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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

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[Spaltenumbruch] 5 Der Hehler ist fauler als der Stehler. - Kirchhofer, 144; Graf, 307, 193; Hillebrand, 207, 296.

6 Der Hehler ist nicht besser als der Stehler. - Hillebrand, 205; Berner, Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 165; Graf, 307, 186; Körte, 2709; Simrock, 4487.

Mhd.: De hehler wer so gud; dse der steler. (Hamb. Chronik.) - Swelich diep den andern hilt, ich weiz niht welicher me stielt. (Grimm, Rechtsalt., 636.)

Lat.: Facientis et consentientis poena par. (Binder II, 1065.) - Non minor est für, qui praedae partem capit ac qui sumpserit ipse. (Binder II, 2189.) - Socius fit culpae, qui nocentem sublevat. (Publ. Syr.) (Binder II, 3172.)

7 Der Hehler ist so sträflich wie der Stehler. - Gaal, 872.

8 Der Hehler leidet gleich dem Diebe. - Graf, 307, 195.

Auf Rügen: De heler leidt gelich dem deve. (Normann, 310, 240.)

9 Der Hehler und der Finder sind zwei schlimme Kinder.

Viele Diebe sagen, sie haben es gefunden; auch von den Findern, welche das Gefundene dem rechtmässigen Eigenthümer nicht wiedergeben.

Böhm.: Verna ruka nic netrati. (Celakovsky, 347.)

10 Der Hehler und der Stehler sind beide Diebe.

11 Der Hehler und der Stehler sind ein Gumpisch (Mischmasch). - Graf, 307, 189; Kirchhofer, 144.

12 Der heler ist eben als der steler. - Franck, I, 70b u. 73b; Egenolff, 333b; Gruter, I, 15; Petri, II, 92; Eyering, I, 475; Latendorf II, 8; Schottel, 1127a; Pistor., V, 74; Eisenhart, 462; Müller, 58, 3; Graf, 307, 187; Steiger, 18; Sailer, 256; Volkmar, 358, 288; Ramann, Unterr.. IV, 29; Eiselein, 293; Körte, 2707; Braun, I, 1227.

Unter Diebeshehlern werden alle diejenigen verstanden, welche Diebe und Räuber wissentlich und in böser Absicht bei sich aufnehmen, sie mit Unterhalt versorgen und ihnen das gestohlene Gut abnehmen. Da sie in vielen Stücken gefährlicher sind, als die Diebe selbst, die durch sie nur sicher werden, so haben unsere Vorfahren geglaubt, dass sie ebenso bestraft zu werden verdienten, als die letztern selbst. Und dies ist eben der Sinn des Sprichworts. So sagt das Sächsische Landrecht: "Wer Diebe behauset, oder Raub behelt, oder Einen mit Hilfe dazu stärket, wird er des überwunden, man soll über ihn richten, als über jenen, der es selbst gethan."

Mhd.: Noch schuldiger ist jener, der da hilt, denn iener der mit sorgen stilt. (Renner.) - Wan der da verhilt der ist ein dieb als wol jener, dar da stilt. (Berthold.) (Zingerle, 65.)

Dän.: Han er ikke bedre der fjaeler, end han der stjaeler. (Bohn I, 373.) - Den er saa god der fieler, som stieler. (Prov. dan., 164 u. 254.)

Engl.: The receiver is as bad as the thief. (Eiselein, 293; Gaal, 872.)

Frz.: Autant peche celui qui tien le sac que celui qui met dedans. (Lendroy, 1342.) - Autant vaut receler que voler. (Gaal, 872.) - Autant vaat trainer que porter. (Kritzinger, 49a.) - L'intrigueur vaut le voleur. (Kritzinger, 400 a.)

It.: Tanto e chi rubba, quunto chi tiene il sacco. (Pazzaglia, 329, 3; Gaal, 872.)

Poln.: Kto kradziez tai, nie jest lepszy jak ten co kradnie. (Lompa, 18.)

Ung.: Az or gazda es tolvaj mind egy zsakba valok. (Gaal, 872.)

13 Der heler macht den steler. - Franck, I, 84b; Egenolff, 344a; Petri, II, 92; Lehmann, II, 63, 120; Graf, 307, 185; Hillebrand, 207, 296; Körte, 2708; Simrock, 4486.

