Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *1852 Es ist mir wider den Mann. (Köthen.)

Es widerstrebt meinem Innern.

*1853 Etwas an den Mann bringen.

Ein Mädchen, sein Geld, Vermögen.

*1854 Eyn man von tausent freuden. - Tappius, 243a.

Lat.: Omnium horarum homo. (Tappius, 242b.)

*1855 Hä ess 'ne Mann bei der Spreuz1. (Köln.) - Firmenich, I, 475, 185.

1) Bei der Spritze, d. h. er ist stets auf dem Platz, wenn's gilt.

*1856 He denkt up den ollen Mann.

Er spart in der Jugend.

*1857 He is en Mann von Fassun1.

1) Gestalt, Form, Mode, hohe Geburt, Anstand, Feinheit, Bildung, feine Lebensart. ( Vgl. Stürenburg, 51.) Französisch: Facon. (S. Fatsun.)

*1858 He is ken Mann de achtzehn Schilling vör en Mark utgivt. (Holst.) - Schütze, III, 78.

Von einem zu Rathe haltenden, vorsichtigen Manne, der sich wol in Acht nimmt, 2 Schilling mehr als nöthig ist, zu geben. 1 Mark = 16 Schilling.

*1859 He sall sin Mann ankomen. - Bueren, 557.

*1860 Het geht nit vör de Mann eiges. (Niederrhein.)

Es wird nichts besser gethan, als was man selbst thut.

*1861 Hurrah, min Mann kann schwemme. - Frischbier2, 2532.

Ausruf der Verwunderung.

*1862 I bin Manns genug d'rzua. - Sartorius, 173.

Ich habe dazu Geschick, Kraft und Ausdauer.

*1863 Ich hab einen frommen man bey der handt. - Agricola I, 565.

Ein Scherz, mit dem man das Gegentheil bezeichnen will. Agricola: "Das ist ein schertz vnd wirt das widderspiel gemeynet seyn."

*1864 Ihr Mann ist im Zeichen des Widders geboren.

Sie hat ihm Hörner aufgesetzt.

*1865 Ihr Mann ist zwar todt, aber die Kinder haben dadurch den Vater nicht verloren.

Dän.: Om manden en er död, saa ere hendes börn dog ikke faderlöse, ei heller hun enke. (Prov. dan., 112.)

*1866 Ihr sackerletscher Moan. - Gomolcke, 629.

*1867 Ihr sed och wul nich der Moan darnoch. - Gomolcke, 633.

*1868 Ihr seyd a schmuck Moan. - Robinson, 440; Gomolcke, 628.

*1869 Ihr seyd grode der Moan dernoch. - Robinson, 976.

*1870 Man hat ihm seinen Mann gezeigt.

Einen Stärkern über ihn kommen lassen.

Frz.: On lui a fait voir son maeitre.

*1871 Mann Gottes aus Pörschken. - Frischbier, 487; Frischbier2, 2526.

Zuruf an Einfältige und solche, die geistreich sein wollen.

*1872 Mann Gottes aus Pörschken, wo hast du deine Schafchens (Schäfchen)? (Ostpreuss.)

Wird häufig nur mit dem ersten Theil als Zuruf an einfältige Leute gebraucht, die geistreich sein wollen, auch wol an solche, welche oberflächlich und ohne Kenntniss über Geistliche selbst urtheilen. - Pörschken ist ein Kirchdorf im Kreise Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg.

*1873 Mann vnd Mord.

" ... Ist alsdann der andere auch da, vnd gibt wieder böse wort; so kömpt es zum streiten vnd wird offt Man vnd Mord daraus." (Mathesy, 214b.)

*1874 Mein Mann ischt koaner. - Auerbach, Dorfgeschichten, V, 61.

D. i. mit mir kann sich niemand vergleichen.

*1875 Mit dem Mann kann me au fuahrwerke (oder: haudere, hotte). (Ulm.)

*1876 Mit Mann un Mus verdrunken. - Kern, 1597.

*1877 Mit Mann vnd alle. - Mohnike, Strals. Chronik, I, 214 u. 215.

"Vele Schepen vorgingen mit Manne mit alle. Dat bleff mit Mann vnd alle." - So viel wie: untergehen mit Mann und Maus.

Holl.: Met kat en met muis. (Harrebomee, I, 388a.)

*1878 'N Mann van Kap'tal, hett 'n Noers van twe Hälften. (Pommern.)

*1879 Näge Mann on en Rosskopp. - Frischbier2, 2535.

*1880 'S is a Mann mit em Bart, er arbt wie a Kind und frisst wie a Pfard.

Frz.: C'est un homme qui est a moi a vendre et a dependre. (Leroux, II, 110.)

Holl.: Het zijn mannen met baarden, zij werken als kinderen, en freten als paarden. (Harrebomee, I, 28.)

[Spaltenumbruch] *1881 'S is emme reiche Mann sei Kind. (Pennsylvanisch-deutsch.)

