Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 7. Berlin, 1848.

Bild:
<< vorherige Seite
Beilage XVIII.
Restitution der Minderjährigen, welche in väterlicher
Gewalt stehen.
L. 3 § 4 de minor. (4. 4).
L. 2 C. de filiofam. minore (2. 23).
(Zu § 323 Note q).


Ueber die Restitution der in väterlicher Gewalt stehenden
Minderjährigen werden von den Schriftstellern folgende
Sätze als sichere Regeln anerkannt:
Der Minderjährige erhält gegen seine Handlungen
dieselbe Restitution, wie wenn er nicht in väterlicher
Gewalt stände, vorausgesetzt (so wie bei jeder Re-
stitution), daß er ein Interesse dabei hat;
Der Vater soll von dieser Restitution keinen Vortheil
ziehen, kann sie also nicht für sich geltend machen.

Auch sind diese Sätze in der Hauptstelle, die von dieser
Frage handelt, als Regeln so klar und entschieden aus-
gesprochen, daß darüber kaum ein Zweifel seyn konnte (a).
Nur wird fast eben so allgemein für den ersten dieser beiden
Sätze eine Ausnahme behauptet, und diese Ausnahme ist

(a) L. 3 § 4 de min. (4. 4).
Beilage XVIII.
Reſtitution der Minderjährigen, welche in väterlicher
Gewalt ſtehen.
L. 3 § 4 de minor. (4. 4).
L. 2 C. de filiofam. minore (2. 23).
(Zu § 323 Note q).


Ueber die Reſtitution der in väterlicher Gewalt ſtehenden
Minderjährigen werden von den Schriftſtellern folgende
Sätze als ſichere Regeln anerkannt:
Der Minderjährige erhält gegen ſeine Handlungen
dieſelbe Reſtitution, wie wenn er nicht in väterlicher
Gewalt ſtände, vorausgeſetzt (ſo wie bei jeder Re-
ſtitution), daß er ein Intereſſe dabei hat;
Der Vater ſoll von dieſer Reſtitution keinen Vortheil
ziehen, kann ſie alſo nicht für ſich geltend machen.

Auch ſind dieſe Sätze in der Hauptſtelle, die von dieſer
Frage handelt, als Regeln ſo klar und entſchieden aus-
geſprochen, daß darüber kaum ein Zweifel ſeyn konnte (a).
Nur wird faſt eben ſo allgemein für den erſten dieſer beiden
Sätze eine Ausnahme behauptet, und dieſe Ausnahme iſt

(a) L. 3 § 4 de min. (4. 4).
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0299" n="[277]"/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#b">Beilage <hi rendition="#aq">XVIII.</hi></hi><lb/>
Re&#x017F;titution der Minderjährigen, welche in väterlicher<lb/>
Gewalt &#x017F;tehen.</head><lb/>
          <list>
            <item><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">L.</hi> 3 § 4 <hi rendition="#i">de minor.</hi></hi> (4. 4).</item><lb/>
            <item><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">L.</hi> 2 <hi rendition="#i">C. de filiofam. minore</hi></hi> (2. 23).</item><lb/>
            <item>(Zu § 323 Note <hi rendition="#aq">q</hi>).</item>
          </list><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <p><hi rendition="#in">U</hi>eber die Re&#x017F;titution der in väterlicher Gewalt &#x017F;tehenden<lb/>
Minderjährigen werden von den Schrift&#x017F;tellern folgende<lb/>
Sätze als &#x017F;ichere Regeln anerkannt:<lb/><hi rendition="#et">Der Minderjährige erhält gegen &#x017F;eine Handlungen<lb/>
die&#x017F;elbe Re&#x017F;titution, wie wenn er nicht in väterlicher<lb/>
Gewalt &#x017F;tände, vorausge&#x017F;etzt (&#x017F;o wie bei jeder Re-<lb/>
&#x017F;titution), daß er ein Intere&#x017F;&#x017F;e dabei hat;<lb/>
Der Vater &#x017F;oll von die&#x017F;er Re&#x017F;titution keinen Vortheil<lb/>
ziehen, kann &#x017F;ie al&#x017F;o nicht für &#x017F;ich geltend machen.</hi><lb/>
Auch &#x017F;ind die&#x017F;e Sätze in der Haupt&#x017F;telle, die von die&#x017F;er<lb/>
Frage handelt, als Regeln &#x017F;o klar und ent&#x017F;chieden aus-<lb/>
ge&#x017F;prochen, daß darüber kaum ein Zweifel &#x017F;eyn konnte <note place="foot" n="(a)"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">L.</hi> 3 § 4 <hi rendition="#i">de min.</hi></hi> (4. 4).</note>.<lb/>
Nur wird fa&#x017F;t eben &#x017F;o allgemein für den er&#x017F;ten die&#x017F;er beiden<lb/>
Sätze eine Ausnahme behauptet, und die&#x017F;e Ausnahme i&#x017F;t<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[277]/0299] Beilage XVIII. Reſtitution der Minderjährigen, welche in väterlicher Gewalt ſtehen. L. 3 § 4 de minor. (4. 4). L. 2 C. de filiofam. minore (2. 23). (Zu § 323 Note q). Ueber die Reſtitution der in väterlicher Gewalt ſtehenden Minderjährigen werden von den Schriftſtellern folgende Sätze als ſichere Regeln anerkannt: Der Minderjährige erhält gegen ſeine Handlungen dieſelbe Reſtitution, wie wenn er nicht in väterlicher Gewalt ſtände, vorausgeſetzt (ſo wie bei jeder Re- ſtitution), daß er ein Intereſſe dabei hat; Der Vater ſoll von dieſer Reſtitution keinen Vortheil ziehen, kann ſie alſo nicht für ſich geltend machen. Auch ſind dieſe Sätze in der Hauptſtelle, die von dieſer Frage handelt, als Regeln ſo klar und entſchieden aus- geſprochen, daß darüber kaum ein Zweifel ſeyn konnte (a). Nur wird faſt eben ſo allgemein für den erſten dieſer beiden Sätze eine Ausnahme behauptet, und dieſe Ausnahme iſt (a) L. 3 § 4 de min. (4. 4).

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system07_1848
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system07_1848/299
Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 7. Berlin, 1848, S. [277]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system07_1848/299>, abgerufen am 25.08.2019.