Ein Sprichwort des Talmud sagt daher: Nicht die Maus, sondern das Loch ist der Dieb. (Vgl. Jüdisches Volksblatt, 1865, S. 148.)

Frz.: Autant fait celui qui tient, que celui qui ecorche. (Körte, 2708.)

It.: Tanto ha chi tien, quanto chi scortica. (Körte, 2708; Kritzinger, 49a.)

Span.: No ay ladron sin encubridor. (Bohn I, 234.)

14 Der Höler vnd der Steler gehören beide in die Helle. - Herberger, I, 2, 563.

15 Haler vnd stäler seind gleich. - Agricola II, 452; Herberger, I, 2, 199.

16 Hehler ist wie der Stehler. - Graf, 307, 181; Grimm, II, 1088; Mayer, I, 79.

17 Hehler sind Stehler. - Simrock, 4485.

18 Hehler, Stehler und Befehler sind drei Diebe. - Graf, 305, 144; Simrock, 9843.

19 Hehler und Stehler gehören an Einen Galgen. - Graf, 307, 191; Hillebrand, 207, 297.

"Und wenn begrirfen wird der heler, muss billich hengen mit dem steler." (Waldis, I, 70.)

[Spaltenumbruch] Lat.: Agens et consentiens eadem (pari) poena digni. (Binder I, 29; II, 100; Gaal, 872; Neander, 92; Seybold, 15; Philippi, I, 15.)

20 Hehler und Stehler ist ein Dieb wie der ander. - Grimm, II, 1088; Graf, 307, 190; Henisch, 694, 56.

21 Hehler und Stehler, Räther und Thäter sind alle gleich schuldig. - Graf, 305, 147.

Altfries.: Dij heller, dij steller, dij redir, dij dedir sint allycke sckildich. (Hettema, LXII, 3.)

22 Heler vnd steler, thäter vnd väter, helffer vnd verhenger ist einer so from als der ander vnd gehören alle an Galgen. - Petri, II, 376.

*23 Kein Hehler, kein Stehler. - Graf, 307, 184; Hillebrand, 207, 296; Simrock, 4487; Körte, 2709; Braun, I, 1228.

24 Ohne den Hehler kein Stehler. - Graf, 307, 183; Hillebrand, 207, 296; Berner, Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 165; Osenbrüggen, Zeitschrift für deutsches Recht, XVIII, 96.

25 Weren kein Hehler, so weren auch kein Steler. - Petri, II, 706; Pistor., X, 37; Eisenhart, 462; Graf, 307, 188; Volkmar, 358, 289.

Daher findet man in verschiedenen alten deutschen Gesetzen, dass alle diejenigen, welche gestohlenes Gut wissentlich angenommen und dem Eigenthümer nicht zurückgegeben, als Diebe angesehen und bestraft wurden.

Dän.: Hvis der var ingen haelere, var der ei saa mange stiaelere. (Prov. dan., 267.)

Engl.: No receiver, no thief. (Gaal, 663.)


Hehlstreichen.

Was hilft das Hehlstreichen?

Wenn man einem den Kopf abgebissen hat, kann man ihm denselben nicht wieder aufsetzen.


Hei.

Et ess sück esu 'nen Hei, en der Loch'. (Köln.) - Firmenich. I, 475, 174.

Es ist heute ein solcher nasser fallender Nebel in der Luft.


Heide (der).

1 Besser ein guter Heide, als ein schlechter Christ.

"In den Augen der Priester konnte es auch tugendhafte Heiden geben, aber gie waren nicht halb so viel werth, als ein gläubiger, wenn auch unmoralischer Christ." (Jochmann, Reliquien, II, 243.)

2 Besser ein verdampter Heid, denn ein verdampter Christ. - Henisch, 322, 33.

3 Die Heiden kommen aus ohne Prediger, aber nicht ohne Schmied. (Finl.)

4 Heiden sollen nicht erben. - Graf, 210, 189; Rosenvinge, 80a.

Nicht nur eheliche Geburt (s. Hurenkind), sondern auch die Erfüllung anderer Bedingungen war in den nordischen Rechten zur Erbfähigkeit erforderlich. Wer nicht wusste, ob der Sattel richtig oder verkehrt auf des Pferdes Rücken liege, d. i. geistesschwach war, war erbunfähig. Das Kind war auch nicht schon Erbe, wenn es geboren, sondern erst, worauf sich das obige Sprichwort bezieht, wenn es getauft war. (S. Hand 25 u. Kind.)

