Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863.

Bild:
<< vorherige Seite

Gattung: Coregonus.
weise und Laichzeit des "Lavaret" (Coreg. Wartmanni) für die der "Gravenche"
genommen hat

Ich habe schon bei Coreg. Fera darauf hingewiesen, dass auch dieser
Coregonus aus grosser Tiefe heraufgezogen trommelsüchtig aufgebläht und
wahrscheinlich deshalb in Oberöstreich "Kröpfling" genannt wird. Ob aber
der Name "Kröpfling" von den oberöstreichischen Fischern nur allein auf Co-
reg. Fera
und nicht auch auf Coreg. hiemalis bezogen wird, darüber fehlt es
noch an einer genaueren Feststellung, denn Heckel (Nr. 11f: pag. 376) giebt
nur an, dass die Fischer an den grösseren oberöstreichischen Seen die dort
vorkommenden Coregonen mit den drei verschiedenen Namen "Rheinankel",
"Kröpfling" und "Riedling" bezeichnen, von denen er die "Rheinankel" als Co-
reg. Wartmanni
und den "Kröpfling" als Coreg. Fera deutet, während er die
Bedeutung des "Riedlings" unentschieden lässt, welcher Fisch nach einigen Fi-
schern mit der "Rheinankel" nach anderen mit dem "Kröpfling" gleichbedeutend
sein soll; hiernach erschien es mir wahrscheinlich, dass auch in den oberöst-
reichischen Seen drei Renken-Arten leben, von denen die dritte Art der Co-
reg. hiemalis
sein könnte. Um mir hierüber einen näheren Aufschluss zu ver-
schaffen, habe ich mich im September vorigen Jahres an die östreichischen
Seen begeben, erhielt aber am Wolfgangsee, Mondsee, Hallstadtersee, Atter-
see und Traunsee auf meine Fragen über das Leben und die Laichzeit der
Coregonen dieser Seen von den dortigen Fischern so widersprechende Mitthei-
lungen, dass auch ich eben so wenig wie Heckel über diesen Gegenstand ins
Klare kommen konnte. Den Namen "Kröpfling" kannte man nur am Attersee,
während an den anderen Seen die Fischer mit der Erscheinung des kropfför-
migen Aufblähens der aus der Tiefe heraufgezogenen Coregonen vollkommen
vertraut waren, ohne auf solche trommelsüchtig aufgetriebene Coregonen den
Namen "Kröpfling" anzuwenden. Es sind mir an jenen Seen nur "Rheinanken"
und "Riedlinge" zu Gesicht gekommen, die ich beide für Coreg. Wartmanni
erklären musste, indem die östreichischen Fischer die jungen Renken von 1/10
bis 1/12 Pfund Gewicht als "Riedlinge" und die grösseren Renken von 1/4 Pfund
Gewicht und darüber als "Rheinanken" bezeichnen.

4. Art. C. oxyrhynchus Lin. Schnäpel.

Syn. u. Citate.

Schonevelde Nr. 81: pag. 12. Tab. I. Fig. Albula nobilis, Snepel.

Baldner Nr. 42: pag. 159. Taf. 10. Elbel.

Artedi Nr. 1: Gen. pisc. pag. 10. n. 4, Syn. nom. pisc. pag. 19. n. 2. b. Coregonus Albula
nobilis
(zum Theil) und pag. 21: n. 4. Coregonus Oxyrhynchus.

Linne Nr. 2: pag. 512. n. 18. Salmo oxyrhynchus.


