Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *64 Er geht hoch einher wie der Storch. - Eiselein, 580.

*65 Er hat sich hoch gesetzt, die Krähen sollen ihm nicht auf den Kopf kacken.

Holl.: Hij zit hoog en droog, de kraaijen zullen hem niet op het hoofd sch ..... (Harrebomee, I, 446.)

*66 Er hat zu hoch angefangen. - Tendlau, 255.

Wenn jemand bei seinen Ausgaben, Einrichtungen u. s. w. über seine Mittel hinausgeht.

Böhm.: Vysoko podnal, nizko pustil. (Celakovsky, 292.)

*67 Er ist hoch am Bret.

Steht in grossem Ansehen.

Frz.: Il nage en grande eau. (Starschedel, 408.)

*68 Er will hoch hinaus.

*69 Höher als der Chimborasso.

Der einmal für den höchsten Berg galt.

Lat.: Altius Oromedonte. (Philippi, I, 23.)

*70 Höher als hoch. - Eiselein, 313.

*71 Höher dann an Galgen. - Ayrer, II, 170.

*72 So hoch als der stargarder Marienthurm. - Jubelschrift, 28.

Die Franzosen: So hoch wie der Glockenthurm von Ailly. (Reinsberg V, 137.)

*73 Wie hoch ist der hymel? - Agricola I, 505.

Wird gesagt, um über jemand zu spotten, der plötzlich in die Höhe sieht, weil er zu heiss gegessen oder getrunken und sich dabei verbrannt hat.


Hochblasen.

*1 Du kannst mich hochblasen. - Frischbier, 328; Frischbier2, 1631.

*2 Kannst mi hochblase, wenn öck war leg (niedrig) sötte. (Elbing.) - Frischbier2, 1632.


Hochbord.

* Er hält sich ans Hochbord.

An die Schiffsseite, welche am höchsten über dem Wasser steht und vor dem Nasswerden am meisten schützt. Von denen, die ihren Vortheil verstehen.


Hochdeutsch.

* Hei kuiret häudäuitschk, äs de Kau spansk. (Sauerland.)

Er spricht hochdeutsch, wie die Kuh spanisch.


Hochehrwürdiger.

* Es ist ein Hochehrwürdiger.

An vielen Orten zur Bezeichnung eines evangelischen Geistlichen, welche diesen Titel führen.


Hochgeboren.

1 Hochgeboren ist nur selten hocherkoren. - Körte, 2882.

2 Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren. - Simrock, 4798.

3 Mancher ist hochgeborn vnd nit hocherkoren. - Latendorf II, 23.

4 Nichts ward so hochgeborn, das nicht dess Glückes Zorn vntertruckt vnnd schlug zu Thal, je höher Baum, je schwerer Fall. - Lehmann, II, 433, 55.

5 Und bist du noch so hochgeboren, lass doch den Esel ungeschoren.


Hochgehenkt.

Hochgehenkt werden gilt den Dieben für keine Ehre. (S. Hochzeitstanz.)


Hochgelehrt.

Der ist hochgelert, der sich selbs kennen lert. - Franck., II, 126a; Gruter, I, 314.


Hochgericht.

Das Hochgericht ist für grosse Diebe nicht.


Hochgeschoren.

Wäre ek doch sau hochgeschoren, wei mein Brauder von voren, so solle de Pot vorne koken un hinne freisen, segt der Februar. - Schambach, II, 682.

Das "Hochgeschoren" scheint im Mittelalter ein äusseres Zeichen von Vornehmheit gewesen zu sein und auf einen höhern bevorzugten Stand hinzudeuten.


Hochgesessen.

Bist du hoch- und wohlgesessen, lass Bedünklein nicht vom Teller essen.


Hochheim.

Zu Hochheim an dem Maine, zu Würzburg auf dem Steine, zu Bacharach am Rheine, da sind die besten Weine. (S. Bacharach, Edelwein [Spaltenumbruch] und Frankenwein.) - Deutsche Romanzeitung (Berlin 1866), Nr. 40, S. 314; Hesekiel, 9.


Hochhinaus.

Herr Hochhinaus und Herr Habenichts passen nicht zusammen.


Hochkommaf.

Den es van Hochkommaf, sin Vader wont op 'n Sölder. (S. Abkunft 1.) (Meurs.) - Firmenich, I, 404, 241.


Hochmuth.

