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Virchow, Rudolf: Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. Berlin, 1858.

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Siebente Vorlesung.
6. März 1858.
Das Blut.

Faserstoff. Fibrillen desselben. Vergleich mit Schleim- und Bindegewebe. Homogener
Zustand.
Rothe Blutkörperchen. Kern und Inhalt derselben. Veränderungen der Gestalt. Blutkrystalle.
(Hämatoidin, Hämin, Hämatokrystallin.)
Farblose Blutkörperchen. Numerisches Verhältniss. Struktur. Vergleich mit Eiterkörperchen.
Klebrigkeit und Agglutination derselben. Specifisches Gewicht. Crusta granulosa. Dia-
gnose von Eiter und farblosen Blutkörperchen.



Ich gedenke Ihnen heute, meine Herren, ein Weiteres von
der Geschichte des Blutes vorzuführen.

Wir waren zuletzt dabei stehen geblieben, dass wir die
Dyscrasien lokalisirten; nicht in dem gewöhnlichen Sinne, wie
man sonst die Dyscrasien sich lokalisiren lässt, sondern mehr
in dem genetischen Sinne, wonach wir die Dyscrasien immer
auf eine präexistirende Lokalaffection zurückdatirten, und ir-
gend ein Gewebe als den Quell der dauerhaften Veränderun-
gen des Blutes betrachteten.

Wenn man nun die verschiedenen Dyscrasien in Beziehung
auf Werth und Quelle ansieht, so lassen sich von vornherein
zwei grosse Kategorien von dyscratischen Zuständen unter-
scheiden, je nachdem nämlich die morphologischen Elemente
des Blutes eine Abweichung darbieten, oder diese Abweichung
eine mehr chemische ist und an den flüssigen Bestandtheilen
sich findet.

Unter diesen letzteren treffen wir vor allen das Fibrin,

Siebente Vorlesung.
6. März 1858.
Das Blut.

Faserstoff. Fibrillen desselben. Vergleich mit Schleim- und Bindegewebe. Homogener
Zustand.
Rothe Blutkörperchen. Kern und Inhalt derselben. Veränderungen der Gestalt. Blutkrystalle.
(Hämatoidin, Hämin, Hämatokrystallin.)
Farblose Blutkörperchen. Numerisches Verhältniss. Struktur. Vergleich mit Eiterkörperchen.
Klebrigkeit und Agglutination derselben. Specifisches Gewicht. Crusta granulosa. Dia-
gnose von Eiter und farblosen Blutkörperchen.



Ich gedenke Ihnen heute, meine Herren, ein Weiteres von
der Geschichte des Blutes vorzuführen.

Wir waren zuletzt dabei stehen geblieben, dass wir die
Dyscrasien lokalisirten; nicht in dem gewöhnlichen Sinne, wie
man sonst die Dyscrasien sich lokalisiren lässt, sondern mehr
in dem genetischen Sinne, wonach wir die Dyscrasien immer
auf eine präexistirende Lokalaffection zurückdatirten, und ir-
gend ein Gewebe als den Quell der dauerhaften Veränderun-
gen des Blutes betrachteten.

Wenn man nun die verschiedenen Dyscrasien in Beziehung
auf Werth und Quelle ansieht, so lassen sich von vornherein
zwei grosse Kategorien von dyscratischen Zuständen unter-
scheiden, je nachdem nämlich die morphologischen Elemente
des Blutes eine Abweichung darbieten, oder diese Abweichung
eine mehr chemische ist und an den flüssigen Bestandtheilen
sich findet.

Unter diesen letzteren treffen wir vor allen das Fibrin,

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[[121]/0143] Siebente Vorlesung. 6. März 1858. Das Blut. Faserstoff. Fibrillen desselben. Vergleich mit Schleim- und Bindegewebe. Homogener Zustand. Rothe Blutkörperchen. Kern und Inhalt derselben. Veränderungen der Gestalt. Blutkrystalle. (Hämatoidin, Hämin, Hämatokrystallin.) Farblose Blutkörperchen. Numerisches Verhältniss. Struktur. Vergleich mit Eiterkörperchen. Klebrigkeit und Agglutination derselben. Specifisches Gewicht. Crusta granulosa. Dia- gnose von Eiter und farblosen Blutkörperchen. Ich gedenke Ihnen heute, meine Herren, ein Weiteres von der Geschichte des Blutes vorzuführen. Wir waren zuletzt dabei stehen geblieben, dass wir die Dyscrasien lokalisirten; nicht in dem gewöhnlichen Sinne, wie man sonst die Dyscrasien sich lokalisiren lässt, sondern mehr in dem genetischen Sinne, wonach wir die Dyscrasien immer auf eine präexistirende Lokalaffection zurückdatirten, und ir- gend ein Gewebe als den Quell der dauerhaften Veränderun- gen des Blutes betrachteten. Wenn man nun die verschiedenen Dyscrasien in Beziehung auf Werth und Quelle ansieht, so lassen sich von vornherein zwei grosse Kategorien von dyscratischen Zuständen unter- scheiden, je nachdem nämlich die morphologischen Elemente des Blutes eine Abweichung darbieten, oder diese Abweichung eine mehr chemische ist und an den flüssigen Bestandtheilen sich findet. Unter diesen letzteren treffen wir vor allen das Fibrin,

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Zitationshilfe: Virchow, Rudolf: Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. Berlin, 1858, S. [121]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/virchow_cellularpathologie_1858/143>, abgerufen am 19.04.2019.