Von einer weiblichen Person, die in Kleidung und Hauswesen sehr sauber ist. "Ein Weibsbild, was 's net sehne kann, wenn ehnig ebbes (irgendetwas) verrisse, wenn ehnig ebbes im Haus stabig (staubig) oder dreckig is, sell is emme reiche Mann sei Kind, un wenn ihr Vatter im Taglohn schaffe misst." (Vgl. Pennsylvanisch-deutsche Sprache und Häuslichkeit, in Weltbürger, Buffalo vom 14. Juni 1851, Nr. 57.)

*1882 Schadt d'n reich'n Mann ä Ag. - Lohrengel, II, 422.

*1883 Seinen Mann stehen (finden).

*1884 Sich bis auf den letzten Mann schlagen.

*1885 Sie fand ihren Mann wie der Kukuk mit zugebundenen Augen. (Lit.)

In den slawischen Volksliedern und Sagen spielt der Kukuk eine bedeutende Rolle. (Vgl. Wurzbach I, 108.)

*1886 Sie gibt jhrem Mann alle Tage Kifelerbeis zu essen. - Mathesy, 161b.

*1887 Sie hält sich zu ihrem Manne wie der Hase zum Hunde. - Eiselein, 283.

Im Plattdeutschen: Se hält sich tom Mann, we de Hoase tom Hund. (Schlingmann, 627.)

Lat.: Illa manet cum viro, ut lepus cum cane. (Eiselein, 283.)

*1888 Sie hat ihrem Mann das türkische Wappen auf den Kopf gesetzt. - Parömiakon, 261.

Halbmond, zwei Hörner; ist ihm untreu geworden. (S. Hahnrei und Oberhülfsgericht.)

*1889 Sie lässt ihrem Mann den Strauss tragen.

Von einer Französin, die ihrem Mann Hörner aufsetzt.

*1890 So, Mann Gottes! (Ulm.)

*1891 Such dir einen reichern Mann.

In Warschau jüdisch-deutsch: Leg' dich auf a grössern Ojscher wie ich bin. Man will sagen: der kann deine Capricen besser ertragen. Wird gebraucht, wenn jemand Streit vom Zaune bricht.

*1892 'T was 'n Mann, de het Popan; Popan het he, in de Hosen schet he. (Pommern.)

Am Schluss von Geschichten, die man Kindern erzählt, aber auch dem Bericht eines andern hinzugefügt, den jener ernsthaft genommen wissen will. In demselben Sinne s. Tuterutut. (Vgl. Agricola, I, 624 u. 625.)

*1893 Up den olen Mann denk'n. - Eichwald, 1269.

*1894 Vor einem Manne stehen.

*1895 Was der Mann redet, hat Hände und Füsse.

*1896 Zum klugen Mann gehen.

D. h. zu einem Mann, der durch sympathische, geheime Wunder, Zaubermittel etwas entdecken oder bewirken soll.


Manna.

1 Wem das Manna nicht schmeckt, dem setzt Gott Holzäpfel vor.

Tendlau (16) bemerkt: Der Gutschmecker konnte einer Speise ein grösseres Lob nicht ertheilen, als wenn er sagte: sie schmeckt wie Manna, das nach der Bibel, wie Kuchen mit Honig geschmeckt haben soll. Die Sage erzählt sogar, dass es stets den Geschmack derjenigen Speise angenommen haben solle, nach der man sich eben gesehnt habe.

2 Wenn Manna fehlt, muss man sich mit Grütze (russisch: Kascha) begnügen.

3 Zu viel Manna macht Ekel.


Männchen.

1 Klein Männeken, et Linsen, dat Brodkoren is düer. - Schambach, II, 272.

Wie Schambach vermuthet, hat dies Sprichwort, das die Linsen als eine nahrhafte Speise, namentlich in Zeiten der Theurung, empfiehlt, in einer Sage seine Quelle, wo die Worte vielleicht an einen um Brot bittenden Zwerg gerichtet gewesen sind.

2 Solk Männecken möten stigen, wo nit op de Preystul, doch op de Orgel. - Fischart.

*3 Allerhand Männkes maken. - Eichwald, 1274.

*4 Das schwarze Männchen in Homburg.

Ueber dem mit eisernen Staketen verwahrten Portaleingange zu dem ehemaligen landgräflichen Archiv im westlichen Flügel des Schlosses zu Homburg steht in einer Nische die kolossale Bronzebüste einer fürstlichen Person. Wegen seiner tief dunkelgrünen Färbung hat der Volksmund dem Denkmal den Namen des "schwarzen Männchens" beigelegt. Seit Menschengedenken hat sich die Vorstellung gebildet, dass in dem Gebilde niemand anders als der Erbauer des Schlosses, Landgraf Friedrich mit dem silbernen Bein, dargestellt sei, der zu der Burg 1680 den Grund gelegt und in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) seinen Namen so ruhmreich

[Spaltenumbruch] *1852 Es ist mir wider den Mann. (Köthen.)

