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Schliemann, Heinrich: Trojanische Alterthümer. Bericht über die Ausgrabungen in Troja. Leipzig, 1874.

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I.

In meinem 1869 publicirten Werke "Ithaque, le Pelo-
ponnese et Troie" 1 habe ich mich bemüht, sowohl
durch das Resultat meiner eigenen Ausgrabungen, als
durch die Angaben der Ilias zu beweisen, dass das ho-
merische Troja unmöglicherweise auf den Höhen von
Bunarbaschi gelegen haben kann, wohin es die meisten
Archäologen verlegen. Gleichzeitig habe ich dahin ge-
strebt darzuthun, dass Troja's Baustelle nothwendiger-
weise identisch sein muss mit der Baustelle der Stadt,
die im ganzen Alterthum, und bis zu ihrem gänzlichen
Untergang am Ende des 8. oder im Anfange des 9. Jahr-
hundert n. Chr., Ilium hiess und erst 1000 Jahre
nach ihrem Verschwinden -- sage im Jahr 1788 n. Chr.
-- Ilium Novum getauft wurde durch Lechevalier,
welcher, wie es sein Werk "Voyage de la Troade" (3e
ed. Paris 1802) beweist, nie sein Ilium Novum besucht
haben kann, denn er versetzt es auf seiner Karte auf
jene Seite des Skamanders neben Kum-Kale, und somit
6 Kilometer von dem richtigen Orte.

1 Deutsche Uebersetzung: "Ithaka, der Peloponnes und Troja. Archäo-
logische Forschungen". (Leipzig, Giesecke u. Devrient 1869.)
Schliemann, Troja. 1
I.

In meinem 1869 publicirten Werke „Ithaque, le Pélo-
ponnèse et Troie“ 1 habe ich mich bemüht, sowohl
durch das Resultat meiner eigenen Ausgrabungen, als
durch die Angaben der Ilias zu beweisen, dass das ho-
merische Troja unmöglicherweise auf den Höhen von
Bunarbaschi gelegen haben kann, wohin es die meisten
Archäologen verlegen. Gleichzeitig habe ich dahin ge-
strebt darzuthun, dass Troja’s Baustelle nothwendiger-
weise identisch sein muss mit der Baustelle der Stadt,
die im ganzen Alterthum, und bis zu ihrem gänzlichen
Untergang am Ende des 8. oder im Anfange des 9. Jahr-
hundert n. Chr., Ilium hiess und erst 1000 Jahre
nach ihrem Verschwinden — sage im Jahr 1788 n. Chr.
— Ilium Novum getauft wurde durch Lechevalier,
welcher, wie es sein Werk „Voyage de la Troade“ (3e
éd. Paris 1802) beweist, nie sein Ilium Novum besucht
haben kann, denn er versetzt es auf seiner Karte auf
jene Seite des Skamanders neben Kum-Kalé, und somit
6 Kilometer von dem richtigen Orte.

1 Deutsche Uebersetzung: „Ithaka, der Peloponnes und Troja. Archäo-
logische Forschungen“. (Leipzig, Giesecke u. Devrient 1869.)
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[[1]/0067] I. Auf dem Berge Hissarlik (in der Ebene von Troja), 18. October 1871. In meinem 1869 publicirten Werke „Ithaque, le Pélo- ponnèse et Troie“ 1 habe ich mich bemüht, sowohl durch das Resultat meiner eigenen Ausgrabungen, als durch die Angaben der Ilias zu beweisen, dass das ho- merische Troja unmöglicherweise auf den Höhen von Bunarbaschi gelegen haben kann, wohin es die meisten Archäologen verlegen. Gleichzeitig habe ich dahin ge- strebt darzuthun, dass Troja’s Baustelle nothwendiger- weise identisch sein muss mit der Baustelle der Stadt, die im ganzen Alterthum, und bis zu ihrem gänzlichen Untergang am Ende des 8. oder im Anfange des 9. Jahr- hundert n. Chr., Ilium hiess und erst 1000 Jahre nach ihrem Verschwinden — sage im Jahr 1788 n. Chr. — Ilium Novum getauft wurde durch Lechevalier, welcher, wie es sein Werk „Voyage de la Troade“ (3e éd. Paris 1802) beweist, nie sein Ilium Novum besucht haben kann, denn er versetzt es auf seiner Karte auf jene Seite des Skamanders neben Kum-Kalé, und somit 6 Kilometer von dem richtigen Orte. 1 Deutsche Uebersetzung: „Ithaka, der Peloponnes und Troja. Archäo- logische Forschungen“. (Leipzig, Giesecke u. Devrient 1869.) Schliemann, Troja. 1

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Zitationshilfe: Schliemann, Heinrich: Trojanische Alterthümer. Bericht über die Ausgrabungen in Troja. Leipzig, 1874, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schliemann_trojanische_1874/67>, abgerufen am 24.03.2019.