17*

Gattung: Coregonus.
weise und Laichzeit des »Lavaret« (Coreg. Wartmanni) für die der »Gravenche«
genommen hat

Ich habe schon bei Coreg. Fera darauf hingewiesen, dass auch dieser
Coregonus aus grosser Tiefe heraufgezogen trommelsüchtig aufgebläht und
wahrscheinlich deshalb in Oberöstreich »Kröpfling« genannt wird. Ob aber
der Name »Kröpfling« von den oberöstreichischen Fischern nur allein auf Co-
reg. Fera
und nicht auch auf Coreg. hiemalis bezogen wird, darüber fehlt es
noch an einer genaueren Feststellung, denn Heckel (Nr. 11f: pag. 376) giebt
nur an, dass die Fischer an den grösseren oberöstreichischen Seen die dort
vorkommenden Coregonen mit den drei verschiedenen Namen »Rheinankel«,
»Kröpfling« und »Riedling« bezeichnen, von denen er die »Rheinankel« als Co-
reg. Wartmanni
und den »Kröpfling« als Coreg. Fera deutet, während er die
Bedeutung des »Riedlings« unentschieden lässt, welcher Fisch nach einigen Fi-
schern mit der »Rheinankel« nach anderen mit dem »Kröpfling« gleichbedeutend
sein soll; hiernach erschien es mir wahrscheinlich, dass auch in den oberöst-
reichischen Seen drei Renken-Arten leben, von denen die dritte Art der Co-
reg. hiemalis
sein könnte. Um mir hierüber einen näheren Aufschluss zu ver-
schaffen, habe ich mich im September vorigen Jahres an die östreichischen
Seen begeben, erhielt aber am Wolfgangsee, Mondsee, Hallstadtersee, Atter-
see und Traunsee auf meine Fragen über das Leben und die Laichzeit der
Coregonen dieser Seen von den dortigen Fischern so widersprechende Mitthei-
lungen, dass auch ich eben so wenig wie Heckel über diesen Gegenstand ins
Klare kommen konnte. Den Namen »Kröpfling« kannte man nur am Attersee,
während an den anderen Seen die Fischer mit der Erscheinung des kropfför-
migen Aufblähens der aus der Tiefe heraufgezogenen Coregonen vollkommen
vertraut waren, ohne auf solche trommelsüchtig aufgetriebene Coregonen den
Namen »Kröpfling« anzuwenden. Es sind mir an jenen Seen nur »Rheinanken«
und »Riedlinge« zu Gesicht gekommen, die ich beide für Coreg. Wartmanni
erklären musste, indem die östreichischen Fischer die jungen Renken von 1/10
bis 1/12 Pfund Gewicht als »Riedlinge« und die grösseren Renken von ¼ Pfund
Gewicht und darüber als »Rheinanken« bezeichnen.

4. Art. C. oxyrhynchus Lin. Schnäpel.

Syn. u. Citate.

Schonevelde Nr. 81: pag. 12. Tab. I. Fig. Albula nobilis, Snepel.

Baldner Nr. 42: pag. 159. Taf. 10. Elbel.

Artedi Nr. 1: Gen. pisc. pag. 10. n. 4, Syn. nom. pisc. pag. 19. n. 2. β. Coregonus Albula
nobilis
(zum Theil) und pag. 21: n. 4. Coregonus Oxyrhynchus.

Linné Nr. 2: pag. 512. n. 18. Salmo oxyrhynchus.


