erſten
Theil
p. 50. eines und das andere angemercket
habe.

§. 6.

Da man nun den Grund und Boden nichtVon Um-
wendung
der Erde,

allezeit haben kan, wie man wil, ſo muß man frey-
lich, wie bereits gedacht worden, denſelben durch
das Wenden oder anch wohl durch das Reolen zu
verbeſſern ſuchen, daher ſol von beyden mit weni-

gen
Abh. v. Baͤum. B
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0049" n="17"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">des Ortes und der Erde.</hi></fw><lb/>
und in ver&#x017F;chiedenen rothen Farben untereinander,<lb/>
daß es mit Vergnu&#x0364;gen anzu&#x017F;ehen war. Jch wur-<lb/>
de um deswillen zur &#x017F;elbigen Zeit von vielen er-<lb/>
fahrnen Blumen-Liebhabern, welche hieher rei&#x017F;e-<lb/>
ten, eines <hi rendition="#aq">arcani</hi> be&#x017F;chuldiget; als ich aber ihnen<lb/>
das Geheimniß ero&#x0364;fnete, daß an die&#x017F;em Orte<lb/>
in undencklichen Jahren nichts wa&#x0364;re gebauet wor-<lb/>
den, &#x017F;ondern ein Stall darauf ge&#x017F;tanden ha&#x0364;tte, &#x017F;o<lb/>
glaubten &#x017F;ie hernachmahlen, daß dergleichen Er-<lb/>
ziehung keine Kun&#x017F;t wa&#x0364;re, und von die&#x017F;er Erzie-<lb/>
hung derer Sommer-Levcojen werde ich in Zu-<lb/>
kunft in demjenigen Theile, wo &#x017F;ie hingeho&#x0364;ret, ein<lb/>
mehreres handeln. Doch es ko&#x0364;nte mir alhier ein<lb/>
Einwurf gemacht werden, welchen ich aber hier-<lb/>
durch ablehnen wil. Wenn der Salpeter, wie<lb/>
ich oben ge&#x017F;aget habe, Wunder-Dinge zuwege<lb/>
bringen kan: warum &#x017F;ind denn nicht alle Lev-<lb/>
cojen gefu&#x0364;llet worden? Es i&#x017F;t zwar, es &#x017F;cheinet,<lb/>
als wenn ich mir &#x017F;elb&#x017F;ten wider&#x017F;pra&#x0364;che; allein man<lb/>
betrachte, daß hier ein guter und volkommener Sa-<lb/>
me, und zwar von allen Gewa&#x0364;ch&#x017F;en, das Seinige<lb/>
auch darbey thun mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e, wovon ich in der <hi rendition="#fr">Ab-<lb/>
handlung vom Samen-Werck</hi> im <hi rendition="#fr">Er&#x017F;ten<lb/>
Theil</hi> <hi rendition="#aq">p.</hi> 50. eines und das andere angemercket<lb/>
habe.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 6.</head><lb/>
          <p>Da man nun den Grund und Boden nicht<note place="right">Von Um-<lb/>
wendung<lb/>
der Erde,</note><lb/>
allezeit haben kan, wie man wil, &#x017F;o muß man frey-<lb/>
lich, wie bereits gedacht worden, den&#x017F;elben durch<lb/>
das Wenden oder anch wohl durch das Reolen zu<lb/>
verbe&#x017F;&#x017F;ern &#x017F;uchen, daher &#x017F;ol von beyden mit weni-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#fr">Abh. v. Ba&#x0364;um.</hi> B</fw><fw place="bottom" type="catch">gen</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[17/0049] des Ortes und der Erde. und in verſchiedenen rothen Farben untereinander, daß es mit Vergnuͤgen anzuſehen war. Jch wur- de um deswillen zur ſelbigen Zeit von vielen er- fahrnen Blumen-Liebhabern, welche hieher reiſe- ten, eines arcani beſchuldiget; als ich aber ihnen das Geheimniß eroͤfnete, daß an dieſem Orte in undencklichen Jahren nichts waͤre gebauet wor- den, ſondern ein Stall darauf geſtanden haͤtte, ſo glaubten ſie hernachmahlen, daß dergleichen Er- ziehung keine Kunſt waͤre, und von dieſer Erzie- hung derer Sommer-Levcojen werde ich in Zu- kunft in demjenigen Theile, wo ſie hingehoͤret, ein mehreres handeln. Doch es koͤnte mir alhier ein Einwurf gemacht werden, welchen ich aber hier- durch ablehnen wil. Wenn der Salpeter, wie ich oben geſaget habe, Wunder-Dinge zuwege bringen kan: warum ſind denn nicht alle Lev- cojen gefuͤllet worden? Es iſt zwar, es ſcheinet, als wenn ich mir ſelbſten widerſpraͤche; allein man betrachte, daß hier ein guter und volkommener Sa- me, und zwar von allen Gewaͤchſen, das Seinige auch darbey thun muͤſſe, wovon ich in der Ab- handlung vom Samen-Werck im Erſten Theil p. 50. eines und das andere angemercket habe. §. 6. Da man nun den Grund und Boden nicht allezeit haben kan, wie man wil, ſo muß man frey- lich, wie bereits gedacht worden, denſelben durch das Wenden oder anch wohl durch das Reolen zu verbeſſern ſuchen, daher ſol von beyden mit weni- gen Von Um- wendung der Erde, Abh. v. Baͤum. B

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz02_1753
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz02_1753/49
Zitationshilfe: Reichardt, Christian: Land- u. Garten-Schatzes. Bd. 2. Erfurt, 1753, S. 17. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz02_1753/49>, abgerufen am 14.08.2020.