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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.

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[Spaltenumbruch] *50 Er weiss aus Einem Groschen vier zu machen.

Holl.: Hij weet vaan een' groot er vijf te maken. (Harrebomee, I, 261.)

*51 Für einen Groschen dreimal ums (um den) Leib und noch ein Ende zum Peitschenstock. - Frischbier2, 1375.

Zur Bezeichnung schlechten Rauchtabacks.

*52 Ihr Groschen gilt keinen Batzen mehr. (Nürnberg.)

Ihre Reize sind dahin, ihre Schönheit ist verblüht.

*53 Noch fer e Grosche. - Frischbier2, 1377.

Wenn jemand schimpft.

*54 Sie dreaht jeden Groscha drai mal 'rum. (Würzburg.) - Sartorius, 162.

Sie ist sehr sparsam; auch karg, geizig.

*55 Vierundzwanzig Groschen gegen einen Thaler verwechseln.

Allgemein von einer Verbindung zweier Personen, die an Werth gleich sind. Angewandt wurde es einst von einer Dame sehr treffend auf ein Mädchen, das einer ihrer vielen Liebhaber heirathete.

*56 Vom Groschen fünfzehn Pfennige ausgeben. - Mathesy, 190b.

Mehr ausgeben als man einnimmt.

It.: Chi non istima un quattrino nol vale. (Gaal, 1243.)

*57 Wann hai en Grosken in der Taske hiät, hiät hai for 'n Daler Duorst. (Grafschaft Mark.) - Woeste, 83, 35.

*58 Würfe er einen Groschen aufs Dach, es fiele ihm ein Thaler herunter. - Körte, 2417; Winckler, II, 63.

Den Czechen fallen nur zwei Groschen herunter, wenn sie einen aufs Dach werfen. Die Letten sagen: Er ist solch ein Glückskind, legt er der Henne gesottene Eier unter, so kriechen gebratene Küchlein aus. Ferner: Der Glückliche darf nur einen Stein in die Höbe werfen, so fällt gleich eine Wachtel herunter. Die Franzosen sagen von einem solchen: Er ist der Sohn der weissen Henne oder wie die Venetier meinen, der weissen Gans. (Reinsberg IV, 136.)


Groschenburger.

* Er muss Groschenburger trinken.

Ist arm; der Groschenburger ist im Rheingau die billigste Weinsorte und entspricht dem oberdeutschen Batzenwein, welcher die sogenannten Kutscherweine darstellt. (Riehl, Land und Leute.)


Groschenferkel.

* Es ist ein rechtes Groschenferkel. (S. Aussehen.) - Frischbier2, 208 u, 1378.


Groschenhure.

* Es ist eine Groschenhure.

Holl.: Het is eene hoer van twee blanken. (Harrebomee, I, 60.)


Gross.

1 Besser gross erzogen als gross geboren. - Petri, II, 37.

2 Besser gruiss woa bluiss. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 879.

3 Der ist gross, den kein Unglück erniedrigt. - Winckler, X, 19.

4 Der ist gross zu achten, der im Reichthumb kann arm sein. - Petri, II, 96.

5 Die schnell gross werden, fallen auch liederlich wieder vmb. - Henisch, 1756, 11.

6 Es ist keiner so gross, dass er mit dem Kopfe an den Himmel stiesse.

Aehnlich russisch Altmann VI, 400.

7 Es ist keiner so gross, dem nicht ein Knabe ein Loch in den Kopf werfen könnte.

8 Es ist keiner so gross, er braucht Dienste. - Simrock, 1615.

9 Es sey einer so gross er wolle, so muss er sich offt vom floh stechen oder ein muck vff die natz schmeissen lassen. - Lehmann, 80, 21.

10 Es sind nicht alle gross, die auf Bergen stehen.

11 Et is grot, wat de Hund driggt, un wenn he 't dal leggt, so is 't man en Knaken. - Eichwald, 844.

12 Grat an naach am wat tu dun an alta grat am nant tu dun. - Johansen, 31.

Gross genug, um etwas zu thun und allzugross, um nichts zu thun.

