Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Nestlein.

Ob einer auch ein Nestlein bawet wie ein Schwelblein, so kommen doch die Sperling vnd treiben einen auss. - Petri, I, 76.


Nestling.

* Er ist kein Nestling mehr.


Nestor.

An einem Nestore ist mehr gelegen, denn an zehn Ajacen. - Petri, II, 16.

Weisheit geht über Stärke.


Nestscheisser.

* Es ist der Nestscheisser. (Rottenburg.)

Das jüngste Kind.


Netelkutte.

* Ene rechte ole Netelkutte1. - Eichwald, 1146.

1) Schimpfwort für ein langsames Frauenzimmer.


Nett.

1 Besser nett als fett.

Holl.: Beter net dan vet. (Harrebomee, II, 122b.)

2 Es ist nett, wenn die Löcher den Mäusen nachschlüpfen. (Schweiz.)

3 Nett ist schön, und schön ist nett.

Holl.: Net is mooi, en mooi is net. (Harrebomee, II, 122b.)

*4 Er hott oig (ihr habt euch) ja su nette gemacht wie de gebarscht (gebürstete) Hedelarchla. (Reichenberg.)

*5 Er ist so nett wie eine Putzschere. - Frischbier, 597; Frischbier2, 2773.

"Von einem Jüngling, der sich sauber und nett ankleidet." (Hennig, 200.)

*6 Hei is 's nette wie ei am Kastel. (Goldberg.)

In einem kleinen wohlgeordneten Zimmer; auch wol so enge (s. d.)

*7 Se is su nette und geschlank wie a Hedelarchla.

Von dem netten Vogel auf ein sauberes schlankes Mädchen übertragen. (Vgl. Weinhold, Beiträge zu einem schlesischen Wörterbuch, 34b; Schiller II, 14a.)

*8 Sie ist so nett wie eine Puppe.

Holl.: Hij is zoo net als eene pop. (Harrebomee, II, 194b.)


Nettelbeck.

Nettelbeck on Schönebeck ligge beid ön ene Dreck (Streck); ward de klene Damm ubrite ward de Narsch de Punz bescheite. (Ostpreuss.)

Nesselbeck, ein kleines Gut im Kirchspiel Quednau bei Königsberg. Schönebeck, das von diesem nur durch einen Damm geschieden sein soll, kann ich bei Huhn nicht finden.


Netz (s. Garn).

1 Alte Netze, faule Maschen.

Holl.: Oude netten, kwade mazen. (Harrebomee, II, 122a.)

2 Das Netz auswerfen thut's nicht allein.

Die Russen: Man muss nicht blos das Netz auswerfen, man muss es auch ziehen. (Altmann VI, 485.)

3 Das Netz fragt die Fische nicht, ob sie heraus wollen.

Dän.: Garnet drager og uwillige fiske op. (Prov. dan., 105.)

4 Das Netz muss immer hängen. (S. Angel 3.) - Fabricius, 68.

Versuche alles! Ergreife jede Gelegenheit.

Holl.: Hang vrij netten; geen vogel, of men kan hem vangen. (Harrebomee, II, 122a.)

5 Das Netz muss kleine Maschen han, wenn kein Aal soll zwischen gahn.

Holl.: Die netten zijn van eng beslag, daar geen aal door de maas mag. (Harrebomee, II, 121b.)

6 Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt.

Die Russen: Wer das Netz macht, das ist nicht immer der Fischfänger. (Altmann VI, 431.)

7 Der sein Netz hat gewaschen vnnd ins trocken gehenckt, der hat sein Fang verricht. - Lehmann, 588, 4.

8 Die mit goldenen Netzen fischen, werden immer was erwischen.

Holl.: Die met gulden netten visschen, zullen zeker nimmer missen. (Harrebomee, II, 122b.)

9 Durch Netz und Gitter ist gut sehen. - Petri, II, 137.

10 Ein Netz, das der Herr selber auswirft, thut einen reichen Zug.

Die Russen: In dem Netz, das der Herr auswirft, werden sich viel Fische fangen. (Altmann VI, 401.)