1 Der Hochmuth ist des Stolzes Bruder. - Kellner, Sätze und Musterstücke.

2 Der Hochmuth ist unter allen Beichtvätern der gefährlichste.

3 Der Hochmuth will überall die Hände mit am Pflug haben, vnd meynt, man könne kein Esel satteln, er müss dabey seyn. - Lehmann, 26, 31.

4 Hachmaud doit nimmer gaud. (Hannover.) - Schambach, I, 141.

5 Hochmut kompt nit von armut. - Franck I, 141b; Lehmann, II, 267, 77; Simrock, 4799.

6 Hochmut thet nie kein gut. - Franck, I, 127b u. 141b; Lehmann, II, 267, 78; Lalendorf II, 17; Sailer, 71.

"Wie denn das Sprichwort sagen thut, Hochmut der thut nimmer kein gut." "Hochmut bringt selten gut." (H. Sachs, V, CXXI, 1, 2 u. 9.)

Holl.: Hoogmoed deed nooit iemand goed. (Harrebomee, I, 330.)

7 Hochmuth bettelt mehr als Armuth.

8 Hochmuth bindet jhr selbs ein ruth. - Petri, II, 384; Henisch, 387, 60.

9 Hochmuth führet in Armuth. - Henisch, 116, 70.

10 Hochmuth geht voran, Spott und Schaden (Schande) folgen nach.

Böhm.: Kde pycha, tu i pohaneni. - Kdez prijde pycha, tudiz za ni prikluse hanba. - Na pysneho ceka dulek, a na kvapneho kulek. - Za pychou palice chodi. (Celakovsky, 19.)

Dän.: Hofmod gaaer for fald; spot og skade folger dan. (Prov. dan., 195.)

Frz.: L'orgueil marche devant l'ecrasement. - Quand orgueil chemine devant, honte et dommage suivent de bien pres. (Cahier, 1206.)

Poln.: Na hardego dolek, a na raczego kolek. (Celakovsky, 97.)

11 Hochmuth hat immer Schmach hinter sich.

12 Hochmuth in den schönen ist, vnd folget der schön zu aller frist. - Petri, II, 384.

13 Hochmuth ist allein klug.

Frz.: Orgueil ne se daigne aviser. (Cahier, 1207.)

14 Hochmuth ist des Teufels Affe.

Die Russen: Hochmuth ist ein Sumpf, der faule Blasen anfwirft. Hochmuth ist eine Pflanze, die im Garten des Reichthums wuchert. (Altmann VI, 444 u. 481.)

Böhm.: Pycha peklem dycha. (Celakovsky, 97.)

15 Hochmuth ist Dummheit, Demuth Weisheit.

16 Hochmuth kommt (geht) vor dem Fall. - Hollenberg, I, 62; Beyer, II, 46; Sprichwort, 16, 18; Müller, 31, 1; Neus, 18; Steiger, 320; Siebenkees, 112; Teller, 778; Körte, 2883; Simrock, 4797; Braun, I, 1408; Parömiakon, 979; Schulze, 70; Ramann, II, Pred., II, 245; Ramann, Unterr., I, 32; auch ist dies Sprichwort als Lustspiel frei nach dem Englischen bearbeitet von L. Kühne (Mainz 1835); für Hannover: Schambach, I, 142; für Waldeck: Curtze, 298.

"Hochmuth kommt vorm Fall; doch bei Suschen kam, seit Graf Dorival sie zur Freundin nahm, Hochmuth nach dem Fall." (Pfeffel.) Ein gelehrten jüdischen Kreisen angehörendes Sprichwort heisst: Achare Dargo - T'wir. (Tendlau, 710.) Dargo und tewir sind die Namen zweier sich folgenden hebräischen Accente, wovon jenes im Chaldäischen Stiege, Stufe, und dieses Bruch bedeutet. Also: Nach (achare) Stiege (kommt) Bruch. (Vgl. Tendlau, 661.)

Mhd.: Unmasze und hochvart die münzen dicke vallen hart. - Swer hohe vert zaller zeit, wizzet, daz er nider leit. (Welscher Gast.) - Ze hohe niemen varn sol: de vetieh hat ein man niht die in ze vliegen helfen iht, da von muoz er vallen hart nider von seiner hochvart. (Welscher Gast.) (Zingerle, 69.)

Böhm.: Neved' si pysno, by na zle nevyslo. - Pycha predchazi pad. - Pycha pred padem, utikej pred hadem. (Celakovsky, 19 u. 97.)

[Spaltenumbruch] *64 Er geht hoch einher wie der Storch.Eiselein, 580.