*5 Das möcht' einen Heiden erbarmen. - Braun, I, 1229; Eiselein, 293.

*6 De Heiden sint inebruoken. (Iserlohn.) - Woeste, 85, 89; Firmenich, III, 188, 98.

Die Hausfrau ist ins Wochenbett gekommen.

*7 Einen Heiden zu einem Christen machen.

Ein Kind aus der Taufe heben.

*8 En' Heiden han w'r fortgetroen, en Christen bringen w'r wieder. - Meisner, 25.

Sagen die Pathen, wenn sie mit dem Täufling aus der Kirche zurückkommen. Nach der Annahme, dass das blosse Taufwasser Christen mache.

*9 Es ist ein Heide mit Wasser begossen.

"Unter den 17 Millionen Preussen mag es viele mit Wasser begossene Heiden geben." (Reichensperger-Geldern in der Debatte über Civilebe, in der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 12. April 1859.)

*10 Woher haben die Heiden die Hemden? - Simrock, 4487a.


Heide (die).

1 Besser in der Heide auf altem Karren, als auf dem Meere in neuem Schiff.

2 Die Heide schämt sich.

Eine landläufige Redensart von der verspäteten Blüte unserer Eriken. (Vgl. Herm. Masius, Naturstudien, Samml. 2, S. 189.)

3 In der Heide (im Holzlande) sind die wärmsten Oefen. (Wend-Lausitz.)

[Spaltenumbruch] 5 Der Hehler ist fauler als der Stehler.Kirchhofer, 144; Graf, 307, 193; Hillebrand, 207, 296.

6 Der Hehler ist nicht besser als der Stehler.Hillebrand, 205; Berner, Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 165; Graf, 307, 186; Körte, 2709; Simrock, 4487.

Mhd.: De hehler wer so gud; dse der steler. (Hamb. Chronik.) – Swelich diep den andern hilt, ich weiz niht welicher mê stielt. (Grimm, Rechtsalt., 636.)

Lat.: Facientis et consentientis poena par. (Binder II, 1065.) – Non minor est für, qui praedae partem capit ac qui sumpserit ipse. (Binder II, 2189.) – Socius fit culpae, qui nocentem sublevat. (Publ. Syr.) (Binder II, 3172.)

7 Der Hehler ist so sträflich wie der Stehler.Gaal, 872.

8 Der Hehler leidet gleich dem Diebe.Graf, 307, 195.

Auf Rügen: De heler leidt gelich dem deve. (Normann, 310, 240.)

9 Der Hehler und der Finder sind zwei schlimme Kinder.

Viele Diebe sagen, sie haben es gefunden; auch von den Findern, welche das Gefundene dem rechtmässigen Eigenthümer nicht wiedergeben.

Böhm.: Vĕrná ruka nic netratí. (Čelakovsky, 347.)

10 Der Hehler und der Stehler sind beide Diebe.

11 Der Hehler und der Stehler sind ein Gumpisch (Mischmasch).Graf, 307, 189; Kirchhofer, 144.

12 Der heler ist eben als der steler.Franck, I, 70b u. 73b; Egenolff, 333b; Gruter, I, 15; Petri, II, 92; Eyering, I, 475; Latendorf II, 8; Schottel, 1127a; Pistor., V, 74; Eisenhart, 462; Müller, 58, 3; Graf, 307, 187; Steiger, 18; Sailer, 256; Volkmar, 358, 288; Ramann, Unterr.. IV, 29; Eiselein, 293; Körte, 2707; Braun, I, 1227.

Unter Diebeshehlern werden alle diejenigen verstanden, welche Diebe und Räuber wissentlich und in böser Absicht bei sich aufnehmen, sie mit Unterhalt versorgen und ihnen das gestohlene Gut abnehmen. Da sie in vielen Stücken gefährlicher sind, als die Diebe selbst, die durch sie nur sicher werden, so haben unsere Vorfahren geglaubt, dass sie ebenso bestraft zu werden verdienten, als die letztern selbst. Und dies ist eben der Sinn des Sprichworts. So sagt das Sächsische Landrecht: „Wer Diebe behauset, oder Raub behelt, oder Einen mit Hilfe dazu stärket, wird er des überwunden, man soll über ihn richten, als über jenen, der es selbst gethan.“

Mhd.: Noch schuldiger ist jener, der dâ hilt, denn iener der mit sorgen stilt. (Renner.) – Wan der da verhilt der ist ein dieb als wol jener, dar dâ stilt. (Berthold.) (Zingerle, 65.)