13 Gross, faul vnd dölpisch ist gern beisammen. - Henisch, 1022, 22.

14 Gross im Kragen, klein im Betragen. (Ohrdruff.)

[Spaltenumbruch] 15 Gross mit worten, wenig in der that. - Gruter, III, 45.

16 Gross sein thut's nicht allein, sonst holte die Kuh den Hasen ein. - Körte, 2420; Braun, I, 985.

17 Gross und faul gibt auch 'nen Gaul. - Kirchhofer, 293; Eiselein, 209; Simrock, 3063; Körte, 1791; für Schwaben: Nefflen, 461.

Auch grosse und kräftig scheinende Menschen können träge und unbrauchbar sein.

18 Gross und faul taugt wol für einen Karrengaul. - Parömiakon, 2310.

19 Gross und gut ist selten beisammen.

Engl.: Great and good are seldom the same. (Bohn II, 365.)

20 Gross und klein hat sein Lob.

21 Gross und klein, wie's der Hirt zum Thor hinaustreibt.

22 Gross und lang, du fauler Strang; klein und wacker baut den Acker. (Eifel.)

Von grossen und kleinen Personen, zu Gunsten der letztern.

23 Gross und ungeschickt weder sich noch andere beglückt.

Theodora ist gross, aber dumm, sagen die Russen. (Cahier, 2009.)

Frz.: En un corps grand bien rarement sagesse prend son ebergement. (Leroux, II, 220.)

24 Gross vnd faul ist zwifacher schad. - Henisch, 1756, 29; Gruter, III, 46; Lehmann, 239, 89; Körte, 2424; Simrock, 4058.

Lat.: Caliga Maximini. (Binder II, 396; Lang, 37; Seybold, 62.)

25 Gross vnnd fromb. - Lehmann, 939, 8.

"Magnus est bonus ist ein Sprichwort beym Homero."

26 Gross wird oft ein kleines Ding, darum halte nichts gering.

27 Grot in de Brasch, nix in de Tasch. (Holst.) - Schütze, IV, 250.

Vom Aufschneider, Prahler.

28 Grot un lang het wenig Dank; kort un dick is ok en Stück (auch: is min Geschick). (Lübeck.) - Deecke, 8.

29 Halt nicht so gross, du weisst nicht, was noch kommen kan. - Henisch, 1756, 36.

30 Heute gross, morgen bloss.

Hinfällig ist alle menschliche Grösse.

31 Ist sie (die Frau) gross, so ist sie faul; ist sie klein, hat sie ein böses Maul.

32 Je grösser für Gott, je mehr verachtet von der Welt. - Petri, I, 57.

33 Je grösser Gottes Güte, je grösser ist der Welt Bossheit. - Petri, I, 57.

34 Je grösser, je leichter zu betrügen.

35 Je grösser man ist, je mehr man bedarf. - Petri, II, 392.

36 Keiner ist so gross, der nicht das kleine bedürffe. - Henisch, 1756, 38; Schottel, 1141a; Petri, II, 416.

37 Mancher will gross sein, eh' er klein gewesen, und leben, eh' er gestorben ist. - Harms, 150.

38 Manches ist so gross, dass man's nicht in der Wagschale wiegen kann. - Körte, 4064.

39 Nicht zu gross und nicht zu klein muss die rechte Ladung sein.

40 Nichts war so gross vnd hochgeborn, das nicht verruckt dess glückes zorn. - Henisch, 1664, 8.

41 So gross findest du keinen, er bedarf des Kleinen.

Ung.: Nincs oly nagy gazdag, ki neha valakire ne szorulyon. (Gaal, 806.)

42 Um gross zu sein, helfen keine Posaunen, aber um gross zu scheinen.

43 Was gross ist, ist allweg ein halbtheil faul. - Lehmann, 939, 9.

Frz.: Le plus grand est le premier pourry. (Leroux, II, 249.)

