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Urbanitzky, Alfred von: Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Wien; Leipzig, 1885.

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Zur ersten praktischen Anwendung gelangte die elektrische Uebertragung
der Kraft in der Präcisionswerkstätte von St. Thomas d'Aquin
im
Jahre 1876. (Zeitschrift für angew. El. L. von Ph. Carl B. I.) Die Artillerie-
Officiere hatten eine sehr gute Theilmaschine, welche so eingerichtet war, daß sie
selbstständig arbeitete und sich auch in einem beliebigen Momente selbst arretirte;
die Maschine sollte nun durch die Dampfmaschine des Etablissements, aber in ent-
sprechender Entfernung von derselben, in Betrieb gesetzt werden. Eine von der
Dampfmaschine geführte Gramme'sche Maschine liefert einen elektrischen Strom,
der eine zweite magnetelektrische Maschine in Rotation versetzt. Diese letztere, welche
mit der ersteren durch zwei über den Hof geführte Leitungsdrähte von mäßigem
Durchmesser verbunden ist, setzt die Theilmaschine in Betrieb; die Anlage functionirte
gleich vom Beginne an sehr gut.

Die zweite praktische Verwerthung der elektrischen Uebertragung der Kraft
erfolgte durch Cadiat, dem Ingenieure der Societe du Val d'Osne im Jahre
1878. In dem Etablissement der Gesellschaft (Boulevard Richard Lenoir in Paris)
wurde eine mechanische Werkstätte durch eine achtpferdige Dampfmaschine betrieben,
während eine Locomobile in einer zweiten Werkstätte (für galvanische Verkupferung)
eine Gramme'sche Maschine in Bewegung versetzte. Cadiat stellte nun in der erst-
genannten Werkstätte eine Gramme'sche Maschine auf, welche durch den achtpferdigen
Dampfmotor betrieben wurde, leitete die hierdurch erhaltenen elektrischen Ströme
durch (150 Meter lange) Kupferdrähte zu einer zweiten Gramme'schen Maschine in
der galvanoplastischen Werkstätte und ließ nun durch die letztgenannte Maschine die
galvanoplastischen Maschinen betreiben, wodurch die Locomobile überflüssig wurde.
Die zu Sermaize ausgeführten Kraftübertragungsanlagen sollen uns weiter unten
noch beschäftigen, gleichwie auch die älteren Vorschläge, elektrische Bahnen betreffend,
bei Beschreibung dieser erwähnt werden sollen.

Vorgänge bei der elektrischen Uebertragung der Kraft.

Wir wollen nun die Vorgänge bei der elektrischen Uebertragung mechanischer
Kraft näher betrachten. Eine dynamo-elektrische Maschine wird durch irgend einen
Motor in Bewegung gesetzt und sendet die hierdurch erzeugten Ströme durch eine
Leitung in eine zweite Maschine; diese geräth in Bewegung und kann zur Leistung
einer entsprechenden mechanischen Arbeit benützt werden. Die erste Maschine, also
die, welche den Strom liefert, nennen wir die primäre (die Franzosen generatrice),
die zweite, also jene, welche mechanische Arbeit leisten kann oder welche den Strom
empfängt, die secundäre Maschine (motrice oder receptrice). Versetzen wir
die primäre Maschine I (Fig. 601) in der Richtung in Bewegung, welche durch
den innerhalb des Ringes gezeichneten, mehrfach gefiederten Pfeil angedeutet ist,
so müssen, bei der durch die Buchstaben S1 und N1 bezeichneten Polarität der
Magnete, in dem Ringe Ströme erzeugt werden, welche so gerichtet sind, daß
positive Elektricität durch die bei a1 zu denkende Schleifbürste austritt. (Der Kürze
und Deutlichkeit wegen wird hier wie bisher immer nur die Richtung des positiven
Stromes berücksichtigt.) Die Ströme fließen dann von der Schleifbürste a1, welche
uns den positiven Pol darstellt, in die Drahtwindungen der Elektromagnete und
gelangen von hier zur secundären Maschine II, deren Drahtwindungen sie in der
durch die Pfeile angezeigten Richtung durchströmen, worauf sie bei b1, welches uns
den negativen Pol der Maschine I darstellt, zu dieser zurückkehren, womit der