*65 Er hat sich hoch gesetzt, die Krähen sollen ihm nicht auf den Kopf kacken.

Holl.: Hij zit hoog en droog, de kraaijen zullen hem niet op het hoofd sch ..... (Harrebomée, I, 446.)

*66 Er hat zu hoch angefangen.Tendlau, 255.

Wenn jemand bei seinen Ausgaben, Einrichtungen u. s. w. über seine Mittel hinausgeht.

Böhm.: Vysoko podňal, nízko pustil. (Čelakovsky, 292.)

*67 Er ist hoch am Bret.

Steht in grossem Ansehen.

Frz.: Il nage en grande eau. (Starschedel, 408.)

*68 Er will hoch hinaus.

*69 Höher als der Chimborasso.

Der einmal für den höchsten Berg galt.

Lat.: Altius Oromedonte. (Philippi, I, 23.)

*70 Höher als hoch.Eiselein, 313.

*71 Höher dann an Galgen.Ayrer, II, 170.

*72 So hoch als der stargarder Marienthurm.Jubelschrift, 28.

Die Franzosen: So hoch wie der Glockenthurm von Ailly. (Reinsberg V, 137.)

*73 Wie hoch ist der hymel?Agricola I, 505.

Wird gesagt, um über jemand zu spotten, der plötzlich in die Höhe sieht, weil er zu heiss gegessen oder getrunken und sich dabei verbrannt hat.


Hochblasen.

*1 Du kannst mich hochblasen.Frischbier, 328; Frischbier2, 1631.

*2 Kannst mi hochblase, wenn öck war lêg (niedrig) sötte. (Elbing.) – Frischbier2, 1632.


Hochbord.

* Er hält sich ans Hochbord.

An die Schiffsseite, welche am höchsten über dem Wasser steht und vor dem Nasswerden am meisten schützt. Von denen, die ihren Vortheil verstehen.


Hochdeutsch.

* Hei kuiret häudäuitschk, äs de Kau spansk. (Sauerland.)

Er spricht hochdeutsch, wie die Kuh spanisch.


Hochehrwürdiger.

* Es ist ein Hochehrwürdiger.

An vielen Orten zur Bezeichnung eines evangelischen Geistlichen, welche diesen Titel führen.


Hochgeboren.

1 Hochgeboren ist nur selten hocherkoren.Körte, 2882.

2 Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren.Simrock, 4798.

3 Mancher ist hochgeborn vnd nit hocherkoren.Latendorf II, 23.

4 Nichts ward so hochgeborn, das nicht dess Glückes Zorn vntertruckt vnnd schlug zu Thal, je höher Baum, je schwerer Fall.Lehmann, II, 433, 55.

5 Und bist du noch so hochgeboren, lass doch den Esel ungeschoren.


Hochgehenkt.

Hochgehenkt werden gilt den Dieben für keine Ehre. (S. Hochzeitstanz.)


Hochgelehrt.

Der ist hochgelert, der sich selbs kennen lert.Franck., II, 126a; Gruter, I, 314.


Hochgericht.

Das Hochgericht ist für grosse Diebe nicht.


Hochgeschoren.

Wäre ek doch sau hôchgeschôren, wî mîn Brauder von vôren, so solle de Pot vorne kôken un hinne freisen, segt der Februar.Schambach, II, 682.

Das „Hochgeschoren“ scheint im Mittelalter ein äusseres Zeichen von Vornehmheit gewesen zu sein und auf einen höhern bevorzugten Stand hinzudeuten.


Hochgesessen.

Bist du hoch- und wohlgesessen, lass Bedünklein nicht vom Teller essen.


Hochheim.

Zu Hochheim an dem Maine, zu Würzburg auf dem Steine, zu Bacharach am Rheine, da sind die besten Weine. (S. Bacharach, Edelwein [Spaltenumbruch] und Frankenwein.) – Deutsche Romanzeitung (Berlin 1866), Nr. 40, S. 314; Hesekiel, 9.


Hochhinaus.

Herr Hochhinaus und Herr Habenichts passen nicht zusammen.


Hochkommaf.

Den es van Hochkommaf, sin Vader wont op 'n Sölder. (S. Abkunft 1.) (Meurs.) – Firmenich, I, 404, 241.


Hochmuth.

1 Der Hochmuth ist des Stolzes Bruder.Kellner, Sätze und Musterstücke.

2 Der Hochmuth ist unter allen Beichtvätern der gefährlichste.

3 Der Hochmuth will überall die Hände mit am Pflug haben, vnd meynt, man könne kein Esel satteln, er müss dabey seyn.Lehmann, 26, 31.

