Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 121 Wann Hoffart ein Kunst wäre, was würden wir für Doctores haben. - Petri, II, 658; Lehmann, II, 862, 28; Henisch, 722, 32; Winckler, XVI, 52; Eiselein, 314; Körte, 2908a.

122 Wann Hoffart ein Kunst wer, so wer mancher ein Doctor. - Gruter, III, 96; Simrock, 4849.

123 Wäre Hoffart eine Kunst, so wäre die Welt voll Doctoren. - Petri, II, 658.

Dän.: Var hoffaerdighed en kunst, var der mange doctere. (Prov. dan., 294.)

It.: Se la superbia fosse un arte, molti vi sarebbero Dottori. (Pazzaglia, 366, 8.)

124 Wenn die Hoffart in Seide stirbt, steht sie in Wolle wieder auf.

125 Wenn Hoffart aufgeht, geht Freundschaft unter.

126 Wenn Hoffart aufgeht, so geht das Glück unter. - Sailer, 175; Simrock, 4840.

Sie macht blind und bereitet den Sturz vor.

Holl.: Als de hoovaardij aanwagt, dan vermindert het geluk. (Harrebomee, I, 333.)

127 Wenn Hoffart eine Krankheit wäre, würde man viel Leichen haben (oder: so raffte sie mehr Menschen weg als die Pest). - Lehmann, II, 862, 28; Winckler, X, 64.

128 Wenn hoffart kompt ins Regiment, so lenckt sich alles zum bösen end. - Lehmann, 393, 19.

129 Wenn Hoffart und Dummheit einander heirathen, so haben sie ein Töchterlein, das heisst Narrheit.

130 Wenn Hoffart wohl röche, so wären alle Dörfer und Städte voll Geruch.

131 Wenn man hoffart veracht, so hengt sie die Flügel. - Lehmann, 394, 33.

Dän.: Foragter man hoffart, saa haenger den strax med vingerne. (Prov. dan., 293.)

132 Wer auff Hoffart borgt, der tregt zuletzt geflickte Schuh. - Petri, II, 685; Körte, 2907; Simrock, 4842; Braun, I, 1423.

133 Wer die Hoffart tödten will, muss sie verachten.

"Verachtung ist der Hoffart Tod."

134 Wer Hoffart ein Krankheit, so weren schon viel todt. - Petri, II, 658; Schottel, 1121b; Gruter, III, 96; Körte, 2908b.

Dän.: Var hoffaerdighed en sygdom, vare faa sund. (Prov. dan., 294.)

135 Wer in Hoffart galopirt, Schande hinterm Sattel führt.

It.: Quando la superbia cavalca, la rovina e la vergogna le vanno in groppa. (Pazzaglia, 366, 5.)

136 Wer sich der Hoffart nur befleist, (den) der Fuchs in keiner arbeit beist. - Henisch, 266, 51.

137 Wer sich vor Hoffart hüten mag, versetzt dem Teufel einen schweren Schlag. - Bacmeister, 19.

138 Wer über sich mit Hoffart will, der verfehlet gar sein Spiel.

139 Wo Hoffart aufgeht, geht Glück unter.

140 Wo hoffarth ist, da ist auch schmach. - Eyering, III, 29.

*141 Er weiss nicht, wie er vor Hoffart einhergehen soll. - Mayer, I, 214.

*142 Er weiss vor Hoffart nicht, wo jm der Ars stehet. - Westphal, Hoffartsteuffel im Theatrum Diabolorum, 379b.

*143 Es ist stinkende Hoffahrt. (Oberösterreich.)

D. L sehr grosse.

*144 Wäre Hoffart ein Wohlgeruch, er wäre eitel Bisam. - Körte, 2908c; Braun, I, 1428.

*145 Wäre Hoffart eine Kunst, so wär' er längst Doctor. - Schottel, 1121a; Sailer, 303; Körte, 2908a.

"Wir schelmen, so bald einer ein Griechisch Vocabel kan, wissen wir vor Hoffart nicht, wo wir bleiben sollen." (Luther, Hauspostille.)


Hoffärtig.

1 Du bist hoffertig, ich glaub, du kompst von der hohen Schule her. - Eyering, I, 787.

2 Er ist so hoffärtig, er möchte Milch geben, und meint, er hab' ein Kind ins Kloster gethan. - Klosterspiegel, 5, 17.

3 Es ist nichts hoffertiger denn ein armer Mann, der reich wird. - Petri, II, 275.

[Spaltenumbruch] 4 Es will niemand gern hoffärtig heissen, aber man trägt die Nase gern hoch.