Zur erſten praktiſchen Anwendung gelangte die elektriſche Uebertragung
der Kraft in der Präciſionswerkſtätte von St. Thomas d’Aquin
im
Jahre 1876. (Zeitſchrift für angew. El. L. von Ph. Carl B. I.) Die Artillerie-
Officiere hatten eine ſehr gute Theilmaſchine, welche ſo eingerichtet war, daß ſie
ſelbſtſtändig arbeitete und ſich auch in einem beliebigen Momente ſelbſt arretirte;
die Maſchine ſollte nun durch die Dampfmaſchine des Etabliſſements, aber in ent-
ſprechender Entfernung von derſelben, in Betrieb geſetzt werden. Eine von der
Dampfmaſchine geführte Gramme’ſche Maſchine liefert einen elektriſchen Strom,
der eine zweite magnetelektriſche Maſchine in Rotation verſetzt. Dieſe letztere, welche
mit der erſteren durch zwei über den Hof geführte Leitungsdrähte von mäßigem
Durchmeſſer verbunden iſt, ſetzt die Theilmaſchine in Betrieb; die Anlage functionirte
gleich vom Beginne an ſehr gut.

Die zweite praktiſche Verwerthung der elektriſchen Uebertragung der Kraft
erfolgte durch Cadiat, dem Ingenieure der Société du Val d’Osne im Jahre
1878. In dem Etabliſſement der Geſellſchaft (Boulevard Richard Lenoir in Paris)
wurde eine mechaniſche Werkſtätte durch eine achtpferdige Dampfmaſchine betrieben,
während eine Locomobile in einer zweiten Werkſtätte (für galvaniſche Verkupferung)
eine Gramme’ſche Maſchine in Bewegung verſetzte. Cadiat ſtellte nun in der erſt-
genannten Werkſtätte eine Gramme’ſche Maſchine auf, welche durch den achtpferdigen
Dampfmotor betrieben wurde, leitete die hierdurch erhaltenen elektriſchen Ströme
durch (150 Meter lange) Kupferdrähte zu einer zweiten Gramme’ſchen Maſchine in
der galvanoplaſtiſchen Werkſtätte und ließ nun durch die letztgenannte Maſchine die
galvanoplaſtiſchen Maſchinen betreiben, wodurch die Locomobile überflüſſig wurde.
Die zu Sermaize ausgeführten Kraftübertragungsanlagen ſollen uns weiter unten
noch beſchäftigen, gleichwie auch die älteren Vorſchläge, elektriſche Bahnen betreffend,
bei Beſchreibung dieſer erwähnt werden ſollen.

Vorgänge bei der elektriſchen Uebertragung der Kraft.

Wir wollen nun die Vorgänge bei der elektriſchen Uebertragung mechaniſcher
Kraft näher betrachten. Eine dynamo-elektriſche Maſchine wird durch irgend einen
Motor in Bewegung geſetzt und ſendet die hierdurch erzeugten Ströme durch eine
Leitung in eine zweite Maſchine; dieſe geräth in Bewegung und kann zur Leiſtung
einer entſprechenden mechaniſchen Arbeit benützt werden. Die erſte Maſchine, alſo
die, welche den Strom liefert, nennen wir die primäre (die Franzoſen génératrice),
die zweite, alſo jene, welche mechaniſche Arbeit leiſten kann oder welche den Strom
empfängt, die ſecundäre Maſchine (motrice oder réceptrice). Verſetzen wir
die primäre Maſchine I (Fig. 601) in der Richtung in Bewegung, welche durch
den innerhalb des Ringes gezeichneten, mehrfach gefiederten Pfeil angedeutet iſt,
ſo müſſen, bei der durch die Buchſtaben S1 und N1 bezeichneten Polarität der
Magnete, in dem Ringe Ströme erzeugt werden, welche ſo gerichtet ſind, daß
poſitive Elektricität durch die bei a1 zu denkende Schleifbürſte austritt. (Der Kürze
und Deutlichkeit wegen wird hier wie bisher immer nur die Richtung des poſitiven
Stromes berückſichtigt.) Die Ströme fließen dann von der Schleifbürſte a1, welche
uns den poſitiven Pol darſtellt, in die Drahtwindungen der Elektromagnete und
gelangen von hier zur ſecundären Maſchine II, deren Drahtwindungen ſie in der
durch die Pfeile angezeigten Richtung durchſtrömen, worauf ſie bei b1, welches uns
den negativen Pol der Maſchine I darſtellt, zu dieſer zurückkehren, womit der