17*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0272" n="259"/><fw place="top" type="header">Gattung: Coregonus.</fw><lb/>
weise und Laichzeit des »Lavaret« (<hi rendition="#i">Coreg. Wartmanni</hi>) für die der »Gravenche«<lb/>
genommen hat</p><lb/>
                <p>Ich habe schon bei <hi rendition="#i">Coreg. Fera</hi> darauf hingewiesen, dass auch dieser<lb/><hi rendition="#i">Coregonus</hi> aus grosser Tiefe heraufgezogen trommelsüchtig aufgebläht und<lb/>
wahrscheinlich deshalb in Oberöstreich »Kröpfling« genannt wird. Ob aber<lb/>
der Name »Kröpfling« von den oberöstreichischen Fischern nur allein auf <hi rendition="#i">Co-<lb/>
reg. Fera</hi> und nicht auch auf <hi rendition="#i">Coreg. hiemalis</hi> bezogen wird, darüber fehlt es<lb/>
noch an einer genaueren Feststellung, denn <hi rendition="#k">Heckel</hi> (Nr. 11f: pag. 376) giebt<lb/>
nur an, dass die Fischer an den grösseren oberöstreichischen Seen die dort<lb/>
vorkommenden <hi rendition="#i">Coregonen</hi> mit den drei verschiedenen Namen »Rheinankel«,<lb/>
»Kröpfling« und »Riedling« bezeichnen, von denen er die »Rheinankel« als <hi rendition="#i">Co-<lb/>
reg. Wartmanni</hi> und den »Kröpfling« als <hi rendition="#i">Coreg. Fera</hi> deutet, während er die<lb/>
Bedeutung des »Riedlings« unentschieden lässt, welcher Fisch nach einigen Fi-<lb/>
schern mit der »Rheinankel« nach anderen mit dem »Kröpfling« gleichbedeutend<lb/>
sein soll; hiernach erschien es mir wahrscheinlich, dass auch in den oberöst-<lb/>
reichischen Seen drei Renken-Arten leben, von denen die dritte Art der <hi rendition="#i">Co-<lb/>
reg. hiemalis</hi> sein könnte. Um mir hierüber einen näheren Aufschluss zu ver-<lb/>
schaffen, habe ich mich im September vorigen Jahres an die östreichischen<lb/>
Seen begeben, erhielt aber am Wolfgangsee, Mondsee, Hallstadtersee, Atter-<lb/>
see und Traunsee auf meine Fragen über das Leben und die Laichzeit der<lb/><hi rendition="#i">Coregonen</hi> dieser Seen von den dortigen Fischern so widersprechende Mitthei-<lb/>
lungen, dass auch ich eben so wenig wie <hi rendition="#k">Heckel</hi> über diesen Gegenstand ins<lb/>
Klare kommen konnte. Den Namen »Kröpfling« kannte man nur am Attersee,<lb/>
während an den anderen Seen die Fischer mit der Erscheinung des kropfför-<lb/>
migen Aufblähens der aus der Tiefe heraufgezogenen <hi rendition="#i">Coregonen</hi> vollkommen<lb/>
vertraut waren, ohne auf solche trommelsüchtig aufgetriebene <hi rendition="#i">Coregonen</hi> den<lb/>
Namen »Kröpfling« anzuwenden. Es sind mir an jenen Seen nur »Rheinanken«<lb/>
und »Riedlinge« zu Gesicht gekommen, die ich beide für <hi rendition="#i">Coreg. Wartmanni</hi><lb/>
erklären musste, indem die östreichischen Fischer die jungen Renken von 1/10<lb/>
bis 1/12 Pfund Gewicht als »Riedlinge« und die grösseren Renken von ¼ Pfund<lb/>
Gewicht und darüber als »Rheinanken« bezeichnen.</p>
              </div><lb/>
              <div n="5">
                <head> <hi rendition="#b">4. Art. C. oxyrhynchus <hi rendition="#g">Lin</hi>. <hi rendition="#i">Schnäpel</hi>.</hi> </head><lb/>
                <p> <hi rendition="#b">Syn. u. Citate.</hi> </p><lb/>
                <p><hi rendition="#k">Schonevelde</hi> Nr. 81: pag. 12. Tab. I. Fig. <hi rendition="#i">Albula nobilis</hi>, <hi rendition="#g">Snepel</hi>.</p><lb/>
                <p><hi rendition="#k">Baldner</hi> Nr. 42: pag. 159. Taf. 10. <hi rendition="#g">Elbel</hi>.</p><lb/>