Dän.: Han er ikke bedre der fjæler, end han der stjæler. (Bohn I, 373.) – Den er saa god der fieler, som stieler. (Prov. dan., 164 u. 254.)

Engl.: The receiver is as bad as the thief. (Eiselein, 293; Gaal, 872.)

Frz.: Autant pèche celui qui tien le sac que celui qui met dedans. (Lendroy, 1342.) – Autant vaut recéler que voler. (Gaal, 872.) – Autant vaat trainer que porter. (Kritzinger, 49a.) – L'intrigueur vaut le voleur. (Kritzinger, 400 a.)

It.: Tanto è chi rubba, quunto chi tiene il sacco. (Pazzaglia, 329, 3; Gaal, 872.)

Poln.: Kto kradzieź tai, nie jest lepszy jak ten co kradnie. (Lompa, 18.)

Ung.: Az or gazda és tolvaj mind egy zsákba valók. (Gaal, 872.)

13 Der heler macht den steler.Franck, I, 84b; Egenolff, 344a; Petri, II, 92; Lehmann, II, 63, 120; Graf, 307, 185; Hillebrand, 207, 296; Körte, 2708; Simrock, 4486.

Ein Sprichwort des Talmud sagt daher: Nicht die Maus, sondern das Loch ist der Dieb. (Vgl. Jüdisches Volksblatt, 1865, S. 148.)

Frz.: Autant fait celui qui tient, que celui qui écorche. (Körte, 2708.)

It.: Tanto ha chi tien, quanto chi scortica. (Körte, 2708; Kritzinger, 49a.)

Span.: No ay ladron sin encubridor. (Bohn I, 234.)

14 Der Höler vnd der Steler gehören beide in die Helle.Herberger, I, 2, 563.

15 Haler vnd stäler seind gleich.Agricola II, 452; Herberger, I, 2, 199.

16 Hehler ist wie der Stehler.Graf, 307, 181; Grimm, II, 1088; Mayer, I, 79.

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18 Hehler, Stehler und Befehler sind drei Diebe.Graf, 305, 144; Simrock, 9843.

19 Hehler und Stehler gehören an Einen Galgen.Graf, 307, 191; Hillebrand, 207, 297.

„Und wenn begrirfen wird der heler, muss billich hengen mit dem steler.“ (Waldis, I, 70.)

[Spaltenumbruch] Lat.: Agens et consentiens eadem (pari) poena digni. (Binder I, 29; II, 100; Gaal, 872; Neander, 92; Seybold, 15; Philippi, I, 15.)

20 Hehler und Stehler ist ein Dieb wie der ander.Grimm, II, 1088; Graf, 307, 190; Henisch, 694, 56.

21 Hehler und Stehler, Räther und Thäter sind alle gleich schuldig.Graf, 305, 147.

Altfries.: Dij heller, dij steller, dij redir, dij dedir sint allycke sckildich. (Hettema, LXII, 3.)

22 Heler vnd steler, thäter vnd väter, helffer vnd verhenger ist einer so from als der ander vnd gehören alle an Galgen.Petri, II, 376.

*23 Kein Hehler, kein Stehler.Graf, 307, 184; Hillebrand, 207, 296; Simrock, 4487; Körte, 2709; Braun, I, 1228.

24 Ohne den Hehler kein Stehler.Graf, 307, 183; Hillebrand, 207, 296; Berner, Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 165; Osenbrüggen, Zeitschrift für deutsches Recht, XVIII, 96.

25 Weren kein Hehler, so weren auch kein Steler.Petri, II, 706; Pistor., X, 37; Eisenhart, 462; Graf, 307, 188; Volkmar, 358, 289.

Daher findet man in verschiedenen alten deutschen Gesetzen, dass alle diejenigen, welche gestohlenes Gut wissentlich angenommen und dem Eigenthümer nicht zurückgegeben, als Diebe angesehen und bestraft wurden.

Dän.: Hvis der var ingen hælere, var der ei saa mange stiælere. (Prov. dan., 267.)

Engl.: No receiver, no thief. (Gaal, 663.)


Hehlstreichen.