Holl.: Groot en datzelfde goed. (Harrebomee, I, 262.)

44 Was gross scheinen will, ist klein.

45 Was gross werden soll (will), das muss klein angehen. - Henisch, 1756, 43; Schottel, 1141a; Petri, II, 597.

It.: Maxima paulatim e minimis. (Gaal, 1022.)

Ung.: A legnagyobb folyonak is kicsiny a kut feje. (Gaal, 1022.)

[Spaltenumbruch] *50 Er weiss aus Einem Groschen vier zu machen.

Holl.: Hij weet vaan één' groot er vijf te maken. (Harrebomée, I, 261.)

*51 Für einen Groschen dreimal ums (um den) Leib und noch ein Ende zum Peitschenstock.Frischbier2, 1375.

Zur Bezeichnung schlechten Rauchtabacks.

*52 Ihr Groschen gilt keinen Batzen mehr. (Nürnberg.)

Ihre Reize sind dahin, ihre Schönheit ist verblüht.

*53 Noch fer e Grosche.Frischbier2, 1377.

Wenn jemand schimpft.

*54 Sie dreaht jeden Groscha drai mal 'rum. (Würzburg.) – Sartorius, 162.

Sie ist sehr sparsam; auch karg, geizig.

*55 Vierundzwanzig Groschen gegen einen Thaler verwechseln.

Allgemein von einer Verbindung zweier Personen, die an Werth gleich sind. Angewandt wurde es einst von einer Dame sehr treffend auf ein Mädchen, das einer ihrer vielen Liebhaber heirathete.

*56 Vom Groschen fünfzehn Pfennige ausgeben.Mathesy, 190b.

Mehr ausgeben als man einnimmt.

It.: Chi non istima un quattrino nol vale. (Gaal, 1243.)

*57 Wann hai en Grosken in der Taske hiät, hiät hai for 'n Daler Duorst. (Grafschaft Mark.) – Woeste, 83, 35.

*58 Würfe er einen Groschen aufs Dach, es fiele ihm ein Thaler herunter.Körte, 2417; Winckler, II, 63.

Den Czechen fallen nur zwei Groschen herunter, wenn sie einen aufs Dach werfen. Die Letten sagen: Er ist solch ein Glückskind, legt er der Henne gesottene Eier unter, so kriechen gebratene Küchlein aus. Ferner: Der Glückliche darf nur einen Stein in die Höbe werfen, so fällt gleich eine Wachtel herunter. Die Franzosen sagen von einem solchen: Er ist der Sohn der weissen Henne oder wie die Venetier meinen, der weissen Gans. (Reinsberg IV, 136.)


Groschenburger.

* Er muss Groschenburger trinken.

Ist arm; der Groschenburger ist im Rheingau die billigste Weinsorte und entspricht dem oberdeutschen Batzenwein, welcher die sogenannten Kutscherweine darstellt. (Riehl, Land und Leute.)


Groschenferkel.

* Es ist ein rechtes Groschenferkel. (S. Aussehen.) – Frischbier2, 208 u, 1378.


Groschenhure.

* Es ist eine Groschenhure.

Holl.: Het is eene hoer van twee blanken. (Harrebomée, I, 60.)


Gross.

1 Besser gross erzogen als gross geboren.Petri, II, 37.

2 Bêsser gruiss woa bluiss. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 879.

3 Der ist gross, den kein Unglück erniedrigt.Winckler, X, 19.

4 Der ist gross zu achten, der im Reichthumb kann arm sein.Petri, II, 96.

5 Die schnell gross werden, fallen auch liederlich wieder vmb.Henisch, 1756, 11.

6 Es ist keiner so gross, dass er mit dem Kopfe an den Himmel stiesse.

Aehnlich russisch Altmann VI, 400.

7 Es ist keiner so gross, dem nicht ein Knabe ein Loch in den Kopf werfen könnte.

8 Es ist keiner so gross, er braucht Dienste.Simrock, 1615.

9 Es sey einer so gross er wolle, so muss er sich offt vom floh stechen oder ein muck vff die natz schmeissen lassen.Lehmann, 80, 21.