11 Es ist vergeblich, das Netz ausswerffen für den Augen der Vögel. - Petri, II, 278.

[Spaltenumbruch] 12 Es müssen enge Netze sein, da nicht ein Fischlein durchwischen kann. - Winckler, III, 16.

Bei den Netzen, welche die Gesetze bilden, ist's gerade umgekehrt. "Welch ein köstlich Netz ist doch das Gesetz! Kleines ist gefangen, Grosses durchgegangen." (Witzfunken, IVa, 138.) (S. Mücke 51.)

13 Es wirft mancher das Netz aus und fängt nichts.

It.: Tal tende la rete, che non piglia. (Gaal, 463.)

Lat.: Saepe captamus, sed non capimus. (Gaal, 463.)

14 Hinter dem Netz ist nutzlos fischen.

Böhm.: Za sakem tezko loviti. (Celakovsky, 192.)

15 In Einem Netze fangen sich vielerlei Fische.

16 In einem neuen Netz fängt sich kein alter Vogel.

It.: Rete nuova non piglia uccello vecchio. (Bohn I, 124.)

17 In einem trockenen Netze fängt sich kein Fisch.

18 Ist das Netz entzwei, so fahet man keine Schlei.

"Mit bösem Netz gar wol gefischt." (Waldis, IV, 50.) Die Russen: Mit zerrissenen Netzen kann man keinen ergiebigen Fischzug thun. Auch die Finnen geben die Lehre: Flicke zuvor die Netze, ehe du auf den Fischfang gehst. (Altmann V, 82.)

19 Lege (wirf) das Netz, der Zufall bringt die Fische.

Lat.: Casus ubique valet, semper tibi pendeat hamus; quo minime reris, gurgite piscis erit. (Gaal, 858.)

20 Man muss das Netz auswerfen, wenn man Fische fangen will.

Holl.: Men moet de netten uitspannen, wil man den vogel vangen. (Harrebomee, II, 122a.)

21 Man muss das Netz nicht blos werfen, sondern auch ziehen.

22 Man muss sein Netz immer auswerfen.

Lat.: Semper pendeat tibi hamus. (Binder II, 3070; Philippi, II, 175; Erasm., 291; Tappius, 240b.)

Schwed.: Man maste altijd haa sine krokar ute. (Törning, 107.)

23 Man spannt nicht leichtlich ein Netze auff, vmb eines Ass Geyers oder grosse Hummeln willen, sondern den armen Schneekönigen vnd Goldhänlein stellet man nach. - Petri, II, 469.

24 Mit dem Netz fängt man Vögel, mit Gold Menschen.

Die Russen: Das Netz für den Vogel, das Gold für den Menschen. (Cahier, 1885.)

25 Mit dem Netze, worin sich der alte Vogel fing, wird oft auch der junge gefangen.

Die dummen Streiche des Vaters machen den Sohn selten klüger.

26 Mit goldenem Netze lässt sich auch ein kluger Vogel fangen.

It.: La lepre ha preso il leone col laccio d'oro. (Gaal, 684.)

27 Mit grobem Netz sind kleine Fische nicht zu fangen.

Engl.: The rough net 's not the best catcher of birds. (Bohn II, 119.)

28 Mit kleinem Netz kann man keine grossen Fische fahen.

Die Russen: Mit einem kleinen Netz wird man keinen grossen Fischzug halten. (Altmann VI, 500.)

29 Offenbare Netzen scheuen alle Vögel. - Petri, II, 502; Lehmann, II, 489, 6; Körte, 4540.

Bei Tunnicius (852): In openbare nette wil nein vogel. (Quae manifesta nimis volucris sunt retia vitat.)

Lat.: Quae nimis apparent, retia vitat avis. (Ovid.)

30 Ohne Netz kann man nicht fischen, ohne Gesteck (Gabel, Löffel, Messer) nicht tischen.

Die Russen: Ohne Netz kann der beste Fischer keinen Fischzug thun. (Altmann VI, 486.)

31 Was nützt das beste Netz, wenn die Fische fehlen.

Die Russen: Das Netz ist nicht die Hauptsache, sondern die Fische. (Altmann VI, 396.)