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[836/0850] Zur erſten praktiſchen Anwendung gelangte die elektriſche Uebertragung der Kraft in der Präciſionswerkſtätte von St. Thomas d’Aquin im Jahre 1876. (Zeitſchrift für angew. El. L. von Ph. Carl B. I.) Die Artillerie- Officiere hatten eine ſehr gute Theilmaſchine, welche ſo eingerichtet war, daß ſie ſelbſtſtändig arbeitete und ſich auch in einem beliebigen Momente ſelbſt arretirte; die Maſchine ſollte nun durch die Dampfmaſchine des Etabliſſements, aber in ent- ſprechender Entfernung von derſelben, in Betrieb geſetzt werden. Eine von der Dampfmaſchine geführte Gramme’ſche Maſchine liefert einen elektriſchen Strom, der eine zweite magnetelektriſche Maſchine in Rotation verſetzt. Dieſe letztere, welche mit der erſteren durch zwei über den Hof geführte Leitungsdrähte von mäßigem Durchmeſſer verbunden iſt, ſetzt die Theilmaſchine in Betrieb; die Anlage functionirte gleich vom Beginne an ſehr gut. Die zweite praktiſche Verwerthung der elektriſchen Uebertragung der Kraft erfolgte durch Cadiat, dem Ingenieure der Société du Val d’Osne im Jahre 1878. In dem Etabliſſement der Geſellſchaft (Boulevard Richard Lenoir in Paris) wurde eine mechaniſche Werkſtätte durch eine achtpferdige Dampfmaſchine betrieben, während eine Locomobile in einer zweiten Werkſtätte (für galvaniſche Verkupferung) eine Gramme’ſche Maſchine in Bewegung verſetzte. Cadiat ſtellte nun in der erſt- genannten Werkſtätte eine Gramme’ſche Maſchine auf, welche durch den achtpferdigen Dampfmotor betrieben wurde, leitete die hierdurch erhaltenen elektriſchen Ströme durch (150 Meter lange) Kupferdrähte zu einer zweiten Gramme’ſchen Maſchine in der galvanoplaſtiſchen Werkſtätte und ließ nun durch die letztgenannte Maſchine die galvanoplaſtiſchen Maſchinen betreiben, wodurch die Locomobile überflüſſig wurde. Die zu Sermaize ausgeführten Kraftübertragungsanlagen ſollen uns weiter unten noch beſchäftigen, gleichwie auch die älteren Vorſchläge, elektriſche Bahnen betreffend, bei Beſchreibung dieſer erwähnt werden ſollen. Vorgänge bei der elektriſchen Uebertragung der Kraft. Wir wollen nun die Vorgänge bei der elektriſchen Uebertragung mechaniſcher Kraft näher betrachten. Eine dynamo-elektriſche Maſchine wird durch irgend einen Motor in Bewegung geſetzt und ſendet die hierdurch erzeugten Ströme durch eine Leitung in eine zweite Maſchine; dieſe geräth in Bewegung und kann zur Leiſtung einer entſprechenden mechaniſchen Arbeit benützt werden. Die erſte Maſchine, alſo die, welche den Strom liefert, nennen wir die primäre (die Franzoſen génératrice), die zweite, alſo jene, welche mechaniſche Arbeit leiſten kann oder welche den Strom empfängt, die ſecundäre Maſchine (motrice oder réceptrice). Verſetzen wir die primäre Maſchine I (Fig. 601) in der Richtung in Bewegung, welche durch den innerhalb des Ringes gezeichneten, mehrfach gefiederten Pfeil angedeutet iſt, ſo müſſen, bei der durch die Buchſtaben S1 und N1 bezeichneten Polarität der Magnete, in dem Ringe Ströme erzeugt werden, welche ſo gerichtet ſind, daß poſitive Elektricität durch die bei a1 zu denkende Schleifbürſte austritt. (Der Kürze und Deutlichkeit wegen wird hier wie bisher immer nur die Richtung des poſitiven Stromes berückſichtigt.) Die Ströme fließen dann von der Schleifbürſte a1, welche uns den poſitiven Pol darſtellt, in die Drahtwindungen der Elektromagnete und gelangen von hier zur ſecundären Maſchine II, deren Drahtwindungen ſie in der durch die Pfeile angezeigten Richtung durchſtrömen, worauf ſie bei b1, welches uns den negativen Pol der Maſchine I darſtellt, zu dieſer zurückkehren, womit der

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Zitationshilfe: Urbanitzky, Alfred von: Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Wien; Leipzig, 1885, S. 836. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/urbanitzky_electricitaet_1885/850>, abgerufen am 25.04.2019.