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Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679.

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[Spaltenumbruch] Stuck weis/ wie man es an sich selbsten findet/ gegraben/ aber wie kleine Stücklein/ welche mit sonderbarer Schwärtze hervorleuchten/ oder auch blatter weis an denen Marmor und andern Steinen anstossende gefunden. Eine iede Art Bley kan leichtlich gegossen werden/ dann durch die Hitze des Feuers zerschmiltzt es/ ehe es sich anzündet/ wann es aber in einen heissen Ofen gethan wird/ so verliert es seine Gestalt und dauret nicht. Sintemal der eine Theil sich in Silberglätt/ der ander aber in Unrat verwandelt. Von dieser Art Bley ist das Schwartze weich/ und lässt sich gar leicht durch den Hammer bändigen und breit machen/ ist an sich selbsten sehr schwer und gewichtig. Das Weisse ist viel härter und auch leicht. Das Aschenfarbe aber noch härter als das Weisse/ und so viel die Schwere betrifft etwas mittelmässig.

Kupfer. Von Kupfer/ werden bisweilen die öffentlichen Gebäue bedecket/ davon auch die Alten die Nägel gemacht/ und Doroni genennt/ welche so wol unten/ als oben in die Steine gesetzt/ verhüten/ daß die Steine nicht aus ihrem Ort weichen können/ auch die Hacken/ die man einschlägt damit zwey Steine sein fest und Steiff aneinander stehen. Und dieser Nägel/ oder Hacken bedienen wir uns/ damit das gantze Gebäu/ welches nothwendiger weis/ aus vielen Steinen gemacht werden mus/ wann sie auf solche Art zusammen gefüget und gehäfftet/ gleichsam ein Stuck daraus/ und dahero viel stärcker und dauerhaffter werden. Man macht auch Nägel und Hacken von Eisen/ die Alten haben sie aber mehrentheils von Kupfer verfertiget/ damit sie durch die Zeit nicht so bald verzehrt werden/ weil es nicht rostet. Sie haben gleicher massen die Buchstaben gemacht zur Uberschrifft/ an statt einer Zierade der Gebäuen/ und/ wie man lieset/ sollen die hundert Thore zu Babilonien darvon gemacht gewesen seyn/ und in der Insul Gad, zwey Seulen Herculis acht Elen hoch. Das jenige Kupfer/ welches/ wanns zerschmoltzen/ von den andern Mineralien abgesondert wird/ und von rother farb/ aber benebenst etwas gelb/ und voller Löcher ist/ so ein Anzeichen/ daß es wol geläutert/ und keinen Unrat mehr hat/ das ist das herrlichst und beste. Daß Kupfer wird glüend gemacht/ wie das Eisen/ zerschmiltzt/ und kan gegossen werden. Wann es aber in einen gar heissen Ofen gethan wird/ so kan es der Flammen Hitz nicht vertragen/ sondern verzehret sich stracks; ungeachtet dis schon ziemlich hart/ so lässt es sich doch durch den Hammer bändigen[Spaltenumbruch] und in gantz subtile Platten schlagen. Im gegossenen weichen Bech/ wird es am besten erhalten/ damit es nicht mir das Eisen roste. Es hat doch gleichwol auch seinen Rost/ so wir Kupfer-grün nennen/ absonderlich wann es scharffe feuchte Sachen berührt/ aus diesem Metall/ wann es mit Zinn/ oder Bley/ oder Messing/ so auch eine Art Kupfer ist/ und von Galmey/ einer sonderlichen Erden/ die Farb bekommt/ gemischet wird/ wird ein Metall die Glockenspeis genannt/ daraus/ dero die Baumeister sich sehr offt bedienen/ und machen aus solcher/ Piedestali, Seulen/ Capitellen/ Statuen/ und andere dergleichen Sachen. Zu Rom in der Kirchen zu St. Johann in Laterano werden vier solche Seulen gesehen/ deren eine nur ein Capitel hat/ die hat Augustus aus dem Metall/ welches an denen von M. Antonio in Egypten eroberten/ Schiff-Schnabeln gewesen/ machen lassen. So sind auch annoch in Rom bis auf diese Stund noch vier Thüren/ als eine in der Kirchen alla Rotonda, so das Pantheon gewesen/ bey St. Adrian so der Tempel Saturni war/ bey St. Cosmo und Damiano, so der Tempel Castor und Pollux, oder auch Romuli und Remi, und bey St. Agnes vor der heutigs Tags genanten Agnes-Pforten. Die Schönste unter allen ist die alla Rotonda, an welcher die Alten in der Kunst demjenigen Metall zu Corintho nachahmen wollen/ an welchem das gelbe des Golds vor andern sich hervor gethan. Dann wir lesen/ daß als Corintho die Stadt zerstöret und verbrand worden sey/ das Gold/ Silber und Kupfer in einen Hauffen zusammen geschmoltzen das Glück aber hat es so temperirt/ und eine solche Vermischung von dreyerley Art Kupfers zu seyn gemacht/ daß es hernach Corinthische Seulen genent worden. An einem hat das Silber vorgeschlagen; weil es weis geblieben/ und solchem mit den Glantz sehr nahe kommen. An einer andern schlug das Gold vor/ und wurde gelb und Goldfarb. Die dritte war/ daß diese drey Metalle Gold/ Silber und Kupfer/ so gleich ausgetheilet worden/ daß zu verwundern. Und diese Arten haben nachgehends unterschiedliche Leute nachgegossen. Bis hieher hab ich nun angedeutet/ was ich vermeine am Nothwendigsten zu seyn/ so man vor Anfahung eines Baus zu betrachten und herbey zuschaffen. Ist allein noch übrig/ daß wir auch etwas melden von der Grund-Veste/ wie man die zubereitete Materi zu dem Werck auch recht anfahen möge.

