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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

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[Spaltenumbruch] will. Jemand wandte diese Redensart auf die Amerikaner in den Vereinigtm Staaten an, die mitten in der Freiheit die Sklaverei erhalten wollten.

*662 Sein Haus hat ein festen gibel. - Mathesius, Sarepta XXIIa.

Er befindet sich im Wohlstande, in gesicherten Verhältnissen.

*663 Sein Haus ist aufgeräumt, es stösst sich auch nachts niemand darin.

*664 Sein Haus ist aufgeräumt (aufgeputzt) wie die Altäre am Charfreitage. - Parömiakon, 279.

*665 Sein Haus ist bestellt wie der Himmel, wo man weder isst noch trinkt. - Parömiakon, 1452.

*666 Sein Haus ist eine wahre Arche Noah's.

Es befinden sich sehr viel Haushaltungen und Wirthschaften darin.

*667 Sein Haus ist oben leer und unten ist nichts darin.

Vom Herrn von Habenichts.

*668 Sein Haus ist vorn versetzt (verpfändet) und hinten gehört's den Jaden.

Vom gänzlich Verschuldeten.

*669 Sein Haus ist wie ein Taubenschlag.

Lat.: Semper aliquis in Cydonis domo. (Philippi, II, 174.)

*670 Sie müssen alle bei mir zu Haus kommen.

*671 Sie reissen einander die Häuser aus den Händen wie bei der Plünderung von Orleans.

Als jemand die Plünderung der Stadt erzählte, bemerkte er: die Soldaten waren so wüthend, dass sie einander die Häuser aus den Händen rissen.

*672 Sieben Häuser und keine Schlafstelle.

*673 Sü wern in d'r Zeit ke Häuser eiresse. (Meiningen.)

Werden nicht viel umgestalten, die Welt nicht eben machen.

*674 Tei dat Hus up'n Balken. (Westf.)

Auf den Balken heisst auf den Hausboden. Als Scherz oder Spott zu jemand, um zu sagen, dass es in seiner Abwesenheit sicher sei.

*675 Um ein Haus weiter.

*676 Ut'n Huse slugteren. - Eichwald, 878.

*677 Von einem hauss zu dem andern herumb stürtzen, wie die stotzeten Hund. - Aventin, CLXXXVb.

"Als das gemeine Sprichwort ist."

*678 Von Haus aus. - Nefflen, 468.

Von Aeltern, von der Erziehung her.

*679 Von Haus aus Koch, will er Maler werden noch. (Poln.)

*680 Von Haus und Hof vertreiben. - Eiselein, 286.

Lat.: De possessione dejicere. (Eiselein, 286.)

*681 Von Haus zu Haus. - Eiselein, 286.

Lat.: E domo in domum. (Eiselein, 286.)

*682 Vor Häusern das Land nicht sehen können.

*683 Wann er recht ins hauss sihet, so werden die kelber blindt (desshalb schielt er). - Franck, II, 110b; Eyering, II, 437; Eiselein, 358; Körte, 2687b.

In Westfalen: War herecht inth huss suyt, dar werden die kalver blindt. (Tappius, 177a.)

*684 Weil sie kein Haus hat, kauft sie aus Bekümmerniss darüber einen Besen und ein wenig Oel. - Burckhardt, 203.

Von denen, die sich mit Hoffnungen trösten, wenn ihnen wirkliche Güter abgehen.

*685 Weil sie kein Haus hatte, machte sie aus dem Loche, in dem sie wohnte, einen Miethstall. - Burckhardt, 211.

Von dem lächerlichen Beginnen armer Leute, die Grossen und Reichen nachzuahmen, sich reich zu stellen.

*686 Zu Haus ist er der Klügste.

Lat.: Atticus in portu. (Philippi, I, 47.)


Hausandacbt.

Die Hausandacht ist jetzt nicht mehr zu Hause. - Herberger, II, 455.


Hausarbeit.

Was einer in der haussarbcit selbst thun kann soll er nicht andern befehlen. - Lehmann, 366, 25.


Hausarznei.

Haussartztney glückt offtermals am besten. - Petri, II, 374; Henisch, 328, 37.


[Spaltenumbruch]
Hausbalken.

* Vun Husbalken en Bessenstel maken. - Eichwald, 85.

Die Engländer: Aus einer Abtei eine Scheuer machen. Einen Nobel (alte englische Goldmünze) auf Pence herunterbringen. Aus einem Meilenzeiger einen Puddingspeil schnitzeln. In Italien: Aus einer Lanze eine Nadel, aus einem Strumpf eine Börse machen. (Reinsberg IV, 125.)