32 Wenn das Netz ans Land kommt, sieht man, was für Fische darin sind.

Dän.: Naar garnet kommer paa landet, faaer man at see, hvad fisk der er udi. (Prov. dan., 218.)

33 Wenn das Netz zu offen liegt, fliegt auch ein dummer Vogel nicht hinein.

Holl.: Openbaer netten schuwen alle voghelen. (Tunn., 21, 12.)

Lat.: Apparens rete fugiunt volucres et anete. (Fallersleben, 589.)

34 Wer das Netz nicht zieht, den zieht das Netz.

35 Wer das Netz vor den Spatzen auswirft, fängt keine.

It.: Indarno si tende la rete in vista degli uccelli. (Bohn I, 104.)

[Spaltenumbruch]
Nestlein.

Ob einer auch ein Nestlein bawet wie ein Schwelblein, so kommen doch die Sperling vnd treiben einen auss.Petri, I, 76.


Nestling.

* Er ist kein Nestling mehr.


Nestor.

An einem Nestore ist mehr gelegen, denn an zehn Ajacen.Petri, II, 16.

Weisheit geht über Stärke.


Nestscheisser.

* Es ist der Nestscheisser. (Rottenburg.)

Das jüngste Kind.


Netelkutte.

* Éne rechte ole Netelkutte1.Eichwald, 1146.

1) Schimpfwort für ein langsames Frauenzimmer.


Nett.

1 Besser nett als fett.

Holl.: Beter net dan vet. (Harrebomée, II, 122b.)

2 Es ist nett, wenn die Löcher den Mäusen nachschlüpfen. (Schweiz.)

3 Nett ist schön, und schön ist nett.

Holl.: Net is mooi, en mooi is net. (Harrebomée, II, 122b.)

*4 Er hott oig (ihr habt euch) ja su nette gemacht wie de gebarscht (gebürstete) Hêdelarchla. (Reichenberg.)

*5 Er ist so nett wie eine Putzschere.Frischbier, 597; Frischbier2, 2773.

„Von einem Jüngling, der sich sauber und nett ankleidet.“ (Hennig, 200.)

*6 Hei is 's nette wie ei am Kastel. (Goldberg.)

In einem kleinen wohlgeordneten Zimmer; auch wol so enge (s. d.)

*7 Se is su nette und geschlank wie a Hêdelarchla.

Von dem netten Vogel auf ein sauberes schlankes Mädchen übertragen. (Vgl. Weinhold, Beiträge zu einem schlesischen Wörterbuch, 34b; Schiller II, 14a.)

*8 Sie ist so nett wie eine Puppe.

Holl.: Hij is zoo net als eene pop. (Harrebomée, II, 194b.)


Nettelbeck.

Nettelbeck on Schönebeck ligge beid ön ene Dreck (Streck); ward de klêne Damm ubrite ward de Nârsch de Punz beschîte. (Ostpreuss.)

Nesselbeck, ein kleines Gut im Kirchspiel Quednau bei Königsberg. Schönebeck, das von diesem nur durch einen Damm geschieden sein soll, kann ich bei Huhn nicht finden.


Netz (s. Garn).

1 Alte Netze, faule Maschen.

Holl.: Oude netten, kwade mazen. (Harrebomée, II, 122a.)

2 Das Netz auswerfen thut's nicht allein.

Die Russen: Man muss nicht blos das Netz auswerfen, man muss es auch ziehen. (Altmann VI, 485.)

3 Das Netz fragt die Fische nicht, ob sie heraus wollen.

Dän.: Garnet drager og uwillige fiske op. (Prov. dan., 105.)

4 Das Netz muss immer hängen. (S. Angel 3.) – Fabricius, 68.

Versuche alles! Ergreife jede Gelegenheit.

Holl.: Hang vrij netten; geen vogel, of men kan hem vangen. (Harrebomée, II, 122a.)

5 Das Netz muss kleine Maschen han, wenn kein Aal soll zwischen gahn.

Holl.: Die netten zijn van eng beslag, daar geen aal door de maas mag. (Harrebomée, II, 121b.)

