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Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815.

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Dinge, besonders des Getreides, richteten sich
einigermaßen nach dem Durchschnittspreise des
Jahres; für andere, die in der Regel gar nicht
verkauft, sondern in der Wirthschaft konsumirt
werden, ward ein feststehender Preis beibehalten,
und andere wurden nach ihrem Kostenpreise an-
gesetzt. Indessen ist auch mehrentheils ein glei-
cher Preis für das Getreide beibehalten, und
nunmehr beschlossen, daß dieser -- der Markt-
preis sey, wie er wolle -- beibehalten werden
soll. Zu diesem Preise wird nämlich das in das
Magazin gelieferte Getreide, (also nach abgezo-
genem Drescherlohn), den Feldern zu gut geschrie-
ben. Auch wird derselbe Preis bei der Consum-
tion und Einsaat beibehalten. Was aber ver-
kauft wird, das wird zu dem wirklich erhaltenen
Preise dem Magazin-Conto zu gut geschrieben,
welches dagegen alle Aufbewahrungs- und Ver-
kaufskosten trägt. Was darüber ist, wird als
Gewinn durch vortheilhafte merkantilische Con-
junkturen betrachtet; so wie es dagegen ungün-
stigen Handelsverhältnissen beigemessen wird, wenn
es geringer verkauft werden muß. Die Preise
des Getreides zur Stelle, welche in den meisten
Jahren beibehalten worden, sind folgende für [l]
Scheffel:

Dinge, beſonders des Getreides, richteten ſich
einigermaßen nach dem Durchſchnittspreiſe des
Jahres; fuͤr andere, die in der Regel gar nicht
verkauft, ſondern in der Wirthſchaft konſumirt
werden, ward ein feſtſtehender Preis beibehalten,
und andere wurden nach ihrem Koſtenpreiſe an-
geſetzt. Indeſſen iſt auch mehrentheils ein glei-
cher Preis fuͤr das Getreide beibehalten, und
nunmehr beſchloſſen, daß dieſer — der Markt-
preis ſey, wie er wolle — beibehalten werden
ſoll. Zu dieſem Preiſe wird naͤmlich das in das
Magazin gelieferte Getreide, (alſo nach abgezo-
genem Dreſcherlohn), den Feldern zu gut geſchrie-
ben. Auch wird derſelbe Preis bei der Conſum-
tion und Einſaat beibehalten. Was aber ver-
kauft wird, das wird zu dem wirklich erhaltenen
Preiſe dem Magazin-Conto zu gut geſchrieben,
welches dagegen alle Aufbewahrungs- und Ver-
kaufskoſten traͤgt. Was daruͤber iſt, wird als
Gewinn durch vortheilhafte merkantiliſche Con-
junkturen betrachtet; ſo wie es dagegen unguͤn-
ſtigen Handelsverhaͤltniſſen beigemeſſen wird, wenn
es geringer verkauft werden muß. Die Preiſe
des Getreides zur Stelle, welche in den meiſten
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[84/0101] Dinge, beſonders des Getreides, richteten ſich einigermaßen nach dem Durchſchnittspreiſe des Jahres; fuͤr andere, die in der Regel gar nicht verkauft, ſondern in der Wirthſchaft konſumirt werden, ward ein feſtſtehender Preis beibehalten, und andere wurden nach ihrem Koſtenpreiſe an- geſetzt. Indeſſen iſt auch mehrentheils ein glei- cher Preis fuͤr das Getreide beibehalten, und nunmehr beſchloſſen, daß dieſer — der Markt- preis ſey, wie er wolle — beibehalten werden ſoll. Zu dieſem Preiſe wird naͤmlich das in das Magazin gelieferte Getreide, (alſo nach abgezo- genem Dreſcherlohn), den Feldern zu gut geſchrie- ben. Auch wird derſelbe Preis bei der Conſum- tion und Einſaat beibehalten. Was aber ver- kauft wird, das wird zu dem wirklich erhaltenen Preiſe dem Magazin-Conto zu gut geſchrieben, welches dagegen alle Aufbewahrungs- und Ver- kaufskoſten traͤgt. Was daruͤber iſt, wird als Gewinn durch vortheilhafte merkantiliſche Con- junkturen betrachtet; ſo wie es dagegen unguͤn- ſtigen Handelsverhaͤltniſſen beigemeſſen wird, wenn es geringer verkauft werden muß. Die Preiſe des Getreides zur Stelle, welche in den meiſten Jahren beibehalten worden, ſind folgende fuͤr λ Scheffel:

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Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815, S. 84. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815/101>, abgerufen am 22.05.2019.