Dän.: Ingen vil hede hofferdig, og ingen kiendes ved ydmyg. (Prov. dan., 294.)

5 Sei nicht hoffärtig im Glück, und im Unglück verzage nicht.

6 Wer einen hoffertig nennt, ist eben so viel, als ob man jhn einen Narren gescholten. - Lehmann, 394, 37.

*7 Hei is so häuferdig ässe der Duiwpl. (Büren.)

*8 Hei is so häuferdig, dat 'e stinket. (Büren.)

Dän.: Saa hoffaerdig at han stinker; kiender sig ei selv. (Prov. dan., 294.)


Hoffärtiger.

Der Hoffärtige keifet immer. - Körte, 2909.


Hoffärtiges.

Es ist nichts Hoffärtigeres als ein armer Mann, der reich wird.

Engl.: There is no pride to the enriched beggar's. (Gaal, 900.)

Frz.: Il n'est orgueil que de pauvre enrichi. (Gaal, 900.)

Ung.: A szegenyböl lett gazdag leg kevelbyebb. (Gaal, 900.)


Hoffartsnarr.

Zwei Hoffartsnarren haben auf Einem Esel nicht Platz.

Holl.: Twee hoovaardigen kunnen het op eenen ezel niet uithouden. (Harrebomee, I, 333.)


Hoffartsschiss.

* Et äs en Heifertsschäss. (Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 34, 54.


Hoff-auf-den-Tod.

Hop-up-den-dod kan ok enmol starwen. - Schambach, II, 236.

Wer auf den Tod eines andern hofft, stirbt nicht selten eher als dieser.


Hoffen.

1 Besser zu Tode gehofft, als zu Tode gezweifelt.

2 Der hofft, verlest sich offt auff ein Ding wie der Bock auff seine Hörner. - Lehmann, 397, 40.

3 Es ist ungewiss Hoffen auff vngelegte Eyer. - Lehmann, II, 136, 61.

4 Hapen un Harren makt manken to'n Narren. - Hauskalender, I.

5 Hoff' auf Gott in aller Noth.

6 Hoff des bessern vnd warte dess ärgsten. - Lehmann, 395, 6.

7 Hoff nicht zu heftig auf ein sach, dir wird sonst zuviel vngemach. - Petri, II, 382.

8 Hoff, was zu hoffen ist. - Franck, I, 157a.

9 Hoffe auf fremden Brei, aber sorge, dass dein eigener im Ofen sei.

10 Hoffe nicht auf eitles Gut, so behältst du guten Muth.

Lat.: Mitte leves spes et certamina divitiarum. (Seybold, 309.)

11 Hoffe, vielleicht wird's morgen besser. - Lehmann, II, 267, 79.

Böhm.: Netrat' nadeje, kdyz se zle deje. (Celakovsky, 108.)

Dän.: Haab, i morgen bliver det bedre. (Prov. dan., 263.)

It.: Spera bene, che bene haverai. (Pazzaglia, 362, 4.)

12 Hoffe, was du wünschest, und leide, was du musst!

Dän.: Man man haabe og önske hvad man vil, men lide taalmodeligen hvad vederfares. (Prov. dan., 263.)

13 Hoffen darff man nicht kauffen. - Lehmann, 395, 2.

14 Hoffen ist ein süss leben. - Gruter, III, 50.

15 Hoffen ist ein süss Leiden.

Lat.: Speramus, quae volumus, sed quod acciderit, feramus. (Cicero.) (Philippi, II, 197.) - Spes miseria est dulcissima. (Froberg, 575; Seybold, 579.)

16 Hoffen ist ein vngewiss Gut. - Lehmann, II, 256, 64.

17 Hoffen und Träumen lässt vieles versäumen.

18 Hoffen und Wünschens geht viel in einen Sack.

19 Hoffen und Zweifeln kommen aus Einem Seckel.

Lat.: Dum spiro, spero, sed dubito deinde, quis ero. (Binder II, 878; Gartner, 188.)