Es widerstrebt meinem Innern.

*1853 Etwas an den Mann bringen.

Ein Mädchen, sein Geld, Vermögen.

*1854 Eyn man von tausent freuden.Tappius, 243a.

Lat.: Omnium horarum homo. (Tappius, 242b.)

*1855 Hä ess 'ne Mann bei der Spreuz1. (Köln.) – Firmenich, I, 475, 185.

1) Bei der Spritze, d. h. er ist stets auf dem Platz, wenn's gilt.

*1856 He denkt up den ollen Mann.

Er spart in der Jugend.

*1857 He is en Mann von Fassun1.

1) Gestalt, Form, Mode, hohe Geburt, Anstand, Feinheit, Bildung, feine Lebensart. ( Vgl. Stürenburg, 51.) Französisch: Façon. (S. Fatsun.)

*1858 He is kên Mann de achtzehn Schilling vör en Mark utgivt. (Holst.) – Schütze, III, 78.

Von einem zu Rathe haltenden, vorsichtigen Manne, der sich wol in Acht nimmt, 2 Schilling mehr als nöthig ist, zu geben. 1 Mark = 16 Schilling.

*1859 He sall sin Mann ankomen.Bueren, 557.

*1860 Het geht nit vör de Mann eiges. (Niederrhein.)

Es wird nichts besser gethan, als was man selbst thut.

*1861 Hurrah, min Mann kann schwemme.Frischbier2, 2532.

Ausruf der Verwunderung.

*1862 I bin Manns genug d'rzua.Sartorius, 173.

Ich habe dazu Geschick, Kraft und Ausdauer.

*1863 Ich hab einen frommen man bey der handt.Agricola I, 565.

Ein Scherz, mit dem man das Gegentheil bezeichnen will. Agricola: „Das ist ein schertz vnd wirt das widderspiel gemeynet seyn.“

*1864 Ihr Mann ist im Zeichen des Widders geboren.

Sie hat ihm Hörner aufgesetzt.

*1865 Ihr Mann ist zwar todt, aber die Kinder haben dadurch den Vater nicht verloren.

Dän.: Om manden en er død, saa ere hendes børn dog ikke faderløse, ei heller hun enke. (Prov. dan., 112.)

*1866 Ihr sackerletscher Moan.Gomolcke, 629.

*1867 Ihr sed och wul nich der Moan darnoch.Gomolcke, 633.

*1868 Ihr seyd a schmuck Moan.Robinson, 440; Gomolcke, 628.

*1869 Ihr seyd grode der Moan dernoch.Robinson, 976.

*1870 Man hat ihm seinen Mann gezeigt.

Einen Stärkern über ihn kommen lassen.

Frz.: On lui a fait voir son maître.

*1871 Mann Gottes aus Pörschken.Frischbier, 487; Frischbier2, 2526.

Zuruf an Einfältige und solche, die geistreich sein wollen.

*1872 Mann Gottes aus Pörschken, wo hast du deine Schafchens (Schäfchen)? (Ostpreuss.)

Wird häufig nur mit dem ersten Theil als Zuruf an einfältige Leute gebraucht, die geistreich sein wollen, auch wol an solche, welche oberflächlich und ohne Kenntniss über Geistliche selbst urtheilen. – Pörschken ist ein Kirchdorf im Kreise Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg.

*1873 Mann vnd Mord.

„ ... Ist alsdann der andere auch da, vnd gibt wieder böse wort; so kömpt es zum streiten vnd wird offt Man vnd Mord daraus.“ (Mathesy, 214b.)

*1874 Mein Mann ischt koaner.Auerbach, Dorfgeschichten, V, 61.

D. i. mit mir kann sich niemand vergleichen.

*1875 Mit dem Mann kann me au fuahrwerke (oder: haudere, hotte). (Ulm.)

*1876 Mit Mann un Mus verdrunken.Kern, 1597.

*1877 Mit Mann vnd alle.Mohnike, Strals. Chronik, I, 214 u. 215.

„Vele Schepen vorgingen mit Manne mit alle. Dat bleff mit Mann vnd alle.“ – So viel wie: untergehen mit Mann und Maus.

Holl.: Met kat en met muis. (Harrebomée, I, 388a.)

*1878 'N Mann van Kap'tal, hett 'n Noers van twê Hälften. (Pommern.)

*1879 Näge Mann on ên Rosskopp.Frischbier2, 2535.

*1880 'S is a Mann mit em Bart, er arbt wie a Kind und frisst wie a Pfard.

Frz.: C'est un homme qui est à moi à vendre et à dépendre. (Leroux, II, 110.)

Holl.: Het zijn mannen met baarden, zij werken als kinderen, en freten als paarden. (Harrebomée, I, 28.)

[Spaltenumbruch] *1881 'S is emme reiche Mann sei Kind. (Pennsylvanisch-deutsch.)