6 Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt.

Die Russen: Wer das Netz macht, das ist nicht immer der Fischfänger. (Altmann VI, 431.)

7 Der sein Netz hat gewaschen vnnd ins trocken gehenckt, der hat sein Fang verricht.Lehmann, 588, 4.

8 Die mit goldenen Netzen fischen, werden immer was erwischen.

Holl.: Die met gulden netten visschen, zullen zeker nimmer missen. (Harrebomée, II, 122b.)

9 Durch Netz und Gitter ist gut sehen.Petri, II, 137.

10 Ein Netz, das der Herr selber auswirft, thut einen reichen Zug.

Die Russen: In dem Netz, das der Herr auswirft, werden sich viel Fische fangen. (Altmann VI, 401.)

11 Es ist vergeblich, das Netz ausswerffen für den Augen der Vögel.Petri, II, 278.

[Spaltenumbruch] 12 Es müssen enge Netze sein, da nicht ein Fischlein durchwischen kann.Winckler, III, 16.

Bei den Netzen, welche die Gesetze bilden, ist's gerade umgekehrt. „Welch ein köstlich Netz ist doch das Gesetz! Kleines ist gefangen, Grosses durchgegangen.“ (Witzfunken, IVa, 138.) (S. Mücke 51.)

13 Es wirft mancher das Netz aus und fängt nichts.

It.: Tal tende la rete, che non piglia. (Gaal, 463.)

Lat.: Saepe captamus, sed non capimus. (Gaal, 463.)

14 Hinter dem Netz ist nutzlos fischen.

Böhm.: Za sakem tĕžko loviti. (Čelakovský, 192.)

15 In Einem Netze fangen sich vielerlei Fische.

16 In einem neuen Netz fängt sich kein alter Vogel.

It.: Rete nuova non piglia uccello vecchio. (Bohn I, 124.)

17 In einem trockenen Netze fängt sich kein Fisch.

18 Ist das Netz entzwei, so fahet man keine Schlei.

„Mit bösem Netz gar wol gefischt.“ (Waldis, IV, 50.) Die Russen: Mit zerrissenen Netzen kann man keinen ergiebigen Fischzug thun. Auch die Finnen geben die Lehre: Flicke zuvor die Netze, ehe du auf den Fischfang gehst. (Altmann V, 82.)

19 Lege (wirf) das Netz, der Zufall bringt die Fische.

Lat.: Casus ubique valet, semper tibi pendeat hamus; quo minime reris, gurgite piscis erit. (Gaal, 858.)

20 Man muss das Netz auswerfen, wenn man Fische fangen will.

Holl.: Men moet de netten uitspannen, wil man den vogel vangen. (Harrebomée, II, 122a.)

21 Man muss das Netz nicht blos werfen, sondern auch ziehen.

22 Man muss sein Netz immer auswerfen.

Lat.: Semper pendeat tibi hamus. (Binder II, 3070; Philippi, II, 175; Erasm., 291; Tappius, 240b.)

Schwed.: Man måste altijd haa sine krokar ute. (Törning, 107.)

23 Man spannt nicht leichtlich ein Netze auff, vmb eines Ass Geyers oder grosse Hummeln willen, sondern den armen Schneekönigen vnd Goldhänlein stellet man nach.Petri, II, 469.

24 Mit dem Netz fängt man Vögel, mit Gold Menschen.

Die Russen: Das Netz für den Vogel, das Gold für den Menschen. (Cahier, 1885.)

25 Mit dem Netze, worin sich der alte Vogel fing, wird oft auch der junge gefangen.

Die dummen Streiche des Vaters machen den Sohn selten klüger.

26 Mit goldenem Netze lässt sich auch ein kluger Vogel fangen.

It.: La lepre ha preso il leone col laccio d'oro. (Gaal, 684.)

27 Mit grobem Netz sind kleine Fische nicht zu fangen.

Engl.: The rough net 's not the best catcher of birds. (Bohn II, 119.)