20 Hoffen vnd harren macht grosse (manchen zum) Narren. - Eyering, III, 33; Petri, II, 382; Gruter, I, 48; III, 50; Lehmann, 395, 16; Lehmann, II, 256, 63; Latendorf II, 17; Fischer, Psalter, 67c; Blum, 64; Pistor., V, 61; Müller, 30, 1; Eiselein, 317; Seybold, 172; Venedey, 73; Simrock, 4862; Körte, 2910; Parömiakon, 2294;

[Spaltenumbruch] 121 Wann Hoffart ein Kunst wäre, was würden wir für Doctores haben.Petri, II, 658; Lehmann, II, 862, 28; Henisch, 722, 32; Winckler, XVI, 52; Eiselein, 314; Körte, 2908a.

122 Wann Hoffart ein Kunst wer, so wer mancher ein Doctor.Gruter, III, 96; Simrock, 4849.

123 Wäre Hoffart eine Kunst, so wäre die Welt voll Doctoren.Petri, II, 658.

Dän.: Var hoffærdighed en kunst, var der mange doctere. (Prov. dan., 294.)

It.: Se la superbia fosse un arte, molti vi sarebbero Dottori. (Pazzaglia, 366, 8.)

124 Wenn die Hoffart in Seide stirbt, steht sie in Wolle wieder auf.

125 Wenn Hoffart aufgeht, geht Freundschaft unter.

126 Wenn Hoffart aufgeht, so geht das Glück unter.Sailer, 175; Simrock, 4840.

Sie macht blind und bereitet den Sturz vor.

Holl.: Als de hoovaardij aanwagt, dan vermindert het geluk. (Harrebomée, I, 333.)

127 Wenn Hoffart eine Krankheit wäre, würde man viel Leichen haben (oder: so raffte sie mehr Menschen weg als die Pest).Lehmann, II, 862, 28; Winckler, X, 64.

128 Wenn hoffart kompt ins Regiment, so lenckt sich alles zum bösen end.Lehmann, 393, 19.

129 Wenn Hoffart und Dummheit einander heirathen, so haben sie ein Töchterlein, das heisst Narrheit.

130 Wenn Hoffart wohl röche, so wären alle Dörfer und Städte voll Geruch.

131 Wenn man hoffart veracht, so hengt sie die Flügel.Lehmann, 394, 33.

Dän.: Foragter man hoffart, saa hænger den strax med vingerne. (Prov. dan., 293.)

132 Wer auff Hoffart borgt, der tregt zuletzt geflickte Schuh.Petri, II, 685; Körte, 2907; Simrock, 4842; Braun, I, 1423.

133 Wer die Hoffart tödten will, muss sie verachten.

„Verachtung ist der Hoffart Tod.“

134 Wer Hoffart ein Krankheit, so weren schon viel todt.Petri, II, 658; Schottel, 1121b; Gruter, III, 96; Körte, 2908b.

Dän.: Var hoffærdighed en sygdom, vare faa sund. (Prov. dan., 294.)

135 Wer in Hoffart galopirt, Schande hinterm Sattel führt.

It.: Quando la superbia cavalca, la rovina e la vergogna le vanno in groppa. (Pazzaglia, 366, 5.)

136 Wer sich der Hoffart nur befleist, (den) der Fuchs in keiner arbeit beist.Henisch, 266, 51.

137 Wer sich vor Hoffart hüten mag, versetzt dem Teufel einen schweren Schlag.Bacmeister, 19.

138 Wer über sich mit Hoffart will, der verfehlet gar sein Spiel.

139 Wo Hoffart aufgeht, geht Glück unter.

140 Wo hoffarth ist, da ist auch schmach.Eyering, III, 29.

*141 Er weiss nicht, wie er vor Hoffart einhergehen soll.Mayer, I, 214.

*142 Er weiss vor Hoffart nicht, wo jm der Ars stehet.Westphal, Hoffartsteuffel im Theatrum Diabolorum, 379b.

*143 Es ist stinkende Hoffahrt. (Oberösterreich.)

D. L sehr grosse.

*144 Wäre Hoffart ein Wohlgeruch, er wäre eitel Bisam.Körte, 2908c; Braun, I, 1428.

*145 Wäre Hoffart eine Kunst, so wär' er längst Doctor.Schottel, 1121a; Sailer, 303; Körte, 2908a.

„Wir schelmen, so bald einer ein Griechisch Vocabel kan, wissen wir vor Hoffart nicht, wo wir bleiben sollen.“ (Luther, Hauspostille.)


Hoffärtig.

1 Du bist hoffertig, ich glaub, du kompst von der hohen Schule her.Eyering, I, 787.

2 Er ist so hoffärtig, er möchte Milch geben, und meint, er hab' ein Kind ins Kloster gethan.Klosterspiegel, 5, 17.

3 Es ist nichts hoffertiger denn ein armer Mann, der reich wird.Petri, II, 275.

[Spaltenumbruch] 4 Es will niemand gern hoffärtig heissen, aber man trägt die Nase gern hoch.