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[Spaltenumbruch] Stuck weis/ wie man es an sich selbsten findet/ gegraben/ aber wie kleine Stücklein/ welche mit sonderbarer Schwärtze hervorleuchten/ oder auch blatter weis an denen Marmor und andern Steinen anstossende gefunden. Eine iede Art Bley kan leichtlich gegossen werden/ dann durch die Hitze des Feuers zerschmiltzt es/ ehe es sich anzündet/ wann es aber in einen heissen Ofen gethan wird/ so verliert es seine Gestalt und dauret nicht. Sintemal der eine Theil sich in Silberglätt/ der ander aber in Unrat verwandelt. Von dieser Art Bley ist das Schwartze weich/ und lässt sich gar leicht durch den Hammer bändigen und breit machen/ ist an sich selbsten sehr schwer und gewichtig. Das Weisse ist viel härter und auch leicht. Das Aschenfarbe aber noch härter als das Weisse/ und so viel die Schwere betrifft etwas mittelmässig.

Kupfer. Von Kupfer/ werden bisweilen die öffentlichen Gebäue bedecket/ davon auch die Alten die Nägel gemacht/ und Doroni genennt/ welche so wol unten/ als oben in die Steine gesetzt/ verhüten/ daß die Steine nicht aus ihrem Ort weichen können/ auch die Hacken/ die man einschlägt damit zwey Steine sein fest und Steiff aneinander stehen. Und dieser Nägel/ oder Hacken bedienen wir uns/ damit das gantze Gebäu/ welches nothwendiger weis/ aus vielen Steinen gemacht werden mus/ wann sie auf solche Art zusammen gefüget und gehäfftet/ gleichsam ein Stuck daraus/ und dahero viel stärcker und dauerhaffter werden. Man macht auch Nägel und Hacken von Eisen/ die Alten haben sie aber mehrentheils von Kupfer verfertiget/ damit sie durch die Zeit nicht so bald verzehrt werden/ weil es nicht rostet. Sie haben gleicher massen die Buchstaben gemacht zur Uberschrifft/ an statt einer Zierade der Gebäuen/ und/ wie man lieset/ sollen die hundert Thore zu Babilonien darvon gemacht gewesen seyn/ und in der Insul Gad, zwey Seulen Herculis acht Elen hoch. Das jenige Kupfer/ welches/ wanns zerschmoltzen/ von den andern Mineralien abgesondert wird/ und von rother farb/ aber benebenst etwas gelb/ und voller Löcher ist/ so ein Anzeichen/ daß es wol geläutert/ und keinen Unrat mehr hat/ das ist das herrlichst und beste. Daß Kupfer wird glüend gemacht/ wie das Eisen/ zerschmiltzt/ und kan gegossen werden. Wann es aber in einen gar heissen Ofen gethan wird/ so kan es der Flammen Hitz nicht vertragen/ sondern verzehret sich stracks; ungeachtet dis schon ziemlich hart/ so lässt es sich doch durch den Hammer bändigen[Spaltenumbruch] und in gantz subtile Platten schlagen. Im gegossenen weichen Bech/ wird es am besten erhalten/ damit es nicht mir das Eisen roste. Es hat doch gleichwol auch seinen Rost/ so wir Kupfer-grün nennen/ absonderlich wann es scharffe feuchte Sachen berührt/ aus diesem Metall/ wann es mit Zinn/ oder Bley/ oder Messing/ so auch eine Art Kupfer ist/ und von Galmey/ einer sonderlichen Erden/ die Farb bekommt/ gemischet wird/ wird ein Metall die Glockenspeis genannt/ daraus/ dero die Baumeister sich sehr offt bedienen/ und machen aus solcher/ Piedestali, Seulen/ Capitellen/ Statuen/ und andere dergleichen Sachen. Zu Rom in der Kirchen zu St. Johann in Laterano werden vier solche Seulen gesehen/ deren eine nur ein Capitel hat/ die hat Augustus aus dem Metall/ welches an denen von M. Antonio in Egypten eroberten/ Schiff-Schnabeln gewesen/ machen lassen. So sind auch annoch in Rom bis auf diese Stund noch vier Thüren/ als eine in der Kirchen alla Rotonda, so das Pantheon gewesen/ bey St. Adrian so der Tempel Saturni war/ bey St. Cosmo und Damiano, so der Tempel Castor und Pollux, oder auch Romuli und Remi, und bey St. Agnes