28 Mit kleinem Netz kann man keine grossen Fische fahen.

Die Russen: Mit einem kleinen Netz wird man keinen grossen Fischzug halten. (Altmann VI, 500.)

29 Offenbare Netzen scheuen alle Vögel.Petri, II, 502; Lehmann, II, 489, 6; Körte, 4540.

Bei Tunnicius (852): In openbare nette wil nein vogel. (Quae manifesta nimis volucris sunt retia vitat.)

Lat.: Quae nimis apparent, retia vitat avis. (Ovid.)

30 Ohne Netz kann man nicht fischen, ohne Gesteck (Gabel, Löffel, Messer) nicht tischen.

Die Russen: Ohne Netz kann der beste Fischer keinen Fischzug thun. (Altmann VI, 486.)

31 Was nützt das beste Netz, wenn die Fische fehlen.

Die Russen: Das Netz ist nicht die Hauptsache, sondern die Fische. (Altmann VI, 396.)

32 Wenn das Netz ans Land kommt, sieht man, was für Fische darin sind.

Dän.: Naar garnet kommer paa landet, faaer man at see, hvad fisk der er udi. (Prov. dan., 218.)

33 Wenn das Netz zu offen liegt, fliegt auch ein dummer Vogel nicht hinein.

Holl.: Openbaer netten schuwen alle voghelen. (Tunn., 21, 12.)

Lat.: Apparens rete fugiunt volucres et anete. (Fallersleben, 589.)