Frz.: De l'arbre d'un pressoir le manche d'un cernoir. (Leroux, I, 38.)


Hausbrot.

Hausbrot und Hausverstand sind die besten Ding im Land.

Böhm.: Domaci chleb, platno a rozum nejlepsi. (Celakovsky, 203.)


Häuschen.

1 Ein niedriges Häuschen bescheint die Sonne auch.

2 Elk (jedes) Hüsken hett sein Krüesken (Kreuzchen). (Ostfries.) - Bueren, 414; Eichwald, 879; Frommann, IV, 286, 412; Hauskalender, I; für Münster: Frommann, VI, 425, 30; für Preussen: Frischbier2, 1529.

3 Es ist kein Häuschen so klein, es braucht einen Giebel; und eine Frau ist insgemein ein unvermeidlich Uebel.

4 Et is kein Hüseken so klein, et is en Krütseken derein. (Büren.)

5 Et is ken Hüsken, et hewt sin Krüsken. (Münster.) - Firmenich, III, 297, 4; für Meurs: Firmenich, I, 405, 292; hochdeutsch bei Körte, 2654.

6 In einem kleinen Häuschen kann sich ein grosser Verstand behelfen.

7 'N Hüsken klen un dat allen. (Ostfries.) - Bueren, 912; Hauskalender, I.

*8 Da möchte man aus dem Häuschen fahren.

Es gibt Dinge, bei denen auch der geduldigste Mensch ungeduldig wird, der ruhigste die Fassung verliert.

*9 Er ist aus dem Häuschen. - Frischbier2, 1528.

Ausser sich vor Freude, Aufregung u. s. w. London war, wie es in einem Bericht über die Weltausstellung (1851) hiess, "aus dem Häuschen".

*10 Op et Hüsken gohn. (Meurs.) - Firmenich, I, 400, 10.

Häuschen gehen, d. h. rückwärts, zu Grunde gehen, auch sterben.


Hausdach.

'S ist halt unter jederem Husdach öppe ä Chrüz. - Steiger, Sitten, II, 64.

Unter jedem Hausdach gibt es irgendein Kreuz.


Hausdieb.

Vor Hausdieben kann man sich schwer schützen.

Böhm.: Domaciho zlodeje tezko se uchraniti. (Celakovsky, 144.)

Frz.: Du larron prive on ne peut se garder. (Bohn I, 16.)

Poln.: Zlodzieja domowego trudno sie ustrzedz. (Lompa, 10.) - Zlodziej domowy, nieprzyjaciel gotowy. (Celakovsky, 144.)


Hausehre.

1 Die Hausehre theilt aus.

2 Hausehre muss vorgehen.

Hus ere muz vorgan. (Wolfdieterich im Cod. pal., 373, Bl. 82.)

3 Haussehr ligt am weibe vnd nit am manne. - Franck, II, 178a; Egenolff, 236b; Guttenstein, 99, 126; Petn, II, 374; Gruter, I, 47; Schottel, 1144a; Eisenhart, 126; Eiselein, 288; Graf, 140, 26; Simrock, 4438; Sailer, 261; Körte, 2675; Venedey, 82.

Das Wort Hausehre wird hier in einer der vielen Bedeutungen, die es im Mittelalter hatte, genommen, in der für Häuslichkeit und Wirthschaftlichkeit stehenden, welche nach der Meinung des Sprichworts ganz vorzüglich eine Pflicht der Frau sei. Dies galt einst in einem höhern Grade, als es in unsern Tagen der Fall ist, in denen die Frauen von Putz, Concert, Theater u. s. w. so in Anspruch genommen werden, dass ihnen für die prosaische Hauswirthschaft wenig Zeit übrigbleibt. Mit dem Worte "Hausehre" wurde aber auch die Ehefrau selbst bezeichnet, wie andere Sprichwörter zeigen. Folgen wir Luther's Bibelübersetzung, so begegnet uns im Ps. 68, 13 das Wort "Hausehre" für Hausfrau das erste mal gedruckt. (Vgl. Eiselein, 283; Büchmann, 152.)


Hauseid.

Hauseyd soll man verhalten, aber nicht halten. - Petri, II, 374; Henisch, 822, 23; Lehmann, II, 26, 9; Körte, 2676; Simrock, 4439.


Häusel.