vor der heutigs Tags genanten Agnes-Pforten. Die Schönste unter allen ist die alla Rotonda, an welcher die Alten in der Kunst demjenigen Metall zu Corintho nachahmen wollen/ an welchem das gelbe des Golds vor andern sich hervor gethan. Dann wir lesen/ daß als Corintho die Stadt zerstöret und verbrand worden sey/ das Gold/ Silber und Kupfer in einen Hauffen zusammen geschmoltzen das Glück aber hat es so temperirt/ und eine solche Vermischung von dreyerley Art Kupfers zu seyn gemacht/ daß es hernach Corinthische Seulen genent worden. An einem hat das Silber vorgeschlagen; weil es weis geblieben/ und solchem mit den Glantz sehr nahe kommen. An einer andern schlug das Gold vor/ und wurde gelb und Goldfarb. Die dritte war/ daß diese drey Metalle Gold/ Silber und Kupfer/ so gleich ausgetheilet worden/ daß zu verwundern. Und diese Arten haben nachgehends unterschiedliche Leute nachgegossen. Bis hieher hab ich nun angedeutet/ was ich vermeine am Nothwendigsten zu seyn/ so man vor Anfahung eines Baus zu betrachten und herbey zuschaffen. Ist allein noch übrig/ daß wir auch etwas melden von der Grund-Veste/ wie man die zubereitete Materi zu dem Werck auch recht anfahen möge.

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Stuck weis/ wie man es an sich selbsten findet/ gegraben/ aber wie kleine Stücklein/ welche mit sonderbarer Schwärtze hervorleuchten/ oder auch blatter weis an denen Marmor und andern Steinen anstossende gefunden. Eine iede Art Bley kan leichtlich gegossen werden/ dann durch die Hitze des Feuers zerschmiltzt es/ ehe es sich anzündet/ wann es aber in einen heissen Ofen gethan wird/ so verliert es seine Gestalt und dauret nicht. Sintemal der eine Theil sich in Silberglätt/ der ander aber in Unrat verwandelt. Von dieser Art Bley ist das Schwartze weich/ und lässt sich gar leicht durch den Hammer bändigen und breit machen/ ist an sich selbsten sehr schwer und gewichtig. Das Weisse ist viel härter und auch leicht. Das Aschenfarbe aber noch härter als das Weisse/ und so viel die Schwere betrifft etwas mittelmässig.</p>
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[[I (Architektur), S. 7]/0204] Stuck weis/ wie man es an sich selbsten findet/ gegraben/ aber wie kleine Stücklein/ welche mit sonderbarer Schwärtze hervorleuchten/ oder auch blatter weis an denen Marmor und andern Steinen anstossende gefunden. Eine iede Art Bley kan leichtlich gegossen werden/ dann durch die Hitze des Feuers zerschmiltzt es/ ehe es sich anzündet/ wann es aber in einen heissen Ofen gethan wird/ so verliert es seine Gestalt und dauret nicht. Sintemal der eine Theil sich in Silberglätt/ der ander aber in Unrat verwandelt. Von dieser Art Bley ist das Schwartze weich/ und lässt sich gar leicht durch den Hammer bändigen und breit machen/ ist an sich selbsten sehr schwer und gewichtig. Das Weisse ist viel härter und auch leicht. Das Aschenfarbe aber noch härter als das Weisse/ und so viel die Schwere betrifft etwas mittelmässig. Von Kupfer/ werden bisweilen die öffentlichen Gebäue bedecket/ davon auch die Alten die Nägel gemacht/ und Doroni genennt/ welche so wol unten/ als oben in die Steine gesetzt/ verhüten/ daß die Steine nicht aus ihrem Ort weichen können/ auch die Hacken/ die man einschlägt damit zwey Steine sein fest und Steiff aneinander stehen. Und dieser Nägel/ oder Hacken bedienen wir uns/ damit das gantze Gebäu/ welches nothwendiger weis/ aus vielen Steinen gemacht werden mus/ wann sie auf solche Art zusammen gefüget und gehäfftet/ gleichsam ein Stuck daraus/ und dahero viel stärcker und dauerhaffter werden. Man macht auch Nägel und Hacken von Eisen/ die Alten haben sie aber mehrentheils