Was hilft das Hehlstreichen?

Wenn man einem den Kopf abgebissen hat, kann man ihm denselben nicht wieder aufsetzen.


Hei.

Et ess sück esu 'nen Hei, en der Lôch'. (Köln.) – Firmenich. I, 475, 174.

Es ist heute ein solcher nasser fallender Nebel in der Luft.


Heide (der).

1 Besser ein guter Heide, als ein schlechter Christ.

„In den Augen der Priester konnte es auch tugendhafte Heiden geben, aber gie waren nicht halb so viel werth, als ein gläubiger, wenn auch unmoralischer Christ.“ (Jochmann, Reliquien, II, 243.)

2 Besser ein verdampter Heid, denn ein verdampter Christ.Henisch, 322, 33.

3 Die Heiden kommen aus ohne Prediger, aber nicht ohne Schmied. (Finl.)

4 Heiden sollen nicht erben.Graf, 210, 189; Rosenvinge, 80a.

Nicht nur eheliche Geburt (s. Hurenkind), sondern auch die Erfüllung anderer Bedingungen war in den nordischen Rechten zur Erbfähigkeit erforderlich. Wer nicht wusste, ob der Sattel richtig oder verkehrt auf des Pferdes Rücken liege, d. i. geistesschwach war, war erbunfähig. Das Kind war auch nicht schon Erbe, wenn es geboren, sondern erst, worauf sich das obige Sprichwort bezieht, wenn es getauft war. (S. Hand 25 u. Kind.)

*5 Das möcht' einen Heiden erbarmen.Braun, I, 1229; Eiselein, 293.

*6 De Heiden sint inebruoken. (Iserlohn.) – Woeste, 85, 89; Firmenich, III, 188, 98.

Die Hausfrau ist ins Wochenbett gekommen.

*7 Einen Heiden zu einem Christen machen.

Ein Kind aus der Taufe heben.

*8 En' Heiden han w'r fortgetroen, en Christen bringen w'r wieder.Meisner, 25.

Sagen die Pathen, wenn sie mit dem Täufling aus der Kirche zurückkommen. Nach der Annahme, dass das blosse Taufwasser Christen mache.

*9 Es ist ein Heide mit Wasser begossen.

„Unter den 17 Millionen Preussen mag es viele mit Wasser begossene Heiden geben.“ (Reichensperger-Geldern in der Debatte über Civilebe, in der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 12. April 1859.)

*10 Woher haben die Heiden die Hemden?Simrock, 4487a.


Heide (die).

1 Besser in der Heide auf altem Karren, als auf dem Meere in neuem Schiff.

2 Die Heide schämt sich.

Eine landläufige Redensart von der verspäteten Blüte unserer Eriken. (Vgl. Herm. Masius, Naturstudien, Samml. 2, S. 189.)