4 Hâchmaud doit nimmer gaud. (Hannover.) – Schambach, I, 141.

5 Hochmut kompt nit von armut.Franck I, 141b; Lehmann, II, 267, 77; Simrock, 4799.

6 Hochmut thet nie kein gut.Franck, I, 127b u. 141b; Lehmann, II, 267, 78; Lalendorf II, 17; Sailer, 71.

„Wie denn das Sprichwort sagen thut, Hochmut der thut nimmer kein gut.“ „Hochmut bringt selten gut.“ (H. Sachs, V, CXXI, 1, 2 u. 9.)

Holl.: Hoogmoed deed nooit iemand goed. (Harrebomée, I, 330.)

7 Hochmuth bettelt mehr als Armuth.

8 Hochmuth bindet jhr selbs ein ruth.Petri, II, 384; Henisch, 387, 60.

9 Hochmuth führet in Armuth.Henisch, 116, 70.

10 Hochmuth geht voran, Spott und Schaden (Schande) folgen nach.

Böhm.: Kde pýcha, tu i pohanĕní. – Kdež přijde pýcha, tudíž za ní přikluše hanba. – Na pyšneho čeká důlek, a na kvapného kůlek. – Za pýchou palice chodí. (Čelakovsky, 19.)

Dän.: Hofmod gaaer for fald; spot og skade folger dan. (Prov. dan., 195.)

Frz.: L'orgueil marche devant l'ecrasement. – Quand orgueil chemine devant, honte et dommage suivent de bien près. (Cahier, 1206.)

Poln.: Na hardego dołek, a na rączego kołek. (Čelakovsky, 97.)

11 Hochmuth hat immer Schmach hinter sich.

12 Hochmuth in den schönen ist, vnd folget der schön zu aller frist.Petri, II, 384.

13 Hochmuth ist allein klug.

Frz.: Orgueil ne se daigne aviser. (Cahier, 1207.)

14 Hochmuth ist des Teufels Affe.

Die Russen: Hochmuth ist ein Sumpf, der faule Blasen anfwirft. Hochmuth ist eine Pflanze, die im Garten des Reichthums wuchert. (Altmann VI, 444 u. 481.)

Böhm.: Pýcha peklem dýchá. (Čelakovsky, 97.)

15 Hochmuth ist Dummheit, Demuth Weisheit.

16 Hochmuth kommt (geht) vor dem Fall.Hollenberg, I, 62; Beyer, II, 46; Sprichwort, 16, 18; Müller, 31, 1; Neus, 18; Steiger, 320; Siebenkees, 112; Teller, 778; Körte, 2883; Simrock, 4797; Braun, I, 1408; Parömiakon, 979; Schulze, 70; Ramann, II, Pred., II, 245; Ramann, Unterr., I, 32; auch ist dies Sprichwort als Lustspiel frei nach dem Englischen bearbeitet von L. Kühne (Mainz 1835); für Hannover: Schambach, I, 142; für Waldeck: Curtze, 298.

„Hochmuth kommt vorm Fall; doch bei Suschen kam, seit Graf Dorival sie zur Freundin nahm, Hochmuth nach dem Fall.“ (Pfeffel.) Ein gelehrten jüdischen Kreisen angehörendes Sprichwort heisst: Achare Dargo – T'wir. (Tendlau, 710.) Dargo und tewir sind die Namen zweier sich folgenden hebräischen Accente, wovon jenes im Chaldäischen Stiege, Stufe, und dieses Bruch bedeutet. Also: Nach (achare) Stiege (kommt) Bruch. (Vgl. Tendlau, 661.)

Mhd.: Unmâsze und hochvart die münzen dicke vallen hart. – Swer hôhe vert zaller zît, wizzet, daz er nider lît. (Welscher Gast.) – Ze hôhe niemen varn sol: de vetieh hât ein man niht die in ze vliegen helfen iht, dâ von muoz er vallen hart nider von sîner hôchvart. (Welscher Gast.) (Zingerle, 69.)