34 Wer das Netz nicht zieht, den zieht das Netz.

35 Wer das Netz vor den Spatzen auswirft, fängt keine.

It.: Indarno si tende la rete in vista degli uccelli. (Bohn I, 104.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0516" n="[502]"/>
        <cb n="1003"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Nestlein.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Ob einer auch ein Nestlein bawet wie ein Schwelblein, so kommen doch die Sperling vnd treiben einen auss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, I, 76.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Nestling.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er ist kein Nestling mehr.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Nestor.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">An einem Nestore ist mehr gelegen, denn an zehn Ajacen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 16.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Weisheit geht über Stärke.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Nestscheisser.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Es ist der Nestscheisser.</hi> (<hi rendition="#i">Rottenburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Das jüngste Kind.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Netelkutte.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">* Éne rechte ole Netelkutte<hi rendition="#sup">1</hi>.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 1146.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Schimpfwort für ein langsames Frauenzimmer.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Nett.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Besser nett als fett.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Beter net dan vet. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 122<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Es ist nett, wenn die Löcher den Mäusen nachschlüpfen.</hi> (<hi rendition="#i">Schweiz.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Nett ist schön, und schön ist nett.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Net is mooi, en mooi is net. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 122<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*4 Er hott oig (ihr habt euch) ja su nette gemacht wie de gebarscht (gebürstete) Hêdelarchla.</hi> (<hi rendition="#i">Reichenberg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*5 Er ist so nett wie eine Putzschere.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier, 597; Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 2773.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Von einem Jüngling, der sich sauber und nett ankleidet.&#x201C; (<hi rendition="#i">Hennig, 200.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*6 Hei is 's nette wie ei am Kastel.</hi> (<hi rendition="#i">Goldberg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">In einem kleinen wohlgeordneten Zimmer; auch wol so enge (s. d.)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*7 Se is su nette und geschlank wie a Hêdelarchla.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von dem netten Vogel auf ein sauberes schlankes Mädchen übertragen. (Vgl. <hi rendition="#i">Weinhold, Beiträge zu einem schlesischen Wörterbuch, 34<hi rendition="#sup">b</hi>; Schiller II, 14<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*8 Sie ist so nett wie eine Puppe.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij is zoo net als eene pop. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 194<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Nettelbeck.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Nettelbeck on Schönebeck ligge beid ön ene Dreck (Streck); ward de klêne Damm ubrite ward de Nârsch de Punz beschîte.</hi> (<hi rendition="#i">Ostpreuss.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Nesselbeck, ein kleines Gut im Kirchspiel Quednau bei Königsberg. Schönebeck, das von diesem nur durch einen Damm geschieden sein soll, kann ich bei <hi rendition="#i">Huhn</hi> nicht finden.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head><hi rendition="#b">Netz</hi> (s.  Garn).</head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Alte Netze, faule Maschen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Oude netten, kwade mazen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 122<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Das Netz auswerfen thut's nicht allein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Man muss nicht blos das Netz auswerfen, man muss es auch ziehen. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 485.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Das Netz fragt die Fische nicht, ob sie heraus wollen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Garnet drager og uwillige fiske op. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 105.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Das Netz muss immer hängen.</hi> (S.  Angel 3.) &#x2013; <hi rendition="#i">Fabricius, 68.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Versuche alles! Ergreife jede Gelegenheit.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hang vrij netten; geen vogel, of men kan hem vangen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 122<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Das Netz muss kleine Maschen han, wenn kein Aal soll zwischen gahn.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Die netten zijn van eng beslag, daar geen aal door de maas mag. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 121<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Wer das Netz macht, das ist nicht immer der Fischfänger. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 431.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Der sein Netz hat gewaschen vnnd ins trocken gehenckt, der hat sein Fang verricht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 588, 4.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Die mit goldenen Netzen fischen, werden immer was erwischen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Die met gulden netten visschen, zullen zeker nimmer missen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 122<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Durch Netz und Gitter ist gut sehen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 137.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Ein Netz, das der Herr selber auswirft, thut einen reichen Zug.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: In dem Netz, das der Herr auswirft, werden sich viel Fische fangen. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 401.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Es ist vergeblich, das Netz ausswerffen für den Augen der Vögel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 278.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="1004"/>