Von einer weiblichen Person, die in Kleidung und Hauswesen sehr sauber ist. „Ein Weibsbild, was 's net sehne kann, wenn ehnig ebbes (irgendetwas) verrisse, wenn ehnig ebbes im Haus stabig (staubig) oder dreckig is, sell is emme reiche Mann sei Kind, un wenn ihr Vatter im Taglohn schaffe misst.“ (Vgl. Pennsylvanisch-deutsche Sprache und Häuslichkeit, in Weltbürger, Buffalo vom 14. Juni 1851, Nr. 57.)

*1882 Schadt d'n reich'n Mann ä Åg.Lohrengel, II, 422.

*1883 Seinen Mann stehen (finden).

*1884 Sich bis auf den letzten Mann schlagen.

*1885 Sie fand ihren Mann wie der Kukuk mit zugebundenen Augen. (Lit.)

In den slawischen Volksliedern und Sagen spielt der Kukuk eine bedeutende Rolle. (Vgl. Wurzbach I, 108.)

*1886 Sie gibt jhrem Mann alle Tage Kifelerbeis zu essen.Mathesy, 161b.

*1887 Sie hält sich zu ihrem Manne wie der Hase zum Hunde.Eiselein, 283.

Im Plattdeutschen: Se hält sich tom Mann, we de Hoase tom Hund. (Schlingmann, 627.)

Lat.: Illa manet cum viro, ut lepus cum cane. (Eiselein, 283.)

*1888 Sie hat ihrem Mann das türkische Wappen auf den Kopf gesetzt.Parömiakon, 261.

Halbmond, zwei Hörner; ist ihm untreu geworden. (S. Hahnrei und Oberhülfsgericht.)

*1889 Sie lässt ihrem Mann den Strauss tragen.

Von einer Französin, die ihrem Mann Hörner aufsetzt.

*1890 So, Mann Gottes! (Ulm.)

*1891 Such dir einen reichern Mann.

In Warschau jüdisch-deutsch: Leg' dich auf a grössern Ojscher wie ich bin. Man will sagen: der kann deine Capricen besser ertragen. Wird gebraucht, wenn jemand Streit vom Zaune bricht.

*1892 'T was 'n Mann, de hêt Popan; Popan hêt he, in de Hosen schêt he. (Pommern.)

Am Schluss von Geschichten, die man Kindern erzählt, aber auch dem Bericht eines andern hinzugefügt, den jener ernsthaft genommen wissen will. In demselben Sinne s. Tuterutut. (Vgl. Agricola, I, 624 u. 625.)

*1893 Up den olen Mann denk'n.Eichwald, 1269.

*1894 Vor einem Manne stehen.

*1895 Was der Mann redet, hat Hände und Füsse.

*1896 Zum klugen Mann gehen.

D. h. zu einem Mann, der durch sympathische, geheime Wunder, Zaubermittel etwas entdecken oder bewirken soll.


Manna.

1 Wem das Manna nicht schmeckt, dem setzt Gott Holzäpfel vor.

Tendlau (16) bemerkt: Der Gutschmecker konnte einer Speise ein grösseres Lob nicht ertheilen, als wenn er sagte: sie schmeckt wie Manna, das nach der Bibel, wie Kuchen mit Honig geschmeckt haben soll. Die Sage erzählt sogar, dass es stets den Geschmack derjenigen Speise angenommen haben solle, nach der man sich eben gesehnt habe.

2 Wenn Manna fehlt, muss man sich mit Grütze (russisch: Kascha) begnügen.

3 Zu viel Manna macht Ekel.


Männchen.

1 Klein Männeken, et Linsen, dat Brôdkôren is düer.Schambach, II, 272.

Wie Schambach vermuthet, hat dies Sprichwort, das die Linsen als eine nahrhafte Speise, namentlich in Zeiten der Theurung, empfiehlt, in einer Sage seine Quelle, wo die Worte vielleicht an einen um Brot bittenden Zwerg gerichtet gewesen sind.

2 Solk Männecken möten stigen, wo nit op de Preystul, doch op de Orgel.Fischart.

*3 Allerhand Männkes maken.Eichwald, 1274.

*4 Das schwarze Männchen in Homburg.

Ueber dem mit eisernen Staketen verwahrten Portaleingange zu dem ehemaligen landgräflichen Archiv im westlichen Flügel des Schlosses zu Homburg steht in einer Nische die kolossale Bronzebüste einer fürstlichen Person. Wegen seiner tief dunkelgrünen Färbung hat der Volksmund dem Denkmal den Namen des „schwarzen Männchens“ beigelegt. Seit Menschengedenken hat sich die Vorstellung gebildet, dass in dem Gebilde niemand anders als der Erbauer des Schlosses, Landgraf Friedrich mit dem silbernen Bein, dargestellt sei, der zu der Burg 1680 den Grund gelegt und in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) seinen Namen so ruhmreich

