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Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607.

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Berg Arthen vmb den
Safft mit Zucker abgefotten/ miltert den
Durst/ Kühlet die hitzige Leber vnd Nieren.
Daraus wird auch ein lieblicher Essig berei-
tet/ zun Speisen anmuttig. Daß Wasser ist
eines lieblichen Geruchs/ dem hitzigen vnd
matten Hertzen sehr kräfftig. Habe es auch
mit gar weissen Beeren gefunden/ aber nicht
gemein.

Alp Hindbeer/

Chamae-Rubus
alpinus monococcos, Clus.
Jst gar ein
niederträchtiges Kräutlin/ kaum eines fin-
gers hoch/ treget ein weisses Blümlin/ dar-
aus eine eintzige Rothe Beer wächst. Jm
Mümelgrunde.

Hirschbrunst/

Boletus Cervi.
Wird in Gebürgen vnter dem Mooß in der
Erden gefunden. Der schwartz Staub oder
Ruß wird vors vbrige vnd hefftige Blutten
eingestrewet.

Hirsch Mölten/ Springkraut/

Bal-
samina alpina, Persicaria, siliquosa, Sal-
tarella.
Jn feuchten vnd schattechten Orthen
gemein. Das Wasser daraus gebrennet/ wird
von etlichen vor hitzige Schwulst gelobet.

Hirschwurtz/

Seseli Pelopone-
siacum/
Pestilentzwurtz. Wächst in hohen
steinichten Orthen/ vnter andern Kräutern
vmb die Teiche vnd Schneegebürge.

Hirsch-

Berg Arthen vmb den
Safft mit Zucker abgefotten/ miltert den
Durſt/ Kuͤhlet die hitzige Leber vnd Nieren.
Daraus wird auch ein lieblicher Eſſig berei-
tet/ zun Speiſen anmuttig. Daß Waſſer iſt
eines lieblichen Geruchs/ dem hitzigen vnd
matten Hertzen ſehr kraͤfftig. Habe es auch
mit gar weiſſen Beeren gefunden/ aber nicht
gemein.

Alp Hindbeer/

Chamæ-Rubus
alpinus monococcos, Cluſ.
Jſt gar ein
niedertraͤchtiges Kraͤutlin/ kaum eines fin-
gers hoch/ treget ein weiſſes Bluͤmlin/ dar-
aus eine eintzige Rothe Beer waͤchſt. Jm
Muͤmelgrunde.

Hirſchbrunſt/

Boletus Cervi.
Wird in Gebuͤrgen vnter dem Mooß in der
Erden gefunden. Der ſchwartz Staub oder
Ruß wird vors vbrige vnd hefftige Blutten
eingeſtrewet.

Hirſch Moͤlten/ Springkraut/

Bal-
ſamina alpina, Perſicaria, ſiliquoſa, Sal-
tarella.
Jn feuchten vnd ſchattechten Orthen
gemein. Das Waſſer daraus gebreñet/ wird
von etlichen vor hitzige Schwulſt gelobet.

Hirſchwurtz/

Seſeli Pelopone-
ſiacum/
Peſtilentzwurtz. Waͤchſt in hohen
ſteinichten Orthen/ vnter andern Kraͤutern
vmb die Teiche vnd Schneegebuͤrge.

Hirſch-
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[210/0228] Berg Arthen vmb den Safft mit Zucker abgefotten/ miltert den Durſt/ Kuͤhlet die hitzige Leber vnd Nieren. Daraus wird auch ein lieblicher Eſſig berei- tet/ zun Speiſen anmuttig. Daß Waſſer iſt eines lieblichen Geruchs/ dem hitzigen vnd matten Hertzen ſehr kraͤfftig. Habe es auch mit gar weiſſen Beeren gefunden/ aber nicht gemein. Alp Hindbeer/ Chamæ-Rubus alpinus monococcos, Cluſ. Jſt gar ein niedertraͤchtiges Kraͤutlin/ kaum eines fin- gers hoch/ treget ein weiſſes Bluͤmlin/ dar- aus eine eintzige Rothe Beer waͤchſt. Jm Muͤmelgrunde. Hirſchbrunſt/ Boletus Cervi. Wird in Gebuͤrgen vnter dem Mooß in der Erden gefunden. Der ſchwartz Staub oder Ruß wird vors vbrige vnd hefftige Blutten eingeſtrewet. Hirſch Moͤlten/ Springkraut/ Bal- ſamina alpina, Perſicaria, ſiliquoſa, Sal- tarella. Jn feuchten vnd ſchattechten Orthen gemein. Das Waſſer daraus gebreñet/ wird von etlichen vor hitzige Schwulſt gelobet. Hirſchwurtz/ Seſeli Pelopone- ſiacum/ Peſtilentzwurtz. Waͤchſt in hohen ſteinichten Orthen/ vnter andern Kraͤutern vmb die Teiche vnd Schneegebuͤrge. Hirſch-

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Zitationshilfe: Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, S. 210. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenckfeld_hirschberischen_1619/228>, abgerufen am 20.10.2019.