* Aus dem Häus'l sein oder kommen. - Schöpf, 250. Ausser Fassung.


[Spaltenumbruch] will. Jemand wandte diese Redensart auf die Amerikaner in den Vereinigtm Staaten an, die mitten in der Freiheit die Sklaverei erhalten wollten.

*662 Sein Haus hat ein festen gibel.Mathesius, Sarepta XXIIa.

Er befindet sich im Wohlstande, in gesicherten Verhältnissen.

*663 Sein Haus ist aufgeräumt, es stösst sich auch nachts niemand darin.

*664 Sein Haus ist aufgeräumt (aufgeputzt) wie die Altäre am Charfreitage.Parömiakon, 279.

*665 Sein Haus ist bestellt wie der Himmel, wo man weder isst noch trinkt.Parömiakon, 1452.

*666 Sein Haus ist eine wahre Arche Noah's.

Es befinden sich sehr viel Haushaltungen und Wirthschaften darin.

*667 Sein Haus ist oben leer und unten ist nichts darin.

Vom Herrn von Habenichts.

*668 Sein Haus ist vorn versetzt (verpfändet) und hinten gehört's den Jaden.

Vom gänzlich Verschuldeten.

*669 Sein Haus ist wie ein Taubenschlag.

Lat.: Semper aliquis in Cydonis domo. (Philippi, II, 174.)

*670 Sie müssen alle bei mir zu Haus kommen.

*671 Sie reissen einander die Häuser aus den Händen wie bei der Plünderung von Orleans.

Als jemand die Plünderung der Stadt erzählte, bemerkte er: die Soldaten waren so wüthend, dass sie einander die Häuser aus den Händen rissen.

*672 Sieben Häuser und keine Schlafstelle.

*673 Sü wern in d'r Zeit ke Häuser eiresse. (Meiningen.)

Werden nicht viel umgestalten, die Welt nicht eben machen.

*674 Tei dat Hus up'n Balken. (Westf.)

Auf den Balken heisst auf den Hausboden. Als Scherz oder Spott zu jemand, um zu sagen, dass es in seiner Abwesenheit sicher sei.

*675 Um ein Haus weiter.

*676 Ut'n Huse slugteren.Eichwald, 878.

*677 Von einem hauss zu dem andern herumb stürtzen, wie die stotzeten Hund.Aventin, CLXXXVb.

„Als das gemeine Sprichwort ist.“

*678 Von Haus aus.Nefflen, 468.

Von Aeltern, von der Erziehung her.

*679 Von Haus aus Koch, will er Maler werden noch. (Poln.)

*680 Von Haus und Hof vertreiben.Eiselein, 286.

Lat.: De possessione dejicere. (Eiselein, 286.)

*681 Von Haus zu Haus.Eiselein, 286.

Lat.: E domo in domum. (Eiselein, 286.)

*682 Vor Häusern das Land nicht sehen können.

*683 Wann er recht ins hauss sihet, so werden die kelber blindt (desshalb schielt er).Franck, II, 110b; Eyering, II, 437; Eiselein, 358; Körte, 2687b.

In Westfalen: War herecht inth huss suyt, dar werden die kalver blindt. (Tappius, 177a.)

*684 Weil sie kein Haus hat, kauft sie aus Bekümmerniss darüber einen Besen und ein wenig Oel.Burckhardt, 203.

Von denen, die sich mit Hoffnungen trösten, wenn ihnen wirkliche Güter abgehen.

*685 Weil sie kein Haus hatte, machte sie aus dem Loche, in dem sie wohnte, einen Miethstall.Burckhardt, 211.

Von dem lächerlichen Beginnen armer Leute, die Grossen und Reichen nachzuahmen, sich reich zu stellen.

*686 Zu Haus ist er der Klügste.

Lat.: Atticus in portu. (Philippi, I, 47.)


Hausandacbt.

Die Hausandacht ist jetzt nicht mehr zu Hause.Herberger, II, 455.


Hausarbeit.

Was einer in der haussarbcit selbst thun kann soll er nicht andern befehlen.Lehmann, 366, 25.


Hausarznei.

Haussartztney glückt offtermals am besten.Petri, II, 374; Henisch, 328, 37.


[Spaltenumbruch]
Hausbalken.

* Vun Husbalken en Bessenstêl maken.Eichwald, 85.

Die Engländer: Aus einer Abtei eine Scheuer machen. Einen Nobel (alte englische Goldmünze) auf Pence herunterbringen. Aus einem Meilenzeiger einen Puddingspeil schnitzeln. In Italien: Aus einer Lanze eine Nadel, aus einem Strumpf eine Börse machen. (Reinsberg IV, 125.)