Dän.: Ingen vil hede hofferdig, og ingen kiendes ved ydmyg. (Prov. dan., 294.)

5 Sei nicht hoffärtig im Glück, und im Unglück verzage nicht.

6 Wer einen hoffertig nennt, ist eben so viel, als ob man jhn einen Narren gescholten.Lehmann, 394, 37.

*7 Hei is so häuferdig ässe der Duiwpl. (Büren.)

*8 Hei is so häuferdig, dat 'e stinket. (Büren.)

Dän.: Saa hoffærdig at han stinker; kiender sig ei selv. (Prov. dan., 294.)


Hoffärtiger.

Der Hoffärtige keifet immer.Körte, 2909.


Hoffärtiges.

Es ist nichts Hoffärtigeres als ein armer Mann, der reich wird.

Engl.: There is no pride to the enriched beggar's. (Gaal, 900.)

Frz.: Il n'est orgueil que de pauvre enrichi. (Gaal, 900.)

Ung.: A szegényböl lett gazdag leg kevélbyebb. (Gaal, 900.)


Hoffartsnarr.

Zwei Hoffartsnarren haben auf Einem Esel nicht Platz.

Holl.: Twee hoovaardigen kunnen het op éénen ezel niet uithouden. (Harrebomée, I, 333.)


Hoffartsschiss.

* Et äs en Hîfertsschäss. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 34, 54.


Hoff-auf-den-Tod.

Hôp-up-den-dôd kan ôk enmol starwen.Schambach, II, 236.

Wer auf den Tod eines andern hofft, stirbt nicht selten eher als dieser.


Hoffen.

1 Besser zu Tode gehofft, als zu Tode gezweifelt.

2 Der hofft, verlest sich offt auff ein Ding wie der Bock auff seine Hörner.Lehmann, 397, 40.

3 Es ist ungewiss Hoffen auff vngelegte Eyer.Lehmann, II, 136, 61.

4 Hapen un Harren mâkt manken to'n Narren.Hauskalender, I.

5 Hoff' auf Gott in aller Noth.

6 Hoff des bessern vnd warte dess ärgsten.Lehmann, 395, 6.

7 Hoff nicht zu heftig auf ein sach, dir wird sonst zuviel vngemach.Petri, II, 382.

8 Hoff, was zu hoffen ist.Franck, I, 157a.

9 Hoffe auf fremden Brei, aber sorge, dass dein eigener im Ofen sei.

10 Hoffe nicht auf eitles Gut, so behältst du guten Muth.

Lat.: Mitte leves spes et certamina divitiarum. (Seybold, 309.)

11 Hoffe, vielleicht wird's morgen besser.Lehmann, II, 267, 79.

Böhm.: Netrat' nadĕje, když se zle dĕje. (Čelakovsky, 108.)

Dän.: Haab, i morgen bliver det bedre. (Prov. dan., 263.)

It.: Spera bene, che bene haverai. (Pazzaglia, 362, 4.)

12 Hoffe, was du wünschest, und leide, was du musst!

Dän.: Man man haabe og ønske hvad man vil, men lide taalmodeligen hvad vederfares. (Prov. dan., 263.)

13 Hoffen darff man nicht kauffen.Lehmann, 395, 2.

14 Hoffen ist ein süss leben.Gruter, III, 50.

15 Hoffen ist ein süss Leiden.

Lat.: Speramus, quae volumus, sed quod acciderit, feramus. (Cicero.) (Philippi, II, 197.) – Spes miseria est dulcissima. (Froberg, 575; Seybold, 579.)

16 Hoffen ist ein vngewiss Gut.Lehmann, II, 256, 64.

17 Hoffen und Träumen lässt vieles versäumen.

18 Hoffen und Wünschens geht viel in einen Sack.

19 Hoffen und Zweifeln kommen aus Einem Seckel.

Lat.: Dum spiro, spero, sed dubito deinde, quis ero. (Binder II, 878; Gartner, 188.)

