Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Seip, Johann Philipp: Neue Beschreibung der Pyrmontischen Gesund-Brunnen. Hannover, 1717.

Bild:
<< vorherige Seite

Cap. III. Natürliche Beschreibung
oder anderthalb Gran Eisen, wenn solches,
so viel möglich, von dem crystallinischen und
alcalischen Cremore gesäubert, und also zu ei-
nem reinen lauteren Stahl geschmoltzen ist.
Das gantze Sediment aber, oder alles, was
von harter und trockner Materie, nach Abdün-
stung des frischen Wassers aus dem Trinck-
Brunnen zurück bleibet, ist 22 Gran schwehr,
also daß das Eisen auffs höchste 1 Eilfftheil aus-
machet.

§. 34.

Da nun das Eisen ein so geringer
Theil von demjenigen ist, was unser Wasser
von solider Substantz in sich hält, und doch Cent-
ners-weise in und um die Brunnen kan ge-
sammlet werden, so lässet sich nachrechnen, was
für einen erstaunlichen Klumpen die Contenta
solida
mit einander ausmachen würden, wenn
man zum Exempel beysammen sehen solte, wie
viel das Wasser nur in zehen oder hundert Jah-
ren aus denen Bergen heraus geführet hat.

§. 35.

Es ist §. 22. angezeiget worden, daß
an dem Ausfluß des Trinck-Brunnens * in ei-
ner Minute 4 grosse Eymer voll geschöpffet, den
Eymer zu 30 Pfund, solches machet in 24
Stunden 172 800 Pfund Wasser. Da nun
ein jedes Pfund 22 Gran harter Materie in sich
hält, wie in folgendem Capitel mit mehreren
wird erwiesen werden, und diese Materie mehr
als ein 350-Theil von dem Gewicht des Wassers

aus
* Menge des Wassers und mineralischen Halts.

Cap. III. Natuͤrliche Beſchreibung
oder anderthalb Gran Eiſen, wenn ſolches,
ſo viel moͤglich, von dem cryſtalliniſchen und
alcaliſchen Cremore geſaͤubert, und alſo zu ei-
nem reinen lauteren Stahl geſchmoltzen iſt.
Das gantze Sediment aber, oder alles, was
von harter und trockner Materie, nach Abduͤn-
ſtung des friſchen Waſſers aus dem Trinck-
Brunnen zuruͤck bleibet, iſt 22 Gran ſchwehr,
alſo daß das Eiſen auffs hoͤchſte 1 Eilfftheil aus-
machet.

§. 34.

Da nun das Eiſen ein ſo geringer
Theil von demjenigen iſt, was unſer Waſſer
von ſolider Subſtantz in ſich haͤlt, und doch Cent-
ners-weiſe in und um die Brunnen kan ge-
ſammlet werden, ſo laͤſſet ſich nachrechnen, was
fuͤr einen erſtaunlichen Klumpen die Contenta
ſolida
mit einander ausmachen wuͤrden, wenn
man zum Exempel beyſammen ſehen ſolte, wie
viel das Waſſer nur in zehen oder hundert Jah-
ren aus denen Bergen heraus gefuͤhret hat.

§. 35.

Es iſt §. 22. angezeiget worden, daß
an dem Ausfluß des Trinck-Brunnens * in ei-
ner Minute 4 groſſe Eymer voll geſchoͤpffet, den
Eymer zu 30 Pfund, ſolches machet in 24
Stunden 172 800 Pfund Waſſer. Da nun
ein jedes Pfund 22 Gran harter Materie in ſich
haͤlt, wie in folgendem Capitel mit mehreren
wird erwieſen werden, und dieſe Materie mehr
als ein 350-Theil von dem Gewicht des Waſſeꝛs

