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Schwappach, Adam: Forstpolitik, Jagd- und Fischereipolitik. Leipzig, 1894.

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A. Erster (allgemeiner) Teil.

2. durch die Gelegenheit zum Arbeitsverdienst, welchen
Gewinnung, Transport und Verarbeitung der Forstprodukte
unmittelbar und mittelbar gewähren;

3. in den günstigen Einflüssen, die der Wald auf das
von ihm bedeckte Land und dessen Umgebung ausübt
;

4. in dem hygienischen, ethischen und ästhetischen
Nutzen, den die menschliche Gesellschaft aus dem Vor-
handensein des Waldes zieht
.

1. Kapitel. Die materiellen Erträge der Forstwirtschaft.

§ 1. Holzerträge (Hauptnutzungserträge). Im modernen Wirt-
schaftswald bildet das Holz jenes Produkt des Waldes, welches in
weitaus überwiegendem Masse die Rentabilität der Forstwirtschaft
bestimmt.

Die Holznutzung erfolgt vorwiegend gelegentlich der Verjüngung
der Bestände, die sich entweder in Form von Kahlhieben oder in jener der
sich über bald längere, bald kürzere Zeiträume erstreckenden natürlichen
Verjüngung vollzieht; die hierbei anfallenden Holzmassen werden nach
der üblichen Bezeichnungsweise Hauptnutzung (im engeren Sinne) ge-
nannt; ausserdem liefert aber jeder Bestand schon während seines Wachs-
tumes nicht unbeträchtliche Holzmassen durch jene Stammindividuen, die
entweder im Kampfe ums Dasein unterliegen oder aus anderen Ursachen
absterben, oder welche aus Rücksichten der Bestandespflege, um das
Wachstum der verbleibenden Stämme zu fördern, im Wege der Durch-
forstungen, Lichtungshiebe u. s. w. herausgenommen wurden.

Diese sog. Zwischennutzungen 1) wurden fast bis in die neueste
Zeit herein nicht genügend beachtet, obwohl sie als Massregeln der
Bestandespflege ebenso wie vom Standpunkte der Rentabilität eine sehr
wichtige Rolle spielen. Ihre Masse repräsentirt je nach Holzart, Länge
der Umtriebszeit und der Intensität der Durchführung 30 bis 40 Proz.
der gesamten Wachstumsleistung.

Noch mehr aber fallen dieselben bei der Bemessung der Rentabili-
tät der Forstwirtschaft ins Gewicht, weil zu diesem Behufe ihr Geld-
wert bis zum Moment des Abtriebes des ganzen Bestandes prolongiert
wird. Bei den langen Zeiträumen, welche das Leben eines Bestandes
umfasst, ergeben sich daher auch aus relativ kleinen, aber frühzeitig

1) Eine scharfe Grenze zwischen den Hauptnutzungen und den Zwischen-
nutzungen ist in manchen Fällen schwer zu ziehen (Lichtungshiebe, horstweise Vor-
verjüngungen u. s. w.); die hier mitgeteilte Definition genügt jedoch für die Zwecke
dieser Betrachtung.
A. Erster (allgemeiner) Teil.

2. durch die Gelegenheit zum Arbeitsverdienst, welchen
Gewinnung, Transport und Verarbeitung der Forstprodukte
unmittelbar und mittelbar gewähren;

3. in den günstigen Einflüssen, die der Wald auf das
von ihm bedeckte Land und dessen Umgebung ausübt
;

4. in dem hygienischen, ethischen und ästhetischen
Nutzen, den die menschliche Gesellschaft aus dem Vor-
handensein des Waldes zieht
.

1. Kapitel. Die materiellen Erträge der Forstwirtschaft.

§ 1. Holzerträge (Hauptnutzungserträge). Im modernen Wirt-
schaftswald bildet das Holz jenes Produkt des Waldes, welches in
weitaus überwiegendem Maſse die Rentabilität der Forstwirtschaft
bestimmt.

Die Holznutzung erfolgt vorwiegend gelegentlich der Verjüngung
der Bestände, die sich entweder in Form von Kahlhieben oder in jener der
sich über bald längere, bald kürzere Zeiträume erstreckenden natürlichen
Verjüngung vollzieht; die hierbei anfallenden Holzmassen werden nach
der üblichen Bezeichnungsweise Hauptnutzung (im engeren Sinne) ge-
nannt; auſserdem liefert aber jeder Bestand schon während seines Wachs-
tumes nicht unbeträchtliche Holzmassen durch jene Stammindividuen, die
entweder im Kampfe ums Dasein unterliegen oder aus anderen Ursachen
absterben, oder welche aus Rücksichten der Bestandespflege, um das
Wachstum der verbleibenden Stämme zu fördern, im Wege der Durch-
forstungen, Lichtungshiebe u. s. w. herausgenommen wurden.

