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Schreiner, Olive (Übers. Helene Lobedan): Peter Halket im Mashonalande. Berlin, 1898.

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sie geworfen, sodaß einige der Leute dort Schutz fanden. An der anderen Seite, der gerodeten und offenen Stelle, die den Lagerplatz bildete, war ein kleineres Segeltuch über zwei Pfähle gehängt und bildete eine Art von Zelt. Nach links zu, durch einige Büsche von dem übrigen Lager getrennt, stand unter einem hohen Baum das glockenförmige Zelt des Hauptmanns. Diesem Zelt gegenüber befand sich ein verkrüppelter Baum; der dicke und kurze weiße Stamm sah knorrig und wie vom Winde hin und her gedreht aus, während die beiden häßlichen gewundenen Äste wie ausgestreckte Arme erschienen.

Vor diesem Baum ging, das Gewehr im Arm, ein Soldat auf und ab. Er hielt den Kopf gesenkt und die Augen auf den Boden geheftet, während die Sonne auf ihn herunter brannte.

An drei oder vier verschiedenen Stellen des Lagers war Feuer zum Kochen angezündet; an drei derselben wurde Mais und Reis gekocht, das einzige Nahrungsmittel der Leute, denen der Vorrat an Fleisch in Blechbüchsen ausgegangen war. Die vierte Feuerstelle wurde von einem jungen Schwarzen bedient, der das schmackhaftere Essen für den Hauptmann zubereitete.

Die Mehrzahl der Leute war zur Zeit nicht im Lager anwesend. Man hatte erfahren, daß die Maultiere sich ein paar englische Meilen entfernt in den Hügeln aufhielten und die farbigen Diener waren

sie geworfen, sodaß einige der Leute dort Schutz fanden. An der anderen Seite, der gerodeten und offenen Stelle, die den Lagerplatz bildete, war ein kleineres Segeltuch über zwei Pfähle gehängt und bildete eine Art von Zelt. Nach links zu, durch einige Büsche von dem übrigen Lager getrennt, stand unter einem hohen Baum das glockenförmige Zelt des Hauptmanns. Diesem Zelt gegenüber befand sich ein verkrüppelter Baum; der dicke und kurze weiße Stamm sah knorrig und wie vom Winde hin und her gedreht aus, während die beiden häßlichen gewundenen Äste wie ausgestreckte Arme erschienen.

Vor diesem Baum ging, das Gewehr im Arm, ein Soldat auf und ab. Er hielt den Kopf gesenkt und die Augen auf den Boden geheftet, während die Sonne auf ihn herunter brannte.

An drei oder vier verschiedenen Stellen des Lagers war Feuer zum Kochen angezündet; an drei derselben wurde Mais und Reis gekocht, das einzige Nahrungsmittel der Leute, denen der Vorrat an Fleisch in Blechbüchsen ausgegangen war. Die vierte Feuerstelle wurde von einem jungen Schwarzen bedient, der das schmackhaftere Essen für den Hauptmann zubereitete.

Die Mehrzahl der Leute war zur Zeit nicht im Lager anwesend. Man hatte erfahren, daß die Maultiere sich ein paar englische Meilen entfernt in den Hügeln aufhielten und die farbigen Diener waren

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[87/0087] sie geworfen, sodaß einige der Leute dort Schutz fanden. An der anderen Seite, der gerodeten und offenen Stelle, die den Lagerplatz bildete, war ein kleineres Segeltuch über zwei Pfähle gehängt und bildete eine Art von Zelt. Nach links zu, durch einige Büsche von dem übrigen Lager getrennt, stand unter einem hohen Baum das glockenförmige Zelt des Hauptmanns. Diesem Zelt gegenüber befand sich ein verkrüppelter Baum; der dicke und kurze weiße Stamm sah knorrig und wie vom Winde hin und her gedreht aus, während die beiden häßlichen gewundenen Äste wie ausgestreckte Arme erschienen. Vor diesem Baum ging, das Gewehr im Arm, ein Soldat auf und ab. Er hielt den Kopf gesenkt und die Augen auf den Boden geheftet, während die Sonne auf ihn herunter brannte. An drei oder vier verschiedenen Stellen des Lagers war Feuer zum Kochen angezündet; an drei derselben wurde Mais und Reis gekocht, das einzige Nahrungsmittel der Leute, denen der Vorrat an Fleisch in Blechbüchsen ausgegangen war. Die vierte Feuerstelle wurde von einem jungen Schwarzen bedient, der das schmackhaftere Essen für den Hauptmann zubereitete. Die Mehrzahl der Leute war zur Zeit nicht im Lager anwesend. Man hatte erfahren, daß die Maultiere sich ein paar englische Meilen entfernt in den Hügeln aufhielten und die farbigen Diener waren

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Zitationshilfe: Schreiner, Olive (Übers. Helene Lobedan): Peter Halket im Mashonalande. Berlin, 1898, S. 87. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schreiner_halket_1898/87>, abgerufen am 29.09.2020.