3 In der Heide (im Holzlande) sind die wärmsten Oefen. (Wend-Lausitz.)

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[[229]/0235] 5 Der Hehler ist fauler als der Stehler. – Kirchhofer, 144; Graf, 307, 193; Hillebrand, 207, 296. 6 Der Hehler ist nicht besser als der Stehler. – Hillebrand, 205; Berner, Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 165; Graf, 307, 186; Körte, 2709; Simrock, 4487. Mhd.: De hehler wer so gud; dse der steler. (Hamb. Chronik.) – Swelich diep den andern hilt, ich weiz niht welicher mê stielt. (Grimm, Rechtsalt., 636.) Lat.: Facientis et consentientis poena par. (Binder II, 1065.) – Non minor est für, qui praedae partem capit ac qui sumpserit ipse. (Binder II, 2189.) – Socius fit culpae, qui nocentem sublevat. (Publ. Syr.) (Binder II, 3172.) 7 Der Hehler ist so sträflich wie der Stehler. – Gaal, 872. 8 Der Hehler leidet gleich dem Diebe. – Graf, 307, 195. Auf Rügen: De heler leidt gelich dem deve. (Normann, 310, 240.) 9 Der Hehler und der Finder sind zwei schlimme Kinder. Viele Diebe sagen, sie haben es gefunden; auch von den Findern, welche das Gefundene dem rechtmässigen Eigenthümer nicht wiedergeben. Böhm.: Vĕrná ruka nic netratí. (Čelakovsky, 347.) 10 Der Hehler und der Stehler sind beide Diebe. 11 Der Hehler und der Stehler sind ein Gumpisch (Mischmasch). – Graf, 307, 189; Kirchhofer, 144. 12 Der heler ist eben als der steler. – Franck, I, 70b u. 73b; Egenolff, 333b; Gruter, I, 15; Petri, II, 92; Eyering, I, 475; Latendorf II, 8; Schottel, 1127a; Pistor., V, 74; Eisenhart, 462; Müller, 58, 3; Graf, 307, 187; Steiger, 18; Sailer, 256; Volkmar, 358, 288; Ramann, Unterr.. IV, 29; Eiselein, 293; Körte, 2707; Braun, I, 1227. Unter Diebeshehlern werden alle diejenigen verstanden, welche Diebe und Räuber wissentlich und in böser Absicht bei sich aufnehmen, sie mit Unterhalt versorgen und ihnen das gestohlene Gut abnehmen. Da sie in vielen Stücken gefährlicher sind, als die Diebe selbst, die durch sie nur sicher werden, so haben unsere Vorfahren geglaubt, dass sie ebenso bestraft zu werden verdienten, als die letztern selbst. Und dies ist eben der Sinn des Sprichworts. So sagt das Sächsische Landrecht: „Wer Diebe behauset, oder Raub behelt, oder Einen mit Hilfe dazu stärket, wird er des überwunden, man soll über ihn richten, als über jenen, der es selbst gethan.“ Mhd.: Noch schuldiger ist jener, der dâ hilt, denn iener der mit sorgen stilt. (Renner.) – Wan der da verhilt der ist ein dieb als wol jener, dar dâ stilt. (Berthold.) (Zingerle, 65.) Dän.: Han er ikke bedre der fjæler, end han der stjæler. (Bohn I, 373.) – Den er saa god der fieler, som stieler. (Prov. dan., 164 u. 254.) Engl.: The receiver is as bad as the thief. (Eiselein, 293; Gaal, 872.) Frz.: Autant pèche celui qui tien le sac que celui qui met dedans. (Lendroy, 1342.) – Autant vaut recéler que voler. (Gaal, 872.) – Autant vaat trainer que porter. (Kritzinger, 49a.) – L'intrigueur vaut le voleur. (Kritzinger, 400 a.) It.: Tanto è chi rubba, quunto chi tiene il sacco. (Pazzaglia, 329, 3; Gaal, 872.) Poln.: Kto kradzieź tai, nie jest lepszy jak ten co kradnie. (Lompa, 18.) Ung.: Az or gazda és tolvaj mind egy zsákba valók. (Gaal, 872.) 13 Der heler macht den steler. – Franck, I, 84b; Egenolff, 344a; Petri, II, 92; Lehmann, II, 63, 120; Graf, 307, 185; Hillebrand, 207, 296; Körte, 2708; Simrock, 4486. Ein Sprichwort des Talmud sagt daher: Nicht die Maus, sondern das Loch ist der Dieb. (Vgl. Jüdisches Volksblatt, 1865, S. 148.) Frz.: Autant fait celui qui tient, que celui qui écorche. (Körte, 2708.) It.: Tanto ha chi tien, quanto chi scortica. (Körte, 2708; Kritzinger, 49a.) Span.: No ay ladron sin encubridor. (Bohn I, 234.) 14 Der Höler vnd der Steler gehören beide in die Helle. – Herberger, I, 2, 563. 15 Haler vnd stäler seind gleich. – Agricola II, 452; Herberger, I, 2, 199. 16 Hehler ist wie der Stehler. – Graf, 307, 181; Grimm, II, 1088; Mayer, I, 79. 17 Hehler sind Stehler. – Simrock, 4485. 