20 Hoffen vnd harren macht grosse (manchen zum) Narren.Eyering, III, 33; Petri, II, 382; Gruter, I, 48; III, 50; Lehmann, 395, 16; Lehmann, II, 256, 63; Latendorf II, 17; Fischer, Psalter, 67c; Blum, 64; Pistor., V, 61; Müller, 30, 1; Eiselein, 317; Seybold, 172; Venedey, 73; Simrock, 4862; Körte, 2910; Parömiakon, 2294;

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0365" n="[359]"/><cb n="717"/>
121 Wann Hoffart ein Kunst wäre, was würden wir für Doctores haben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 658; Lehmann, II, 862, 28; Henisch, 722, 32; Winckler, XVI, 52; Eiselein, 314; Körte, 2908<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">122 Wann Hoffart ein Kunst wer, so wer mancher ein Doctor.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 96; Simrock, 4849.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">123 Wäre Hoffart eine Kunst, so wäre die Welt voll Doctoren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 658.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Var hoffærdighed en kunst, var der mange doctere. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Se la superbia fosse un arte, molti vi sarebbero Dottori. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 366, 8.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">124 Wenn die Hoffart in Seide stirbt, steht sie in Wolle wieder auf.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">125 Wenn Hoffart aufgeht, geht Freundschaft unter.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">126 Wenn Hoffart aufgeht, so geht das Glück unter.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sailer, 175; Simrock, 4840.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Sie macht blind und bereitet den Sturz vor.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Als de hoovaardij aanwagt, dan vermindert het geluk. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 333.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">127 Wenn Hoffart eine Krankheit wäre, würde man viel Leichen haben (oder: so raffte sie mehr Menschen weg als die Pest).</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 862, 28; Winckler, X, 64.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">128 Wenn hoffart kompt ins Regiment, so lenckt sich alles zum bösen end.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 393, 19.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">129 Wenn Hoffart und Dummheit einander heirathen, so haben sie ein Töchterlein, das heisst Narrheit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">130 Wenn Hoffart wohl röche, so wären alle Dörfer und Städte voll Geruch.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">131 Wenn man hoffart veracht, so hengt sie die Flügel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 394, 33.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Foragter man hoffart, saa hænger den strax med vingerne. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 293.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">132 Wer auff Hoffart borgt, der tregt zuletzt geflickte Schuh.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 685; Körte, 2907; Simrock, 4842; Braun, I, 1423.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">133 Wer die Hoffart tödten will, muss sie verachten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Verachtung ist der Hoffart Tod.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">134 Wer Hoffart ein Krankheit, so weren schon viel todt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 658; Schottel, 1121<hi rendition="#sup">b</hi>; Gruter, III, 96; Körte, 2908<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Var hoffærdighed en sygdom, vare faa sund. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">135 Wer in Hoffart galopirt, Schande hinterm Sattel führt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Quando la superbia cavalca, la rovina e la vergogna le vanno in groppa. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 366, 5.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">136 Wer sich der Hoffart nur befleist, (den) der Fuchs in keiner arbeit beist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 266, 51.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">137 Wer sich vor Hoffart hüten mag, versetzt dem Teufel einen schweren Schlag.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Bacmeister, 19.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">138 Wer über sich mit Hoffart will, der verfehlet gar sein Spiel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">139 Wo Hoffart aufgeht, geht Glück unter.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">140 Wo hoffarth ist, da ist auch schmach.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, III, 29.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*141 Er weiss nicht, wie er vor Hoffart einhergehen soll.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mayer, I, 214.