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Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. Leipzig, 1839.

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Bei dir allein nicht ist der Jammer zu erproben,
Die ganze Erde, Freund, ist nebenaus geschoben.
Es lohnt der Mühe nicht, von einem Pol zum andern
Nach einem Umtausch nur von Mühsal auszuwandern.
Wir bleiben in Geduld, bis unsre Reise geht
Nach einem Sterne, der in besserm Gleise dreht.

27.
Ihr meinet wol, ich schwimm' in lauter Ueberflusse,
Und mir zu Theile sei geworden zuviel Muße.
Mir ist vom Ueberfluß kein Tröpfchen überflüssig,
Denn keine Stunde bin ich in der Muße müßig.

Bei dir allein nicht iſt der Jammer zu erproben,
Die ganze Erde, Freund, iſt nebenaus geſchoben.
Es lohnt der Muͤhe nicht, von einem Pol zum andern
Nach einem Umtauſch nur von Muͤhſal auszuwandern.
Wir bleiben in Geduld, bis unſre Reiſe geht
Nach einem Sterne, der in beſſerm Gleiſe dreht.

27.
Ihr meinet wol, ich ſchwimm' in lauter Ueberfluſſe,
Und mir zu Theile ſei geworden zuviel Muße.
Mir iſt vom Ueberfluß kein Troͤpfchen uͤberfluͤſſig,
Denn keine Stunde bin ich in der Muße muͤßig.

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[284/0294] Bei dir allein nicht iſt der Jammer zu erproben, Die ganze Erde, Freund, iſt nebenaus geſchoben. Es lohnt der Muͤhe nicht, von einem Pol zum andern Nach einem Umtauſch nur von Muͤhſal auszuwandern. Wir bleiben in Geduld, bis unſre Reiſe geht Nach einem Sterne, der in beſſerm Gleiſe dreht. 27. Ihr meinet wol, ich ſchwimm' in lauter Ueberfluſſe, Und mir zu Theile ſei geworden zuviel Muße. Mir iſt vom Ueberfluß kein Troͤpfchen uͤberfluͤſſig, Denn keine Stunde bin ich in der Muße muͤßig.

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Zitationshilfe: Rückert, Friedrich: Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 6. Leipzig, 1839, S. 284. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/rueckert_brahmane06_1839/294>, abgerufen am 19.04.2019.