aus
* Menge des Waſſers und mineraliſchen Halts.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0088" n="68"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">Cap. III.</hi> Natu&#x0364;rliche Be&#x017F;chreibung</fw><lb/>
oder anderthalb Gran Ei&#x017F;en, wenn &#x017F;olches,<lb/>
&#x017F;o viel mo&#x0364;glich, von dem <hi rendition="#aq">cry&#x017F;tallini</hi>&#x017F;chen und<lb/><hi rendition="#aq">alcali</hi>&#x017F;chen <hi rendition="#aq">Cremore</hi> ge&#x017F;a&#x0364;ubert, und al&#x017F;o zu ei-<lb/>
nem reinen lauteren Stahl ge&#x017F;chmoltzen i&#x017F;t.<lb/>
Das gantze <hi rendition="#aq">Sediment</hi> aber, oder alles, was<lb/>
von harter und trockner Materie, nach Abdu&#x0364;n-<lb/>
&#x017F;tung des fri&#x017F;chen Wa&#x017F;&#x017F;ers aus dem Trinck-<lb/>
Brunnen zuru&#x0364;ck bleibet, i&#x017F;t 22 Gran &#x017F;chwehr,<lb/>
al&#x017F;o daß das Ei&#x017F;en auffs ho&#x0364;ch&#x017F;te 1 Eilfftheil aus-<lb/>
machet.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 34.</head>
          <p>Da nun das Ei&#x017F;en ein &#x017F;o geringer<lb/>
Theil von demjenigen i&#x017F;t, was un&#x017F;er Wa&#x017F;&#x017F;er<lb/>
von <hi rendition="#aq">&#x017F;olid</hi>er <hi rendition="#aq">Sub&#x017F;tan</hi>tz in &#x017F;ich ha&#x0364;lt, und doch Cent-<lb/>
ners-wei&#x017F;e in und um die Brunnen kan ge-<lb/>
&#x017F;ammlet werden, &#x017F;o la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et &#x017F;ich nachrechnen, was<lb/>
fu&#x0364;r einen er&#x017F;taunlichen Klumpen die <hi rendition="#aq">Contenta<lb/>
&#x017F;olida</hi> mit einander ausmachen wu&#x0364;rden, wenn<lb/>
man zum Exempel bey&#x017F;ammen &#x017F;ehen &#x017F;olte, wie<lb/>
viel das Wa&#x017F;&#x017F;er nur in zehen oder hundert Jah-<lb/>
ren aus denen Bergen heraus gefu&#x0364;hret hat.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 35.</head>
          <p>Es i&#x017F;t §. 22. angezeiget worden, daß<lb/>
an dem Ausfluß des Trinck-Brunnens <note place="foot" n="*">Menge des Wa&#x017F;&#x017F;ers und minerali&#x017F;chen Halts.</note> in ei-<lb/>
ner Minute 4 gro&#x017F;&#x017F;e Eymer voll ge&#x017F;cho&#x0364;pffet, den<lb/>
Eymer zu 30 Pfund, &#x017F;olches machet in 24<lb/>
Stunden 172 800 Pfund Wa&#x017F;&#x017F;er. Da nun<lb/>
ein jedes Pfund 22 Gran harter Materie in &#x017F;ich<lb/>
ha&#x0364;lt, wie in folgendem Capitel mit mehreren<lb/>
wird erwie&#x017F;en werden, und die&#x017F;e Materie mehr<lb/>
als ein 350-Theil von dem Gewicht des Wa&#x017F;&#x017F;e&#xA75B;s<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">aus</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[68/0088] Cap. III. Natuͤrliche Beſchreibung oder anderthalb Gran Eiſen, wenn ſolches, ſo viel moͤglich, von dem cryſtalliniſchen und alcaliſchen Cremore geſaͤubert, und alſo zu ei- nem reinen lauteren Stahl geſchmoltzen iſt. Das gantze Sediment aber, oder alles, was von harter und trockner Materie, nach Abduͤn- ſtung des friſchen Waſſers aus dem Trinck- Brunnen zuruͤck bleibet, iſt 22 Gran ſchwehr, alſo daß das Eiſen auffs hoͤchſte 1 Eilfftheil aus- machet. §. 34. Da nun das Eiſen ein ſo geringer Theil von demjenigen iſt, was unſer Waſſer von ſolider Subſtantz in ſich haͤlt, und doch Cent- ners-weiſe in und um die Brunnen kan ge- ſammlet werden, ſo laͤſſet ſich nachrechnen, was fuͤr einen erſtaunlichen Klumpen die Contenta ſolida mit einander ausmachen wuͤrden, wenn man zum Exempel beyſammen ſehen ſolte, wie viel das Waſſer nur in zehen oder hundert Jah- ren aus denen Bergen heraus gefuͤhret hat. §. 35. Es iſt §. 22. angezeiget worden, daß an dem Ausfluß des Trinck-Brunnens * in ei- ner Minute 4 groſſe Eymer voll geſchoͤpffet, den Eymer zu 30 Pfund, ſolches machet in 24 Stunden 172 800 Pfund Waſſer. Da nun ein jedes Pfund 22 Gran harter Materie in ſich haͤlt, wie in folgendem Capitel mit mehreren wird erwieſen werden, und dieſe Materie mehr als ein 350-Theil von dem Gewicht des Waſſeꝛs aus * Menge des Waſſers und mineraliſchen Halts.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/seip_gesundbrunnen_1717
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/seip_gesundbrunnen_1717/88
Zitationshilfe: Seip, Johann Philipp: Neue Beschreibung der Pyrmontischen Gesund-Brunnen. Hannover, 1717, S. 68. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/seip_gesundbrunnen_1717/88>, abgerufen am 22.04.2019.