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0237" n="[223]"/><cb n="445"/>
*1852 Es ist mir wider den Mann.</hi> (<hi rendition="#i">Köthen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Es widerstrebt meinem Innern.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1853 Etwas an den Mann bringen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Mädchen, sein Geld, Vermögen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1854 Eyn man von tausent freuden.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tappius, 243<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Omnium horarum homo. (<hi rendition="#i">Tappius, 242<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1855 Hä ess 'ne Mann bei der Spreuz<hi rendition="#sup">1</hi>.</hi> (<hi rendition="#i">Köln.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 475, 185.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Bei der Spritze, d. h. er ist stets auf dem Platz, wenn's gilt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1856 He denkt up den ollen Mann.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Er spart in der Jugend.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1857 He is en Mann von Fassun<hi rendition="#sup">1</hi>.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Gestalt, Form, Mode, hohe Geburt, Anstand, Feinheit, Bildung, feine Lebensart. ( Vgl. <hi rendition="#i">Stürenburg, 51.</hi>) Französisch: Façon. (S.  Fatsun.)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1858 He is kên Mann de achtzehn Schilling vör en Mark utgivt.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, III, 78.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von einem zu Rathe haltenden, vorsichtigen Manne, der sich wol in Acht nimmt, 2 Schilling mehr als nöthig ist, zu geben. 1 Mark = 16 Schilling.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1859 He sall sin Mann ankomen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Bueren, 557.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1860 Het geht nit vör de Mann eiges.</hi> (<hi rendition="#i">Niederrhein.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Es wird nichts besser gethan, als was man selbst thut.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1861 Hurrah, min Mann kann schwemme.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 2532.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ausruf der Verwunderung.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1862 I bin Manns genug d'rzua.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sartorius, 173.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ich habe dazu Geschick, Kraft und Ausdauer.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1863 Ich hab einen frommen man bey der handt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola I, 565.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Scherz, mit dem man das Gegentheil bezeichnen will. <hi rendition="#i">Agricola:</hi> &#x201E;Das ist ein schertz vnd wirt das widderspiel gemeynet seyn.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1864 Ihr Mann ist im Zeichen des Widders geboren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sie hat ihm Hörner aufgesetzt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1865 Ihr Mann ist zwar todt, aber die Kinder haben dadurch den Vater nicht verloren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Om manden en er død, saa ere hendes børn dog ikke faderløse, ei heller hun enke. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 112.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1866 Ihr sackerletscher Moan.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gomolcke, 629.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1867 Ihr sed och wul nich der Moan darnoch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gomolcke, 633.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1868 Ihr seyd a schmuck Moan.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Robinson, 440; Gomolcke, 628.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1869 Ihr seyd grode der Moan dernoch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Robinson, 976.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1870 Man hat ihm seinen Mann gezeigt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Einen Stärkern über ihn kommen lassen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: On lui a fait voir son maître.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1871 Mann Gottes aus Pörschken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, 487; Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 2526.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Zuruf an Einfältige und solche, die geistreich sein wollen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1872 Mann Gottes aus Pörschken, wo hast du deine Schafchens (Schäfchen)?</hi> (<hi rendition="#i">Ostpreuss.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird häufig nur mit dem ersten Theil als Zuruf an einfältige Leute gebraucht, die geistreich sein wollen, auch wol an solche, welche oberflächlich und ohne Kenntniss über Geistliche selbst urtheilen. &#x2013; Pörschken ist ein Kirchdorf im Kreise Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1873 Mann vnd Mord.