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Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

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Kräuter vmb den
Knösplin/ in Forme vnd gestalt einer kleinen
Eichel in einem Hülßlin/ die wachsen her-
nach jmmer grösser/ Endlich im Herbste
verlieren sie die Forme/ werden rundlecht/
weich vnd schön Roth wie ein Kirsche/ am
Geschmack gar süsse/ welche die Knaben vnd
Hirten ohn allen schaden Essen. Das Holtz
ist glatt vnd roth/ wird zu Känlin vnd Löf-
feln gebraucht. Wird auch dem Viehe wie-
der den Biß der rasenden Hunde gegeben.

Eichbaum/ Eiche/

Quercus. Die
zarten jungen Bletter geben ein gutt Wasser
vor die Breune/ innerliche Entzündungen
vnd rothe Ruhr.

Eicheln/

Glandes qvercinae,

Eichöpffel/

Pilulae qvercinae,
wilde Gallöpffel.

Eichen Mistel/

Viscum qverci-
num/
Wird innerlich vor die Schwere
Kranckheit gebrauchet/ vnd auch am Halse
getragen.

Stein Eiche/

Robur, Qvercus pe-
traea.
Das Holtz ist härter vnd zum Baw
tüglicher. Behelt das Laub vber Winter.

Einbeere/

Herba Paris, Aconitun
Monococcon.
Die Beeren findet man im
Junio vnd Augustmonat/ werden sambt den
Blettern zerdrucket/ auff die gutten Blat-

tern

Kraͤuter vmb den
Knoͤſplin/ in Forme vnd geſtalt einer kleinen
Eichel in einem Huͤlßlin/ die wachſen her-
nach jmmer groͤſſer/ Endlich im Herbſte
verlieren ſie die Forme/ werden rundlecht/
weich vnd ſchoͤn Roth wie ein Kirſche/ am
Geſchmack gar ſuͤſſe/ welche die Knaben vnd
Hirten ohn allen ſchaden Eſſen. Das Holtz
iſt glatt vnd roth/ wird zu Kaͤnlin vnd Loͤf-
feln gebraucht. Wird auch dem Viehe wie-
der den Biß der raſenden Hunde gegeben.

Eichbaum/ Eiche/

Quercus. Die
zarten jungen Bletter geben ein gutt Waſſer
vor die Breune/ innerliche Entzuͤndungen
vnd rothe Ruhr.

Eicheln/

Glandes qvercinæ,

Eichoͤpffel/

Pilulæ qvercinæ,
wilde Galloͤpffel.

Eichen Miſtel/

Viſcum qverci-
num/
Wird innerlich vor die Schwere
Kranckheit gebrauchet/ vnd auch am Halſe
getragen.

Stein Eiche/

Robur, Qvercus pe-
træa.
Das Holtz iſt haͤrter vnd zum Baw
tuͤglicher. Behelt das Laub vber Winter.

Einbeere/

Herba Paris, Aconitũ
Monococcon.
Die Beeren findet man im
Junio vnd Auguſtmonat/ werden ſambt den
Blettern zerdrucket/ auff die gutten Blat-

tern
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[196/0214] Kraͤuter vmb den Knoͤſplin/ in Forme vnd geſtalt einer kleinen Eichel in einem Huͤlßlin/ die wachſen her- nach jmmer groͤſſer/ Endlich im Herbſte verlieren ſie die Forme/ werden rundlecht/ weich vnd ſchoͤn Roth wie ein Kirſche/ am Geſchmack gar ſuͤſſe/ welche die Knaben vnd Hirten ohn allen ſchaden Eſſen. Das Holtz iſt glatt vnd roth/ wird zu Kaͤnlin vnd Loͤf- feln gebraucht. Wird auch dem Viehe wie- der den Biß der raſenden Hunde gegeben. Eichbaum/ Eiche/ Quercus. Die zarten jungen Bletter geben ein gutt Waſſer vor die Breune/ innerliche Entzuͤndungen vnd rothe Ruhr. Eicheln/ Glandes qvercinæ, Eichoͤpffel/ Pilulæ qvercinæ, wilde Galloͤpffel. Eichen Miſtel/ Viſcum qverci- num/ Wird innerlich vor die Schwere Kranckheit gebrauchet/ vnd auch am Halſe getragen. Stein Eiche/ Robur, Qvercus pe- træa. Das Holtz iſt haͤrter vnd zum Baw tuͤglicher. Behelt das Laub vber Winter. Einbeere/ Herba Paris, Aconitũ Monococcon. Die Beeren findet man im Junio vnd Auguſtmonat/ werden ſambt den Blettern zerdrucket/ auff die gutten Blat- tern

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Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 196. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/214>, abgerufen am 28.01.2020.