10 Es sind nicht alle gross, die auf Bergen stehen.

11 Et is grot, wat de Hund driggt, un wenn he 't dal leggt, so is 't man en Knaken.Eichwald, 844.

12 Grat an naach am wat tu dun an alta grat am nant tu dun.Johansen, 31.

Gross genug, um etwas zu thun und allzugross, um nichts zu thun.

13 Gross, faul vnd dölpisch ist gern beisammen.Henisch, 1022, 22.

14 Gross im Kragen, klein im Betragen. (Ohrdruff.)

[Spaltenumbruch] 15 Gross mit worten, wenig in der that.Gruter, III, 45.

16 Gross sein thut's nicht allein, sonst holte die Kuh den Hasen ein.Körte, 2420; Braun, I, 985.

17 Gross und faul gibt auch 'nen Gaul.Kirchhofer, 293; Eiselein, 209; Simrock, 3063; Körte, 1791; für Schwaben: Nefflen, 461.

Auch grosse und kräftig scheinende Menschen können träge und unbrauchbar sein.

18 Gross und faul taugt wol für einen Karrengaul.Parömiakon, 2310.

19 Gross und gut ist selten beisammen.

Engl.: Great and good are seldom the same. (Bohn II, 365.)

20 Gross und klein hat sein Lob.

21 Gross und klein, wie's der Hirt zum Thor hinaustreibt.

22 Gross und lang, du fauler Strang; klein und wacker baut den Acker. (Eifel.)

Von grossen und kleinen Personen, zu Gunsten der letztern.

23 Gross und ungeschickt weder sich noch andere beglückt.

Theodora ist gross, aber dumm, sagen die Russen. (Cahier, 2009.)

Frz.: En un corps grand bien rarement sagesse prend son ébergement. (Leroux, II, 220.)

24 Gross vnd faul ist zwifacher schad.Henisch, 1756, 29; Gruter, III, 46; Lehmann, 239, 89; Körte, 2424; Simrock, 4058.

Lat.: Caliga Maximini. (Binder II, 396; Lang, 37; Seybold, 62.)

25 Gross vnnd fromb.Lehmann, 939, 8.

„Magnus est bonus ist ein Sprichwort beym Homero.“

26 Gross wird oft ein kleines Ding, darum halte nichts gering.

27 Grot in de Brasch, nix in de Tasch. (Holst.) – Schütze, IV, 250.

Vom Aufschneider, Prahler.

28 Grôt un lang het wenig Dank; kort un dick is ok en Stück (auch: is min Geschick). (Lübeck.) – Deecke, 8.

29 Halt nicht so gross, du weisst nicht, was noch kommen kan.Henisch, 1756, 36.

30 Heute gross, morgen bloss.

Hinfällig ist alle menschliche Grösse.

31 Ist sie (die Frau) gross, so ist sie faul; ist sie klein, hat sie ein böses Maul.

32 Je grösser für Gott, je mehr verachtet von der Welt.Petri, I, 57.

33 Je grösser Gottes Güte, je grösser ist der Welt Bossheit.Petri, I, 57.

34 Je grösser, je leichter zu betrügen.

35 Je grösser man ist, je mehr man bedarf.Petri, II, 392.

36 Keiner ist so gross, der nicht das kleine bedürffe.Henisch, 1756, 38; Schottel, 1141a; Petri, II, 416.

37 Mancher will gross sein, eh' er klein gewesen, und leben, eh' er gestorben ist.Harms, 150.

38 Manches ist so gross, dass man's nicht in der Wagschale wiegen kann.Körte, 4064.

39 Nicht zu gross und nicht zu klein muss die rechte Ladung sein.

40 Nichts war so gross vnd hochgeborn, das nicht verruckt dess glückes zorn.Henisch, 1664, 8.

41 So gross findest du keinen, er bedarf des Kleinen.

Ung.: Nincs oly nagy gazdag, ki néha valakire ne szorulyon. (Gaal, 806.)