von Kupfer verfertiget/ damit sie durch die Zeit nicht so bald verzehrt werden/ weil es nicht rostet. Sie haben gleicher massen die Buchstaben gemacht zur Uberschrifft/ an statt einer Zierade der Gebäuen/ und/ wie man lieset/ sollen die hundert Thore zu Babilonien darvon gemacht gewesen seyn/ und in der Insul Gad, zwey Seulen Herculis acht Elen hoch. Das jenige Kupfer/ welches/ wanns zerschmoltzen/ von den andern Mineralien abgesondert wird/ und von rother farb/ aber benebenst etwas gelb/ und voller Löcher ist/ so ein Anzeichen/ daß es wol geläutert/ und keinen Unrat mehr hat/ das ist das herrlichst und beste. Daß Kupfer wird glüend gemacht/ wie das Eisen/ zerschmiltzt/ und kan gegossen werden. Wann es aber in einen gar heissen Ofen gethan wird/ so kan es der Flammen Hitz nicht vertragen/ sondern verzehret sich stracks; ungeachtet dis schon ziemlich hart/ so lässt es sich doch durch den Hammer bändigen und in gantz subtile Platten schlagen. Im gegossenen weichen Bech/ wird es am besten erhalten/ damit es nicht mir das Eisen roste. Es hat doch gleichwol auch seinen Rost/ so wir Kupfer-grün nennen/ absonderlich wann es scharffe feuchte Sachen berührt/ aus diesem Metall/ wann es mit Zinn/ oder Bley/ oder Messing/ so auch eine Art Kupfer ist/ und von Galmey/ einer sonderlichen Erden/ die Farb bekommt/ gemischet wird/ wird ein Metall die Glockenspeis genannt/ daraus/ dero die Baumeister sich sehr offt bedienen/ und machen aus solcher/ Piedestali, Seulen/ Capitellen/ Statuen/ und andere dergleichen Sachen. Zu Rom in der Kirchen zu St. Johann in Laterano werden vier solche Seulen gesehen/ deren eine nur ein Capitel hat/ die hat Augustus aus dem Metall/ welches an denen von M. Antonio in Egypten eroberten/ Schiff-Schnabeln gewesen/ machen lassen. So sind auch annoch in Rom bis auf diese Stund noch vier Thüren/ als eine in der Kirchen alla Rotonda, so das Pantheon gewesen/ bey St. Adrian so der Tempel Saturni war/ bey St. Cosmo und Damiano, so der Tempel Castor und Pollux, oder auch Romuli und Remi, und bey St. Agnes vor der heutigs Tags genanten Agnes-Pforten. Die Schönste unter allen ist die alla Rotonda, an welcher die Alten in der Kunst demjenigen Metall zu Corintho nachahmen wollen/ an welchem das gelbe des Golds vor andern sich hervor gethan. Dann wir lesen/ daß als Corintho die Stadt zerstöret und verbrand worden sey/ das Gold/ Silber und Kupfer in einen Hauffen zusammen geschmoltzen das Glück aber hat es so temperirt/ und eine solche Vermischung von dreyerley Art Kupfers zu seyn gemacht/ daß es hernach Corinthische Seulen genent worden. An einem hat das Silber vorgeschlagen; weil es weis geblieben/ und solchem mit den Glantz sehr nahe kommen. An einer andern schlug das Gold vor/ und wurde gelb und Goldfarb. Die dritte war/ daß diese drey Metalle Gold/ Silber und Kupfer/ so gleich ausgetheilet worden/ daß zu verwundern. Und diese Arten haben nachgehends unterschiedliche Leute nachgegossen. Bis hieher hab ich nun angedeutet/ was ich vermeine am Nothwendigsten zu seyn/ so man vor Anfahung eines Baus zu betrachten und herbey zuschaffen. Ist allein noch übrig/ daß wir auch etwas melden von der Grund-Veste/ wie man die zubereitete Materi zu dem Werck auch recht anfahen möge. Kupfer. [Abbildung [Abbildung] ]

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Zitationshilfe: Sandrart, Joachim von: L’Academia Todesca. della Architectura, Scultura & Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild- und Mahlerey-Künste. Bd. 2,1. Nürnberg, 1679, S. [I (Architektur), S. 7]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/sandrart_academie0201_1679/204>, abgerufen am 27.05.2020.