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E; ... Ist alsdann der andere auch da, vnd gibt wieder böse wort; so kömpt es zum streiten vnd wird offt Man vnd Mord daraus.&#x201C; (<hi rendition="#i">Mathesy, 214<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1874 Mein Mann ischt koaner.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Auerbach, Dorfgeschichten, V, 61.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">D. i. mit mir kann sich niemand vergleichen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1875 Mit dem Mann kann me au fuahrwerke (oder: haudere, hotte).</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1876 Mit Mann un Mus verdrunken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Kern, 1597.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1877 Mit Mann vnd alle.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mohnike, Strals. Chronik, I, 214 u. 215.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Vele Schepen vorgingen mit Manne mit alle. Dat bleff mit Mann vnd alle.&#x201C; &#x2013; So viel wie: untergehen mit Mann und Maus.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Met kat en met muis. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 388<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1878 'N Mann van Kap'tal, hett 'n Noers van twê Hälften.</hi> (<hi rendition="#i">Pommern.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1879 Näge Mann on ên Rosskopp.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 2535.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1880 'S is a Mann mit em Bart, er arbt wie a Kind und frisst wie a Pfard.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: C'est un homme qui est à moi à vendre et à dépendre. (<hi rendition="#i">Leroux, II, 110.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het zijn mannen met baarden, zij werken als kinderen, en freten als paarden. (<hi rendition="#i">Harrebomée, I, 28.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="446"/>
*1881 'S is emme reiche Mann sei Kind.</hi> (<hi rendition="#i">Pennsylvanisch-deutsch.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von einer weiblichen Person, die in Kleidung und Hauswesen sehr sauber ist. &#x201E;Ein Weibsbild, was 's net sehne kann, wenn ehnig ebbes (irgendetwas) verrisse, wenn ehnig ebbes im Haus stabig (staubig) oder dreckig is, sell is emme reiche Mann sei Kind, un wenn ihr Vatter im Taglohn schaffe misst.&#x201C; (Vgl. <hi rendition="#i">Pennsylvanisch-deutsche Sprache und Häuslichkeit, in Weltbürger, Buffalo vom 14. Juni 1851, Nr. 57.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1882 Schadt d'n reich'n Mann ä Åg.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lohrengel, II, 422.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1883 Seinen Mann stehen (finden).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1884 Sich bis auf den letzten Mann schlagen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1885 Sie fand ihren Mann wie der Kukuk mit zugebundenen Augen.</hi> (<hi rendition="#i">Lit.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">In den slawischen Volksliedern und Sagen spielt der Kukuk eine bedeutende Rolle. (Vgl. <hi rendition="#i">Wurzbach I, 108.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1886 Sie gibt jhrem Mann alle Tage Kifelerbeis zu essen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mathesy, 161<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1887 Sie hält sich zu ihrem Manne wie der Hase zum Hunde.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 283.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Im Plattdeutschen: Se hält sich tom Mann, we de Hoase tom Hund. (<hi rendition="#i">Schlingmann, 627.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Illa manet cum viro, ut lepus cum cane. (<hi rendition="#i">Eiselein, 283.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1888 Sie hat ihrem Mann das türkische Wappen auf den Kopf gesetzt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 261.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Halbmond, zwei Hörner; ist ihm untreu geworden. (S.  Hahnrei und  Oberhülfsgericht.)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1889 Sie lässt ihrem Mann den Strauss tragen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von einer Französin, die ihrem Mann Hörner aufsetzt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1890 So, Mann Gottes!</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1891 Such dir einen reichern Mann.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In Warschau jüdisch-deutsch: Leg' dich auf a grössern Ojscher wie ich bin. Man will sagen: der kann deine Capricen besser ertragen. Wird gebraucht, wenn jemand Streit vom Zaune bricht.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1892 'T was 'n Mann, de hêt Popan; Popan hêt he, in de Hosen schêt he.</hi> (<hi rendition="#i">Pommern.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Am Schluss von Geschichten, die man Kindern erzählt, aber auch dem Bericht eines andern hinzugefügt, den jener ernsthaft genommen wissen will. In demselben Sinne s.  Tuterutut. (Vgl. <hi rendition="#i">Agricola, I, 624 u. 625.