42 Um gross zu sein, helfen keine Posaunen, aber um gross zu scheinen.

43 Was gross ist, ist allweg ein halbtheil faul.Lehmann, 939, 9.

Frz.: Le plus grand est le premier pourry. (Leroux, II, 249.)

Holl.: Groot en datzelfde goed. (Harrebomée, I, 262.)

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[[73]/0079] *50 Er weiss aus Einem Groschen vier zu machen. Holl.: Hij weet vaan één' groot er vijf te maken. (Harrebomée, I, 261.) *51 Für einen Groschen dreimal ums (um den) Leib und noch ein Ende zum Peitschenstock. – Frischbier2, 1375. Zur Bezeichnung schlechten Rauchtabacks. *52 Ihr Groschen gilt keinen Batzen mehr. (Nürnberg.) Ihre Reize sind dahin, ihre Schönheit ist verblüht. *53 Noch fer e Grosche. – Frischbier2, 1377. Wenn jemand schimpft. *54 Sie dreaht jeden Groscha drai mal 'rum. (Würzburg.) – Sartorius, 162. Sie ist sehr sparsam; auch karg, geizig. *55 Vierundzwanzig Groschen gegen einen Thaler verwechseln. Allgemein von einer Verbindung zweier Personen, die an Werth gleich sind. Angewandt wurde es einst von einer Dame sehr treffend auf ein Mädchen, das einer ihrer vielen Liebhaber heirathete. *56 Vom Groschen fünfzehn Pfennige ausgeben. – Mathesy, 190b. Mehr ausgeben als man einnimmt. It.: Chi non istima un quattrino nol vale. (Gaal, 1243.) *57 Wann hai en Grosken in der Taske hiät, hiät hai for 'n Daler Duorst. (Grafschaft Mark.) – Woeste, 83, 35. *58 Würfe er einen Groschen aufs Dach, es fiele ihm ein Thaler herunter. – Körte, 2417; Winckler, II, 63. Den Czechen fallen nur zwei Groschen herunter, wenn sie einen aufs Dach werfen. Die Letten sagen: Er ist solch ein Glückskind, legt er der Henne gesottene Eier unter, so kriechen gebratene Küchlein aus. Ferner: Der Glückliche darf nur einen Stein in die Höbe werfen, so fällt gleich eine Wachtel herunter. Die Franzosen sagen von einem solchen: Er ist der Sohn der weissen Henne oder wie die Venetier meinen, der weissen Gans. (Reinsberg IV, 136.) Groschenburger. * Er muss Groschenburger trinken. Ist arm; der Groschenburger ist im Rheingau die billigste Weinsorte und entspricht dem oberdeutschen Batzenwein, welcher die sogenannten Kutscherweine darstellt. (Riehl, Land und Leute.) Groschenferkel. * Es ist ein rechtes Groschenferkel. (S. Aussehen.) – Frischbier2, 208 u, 1378. Groschenhure. * Es ist eine Groschenhure. Holl.: Het is eene hoer van twee blanken. (Harrebomée, I, 60.) Gross. 1 Besser gross erzogen als gross geboren. – Petri, II, 37. 2 Bêsser gruiss woa bluiss. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 879. 3 Der ist gross, den kein Unglück erniedrigt. – Winckler, X, 19. 4 Der ist gross zu achten, der im Reichthumb kann arm sein. – Petri, II, 96. 5 Die schnell gross werden, fallen auch liederlich wieder vmb. – Henisch, 1756, 11. 6 Es ist keiner so gross, dass er mit dem Kopfe an den Himmel stiesse. Aehnlich russisch Altmann VI, 400. 7 Es ist keiner so gross, dem nicht ein Knabe ein Loch in den Kopf werfen könnte. 8 Es ist keiner so gross, er braucht Dienste. – Simrock, 1615. 9 Es sey einer so gross er wolle, so muss er sich offt vom floh stechen oder ein muck vff die natz schmeissen lassen. – Lehmann, 80, 21. 