Böhm.: Neved' si pyšno, by na zlé nevyšlo. – Pýcha předcházi pád. – Pýcha před pádem, utíkej před hadem. (Čelakovsky, 19 u. 97.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0352" n="[346]"/><cb n="691"/>
*64 Er geht hoch einher wie der Storch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 580.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*65 Er hat sich hoch gesetzt, die Krähen sollen ihm nicht auf den Kopf kacken.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij zit hoog en droog, de kraaijen zullen hem niet op het hoofd sch ..... (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 446.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*66 Er hat zu hoch angefangen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 255.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn jemand bei seinen Ausgaben, Einrichtungen u. s. w. über seine Mittel hinausgeht.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Vysoko pod&#x0148;al, nízko pustil. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 292.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*67 Er ist hoch am Bret.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Steht in grossem Ansehen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il nage en grande eau. (<hi rendition="#i">Starschedel, 408.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*68 Er will hoch hinaus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*69 Höher als der Chimborasso.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Der einmal für den höchsten Berg galt.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Altius Oromedonte. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 23.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*70 Höher als hoch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 313.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*71 Höher dann an Galgen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Ayrer, II, 170.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*72 So hoch als der stargarder Marienthurm.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Jubelschrift, 28.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Franzosen: So hoch wie der Glockenthurm von Ailly. (<hi rendition="#i">Reinsberg V, 137.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*73 Wie hoch ist der hymel?</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola I, 505.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird gesagt, um über jemand zu spotten, der plötzlich in die Höhe sieht, weil er zu heiss gegessen oder getrunken und sich dabei verbrannt hat.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochblasen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1 Du kannst mich hochblasen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, 328; Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1631.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Kannst mi hochblase, wenn öck war lêg (niedrig) sötte.</hi> (<hi rendition="#i">Elbing.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 1632.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochbord.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er hält sich ans Hochbord.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">An die Schiffsseite, welche am höchsten über dem Wasser steht und vor dem Nasswerden am meisten schützt. Von denen, die ihren Vortheil verstehen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochdeutsch.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Hei kuiret häudäuitschk, äs de Kau spansk.</hi> (<hi rendition="#i">Sauerland.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Er spricht hochdeutsch, wie die Kuh spanisch.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochehrwürdiger.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Es ist ein Hochehrwürdiger.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">An vielen Orten zur Bezeichnung eines evangelischen Geistlichen, welche diesen Titel führen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochgeboren.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Hochgeboren ist nur selten hocherkoren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 2882.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 4798.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Mancher ist hochgeborn vnd nit hocherkoren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Latendorf II, 23.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Nichts ward so hochgeborn, das nicht dess Glückes Zorn vntertruckt vnnd schlug zu Thal, je höher Baum, je schwerer Fall.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 433, 55.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Und bist du noch so hochgeboren, lass doch den Esel ungeschoren.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochgehenkt.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Hochgehenkt werden gilt den Dieben für keine Ehre.</hi> (S.  Hochzeitstanz.)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochgelehrt.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Der ist hochgelert, der sich selbs kennen lert.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck., II, 126<hi rendition="#sup">a</hi>; Gruter, I, 314.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochgericht.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Das Hochgericht ist für grosse Diebe nicht.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochgeschoren.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wäre ek doch sau hôchgeschôren, wî mîn Brauder von vôren, so solle de Pot vorne kôken un hinne freisen, segt der Februar.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 682.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Das &#x201E;Hochgeschoren&#x201C; scheint im Mittelalter ein äusseres Zeichen von Vornehmheit gewesen zu sein und auf einen höhern bevorzugten Stand hinzudeuten.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochgesessen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Bist du hoch- und wohlgesessen, lass Bedünklein nicht vom Teller essen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochheim.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Zu Hochheim an dem Maine, zu Würzburg auf dem Steine, zu Bacharach am Rheine, da sind die besten Weine.</hi> (S.  Bacharach,  Edelwein <cb n="692"/>
und  Frankenwein.) &#x2013; <hi rendition="#i">Deutsche Romanzeitung (Berlin 1866), Nr. 40, S. 314; Hesekiel, 9.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochhinaus.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Herr Hochhinaus und Herr Habenichts passen nicht zusammen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochkommaf.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Den es van Hochkommaf, sin Vader wont op 'n Sölder.</hi> (S.  Abkunft 1.) (<hi rendition="#i">Meurs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 404, 241.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hochmuth.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Der Hochmuth ist des Stolzes Bruder.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Kellner, Sätze und Musterstücke.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Der Hochmuth ist unter allen Beichtvätern der gefährlichste.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Der Hochmuth will überall die Hände mit am Pflug haben, vnd meynt, man könne kein Esel satteln, er müss dabey seyn.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 26, 31.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Hâchmaud doit nimmer gaud.</hi> (<hi rendition="#i">Hannover.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, I, 141.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Hochmut kompt nit von armut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck I, 141<hi rendition="#sup">b</hi>; Lehmann, II, 267, 77; Simrock, 4799.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Hochmut thet nie kein gut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 127<hi rendition="#sup">b</hi> u. 141<hi rendition="#sup">b</hi>; Lehmann, II, 267, 78; Lalendorf II, 17; Sailer, 71.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wie denn das Sprichwort sagen thut, Hochmut der thut nimmer kein gut.&#x201C; &#x201E;Hochmut bringt selten gut.&#x201C; (<hi rendition="#i">H. Sachs, V, CXXI, 1, 2 u. 9.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hoogmoed deed nooit iemand goed. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 330.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Hochmuth bettelt mehr als Armuth.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Hochmuth bindet jhr selbs ein ruth.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 384; Henisch, 387, 60.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Hochmuth führet in Armuth.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 116, 70.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Hochmuth geht voran, Spott und Schaden (Schande) folgen nach.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Kde pýcha, tu i pohan&#x0115;ní. &#x2013; Kde&#x017E; p&#x0159;ijde pýcha, tudí&#x017E; za ní p&#x0159;iklu&#x0161;e hanba. &#x2013; Na py&#x0161;neho &#x010D;eká d&#x016F;lek, a na kvapného k&#x016F;lek. &#x2013; Za pýchou palice chodí. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 19.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Hofmod gaaer for fald; spot og skade folger dan. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 195.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: L'orgueil marche devant l'ecrasement. &#x2013; Quand orgueil chemine devant, honte et dommage suivent de bien près. (<hi rendition="#i">Cahier, 1206.