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1893 Up den olen Mann denk'n.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 1269.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1894 Vor einem Manne stehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1895 Was der Mann redet, hat Hände und Füsse.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1896 Zum klugen Mann gehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">D. h. zu einem Mann, der durch sympathische, geheime Wunder, Zaubermittel etwas entdecken oder bewirken soll.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Manna.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Wem das Manna nicht schmeckt, dem setzt Gott Holzäpfel vor.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#i">Tendlau (16)</hi> bemerkt: Der Gutschmecker konnte einer Speise ein grösseres Lob nicht ertheilen, als wenn er sagte: sie schmeckt wie Manna, das nach der Bibel, wie Kuchen mit Honig geschmeckt haben soll. Die Sage erzählt sogar, dass es stets den Geschmack derjenigen Speise angenommen haben solle, nach der man sich eben gesehnt habe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Wenn Manna fehlt, muss man sich mit Grütze (russisch: Kascha) begnügen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Zu viel Manna macht Ekel.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Männchen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Klein Männeken, et Linsen, dat Brôdkôren is düer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 272.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wie <hi rendition="#i">Schambach</hi> vermuthet, hat dies Sprichwort, das die Linsen als eine nahrhafte Speise, namentlich in Zeiten der Theurung, empfiehlt, in einer Sage seine Quelle, wo die Worte vielleicht an einen um Brot bittenden Zwerg gerichtet gewesen sind.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Solk Männecken möten stigen, wo nit op de Preystul, doch op de Orgel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Allerhand Männkes maken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 1274.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*4 Das schwarze Männchen in Homburg.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ueber dem mit eisernen Staketen verwahrten Portaleingange zu dem ehemaligen landgräflichen Archiv im westlichen Flügel des Schlosses zu Homburg steht in einer Nische die kolossale Bronzebüste einer fürstlichen Person. Wegen seiner tief dunkelgrünen Färbung hat der Volksmund dem Denkmal den Namen des &#x201E;schwarzen Männchens&#x201C; beigelegt. Seit Menschengedenken hat sich die Vorstellung gebildet, dass in dem Gebilde niemand anders als der Erbauer des Schlosses, Landgraf Friedrich mit dem silbernen Bein, dargestellt sei, der zu der Burg 1680 den Grund gelegt und in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) seinen Namen so ruhmreich
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[223]/0237] *1852 Es ist mir wider den Mann. (Köthen.) Es widerstrebt meinem Innern. *1853 Etwas an den Mann bringen. Ein Mädchen, sein Geld, Vermögen. *1854 Eyn man von tausent freuden. – Tappius, 243a. Lat.: Omnium horarum homo. (Tappius, 242b.) *1855 Hä ess 'ne Mann bei der Spreuz1. (Köln.) – Firmenich, I, 475, 185. 1) Bei der Spritze, d. h. er ist stets auf dem Platz, wenn's gilt. *1856 He denkt up den ollen Mann. Er spart in der Jugend. *1857 He is en Mann von Fassun1. 1) Gestalt, Form, Mode, hohe Geburt, Anstand, Feinheit, Bildung, feine Lebensart. ( Vgl. Stürenburg, 51.) Französisch: Façon. (S. Fatsun.) *1858 He is kên Mann de achtzehn Schilling vör en Mark utgivt. (Holst.) – Schütze, III, 78. Von einem zu Rathe haltenden, vorsichtigen Manne, der sich wol in Acht nimmt, 2 Schilling mehr als nöthig ist, zu geben. 1 Mark = 16 Schilling. *1859 He sall sin Mann ankomen. – Bueren, 557. *1860 Het geht nit vör de Mann eiges. (Niederrhein.) Es wird nichts besser gethan, als was man selbst thut. *1861 Hurrah, min Mann kann schwemme. – Frischbier2, 2532. Ausruf der Verwunderung. *1862 I bin Manns genug d'rzua. – Sartorius, 173. Ich habe dazu Geschick, Kraft und Ausdauer. *1863 Ich hab einen frommen man bey der handt. – Agricola I, 565. Ein Scherz, mit dem man das Gegentheil bezeichnen will. Agricola: „Das ist ein schertz vnd wirt das widderspiel gemeynet seyn.“ *1864 Ihr Mann ist im Zeichen des Widders geboren. Sie hat ihm Hörner aufgesetzt. *1865 Ihr Mann ist zwar todt, aber die Kinder haben dadurch den Vater nicht verloren. Dän.: Om manden en er død, saa ere hendes børn dog ikke faderløse, ei heller hun enke. (Prov. dan., 112.) *1866 Ihr sackerletscher Moan. – Gomolcke, 629. *1867 Ihr sed och wul nich der Moan darnoch. – Gomolcke, 633. *1868 Ihr seyd a schmuck Moan. – Robinson, 440; Gomolcke, 628. *1869 Ihr seyd grode der Moan dernoch. – Robinson, 976. *1870 Man hat ihm seinen Mann gezeigt. Einen Stärkern über ihn kommen lassen. Frz.: On lui a fait voir son maître. *1871 Mann Gottes aus Pörschken. – Frischbier, 487; Frischbier2, 2526. Zuruf an Einfältige und solche, die geistreich sein wollen. *1872 Mann Gottes aus Pörschken, wo hast du deine Schafchens (Schäfchen)? (Ostpreuss.) Wird häufig nur mit dem ersten Theil als Zuruf an einfältige Leute gebraucht, die geistreich sein wollen, auch wol an solche, welche oberflächlich und ohne Kenntniss über Geistliche selbst urtheilen. – Pörschken ist ein Kirchdorf im Kreise Heiligenbeil, Regierungsbezirk Königsberg. *1873 Mann vnd Mord. „ ... Ist alsdann der andere auch da, vnd gibt wieder böse wort; so kömpt es zum streiten vnd wird offt Man vnd Mord daraus.