18 Hehler, Stehler und Befehler sind drei Diebe. – Graf, 305, 144; Simrock, 9843. 19 Hehler und Stehler gehören an Einen Galgen. – Graf, 307, 191; Hillebrand, 207, 297. „Und wenn begrirfen wird der heler, muss billich hengen mit dem steler.“ (Waldis, I, 70.) Lat.: Agens et consentiens eadem (pari) poena digni. (Binder I, 29; II, 100; Gaal, 872; Neander, 92; Seybold, 15; Philippi, I, 15.) 20 Hehler und Stehler ist ein Dieb wie der ander. – Grimm, II, 1088; Graf, 307, 190; Henisch, 694, 56. 21 Hehler und Stehler, Räther und Thäter sind alle gleich schuldig. – Graf, 305, 147. Altfries.: Dij heller, dij steller, dij redir, dij dedir sint allycke sckildich. (Hettema, LXII, 3.) 22 Heler vnd steler, thäter vnd väter, helffer vnd verhenger ist einer so from als der ander vnd gehören alle an Galgen. – Petri, II, 376. *23 Kein Hehler, kein Stehler. – Graf, 307, 184; Hillebrand, 207, 296; Simrock, 4487; Körte, 2709; Braun, I, 1228. 24 Ohne den Hehler kein Stehler. – Graf, 307, 183; Hillebrand, 207, 296; Berner, Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 165; Osenbrüggen, Zeitschrift für deutsches Recht, XVIII, 96. 25 Weren kein Hehler, so weren auch kein Steler. – Petri, II, 706; Pistor., X, 37; Eisenhart, 462; Graf, 307, 188; Volkmar, 358, 289. Daher findet man in verschiedenen alten deutschen Gesetzen, dass alle diejenigen, welche gestohlenes Gut wissentlich angenommen und dem Eigenthümer nicht zurückgegeben, als Diebe angesehen und bestraft wurden. Dän.: Hvis der var ingen hælere, var der ei saa mange stiælere. (Prov. dan., 267.) Engl.: No receiver, no thief. (Gaal, 663.) Hehlstreichen. Was hilft das Hehlstreichen? Wenn man einem den Kopf abgebissen hat, kann man ihm denselben nicht wieder aufsetzen. Hei. Et ess sück esu 'nen Hei, en der Lôch'. (Köln.) – Firmenich. I, 475, 174. Es ist heute ein solcher nasser fallender Nebel in der Luft. Heide (der). 1 Besser ein guter Heide, als ein schlechter Christ. „In den Augen der Priester konnte es auch tugendhafte Heiden geben, aber gie waren nicht halb so viel werth, als ein gläubiger, wenn auch unmoralischer Christ.“ (Jochmann, Reliquien, II, 243.) 2 Besser ein verdampter Heid, denn ein verdampter Christ. – Henisch, 322, 33. 3 Die Heiden kommen aus ohne Prediger, aber nicht ohne Schmied. (Finl.) 4 Heiden sollen nicht erben. – Graf, 210, 189; Rosenvinge, 80a. Nicht nur eheliche Geburt (s. Hurenkind), sondern auch die Erfüllung anderer Bedingungen war in den nordischen Rechten zur Erbfähigkeit erforderlich. Wer nicht wusste, ob der Sattel richtig oder verkehrt auf des Pferdes Rücken liege, d. i. geistesschwach war, war erbunfähig. Das Kind war auch nicht schon Erbe, wenn es geboren, sondern erst, worauf sich das obige Sprichwort bezieht, wenn es getauft war. (S. Hand 25 u. Kind.) *5 Das möcht' einen Heiden erbarmen. – Braun, I, 1229; Eiselein, 293. *6 De Heiden sint inebruoken. (Iserlohn.) – Woeste, 85, 89; Firmenich, III, 188, 98. Die Hausfrau ist ins Wochenbett gekommen. *7 Einen Heiden zu einem Christen machen. Ein Kind aus der Taufe heben. *8 En' Heiden han w'r fortgetroen, en Christen bringen w'r wieder. – Meisner, 25. Sagen die Pathen, wenn sie mit dem Täufling aus der Kirche zurückkommen. Nach der Annahme, dass das blosse Taufwasser Christen mache. *9 Es ist ein Heide mit Wasser begossen. „Unter den 17 Millionen Preussen mag es viele mit Wasser begossene Heiden geben.“ (Reichensperger-Geldern in der Debatte über Civilebe, in der Sitzung des preussischen Abgeordnetenhauses vom 12. April 1859.) *10 Woher haben die Heiden die Hemden? – Simrock, 4487a. Heide (die). 1 Besser in der Heide auf altem Karren, als auf dem Meere in neuem Schiff. 2 Die Heide schämt sich. Eine landläufige Redensart von der verspäteten Blüte unserer Eriken. (Vgl. Herm. Masius, Naturstudien, Samml. 2, S. 189.) 3 In der Heide (im Holzlande) sind die wärmsten Oefen. (Wend-Lausitz.)

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [229]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/235>, abgerufen am 22.10.2020.