Frz.: De l'arbre d'un pressoir le manche d'un cernoir. (Leroux, I, 38.)


Hausbrot.

Hausbrot und Hausverstand sind die besten Ding im Land.

Böhm.: Domácí chléb, plátno a rozum nejlepší. (Čelakovsky, 203.)


Häuschen.

1 Ein niedriges Häuschen bescheint die Sonne auch.

2 Elk (jedes) Hüsken hett sîn Krüesken (Kreuzchen). (Ostfries.) – Bueren, 414; Eichwald, 879; Frommann, IV, 286, 412; Hauskalender, I; für Münster: Frommann, VI, 425, 30; für Preussen: Frischbier2, 1529.

3 Es ist kein Häuschen so klein, es braucht einen Giebel; und eine Frau ist insgemein ein unvermeidlich Uebel.

4 Et is kein Hüseken so klein, et is en Krütseken derein. (Büren.)

5 Et is kên Hüsken, et hewt sin Krüsken. (Münster.) – Firmenich, III, 297, 4; für Meurs: Firmenich, I, 405, 292; hochdeutsch bei Körte, 2654.

6 In einem kleinen Häuschen kann sich ein grosser Verstand behelfen.

7 'N Hüsken klên un dat allên. (Ostfries.) – Bueren, 912; Hauskalender, I.

*8 Da möchte man aus dem Häuschen fahren.

Es gibt Dinge, bei denen auch der geduldigste Mensch ungeduldig wird, der ruhigste die Fassung verliert.

*9 Er ist aus dem Häuschen.Frischbier2, 1528.

Ausser sich vor Freude, Aufregung u. s. w. London war, wie es in einem Bericht über die Weltausstellung (1851) hiess, „aus dem Häuschen“.

*10 Op et Hüsken gohn. (Meurs.) – Firmenich, I, 400, 10.

Häuschen gehen, d. h. rückwärts, zu Grunde gehen, auch sterben.


Hausdach.

'S ist halt unter jederem Husdach öppe ä Chrüz.Steiger, Sitten, II, 64.

Unter jedem Hausdach gibt es irgendein Kreuz.


Hausdieb.

Vor Hausdieben kann man sich schwer schützen.

Böhm.: Domácího zlodĕje tĕžko se uchrániti. (Čelakovsky, 144.)

Frz.: Du larron privé on ne peut se garder. (Bohn I, 16.)

Poln.: Złodzieja domowego trudno się ustrzedz. (Lompa, 10.) – Złodziéj domowy, nieprzyjaciel gotowy. (Čelakovsky, 144.)


Hausehre.

1 Die Hausehre theilt aus.

2 Hausehre muss vorgehen.

Hus ere muz vorgan. (Wolfdieterich im Cod. pal., 373, Bl. 82.)

3 Haussehr ligt am weibe vnd nit am manne.Franck, II, 178a; Egenolff, 236b; Guttenstein, 99, 126; Petn, II, 374; Gruter, I, 47; Schottel, 1144a; Eisenhart, 126; Eiselein, 288; Graf, 140, 26; Simrock, 4438; Sailer, 261; Körte, 2675; Venedey, 82.

Das Wort Hausehre wird hier in einer der vielen Bedeutungen, die es im Mittelalter hatte, genommen, in der für Häuslichkeit und Wirthschaftlichkeit stehenden, welche nach der Meinung des Sprichworts ganz vorzüglich eine Pflicht der Frau sei. Dies galt einst in einem höhern Grade, als es in unsern Tagen der Fall ist, in denen die Frauen von Putz, Concert, Theater u. s. w. so in Anspruch genommen werden, dass ihnen für die prosaische Hauswirthschaft wenig Zeit übrigbleibt. Mit dem Worte „Hausehre“ wurde aber auch die Ehefrau selbst bezeichnet, wie andere Sprichwörter zeigen. Folgen wir Luther's Bibelübersetzung, so begegnet uns im Ps. 68, 13 das Wort „Hausehre“ für Hausfrau das erste mal gedruckt. (Vgl. Eiselein, 283; Büchmann, 152.)


Hauseid.

Hauseyd soll man verhalten, aber nicht halten.Petri, II, 374; Henisch, 822, 23; Lehmann, II, 26, 9; Körte, 2676; Simrock, 4439.


Häusel.

