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Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. Leipzig, 1836.

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Wol jenem Weisen gleich, der, als vor Feindesdrohn
Die Bürger, um Verlust der Habe klagend, flohn,
Im schwerbepackten Zug gieng leicht an seinem Stabe,
Und sagte, daß er all das Seine bei sich habe.

19.
Alswie der Schwan, der rein auf reinen Fluten schwimmt,
Im Himmel unter sich sein Spiegelbild vernimmt,
Und wenn er lang' im See gezogen seine Kreise,
Taucht unter, und zurück läßt keine Spur der Reise;
Glückselig, wer so rein sich auf der Welt bewahrt,
Und Abschied also nimmt, daß Niemand es gewahrt.

Wol jenem Weiſen gleich, der, als vor Feindesdrohn
Die Buͤrger, um Verluſt der Habe klagend, flohn,
Im ſchwerbepackten Zug gieng leicht an ſeinem Stabe,
Und ſagte, daß er all das Seine bei ſich habe.

19.
Alswie der Schwan, der rein auf reinen Fluten ſchwimmt,
Im Himmel unter ſich ſein Spiegelbild vernimmt,
Und wenn er lang' im See gezogen ſeine Kreiſe,
Taucht unter, und zuruͤck laͤßt keine Spur der Reiſe;
Gluͤckſelig, wer ſo rein ſich auf der Welt bewahrt,
Und Abſchied alſo nimmt, daß Niemand es gewahrt.

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[105/0115] Wol jenem Weiſen gleich, der, als vor Feindesdrohn Die Buͤrger, um Verluſt der Habe klagend, flohn, Im ſchwerbepackten Zug gieng leicht an ſeinem Stabe, Und ſagte, daß er all das Seine bei ſich habe. 19. Alswie der Schwan, der rein auf reinen Fluten ſchwimmt, Im Himmel unter ſich ſein Spiegelbild vernimmt, Und wenn er lang' im See gezogen ſeine Kreiſe, Taucht unter, und zuruͤck laͤßt keine Spur der Reiſe; Gluͤckſelig, wer ſo rein ſich auf der Welt bewahrt, Und Abſchied alſo nimmt, daß Niemand es gewahrt.

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Zitationshilfe: Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. Leipzig, 1836, S. 105. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane01_1836/115>, abgerufen am 24.05.2018.