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*142 Er weiss vor Hoffart nicht, wo jm der Ars stehet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Westphal, Hoffartsteuffel im Theatrum Diabolorum, 379<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*143 Es ist stinkende Hoffahrt.</hi> (<hi rendition="#i">Oberösterreich.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">D. L sehr grosse.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*144 Wäre Hoffart ein Wohlgeruch, er wäre eitel Bisam.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 2908<hi rendition="#sup">c</hi>; Braun, I, 1428.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*145 Wäre Hoffart eine Kunst, so wär' er längst Doctor.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1121<hi rendition="#sup">a</hi>; Sailer, 303; Körte, 2908<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Wir schelmen, so bald einer ein Griechisch Vocabel kan, wissen wir vor Hoffart nicht, wo wir bleiben sollen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Luther, Hauspostille.</hi>)</p><lb/>
          <p/><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoffärtig.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Du bist hoffertig, ich glaub, du kompst von der hohen Schule her.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, I, 787.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Er ist so hoffärtig, er möchte Milch geben, und meint, er hab' ein Kind ins Kloster gethan.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klosterspiegel, 5, 17.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Es ist nichts hoffertiger denn ein armer Mann, der reich wird.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 275.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="718"/>
4 Es will niemand gern hoffärtig heissen, aber man trägt die Nase gern hoch.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Ingen vil hede hofferdig, og ingen kiendes ved ydmyg. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 294.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Sei nicht hoffärtig im Glück, und im Unglück verzage nicht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Wer einen hoffertig nennt, ist eben so viel, als ob man jhn einen Narren gescholten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 394, 37.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*7 Hei is so häuferdig ässe der Duiwpl.</hi> (<hi rendition="#i">Büren.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*8 Hei is so häuferdig, dat 'e stinket.</hi> (<hi rendition="#i">Büren.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Saa hoffærdig at han stinker; kiender sig ei selv. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 294.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoffärtiger.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Der Hoffärtige keifet immer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Körte, 2909.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoffärtiges.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Es ist nichts Hoffärtigeres als ein armer Mann, der reich wird.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: There is no pride to the enriched beggar's. (<hi rendition="#i">Gaal, 900.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il n'est orgueil que de pauvre enrichi. (<hi rendition="#i">Gaal, 900.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Ung.</hi>: A szegényböl lett gazdag leg kevélbyebb. (<hi rendition="#i">Gaal, 900.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoffartsnarr.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Zwei Hoffartsnarren haben auf Einem Esel nicht Platz.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Twee hoovaardigen kunnen het op éénen ezel niet uithouden. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 333.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoffartsschiss.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Et äs en Hîfertsschäss.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 34, 54.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoff-auf-den-Tod.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Hôp-up-den-dôd kan ôk enmol starwen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 236.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer auf den Tod eines andern hofft, stirbt nicht selten eher als dieser.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Hoffen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Besser zu Tode gehofft, als zu Tode gezweifelt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Der hofft, verlest sich offt auff ein Ding wie der Bock auff seine Hörner.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 397, 40.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Es ist ungewiss Hoffen auff vngelegte Eyer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 136, 61.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Hapen un Harren mâkt manken to'n Narren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Hauskalender, I.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Hoff' auf Gott in aller Noth.