* Aus dem Häus'l sein oder kommen.Schöpf, 250. Ausser Fassung.


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[[213]/0219] will. Jemand wandte diese Redensart auf die Amerikaner in den Vereinigtm Staaten an, die mitten in der Freiheit die Sklaverei erhalten wollten. *662 Sein Haus hat ein festen gibel. – Mathesius, Sarepta XXIIa. Er befindet sich im Wohlstande, in gesicherten Verhältnissen. *663 Sein Haus ist aufgeräumt, es stösst sich auch nachts niemand darin. *664 Sein Haus ist aufgeräumt (aufgeputzt) wie die Altäre am Charfreitage. – Parömiakon, 279. *665 Sein Haus ist bestellt wie der Himmel, wo man weder isst noch trinkt. – Parömiakon, 1452. *666 Sein Haus ist eine wahre Arche Noah's. Es befinden sich sehr viel Haushaltungen und Wirthschaften darin. *667 Sein Haus ist oben leer und unten ist nichts darin. Vom Herrn von Habenichts. *668 Sein Haus ist vorn versetzt (verpfändet) und hinten gehört's den Jaden. Vom gänzlich Verschuldeten. *669 Sein Haus ist wie ein Taubenschlag. Lat.: Semper aliquis in Cydonis domo. (Philippi, II, 174.) *670 Sie müssen alle bei mir zu Haus kommen. *671 Sie reissen einander die Häuser aus den Händen wie bei der Plünderung von Orleans. Als jemand die Plünderung der Stadt erzählte, bemerkte er: die Soldaten waren so wüthend, dass sie einander die Häuser aus den Händen rissen. *672 Sieben Häuser und keine Schlafstelle. *673 Sü wern in d'r Zeit ke Häuser eiresse. (Meiningen.) Werden nicht viel umgestalten, die Welt nicht eben machen. *674 Tei dat Hus up'n Balken. (Westf.) Auf den Balken heisst auf den Hausboden. Als Scherz oder Spott zu jemand, um zu sagen, dass es in seiner Abwesenheit sicher sei. *675 Um ein Haus weiter. *676 Ut'n Huse slugteren. – Eichwald, 878. *677 Von einem hauss zu dem andern herumb stürtzen, wie die stotzeten Hund. – Aventin, CLXXXVb. „Als das gemeine Sprichwort ist.“ *678 Von Haus aus. – Nefflen, 468. Von Aeltern, von der Erziehung her. *679 Von Haus aus Koch, will er Maler werden noch. (Poln.) *680 Von Haus und Hof vertreiben. – Eiselein, 286. Lat.: De possessione dejicere. (Eiselein, 286.) *681 Von Haus zu Haus. – Eiselein, 286. Lat.: E domo in domum. (Eiselein, 286.) *682 Vor Häusern das Land nicht sehen können. *683 Wann er recht ins hauss sihet, so werden die kelber blindt (desshalb schielt er). – Franck, II, 110b; Eyering, II, 437; Eiselein, 358; Körte, 2687b. In Westfalen: War herecht inth huss suyt, dar werden die kalver blindt. (Tappius, 177a.) *684 Weil sie kein Haus hat, kauft sie aus Bekümmerniss darüber einen Besen und ein wenig Oel. – Burckhardt, 203. Von denen, die sich mit Hoffnungen trösten, wenn ihnen wirkliche Güter abgehen. *685 Weil sie kein Haus hatte, machte sie aus dem Loche, in dem sie wohnte, einen Miethstall. – Burckhardt, 211. Von dem lächerlichen Beginnen armer Leute, die Grossen und Reichen nachzuahmen, sich reich zu stellen. *686 Zu Haus ist er der Klügste. Lat.: Atticus in portu. (Philippi, I, 47.) Hausandacbt. Die Hausandacht ist jetzt nicht mehr zu Hause. – Herberger, II, 455. Hausarbeit. Was einer in der haussarbcit selbst thun kann soll er nicht andern befehlen. – Lehmann, 366, 25. Hausarznei. Haussartztney glückt offtermals am besten. – Petri, II, 374; Henisch, 328, 37. Hausbalken. * Vun Husbalken en Bessenstêl maken. – Eichwald, 85. Die Engländer: Aus einer Abtei eine Scheuer machen. Einen Nobel (alte englische Goldmünze) auf Pence herunterbringen. Aus einem Meilenzeiger einen Puddingspeil schnitzeln. In Italien: Aus einer Lanze eine Nadel, aus einem Strumpf eine Börse machen. (Reinsberg IV, 125.) Frz.: De l'arbre d'un pressoir le manche d'un cernoir. (Leroux, I, 38.) Hausbrot. Hausbrot und Hausverstand sind die besten Ding im Land. Böhm.: Domácí chléb, plátno a rozum nejlepší. (Čelakovsky, 203.) Häuschen. 