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Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. Leipzig, 1836.

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37.
Wieviel Abwechslung ist im kleinsten Raum zu haben!
Dich kann ein täglicher Spaziergang immer laben.
Sei auch die Stunde gleich, und gleich des Weges Richte,
Doch jede Jahreszeit erscheint in anderm Lichte.
Und willst du ab vom Weg nur wenig Schritte gehn,
Wirst du Bekanntes neu von neuer Seite sehn.

38.
Du brauchst, was andre thun, nicht immer zu verstehn,
Um tüchtig dem, was dir zu thun ist, vorzustehn.
Doch zwiefach dir gereichts zu Förderung und Lust,
Wenn du auch ihrs verstehst, indem du deines thust.

37.
Wieviel Abwechſlung iſt im kleinſten Raum zu haben!
Dich kann ein taͤglicher Spaziergang immer laben.
Sei auch die Stunde gleich, und gleich des Weges Richte,
Doch jede Jahreszeit erſcheint in anderm Lichte.
Und willſt du ab vom Weg nur wenig Schritte gehn,
Wirſt du Bekanntes neu von neuer Seite ſehn.

38.
Du brauchſt, was andre thun, nicht immer zu verſtehn,
Um tuͤchtig dem, was dir zu thun iſt, vorzuſtehn.
Doch zwiefach dir gereichts zu Foͤrderung und Luſt,
Wenn du auch ihrs verſtehſt, indem du deines thuſt.

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[158/0168] 37. Wieviel Abwechſlung iſt im kleinſten Raum zu haben! Dich kann ein taͤglicher Spaziergang immer laben. Sei auch die Stunde gleich, und gleich des Weges Richte, Doch jede Jahreszeit erſcheint in anderm Lichte. Und willſt du ab vom Weg nur wenig Schritte gehn, Wirſt du Bekanntes neu von neuer Seite ſehn. 38. Du brauchſt, was andre thun, nicht immer zu verſtehn, Um tuͤchtig dem, was dir zu thun iſt, vorzuſtehn. Doch zwiefach dir gereichts zu Foͤrderung und Luſt, Wenn du auch ihrs verſtehſt, indem du deines thuſt.

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Zitationshilfe: Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. Leipzig, 1836, S. 158. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane01_1836/168>, abgerufen am 24.05.2018.