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Hoff des bessern vnd warte dess ärgsten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 395, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Hoff nicht zu heftig auf ein sach, dir wird sonst zuviel vngemach.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 382.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Hoff, was zu hoffen ist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, I, 157<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Hoffe auf fremden Brei, aber sorge, dass dein eigener im Ofen sei.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Hoffe nicht auf eitles Gut, so behältst du guten Muth.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Mitte leves spes et certamina divitiarum. (<hi rendition="#i">Seybold, 309.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Hoffe, vielleicht wird's morgen besser.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 267, 79.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Netrat' nad&#x0115;je, kdy&#x017E; se zle d&#x0115;je. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 108.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Haab, i morgen bliver det bedre. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 263.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Spera bene, che bene haverai. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 362, 4.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">12 Hoffe, was du wünschest, und leide, was du musst!</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Man man haabe og ønske hvad man vil, men lide taalmodeligen hvad vederfares. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 263.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Hoffen darff man nicht kauffen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 395, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Hoffen ist ein süss leben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, III, 50.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 Hoffen ist ein süss Leiden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Speramus, quae volumus, sed quod acciderit, feramus. (<hi rendition="#i">Cicero.</hi>) (<hi rendition="#i">Philippi, II, 197.</hi>) &#x2013; Spes miseria est dulcissima. (<hi rendition="#i">Froberg, 575; Seybold, 579.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Hoffen ist ein vngewiss Gut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 256, 64.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">17 Hoffen und Träumen lässt vieles versäumen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">18 Hoffen und Wünschens geht viel in einen Sack.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">19 Hoffen und Zweifeln kommen aus Einem Seckel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Dum spiro, spero, sed dubito deinde, quis ero. (<hi rendition="#i">Binder II, 878; Gartner, 188.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">20 Hoffen vnd harren macht grosse (manchen zum) Narren.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, III, 33; Petri, II, 382; Gruter, I, 48; III, 50; Lehmann, 395, 16; Lehmann, II, 256, 63; Latendorf II, 17; Fischer, Psalter, 67<hi rendition="#sup">c</hi>; Blum, 64; Pistor., V, 61; Müller, 30, 1; Eiselein, 317; Seybold, 172; Venedey, 73; Simrock, 4862; Körte, 2910; Parömiakon, 2294;
</hi></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[359]/0365] 121 Wann Hoffart ein Kunst wäre, was würden wir für Doctores haben. – Petri, II, 658; Lehmann, II, 862, 28; Henisch, 722, 32; Winckler, XVI, 52; Eiselein, 314; Körte, 2908a. 122 Wann Hoffart ein Kunst wer, so wer mancher ein Doctor. – Gruter, III, 96; Simrock, 4849. 123 Wäre Hoffart eine Kunst, so wäre die Welt voll Doctoren. – Petri, II, 658. Dän.: Var hoffærdighed en kunst, var der mange doctere. (Prov. dan., 294.) It.: Se la superbia fosse un arte, molti vi sarebbero Dottori. (Pazzaglia, 366, 8.) 124 Wenn die Hoffart in Seide stirbt, steht sie in Wolle wieder auf. 125 Wenn Hoffart aufgeht, geht Freundschaft unter. 126 Wenn Hoffart aufgeht, so geht das Glück unter. – Sailer, 175; Simrock, 4840. Sie macht blind und bereitet den Sturz vor. Holl.: Als de hoovaardij aanwagt, dan vermindert het geluk. (Harrebomée, I, 333.) 127 Wenn Hoffart eine Krankheit wäre, würde man viel Leichen haben (oder: so raffte sie mehr Menschen weg als die Pest). – Lehmann, II, 862, 28; Winckler, X, 64. 128 Wenn hoffart kompt ins Regiment, so lenckt sich alles zum bösen end. – Lehmann, 393, 19. 129 Wenn Hoffart und Dummheit einander heirathen, so haben sie ein Töchterlein, das heisst Narrheit. 130 Wenn Hoffart wohl röche, so wären alle Dörfer und Städte voll Geruch. 131 Wenn man hoffart veracht, so hengt sie die Flügel. – Lehmann, 394, 33. Dän.: Foragter man hoffart, saa hænger den strax med vingerne. (Prov. dan., 293.) 132 Wer auff Hoffart borgt, der tregt zuletzt geflickte Schuh. – Petri, II, 685; Körte, 2907; Simrock, 4842; Braun, I, 1423. 133 Wer die Hoffart tödten will, muss sie verachten. „Verachtung ist der Hoffart Tod.