Diese sog. Zwischennutzungen 1) wurden fast bis in die neueste
Zeit herein nicht genügend beachtet, obwohl sie als Maſsregeln der
Bestandespflege ebenso wie vom Standpunkte der Rentabilität eine sehr
wichtige Rolle spielen. Ihre Masse repräsentirt je nach Holzart, Länge
der Umtriebszeit und der Intensität der Durchführung 30 bis 40 Proz.
der gesamten Wachstumsleistung.

Noch mehr aber fallen dieselben bei der Bemessung der Rentabili-
tät der Forstwirtschaft ins Gewicht, weil zu diesem Behufe ihr Geld-
wert bis zum Moment des Abtriebes des ganzen Bestandes prolongiert
wird. Bei den langen Zeiträumen, welche das Leben eines Bestandes
umfaſst, ergeben sich daher auch aus relativ kleinen, aber frühzeitig

1) Eine scharfe Grenze zwischen den Hauptnutzungen und den Zwischen-
nutzungen ist in manchen Fällen schwer zu ziehen (Lichtungshiebe, horstweise Vor-
verjüngungen u. s. w.); die hier mitgeteilte Definition genügt jedoch für die Zwecke
dieser Betrachtung.
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[34/0052] A. Erster (allgemeiner) Teil. 2. durch die Gelegenheit zum Arbeitsverdienst, welchen Gewinnung, Transport und Verarbeitung der Forstprodukte unmittelbar und mittelbar gewähren; 3. in den günstigen Einflüssen, die der Wald auf das von ihm bedeckte Land und dessen Umgebung ausübt; 4. in dem hygienischen, ethischen und ästhetischen Nutzen, den die menschliche Gesellschaft aus dem Vor- handensein des Waldes zieht. 1. Kapitel. Die materiellen Erträge der Forstwirtschaft. § 1. Holzerträge (Hauptnutzungserträge). Im modernen Wirt- schaftswald bildet das Holz jenes Produkt des Waldes, welches in weitaus überwiegendem Maſse die Rentabilität der Forstwirtschaft bestimmt. Die Holznutzung erfolgt vorwiegend gelegentlich der Verjüngung der Bestände, die sich entweder in Form von Kahlhieben oder in jener der sich über bald längere, bald kürzere Zeiträume erstreckenden natürlichen Verjüngung vollzieht; die hierbei anfallenden Holzmassen werden nach der üblichen Bezeichnungsweise Hauptnutzung (im engeren Sinne) ge- nannt; auſserdem liefert aber jeder Bestand schon während seines Wachs- tumes nicht unbeträchtliche Holzmassen durch jene Stammindividuen, die entweder im Kampfe ums Dasein unterliegen oder aus anderen Ursachen absterben, oder welche aus Rücksichten der Bestandespflege, um das Wachstum der verbleibenden Stämme zu fördern, im Wege der Durch- forstungen, Lichtungshiebe u. s. w. herausgenommen wurden. Diese sog. Zwischennutzungen 1) wurden fast bis in die neueste Zeit herein nicht genügend beachtet, obwohl sie als Maſsregeln der Bestandespflege ebenso wie vom Standpunkte der Rentabilität eine sehr wichtige Rolle spielen. Ihre Masse repräsentirt je nach Holzart, Länge der Umtriebszeit und der Intensität der Durchführung 30 bis 40 Proz. der gesamten Wachstumsleistung. Noch mehr aber fallen dieselben bei der Bemessung der Rentabili- tät der Forstwirtschaft ins Gewicht, weil zu diesem Behufe ihr Geld- wert bis zum Moment des Abtriebes des ganzen Bestandes prolongiert wird. Bei den langen Zeiträumen, welche das Leben eines Bestandes umfaſst, ergeben sich daher auch aus relativ kleinen, aber frühzeitig 1) Eine scharfe Grenze zwischen den Hauptnutzungen und den Zwischen- nutzungen ist in manchen Fällen schwer zu ziehen (Lichtungshiebe, horstweise Vor- verjüngungen u. s. w.); die hier mitgeteilte Definition genügt jedoch für die Zwecke dieser Betrachtung.

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Zitationshilfe: Schwappach, Adam: Forstpolitik, Jagd- und Fischereipolitik. Leipzig, 1894, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwappach_forstpolitik_1894/52>, abgerufen am 22.04.2019.