10 Es sind nicht alle gross, die auf Bergen stehen. 11 Et is grot, wat de Hund driggt, un wenn he 't dal leggt, so is 't man en Knaken. – Eichwald, 844. 12 Grat an naach am wat tu dun an alta grat am nant tu dun. – Johansen, 31. Gross genug, um etwas zu thun und allzugross, um nichts zu thun. 13 Gross, faul vnd dölpisch ist gern beisammen. – Henisch, 1022, 22. 14 Gross im Kragen, klein im Betragen. (Ohrdruff.) 15 Gross mit worten, wenig in der that. – Gruter, III, 45. 16 Gross sein thut's nicht allein, sonst holte die Kuh den Hasen ein. – Körte, 2420; Braun, I, 985. 17 Gross und faul gibt auch 'nen Gaul. – Kirchhofer, 293; Eiselein, 209; Simrock, 3063; Körte, 1791; für Schwaben: Nefflen, 461. Auch grosse und kräftig scheinende Menschen können träge und unbrauchbar sein. 18 Gross und faul taugt wol für einen Karrengaul. – Parömiakon, 2310. 19 Gross und gut ist selten beisammen. Engl.: Great and good are seldom the same. (Bohn II, 365.) 20 Gross und klein hat sein Lob. 21 Gross und klein, wie's der Hirt zum Thor hinaustreibt. 22 Gross und lang, du fauler Strang; klein und wacker baut den Acker. (Eifel.) Von grossen und kleinen Personen, zu Gunsten der letztern. 23 Gross und ungeschickt weder sich noch andere beglückt. Theodora ist gross, aber dumm, sagen die Russen. (Cahier, 2009.) Frz.: En un corps grand bien rarement sagesse prend son ébergement. (Leroux, II, 220.) 24 Gross vnd faul ist zwifacher schad. – Henisch, 1756, 29; Gruter, III, 46; Lehmann, 239, 89; Körte, 2424; Simrock, 4058. Lat.: Caliga Maximini. (Binder II, 396; Lang, 37; Seybold, 62.) 25 Gross vnnd fromb. – Lehmann, 939, 8. „Magnus est bonus ist ein Sprichwort beym Homero.“ 26 Gross wird oft ein kleines Ding, darum halte nichts gering. 27 Grot in de Brasch, nix in de Tasch. (Holst.) – Schütze, IV, 250. Vom Aufschneider, Prahler. 28 Grôt un lang het wenig Dank; kort un dick is ok en Stück (auch: is min Geschick). (Lübeck.) – Deecke, 8. 29 Halt nicht so gross, du weisst nicht, was noch kommen kan. – Henisch, 1756, 36. 30 Heute gross, morgen bloss. Hinfällig ist alle menschliche Grösse. 31 Ist sie (die Frau) gross, so ist sie faul; ist sie klein, hat sie ein böses Maul. 32 Je grösser für Gott, je mehr verachtet von der Welt. – Petri, I, 57. 33 Je grösser Gottes Güte, je grösser ist der Welt Bossheit. – Petri, I, 57. 34 Je grösser, je leichter zu betrügen. 35 Je grösser man ist, je mehr man bedarf. – Petri, II, 392. 36 Keiner ist so gross, der nicht das kleine bedürffe. – Henisch, 1756, 38; Schottel, 1141a; Petri, II, 416. 37 Mancher will gross sein, eh' er klein gewesen, und leben, eh' er gestorben ist. – Harms, 150. 38 Manches ist so gross, dass man's nicht in der Wagschale wiegen kann. – Körte, 4064. 39 Nicht zu gross und nicht zu klein muss die rechte Ladung sein. 40 Nichts war so gross vnd hochgeborn, das nicht verruckt dess glückes zorn. – Henisch, 1664, 8. 41 So gross findest du keinen, er bedarf des Kleinen. Ung.: Nincs oly nagy gazdag, ki néha valakire ne szorulyon. 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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [73]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/79>, abgerufen am 22.10.2020.