Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852.

Bild:
<< vorherige Seite
Zwischenreich.
Meine ausgelaßne Kleine,
Ach, ich kenne sie nicht mehr;
Nur mit Tanten und Pastoren
Hat das liebe Herz Verkehr.
Jene süße Himmelsdemuth,
Die der Sünder Hoffart schilt,
Hat das ganze Schelmenantlitz
Wie mit grauem Flor verhüllt.
Ja, die brennend rothen Lippen
Predigen Entsagung euch;
Diese gar zu schwarzen Augen
Schmachten nach dem Himmelreich.
Zwiſchenreich.
Meine ausgelaßne Kleine,
Ach, ich kenne ſie nicht mehr;
Nur mit Tanten und Paſtoren
Hat das liebe Herz Verkehr.
Jene ſüße Himmelsdemuth,
Die der Sünder Hoffart ſchilt,
Hat das ganze Schelmenantlitz
Wie mit grauem Flor verhüllt.
Ja, die brennend rothen Lippen
Predigen Entſagung euch;
Dieſe gar zu ſchwarzen Augen
Schmachten nach dem Himmelreich.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0063" n="53"/>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Zwi&#x017F;chenreich.</hi><lb/>
          </head>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l><hi rendition="#in">M</hi>eine ausgelaßne Kleine,</l><lb/>
              <l>Ach, ich kenne &#x017F;ie nicht mehr;</l><lb/>
              <l>Nur mit Tanten und Pa&#x017F;toren</l><lb/>
              <l>Hat das liebe Herz Verkehr.</l><lb/>
            </lg>
            <lg n="2">
              <l>Jene &#x017F;üße Himmelsdemuth,</l><lb/>
              <l>Die der Sünder Hoffart &#x017F;chilt,</l><lb/>
              <l>Hat das ganze Schelmenantlitz</l><lb/>
              <l>Wie mit grauem Flor verhüllt.</l><lb/>
            </lg>
            <lg n="3">
              <l>Ja, die brennend rothen Lippen</l><lb/>
              <l>Predigen Ent&#x017F;agung euch;</l><lb/>
              <l>Die&#x017F;e gar zu &#x017F;chwarzen Augen</l><lb/>
              <l>Schmachten nach dem Himmelreich.</l><lb/>
            </lg>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[53/0063] Zwiſchenreich. Meine ausgelaßne Kleine, Ach, ich kenne ſie nicht mehr; Nur mit Tanten und Paſtoren Hat das liebe Herz Verkehr. Jene ſüße Himmelsdemuth, Die der Sünder Hoffart ſchilt, Hat das ganze Schelmenantlitz Wie mit grauem Flor verhüllt. Ja, die brennend rothen Lippen Predigen Entſagung euch; Dieſe gar zu ſchwarzen Augen Schmachten nach dem Himmelreich.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/63
Zitationshilfe: Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852, S. 53. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/storm_gedichte_1852/63>, abgerufen am 19.04.2019.