“ 134 Wer Hoffart ein Krankheit, so weren schon viel todt. – Petri, II, 658; Schottel, 1121b; Gruter, III, 96; Körte, 2908b. Dän.: Var hoffærdighed en sygdom, vare faa sund. (Prov. dan., 294.) 135 Wer in Hoffart galopirt, Schande hinterm Sattel führt. It.: Quando la superbia cavalca, la rovina e la vergogna le vanno in groppa. (Pazzaglia, 366, 5.) 136 Wer sich der Hoffart nur befleist, (den) der Fuchs in keiner arbeit beist. – Henisch, 266, 51. 137 Wer sich vor Hoffart hüten mag, versetzt dem Teufel einen schweren Schlag. – Bacmeister, 19. 138 Wer über sich mit Hoffart will, der verfehlet gar sein Spiel. 139 Wo Hoffart aufgeht, geht Glück unter. 140 Wo hoffarth ist, da ist auch schmach. – Eyering, III, 29. *141 Er weiss nicht, wie er vor Hoffart einhergehen soll. – Mayer, I, 214. *142 Er weiss vor Hoffart nicht, wo jm der Ars stehet. – Westphal, Hoffartsteuffel im Theatrum Diabolorum, 379b. *143 Es ist stinkende Hoffahrt. (Oberösterreich.) D. L sehr grosse. *144 Wäre Hoffart ein Wohlgeruch, er wäre eitel Bisam. – Körte, 2908c; Braun, I, 1428. *145 Wäre Hoffart eine Kunst, so wär' er längst Doctor. – Schottel, 1121a; Sailer, 303; Körte, 2908a. „Wir schelmen, so bald einer ein Griechisch Vocabel kan, wissen wir vor Hoffart nicht, wo wir bleiben sollen.“ (Luther, Hauspostille.) Hoffärtig. 1 Du bist hoffertig, ich glaub, du kompst von der hohen Schule her. – Eyering, I, 787. 2 Er ist so hoffärtig, er möchte Milch geben, und meint, er hab' ein Kind ins Kloster gethan. – Klosterspiegel, 5, 17. 3 Es ist nichts hoffertiger denn ein armer Mann, der reich wird. – Petri, II, 275. 4 Es will niemand gern hoffärtig heissen, aber man trägt die Nase gern hoch. Dän.: Ingen vil hede hofferdig, og ingen kiendes ved ydmyg. (Prov. dan., 294.) 5 Sei nicht hoffärtig im Glück, und im Unglück verzage nicht. 6 Wer einen hoffertig nennt, ist eben so viel, als ob man jhn einen Narren gescholten. – Lehmann, 394, 37. *7 Hei is so häuferdig ässe der Duiwpl. (Büren.) *8 Hei is so häuferdig, dat 'e stinket. (Büren.) Dän.: Saa hoffærdig at han stinker; kiender sig ei selv. (Prov. dan., 294.) Hoffärtiger. Der Hoffärtige keifet immer. – Körte, 2909. Hoffärtiges. Es ist nichts Hoffärtigeres als ein armer Mann, der reich wird. Engl.: There is no pride to the enriched beggar's. (Gaal, 900.) Frz.: Il n'est orgueil que de pauvre enrichi. (Gaal, 900.) Ung.: A szegényböl lett gazdag leg kevélbyebb. (Gaal, 900.) Hoffartsnarr. Zwei Hoffartsnarren haben auf Einem Esel nicht Platz. Holl.: Twee hoovaardigen kunnen het op éénen ezel niet uithouden. (Harrebomée, I, 333.) Hoffartsschiss. * Et äs en Hîfertsschäss. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 34, 54. Hoff-auf-den-Tod. Hôp-up-den-dôd kan ôk enmol starwen. – Schambach, II, 236. Wer auf den Tod eines andern hofft, stirbt nicht selten eher als dieser. Hoffen. 1 Besser zu Tode gehofft, als zu Tode gezweifelt. 2 Der hofft, verlest sich offt auff ein Ding wie der Bock auff seine Hörner. – Lehmann, 397, 40. 3 Es ist ungewiss Hoffen auff vngelegte Eyer. – Lehmann, II, 136, 61. 4 Hapen un Harren mâkt manken to'n Narren. – Hauskalender, I. 5 Hoff' auf Gott in aller Noth. 6 Hoff des bessern vnd warte dess ärgsten. – Lehmann, 395, 6. 7 Hoff nicht zu heftig auf ein sach, dir wird sonst zuviel vngemach. – Petri, II, 382. 8 Hoff, was zu hoffen ist. – Franck, I, 157a. 9 Hoffe auf fremden Brei, aber sorge, dass dein eigener im Ofen sei. 10 Hoffe nicht auf eitles Gut, so behältst du guten Muth. Lat.: Mitte leves spes et certamina divitiarum. (Seybold, 309.) 11 Hoffe, vielleicht wird's morgen besser. – Lehmann, II, 267, 79. Böhm.: Netrat' nadĕje, když se zle dĕje. (Čelakovsky, 108.) Dän.: Haab, i morgen bliver det bedre. (Prov. dan., 263.) It.: Spera bene, che bene haverai. (Pazzaglia, 362, 4.) 12 Hoffe, was du wünschest, und leide, was du musst! Dän.: Man man haabe og ønske hvad man vil, men lide taalmodeligen hvad vederfares. (Prov. dan., 263.) 13 Hoffen darff man nicht kauffen. – Lehmann, 395, 2. 14 Hoffen ist ein süss leben. – Gruter, III, 50. 15 Hoffen ist ein süss Leiden. Lat.: Speramus, quae volumus, sed quod acciderit, feramus. (Cicero.) (Philippi, II, 197.) – Spes miseria est dulcissima. (Froberg, 575; Seybold, 579.) 16 Hoffen ist ein vngewiss Gut. – Lehmann, II, 256, 64. 17 Hoffen und Träumen lässt vieles versäumen. 18 Hoffen und Wünschens geht viel in einen Sack. 19 Hoffen und Zweifeln kommen aus Einem Seckel. Lat.: Dum spiro, spero, sed dubito deinde, quis ero. (Binder II, 878; Gartner, 188.) 20 Hoffen vnd harren macht grosse (manchen zum) Narren. – Eyering, III, 33; Petri, II, 382; Gruter, I, 48; III, 50; Lehmann, 395, 16; Lehmann, II, 256, 63; Latendorf II, 17; Fischer, Psalter, 67c; Blum, 64; Pistor., V, 61; Müller, 30, 1; Eiselein, 317; Seybold, 172; Venedey, 73; Simrock, 4862; Körte, 2910; Parömiakon, 2294;

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:47Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:47Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/365
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [359]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/365>, abgerufen am 03.12.2020.