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Siemens, Werner von: Gesammelte Abhandlungen und Vorträge. Berlin, 1881.

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Beschreibung des Differenzialregulators
von W. und Wilh. Siemens.

(Dingler's polyt. Journal Bd. 98 S. 81.)

1845.



Das Bedürfniss eines Regulators, der den Gang der Dampf-
maschinen und Wasserwerke vollkommener zu regeln vermag, als
es bisher möglich war, hat sich schon seit längerer Zeit fühlbar
gemacht, wie die zahlreichen bekannt gewordenen Versuche, den
bisher fast ausschliesslich angewendeten Centrifugal-Regulator
zu verbessern oder die Regulirung auf andere Weise zu bewerk-
stelligen, beweisen. Die Praxis hat sich indess bisher für die
Beibehaltung des Centrifugal-Regulators entschieden, da er die
neueren Constructionen sowohl an Empfindlichkeit, wie auch
grösstentheils an Einfachheit und Solidität übertrifft. Da unser
auf ein neues Princip begründeter Regulator sich bereits mehr-
fach und mit überaus günstigem Erfolge bewährt hat, so stehen
wir nicht länger an, ihn der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Wir benutzen ebenfalls das conische oder Centrifugal-Pendel
zur Regulirung, doch in ganz anderer Weise, als es beim Centri-
fugal-Regulator geschieht. Bei diesem ist das Doppelpendel in
seiner Drehung durchaus vom Gange der Maschine abhängig.
Nimmt diese einen veränderten Gang an und wird demzufolge
auch der Regulator schneller oder langsamer gedreht, so nehmen
die Pendel eine dieser veränderten Drehungsgeschwindigkeit ent-
sprechende, grössere oder geringere Schwunghöhe ein, und wirken
durch diese veränderte Stellung moderirend auf den Gang der
Maschine ein. Unser einfaches oder doppeltes conisches Pendel

Beschreibung des Differenzialregulators
von W. und Wilh. Siemens.

(Dingler’s polyt. Journal Bd. 98 S. 81.)

1845.



Das Bedürfniss eines Regulators, der den Gang der Dampf-
maschinen und Wasserwerke vollkommener zu regeln vermag, als
es bisher möglich war, hat sich schon seit längerer Zeit fühlbar
gemacht, wie die zahlreichen bekannt gewordenen Versuche, den
bisher fast ausschliesslich angewendeten Centrifugal-Regulator
zu verbessern oder die Regulirung auf andere Weise zu bewerk-
stelligen, beweisen. Die Praxis hat sich indess bisher für die
Beibehaltung des Centrifugal-Regulators entschieden, da er die
neueren Constructionen sowohl an Empfindlichkeit, wie auch
grösstentheils an Einfachheit und Solidität übertrifft. Da unser
auf ein neues Princip begründeter Regulator sich bereits mehr-
fach und mit überaus günstigem Erfolge bewährt hat, so stehen
wir nicht länger an, ihn der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Wir benutzen ebenfalls das conische oder Centrifugal-Pendel
zur Regulirung, doch in ganz anderer Weise, als es beim Centri-
fugal-Regulator geschieht. Bei diesem ist das Doppelpendel in
seiner Drehung durchaus vom Gange der Maschine abhängig.
Nimmt diese einen veränderten Gang an und wird demzufolge
auch der Regulator schneller oder langsamer gedreht, so nehmen
die Pendel eine dieser veränderten Drehungsgeschwindigkeit ent-
sprechende, grössere oder geringere Schwunghöhe ein, und wirken
durch diese veränderte Stellung moderirend auf den Gang der
Maschine ein. Unser einfaches oder doppeltes conisches Pendel

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Zitationshilfe: Siemens, Werner von: Gesammelte Abhandlungen und Vorträge. Berlin, 1881, S. [9]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/siemens_abhandlungen_1881/27>, abgerufen am 23.04.2019.