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Na hardego do&#x0142;ek, a na r&#x0105;czego ko&#x0142;ek. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 97.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">11 Hochmuth hat immer Schmach hinter sich.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 Hochmuth in den schönen ist, vnd folget der schön zu aller frist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 384.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">13 Hochmuth ist allein klug.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Orgueil ne se daigne aviser. (<hi rendition="#i">Cahier, 1207.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">14 Hochmuth ist des Teufels Affe.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Hochmuth ist ein Sumpf, der faule Blasen anfwirft. Hochmuth ist eine Pflanze, die im Garten des Reichthums wuchert. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 444 u. 481.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Pýcha peklem dýchá. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 97.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 Hochmuth ist Dummheit, Demuth Weisheit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Hochmuth kommt (geht) vor dem Fall.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hollenberg, I, 62; Beyer, II, 46; Sprichwort, 16, 18; Müller, 31, 1; Neus, 18; Steiger, 320; Siebenkees, 112; Teller, 778; Körte, 2883; Simrock, 4797; Braun, I, 1408; Parömiakon, 979; Schulze, 70; Ramann, II, Pred., II, 245; Ramann, Unterr., I, 32;</hi> auch ist dies Sprichwort als Lustspiel frei nach dem Englischen bearbeitet von <hi rendition="#i">L. Kühne (Mainz 1835);</hi> für Hannover: <hi rendition="#i">Schambach, I, 142;</hi> für Waldeck: <hi rendition="#i">Curtze, 298.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Hochmuth kommt vorm Fall; doch bei Suschen kam, seit Graf Dorival sie zur Freundin nahm, Hochmuth nach dem Fall.&#x201C; (<hi rendition="#i">Pfeffel.</hi>) Ein gelehrten jüdischen Kreisen angehörendes Sprichwort heisst: Achare Dargo &#x2013; T'wir. (<hi rendition="#i">Tendlau, 710.</hi>) Dargo und tewir sind die Namen zweier sich folgenden hebräischen Accente, wovon jenes im Chaldäischen Stiege, Stufe, und dieses Bruch bedeutet. Also: Nach (achare) Stiege (kommt) Bruch. (Vgl. <hi rendition="#i">Tendlau, 661.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Unmâsze und hochvart die münzen dicke vallen hart. &#x2013; Swer hôhe vert zaller zît, wizzet, daz er nider lît. (<hi rendition="#i">Welscher Gast.</hi>) &#x2013; Ze hôhe niemen varn sol: de vetieh hât ein man niht die in ze vliegen helfen iht, dâ von muoz er vallen hart nider von sîner hôchvart. (<hi rendition="#i">Welscher Gast.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 69.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Neved' si py&#x0161;no, by na zlé nevy&#x0161;lo. &#x2013; Pýcha p&#x0159;edcházi pád. &#x2013; Pýcha p&#x0159;ed pádem, utíkej p&#x0159;ed hadem. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 19 u. 97.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"> <hi rendition="#i">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[346]/0352] *64 Er geht hoch einher wie der Storch. – Eiselein, 580. *65 Er hat sich hoch gesetzt, die Krähen sollen ihm nicht auf den Kopf kacken. Holl.: Hij zit hoog en droog, de kraaijen zullen hem niet op het hoofd sch ..... (Harrebomée, I, 446.) *66 Er hat zu hoch angefangen. – Tendlau, 255. Wenn jemand bei seinen Ausgaben, Einrichtungen u. s. w. über seine Mittel hinausgeht. Böhm.: Vysoko podňal, nízko pustil. (Čelakovsky, 292.) *67 Er ist hoch am Bret. Steht in grossem Ansehen. Frz.: Il nage en grande eau. (Starschedel, 408.) *68 Er will hoch hinaus. *69 Höher als der Chimborasso. Der einmal für den höchsten Berg galt. Lat.: Altius Oromedonte. (Philippi, I, 23.) *70 Höher als hoch. – Eiselein, 313. *71 Höher dann an Galgen. – Ayrer, II, 170. *72 So hoch als der stargarder Marienthurm. – Jubelschrift, 28. Die Franzosen: So hoch wie der Glockenthurm von Ailly. (Reinsberg V, 137.) *73 Wie hoch ist der hymel? – Agricola I, 505. Wird gesagt, um über jemand zu spotten, der plötzlich in die Höhe sieht, weil er zu heiss gegessen oder getrunken und sich dabei verbrannt hat. Hochblasen. *1 Du kannst mich hochblasen. – Frischbier, 328; Frischbier2, 1631. *2 Kannst mi hochblase, wenn öck war lêg (niedrig) sötte. (Elbing.) – Frischbier2, 1632. Hochbord. * Er hält sich ans Hochbord. An die Schiffsseite, welche am höchsten über dem Wasser steht und vor dem Nasswerden am meisten schützt. Von denen, die ihren Vortheil verstehen. Hochdeutsch. * Hei kuiret häudäuitschk, äs de Kau spansk. (Sauerland.) Er spricht hochdeutsch, wie die Kuh spanisch. Hochehrwürdiger. * Es ist ein Hochehrwürdiger. An vielen Orten zur Bezeichnung eines evangelischen Geistlichen, welche diesen Titel führen. Hochgeboren. 