1 Ein niedriges Häuschen bescheint die Sonne auch. 2 Elk (jedes) Hüsken hett sîn Krüesken (Kreuzchen). (Ostfries.) – Bueren, 414; Eichwald, 879; Frommann, IV, 286, 412; Hauskalender, I; für Münster: Frommann, VI, 425, 30; für Preussen: Frischbier2, 1529. 3 Es ist kein Häuschen so klein, es braucht einen Giebel; und eine Frau ist insgemein ein unvermeidlich Uebel. 4 Et is kein Hüseken so klein, et is en Krütseken derein. (Büren.) 5 Et is kên Hüsken, et hewt sin Krüsken. (Münster.) – Firmenich, III, 297, 4; für Meurs: Firmenich, I, 405, 292; hochdeutsch bei Körte, 2654. 6 In einem kleinen Häuschen kann sich ein grosser Verstand behelfen. 7 'N Hüsken klên un dat allên. (Ostfries.) – Bueren, 912; Hauskalender, I. *8 Da möchte man aus dem Häuschen fahren. Es gibt Dinge, bei denen auch der geduldigste Mensch ungeduldig wird, der ruhigste die Fassung verliert. *9 Er ist aus dem Häuschen. – Frischbier2, 1528. Ausser sich vor Freude, Aufregung u. s. w. London war, wie es in einem Bericht über die Weltausstellung (1851) hiess, „aus dem Häuschen“. *10 Op et Hüsken gohn. (Meurs.) – Firmenich, I, 400, 10. Häuschen gehen, d. h. rückwärts, zu Grunde gehen, auch sterben. Hausdach. 'S ist halt unter jederem Husdach öppe ä Chrüz. – Steiger, Sitten, II, 64. Unter jedem Hausdach gibt es irgendein Kreuz. Hausdieb. Vor Hausdieben kann man sich schwer schützen. Böhm.: Domácího zlodĕje tĕžko se uchrániti. (Čelakovsky, 144.) Frz.: Du larron privé on ne peut se garder. (Bohn I, 16.) Poln.: Złodzieja domowego trudno się ustrzedz. (Lompa, 10.) – Złodziéj domowy, nieprzyjaciel gotowy. (Čelakovsky, 144.) Hausehre. 1 Die Hausehre theilt aus. 2 Hausehre muss vorgehen. Hus ere muz vorgan. (Wolfdieterich im Cod. pal., 373, Bl. 82.) 3 Haussehr ligt am weibe vnd nit am manne. – Franck, II, 178a; Egenolff, 236b; Guttenstein, 99, 126; Petn, II, 374; Gruter, I, 47; Schottel, 1144a; Eisenhart, 126; Eiselein, 288; Graf, 140, 26; Simrock, 4438; Sailer, 261; Körte, 2675; Venedey, 82. Das Wort Hausehre wird hier in einer der vielen Bedeutungen, die es im Mittelalter hatte, genommen, in der für Häuslichkeit und Wirthschaftlichkeit stehenden, welche nach der Meinung des Sprichworts ganz vorzüglich eine Pflicht der Frau sei. Dies galt einst in einem höhern Grade, als es in unsern Tagen der Fall ist, in denen die Frauen von Putz, Concert, Theater u. s. w. so in Anspruch genommen werden, dass ihnen für die prosaische Hauswirthschaft wenig Zeit übrigbleibt. Mit dem Worte „Hausehre“ wurde aber auch die Ehefrau selbst bezeichnet, wie andere Sprichwörter zeigen. Folgen wir Luther's Bibelübersetzung, so begegnet uns im Ps. 68, 13 das Wort „Hausehre“ für Hausfrau das erste mal gedruckt. (Vgl. Eiselein, 283; Büchmann, 152.) Hauseid. Hauseyd soll man verhalten, aber nicht halten. – Petri, II, 374; Henisch, 822, 23; Lehmann, II, 26, 9; Körte, 2676; Simrock, 4439. Häusel. * Aus dem Häus'l sein oder kommen. – Schöpf, 250. Ausser Fassung.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [213]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/219>, abgerufen am 21.10.2020.