                <p><hi rendition="#k">Artedi</hi> Nr. 1: Gen. pisc. pag. 10. n. 4, Syn. nom. pisc. pag. 19. n. 2. &#x03B2;. <hi rendition="#i">Coregonus Albula<lb/>
nobilis</hi> (zum Theil) und pag. 21: n. 4. <hi rendition="#i">Coregonus Oxyrhynchus</hi>.</p><lb/>
                <p><hi rendition="#k">Linné</hi> Nr. 2: pag. 512. n. 18. <hi rendition="#i">Salmo oxyrhynchus</hi>.</p><lb/>
                <fw place="bottom" type="sig">17*</fw><lb/>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[259/0272] Gattung: Coregonus. weise und Laichzeit des »Lavaret« (Coreg. Wartmanni) für die der »Gravenche« genommen hat Ich habe schon bei Coreg. Fera darauf hingewiesen, dass auch dieser Coregonus aus grosser Tiefe heraufgezogen trommelsüchtig aufgebläht und wahrscheinlich deshalb in Oberöstreich »Kröpfling« genannt wird. Ob aber der Name »Kröpfling« von den oberöstreichischen Fischern nur allein auf Co- reg. Fera und nicht auch auf Coreg. hiemalis bezogen wird, darüber fehlt es noch an einer genaueren Feststellung, denn Heckel (Nr. 11f: pag. 376) giebt nur an, dass die Fischer an den grösseren oberöstreichischen Seen die dort vorkommenden Coregonen mit den drei verschiedenen Namen »Rheinankel«, »Kröpfling« und »Riedling« bezeichnen, von denen er die »Rheinankel« als Co- reg. Wartmanni und den »Kröpfling« als Coreg. Fera deutet, während er die Bedeutung des »Riedlings« unentschieden lässt, welcher Fisch nach einigen Fi- schern mit der »Rheinankel« nach anderen mit dem »Kröpfling« gleichbedeutend sein soll; hiernach erschien es mir wahrscheinlich, dass auch in den oberöst- reichischen Seen drei Renken-Arten leben, von denen die dritte Art der Co- reg. hiemalis sein könnte. Um mir hierüber einen näheren Aufschluss zu ver- schaffen, habe ich mich im September vorigen Jahres an die östreichischen Seen begeben, erhielt aber am Wolfgangsee, Mondsee, Hallstadtersee, Atter- see und Traunsee auf meine Fragen über das Leben und die Laichzeit der Coregonen dieser Seen von den dortigen Fischern so widersprechende Mitthei- lungen, dass auch ich eben so wenig wie Heckel über diesen Gegenstand ins Klare kommen konnte. Den Namen »Kröpfling« kannte man nur am Attersee, während an den anderen Seen die Fischer mit der Erscheinung des kropfför- migen Aufblähens der aus der Tiefe heraufgezogenen Coregonen vollkommen vertraut waren, ohne auf solche trommelsüchtig aufgetriebene Coregonen den Namen »Kröpfling« anzuwenden. Es sind mir an jenen Seen nur »Rheinanken« und »Riedlinge« zu Gesicht gekommen, die ich beide für Coreg. Wartmanni erklären musste, indem die östreichischen Fischer die jungen Renken von 1/10 bis 1/12 Pfund Gewicht als »Riedlinge« und die grösseren Renken von ¼ Pfund Gewicht und darüber als »Rheinanken« bezeichnen. 4. Art. C. oxyrhynchus Lin. Schnäpel. Syn. u. Citate. Schonevelde Nr. 81: pag. 12. Tab. I. Fig. Albula nobilis, Snepel. Baldner Nr. 42: pag. 159. Taf. 10. Elbel. Artedi Nr. 1: Gen. pisc. pag. 10. n. 4, Syn. nom. pisc. pag. 19. n. 2. β. Coregonus Albula nobilis (zum Theil) und pag. 21: n. 4. Coregonus Oxyrhynchus. Linné Nr. 2: pag. 512. n. 18. Salmo oxyrhynchus. 17*

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863/272
Zitationshilfe: Siebold, Carl Theodor Ernst von: Die Süsswasserfische von Mitteleuropa. Leipzig, 1863, S. 259. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siebold_suesswasserfische_1863/272>, abgerufen am 19.03.2019.