“ (Mathesy, 214b.) *1874 Mein Mann ischt koaner. – Auerbach, Dorfgeschichten, V, 61. D. i. mit mir kann sich niemand vergleichen. *1875 Mit dem Mann kann me au fuahrwerke (oder: haudere, hotte). (Ulm.) *1876 Mit Mann un Mus verdrunken. – Kern, 1597. *1877 Mit Mann vnd alle. – Mohnike, Strals. Chronik, I, 214 u. 215. „Vele Schepen vorgingen mit Manne mit alle. Dat bleff mit Mann vnd alle.“ – So viel wie: untergehen mit Mann und Maus. Holl.: Met kat en met muis. (Harrebomée, I, 388a.) *1878 'N Mann van Kap'tal, hett 'n Noers van twê Hälften. (Pommern.) *1879 Näge Mann on ên Rosskopp. – Frischbier2, 2535. *1880 'S is a Mann mit em Bart, er arbt wie a Kind und frisst wie a Pfard. Frz.: C'est un homme qui est à moi à vendre et à dépendre. (Leroux, II, 110.) Holl.: Het zijn mannen met baarden, zij werken als kinderen, en freten als paarden. (Harrebomée, I, 28.) *1881 'S is emme reiche Mann sei Kind. (Pennsylvanisch-deutsch.) Von einer weiblichen Person, die in Kleidung und Hauswesen sehr sauber ist. „Ein Weibsbild, was 's net sehne kann, wenn ehnig ebbes (irgendetwas) verrisse, wenn ehnig ebbes im Haus stabig (staubig) oder dreckig is, sell is emme reiche Mann sei Kind, un wenn ihr Vatter im Taglohn schaffe misst.“ (Vgl. Pennsylvanisch-deutsche Sprache und Häuslichkeit, in Weltbürger, Buffalo vom 14. Juni 1851, Nr. 57.) *1882 Schadt d'n reich'n Mann ä Åg. – Lohrengel, II, 422. *1883 Seinen Mann stehen (finden). *1884 Sich bis auf den letzten Mann schlagen. *1885 Sie fand ihren Mann wie der Kukuk mit zugebundenen Augen. (Lit.) In den slawischen Volksliedern und Sagen spielt der Kukuk eine bedeutende Rolle. (Vgl. Wurzbach I, 108.) *1886 Sie gibt jhrem Mann alle Tage Kifelerbeis zu essen. – Mathesy, 161b. *1887 Sie hält sich zu ihrem Manne wie der Hase zum Hunde. – Eiselein, 283. Im Plattdeutschen: Se hält sich tom Mann, we de Hoase tom Hund. (Schlingmann, 627.) Lat.: Illa manet cum viro, ut lepus cum cane. (Eiselein, 283.) *1888 Sie hat ihrem Mann das türkische Wappen auf den Kopf gesetzt. – Parömiakon, 261. Halbmond, zwei Hörner; ist ihm untreu geworden. (S. Hahnrei und Oberhülfsgericht.) *1889 Sie lässt ihrem Mann den Strauss tragen. Von einer Französin, die ihrem Mann Hörner aufsetzt. *1890 So, Mann Gottes! (Ulm.) *1891 Such dir einen reichern Mann. In Warschau jüdisch-deutsch: Leg' dich auf a grössern Ojscher wie ich bin. Man will sagen: der kann deine Capricen besser ertragen. Wird gebraucht, wenn jemand Streit vom Zaune bricht. *1892 'T was 'n Mann, de hêt Popan; Popan hêt he, in de Hosen schêt he. (Pommern.) Am Schluss von Geschichten, die man Kindern erzählt, aber auch dem Bericht eines andern hinzugefügt, den jener ernsthaft genommen wissen will. In demselben Sinne s. Tuterutut. (Vgl. Agricola, I, 624 u. 625.) *1893 Up den olen Mann denk'n. – Eichwald, 1269. *1894 Vor einem Manne stehen. *1895 Was der Mann redet, hat Hände und Füsse. *1896 Zum klugen Mann gehen. D. h. zu einem Mann, der durch sympathische, geheime Wunder, Zaubermittel etwas entdecken oder bewirken soll. Manna. 1 Wem das Manna nicht schmeckt, dem setzt Gott Holzäpfel vor. Tendlau (16) bemerkt: Der Gutschmecker konnte einer Speise ein grösseres Lob nicht ertheilen, als wenn er sagte: sie schmeckt wie Manna, das nach der Bibel, wie Kuchen mit Honig geschmeckt haben soll. Die Sage erzählt sogar, dass es stets den Geschmack derjenigen Speise angenommen haben solle, nach der man sich eben gesehnt habe. 2 Wenn Manna fehlt, muss man sich mit Grütze (russisch: Kascha) begnügen. 3 Zu viel Manna macht Ekel. Männchen. 1 Klein Männeken, et Linsen, dat Brôdkôren is düer. – Schambach, II, 272. Wie Schambach vermuthet, hat dies Sprichwort, das die Linsen als eine nahrhafte Speise, namentlich in Zeiten der Theurung, empfiehlt, in einer Sage seine Quelle, wo die Worte vielleicht an einen um Brot bittenden Zwerg gerichtet gewesen sind. 2 Solk Männecken möten stigen, wo nit op de Preystul, doch op de Orgel. – Fischart. *3 Allerhand Männkes maken. – Eichwald, 1274. *4 Das schwarze Männchen in Homburg. Ueber dem mit eisernen Staketen verwahrten Portaleingange zu dem ehemaligen landgräflichen Archiv im westlichen Flügel des Schlosses zu Homburg steht in einer Nische die kolossale Bronzebüste einer fürstlichen Person. Wegen seiner tief dunkelgrünen Färbung hat der Volksmund dem Denkmal den Namen des „schwarzen Männchens“ beigelegt. Seit Menschengedenken hat sich die Vorstellung gebildet, dass in dem Gebilde niemand anders als der Erbauer des Schlosses, Landgraf Friedrich mit dem silbernen Bein, dargestellt sei, der zu der Burg 1680 den Grund gelegt und in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) seinen Namen so ruhmreich

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:28Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/237
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [223]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/237>, abgerufen am 31.10.2020.