1 Hochgeboren ist nur selten hocherkoren. – Körte, 2882. 2 Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren. – Simrock, 4798. 3 Mancher ist hochgeborn vnd nit hocherkoren. – Latendorf II, 23. 4 Nichts ward so hochgeborn, das nicht dess Glückes Zorn vntertruckt vnnd schlug zu Thal, je höher Baum, je schwerer Fall. – Lehmann, II, 433, 55. 5 Und bist du noch so hochgeboren, lass doch den Esel ungeschoren. Hochgehenkt. Hochgehenkt werden gilt den Dieben für keine Ehre. (S. Hochzeitstanz.) Hochgelehrt. Der ist hochgelert, der sich selbs kennen lert. – Franck., II, 126a; Gruter, I, 314. Hochgericht. Das Hochgericht ist für grosse Diebe nicht. Hochgeschoren. Wäre ek doch sau hôchgeschôren, wî mîn Brauder von vôren, so solle de Pot vorne kôken un hinne freisen, segt der Februar. – Schambach, II, 682. Das „Hochgeschoren“ scheint im Mittelalter ein äusseres Zeichen von Vornehmheit gewesen zu sein und auf einen höhern bevorzugten Stand hinzudeuten. Hochgesessen. Bist du hoch- und wohlgesessen, lass Bedünklein nicht vom Teller essen. Hochheim. Zu Hochheim an dem Maine, zu Würzburg auf dem Steine, zu Bacharach am Rheine, da sind die besten Weine. (S. Bacharach, Edelwein und Frankenwein.) – Deutsche Romanzeitung (Berlin 1866), Nr. 40, S. 314; Hesekiel, 9. Hochhinaus. Herr Hochhinaus und Herr Habenichts passen nicht zusammen. Hochkommaf. Den es van Hochkommaf, sin Vader wont op 'n Sölder. (S. Abkunft 1.) (Meurs.) – Firmenich, I, 404, 241. Hochmuth. 1 Der Hochmuth ist des Stolzes Bruder. – Kellner, Sätze und Musterstücke. 2 Der Hochmuth ist unter allen Beichtvätern der gefährlichste. 3 Der Hochmuth will überall die Hände mit am Pflug haben, vnd meynt, man könne kein Esel satteln, er müss dabey seyn. – Lehmann, 26, 31. 4 Hâchmaud doit nimmer gaud. (Hannover.) – Schambach, I, 141. 5 Hochmut kompt nit von armut. – Franck I, 141b; Lehmann, II, 267, 77; Simrock, 4799. 6 Hochmut thet nie kein gut. – Franck, I, 127b u. 141b; Lehmann, II, 267, 78; Lalendorf II, 17; Sailer, 71. „Wie denn das Sprichwort sagen thut, Hochmut der thut nimmer kein gut.“ „Hochmut bringt selten gut.“ (H. Sachs, V, CXXI, 1, 2 u. 9.) Holl.: Hoogmoed deed nooit iemand goed. (Harrebomée, I, 330.) 7 Hochmuth bettelt mehr als Armuth. 8 Hochmuth bindet jhr selbs ein ruth. – Petri, II, 384; Henisch, 387, 60. 9 Hochmuth führet in Armuth. – Henisch, 116, 70. 10 Hochmuth geht voran, Spott und Schaden (Schande) folgen nach. Böhm.: Kde pýcha, tu i pohanĕní. – Kdež přijde pýcha, tudíž za ní přikluše hanba. – Na pyšneho čeká důlek, a na kvapného kůlek. – Za pýchou palice chodí. (Čelakovsky, 19.) Dän.: Hofmod gaaer for fald; spot og skade folger dan. (Prov. dan., 195.) Frz.: L'orgueil marche devant l'ecrasement. – Quand orgueil chemine devant, honte et dommage suivent de bien près. (Cahier, 1206.) Poln.: Na hardego dołek, a na rączego kołek. (Čelakovsky, 97.) 11 Hochmuth hat immer Schmach hinter sich. 12 Hochmuth in den schönen ist, vnd folget der schön zu aller frist. – Petri, II, 384. 13 Hochmuth ist allein klug. Frz.: Orgueil ne se daigne aviser. (Cahier, 1207.) 14 Hochmuth ist des Teufels Affe. Die Russen: Hochmuth ist ein Sumpf, der faule Blasen anfwirft. Hochmuth ist eine Pflanze, die im Garten des Reichthums wuchert. (Altmann VI, 444 u. 481.) Böhm.: Pýcha peklem dýchá. (Čelakovsky, 97.) 15 Hochmuth ist Dummheit, Demuth Weisheit. 16 Hochmuth kommt (geht) vor dem Fall. – Hollenberg, I, 62; Beyer, II, 46; Sprichwort, 16, 18; Müller, 31, 1; Neus, 18; Steiger, 320; Siebenkees, 112; Teller, 778; Körte, 2883; Simrock, 4797; Braun, I, 1408; Parömiakon, 979; Schulze, 70; Ramann, II, Pred., II, 245; Ramann, Unterr., I, 32; auch ist dies Sprichwort als Lustspiel frei nach dem Englischen bearbeitet von L. Kühne (Mainz 1835); für Hannover: Schambach, I, 142; für Waldeck: Curtze, 298. „Hochmuth kommt vorm Fall; doch bei Suschen kam, seit Graf Dorival sie zur Freundin nahm, Hochmuth nach dem Fall.“ (Pfeffel.) Ein gelehrten jüdischen Kreisen angehörendes Sprichwort heisst: Achare Dargo – T'wir. (Tendlau, 710.) Dargo und tewir sind die Namen zweier sich folgenden hebräischen Accente, wovon jenes im Chaldäischen Stiege, Stufe, und dieses Bruch bedeutet. Also: Nach (achare) Stiege (kommt) Bruch. (Vgl. Tendlau, 661.) Mhd.: Unmâsze und hochvart die münzen dicke vallen hart. – Swer hôhe vert zaller zît, wizzet, daz er nider lît. (Welscher Gast.) – Ze hôhe niemen varn sol: de vetieh hât ein man niht die in ze vliegen helfen iht, dâ von muoz er vallen hart nider von sîner hôchvart. (Welscher Gast.) (Zingerle, 69.) Böhm.: Neved' si pyšno, by na zlé nevyšlo. – Pýcha předcházi pád. – Pýcha před pádem, utíkej před hadem. (Čelakovsky, 19 u. 97.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/352
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [346]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/352>, abgerufen am 19.10.2020.