12 Es müssen enge Netze sein, da nicht ein Fischlein durchwischen kann.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Winckler, III, 16.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Bei den Netzen, welche die Gesetze bilden, ist's gerade umgekehrt. &#x201E;Welch ein köstlich Netz ist doch das Gesetz! Kleines ist gefangen, Grosses durchgegangen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Witzfunken, IV<hi rendition="#sup">a</hi>, 138.</hi>) (S.  Mücke 51.)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">13 Es wirft mancher das Netz aus und fängt nichts.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Tal tende la rete, che non piglia. (<hi rendition="#i">Gaal, 463.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Saepe captamus, sed non capimus. (<hi rendition="#i">Gaal, 463.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">14 Hinter dem Netz ist nutzlos fischen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Za sakem t&#x0115;&#x017E;ko loviti. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovský, 192.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 In Einem Netze fangen sich vielerlei Fische.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">16 In einem neuen Netz fängt sich kein alter Vogel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Rete nuova non piglia uccello vecchio. (<hi rendition="#i">Bohn I, 124.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">17 In einem trockenen Netze fängt sich kein Fisch.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">18 Ist das Netz entzwei, so fahet man keine Schlei.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Mit bösem Netz gar wol gefischt.&#x201C; (<hi rendition="#i">Waldis, IV, 50.</hi>) Die Russen: Mit zerrissenen Netzen kann man keinen ergiebigen Fischzug thun. Auch die Finnen geben die Lehre: Flicke zuvor die Netze, ehe du auf den Fischfang gehst. (<hi rendition="#i">Altmann V, 82.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">19 Lege (wirf) das Netz, der Zufall bringt die Fische.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Casus ubique valet, semper tibi pendeat hamus; quo minime reris, gurgite piscis erit. (<hi rendition="#i">Gaal, 858.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">20 Man muss das Netz auswerfen, wenn man Fische fangen will.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Men moet de netten uitspannen, wil man den vogel vangen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 122<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">21 Man muss das Netz nicht blos werfen, sondern auch ziehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">22 Man muss sein Netz immer auswerfen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Semper pendeat tibi hamus. (<hi rendition="#i">Binder II, 3070; Philippi, II, 175; Erasm., 291; Tappius, 240<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Man måste altijd haa sine krokar ute. (<hi rendition="#i">Törning, 107.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">23 Man spannt nicht leichtlich ein Netze auff, vmb eines Ass Geyers oder grosse Hummeln willen, sondern den armen Schneekönigen vnd Goldhänlein stellet man nach.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 469.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">24 Mit dem Netz fängt man Vögel, mit Gold Menschen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Das Netz für den Vogel, das Gold für den Menschen. (<hi rendition="#i">Cahier, 1885.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">25 Mit dem Netze, worin sich der alte Vogel fing, wird oft auch der junge gefangen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die dummen Streiche des Vaters machen den Sohn selten klüger.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">26 Mit goldenem Netze lässt sich auch ein kluger Vogel fangen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: La lepre ha preso il leone col laccio d'oro. (<hi rendition="#i">Gaal, 684.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">27 Mit grobem Netz sind kleine Fische nicht zu fangen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: The rough net 's not the best catcher of birds. (<hi rendition="#i">Bohn II, 119.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">28 Mit kleinem Netz kann man keine grossen Fische fahen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Mit einem kleinen Netz wird man keinen grossen Fischzug halten. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 500.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">29 Offenbare Netzen scheuen alle Vögel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 502; Lehmann, II, 489, 6; Körte, 4540.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Bei <hi rendition="#i">Tunnicius (852)</hi>: In openbare nette wil nein vogel. (Quae manifesta nimis volucris sunt retia vitat.)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Quae nimis apparent, retia vitat avis. (<hi rendition="#i">Ovid.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">30 Ohne Netz kann man nicht fischen, ohne Gesteck (Gabel, Löffel, Messer) nicht tischen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Ohne Netz kann der beste Fischer keinen Fischzug thun. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 486.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">31 Was nützt das beste Netz, wenn die Fische fehlen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Russen: Das Netz ist nicht die Hauptsache, sondern die Fische. (<hi rendition="#i">Altmann VI, 396.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">32 Wenn das Netz ans Land kommt, sieht man, was für Fische darin sind.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Naar garnet kommer paa landet, faaer man at see, hvad fisk der er udi. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 218.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">33 Wenn das Netz zu offen liegt, fliegt auch ein dummer Vogel nicht hinein.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Openbaer netten schuwen alle voghelen. (<hi rendition="#i">Tunn., 21, 12.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Apparens rete fugiunt volucres et anete. (<hi rendition="#i">Fallersleben, 589.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">34 Wer das Netz nicht zieht, den zieht das Netz.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">35 Wer das Netz vor den Spatzen auswirft, fängt keine.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Indarno si tende la rete in vista degli uccelli. (<hi rendition="#i">Bohn I, 104.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[502]/0516] Nestlein. Ob einer auch ein Nestlein bawet wie ein Schwelblein, so kommen doch die Sperling vnd treiben einen auss. – Petri, I, 76. Nestling. * Er ist kein Nestling mehr. Nestor. An einem Nestore ist mehr gelegen, denn an zehn Ajacen. – Petri, II, 16. Weisheit geht über Stärke. Nestscheisser. * Es ist der Nestscheisser. (Rottenburg.) Das jüngste Kind. Netelkutte. * Éne rechte ole Netelkutte1. – Eichwald, 1146. 1) Schimpfwort für ein langsames Frauenzimmer. Nett. 1 Besser nett als fett. Holl.: Beter net dan vet. (Harrebomée, II, 122b.) 2 Es ist nett, wenn die Löcher den Mäusen nachschlüpfen. (Schweiz.) 3 Nett ist schön, und schön ist nett. Holl.: Net is mooi, en mooi is net. (Harrebomée, II, 122b.) *4 Er hott oig (ihr habt euch) ja su nette gemacht wie de gebarscht (gebürstete) Hêdelarchla. (Reichenberg.) *5 Er ist so nett wie eine Putzschere. – Frischbier, 597; Frischbier2, 2773. „Von einem Jüngling, der sich sauber und nett ankleidet.“ (Hennig, 200.) *6 Hei is 's nette wie ei am Kastel. (Goldberg.) In einem kleinen wohlgeordneten Zimmer; auch wol so enge (s. d.) *7 Se is su nette und geschlank wie a Hêdelarchla. Von dem netten Vogel auf ein sauberes schlankes Mädchen übertragen. (Vgl. Weinhold, Beiträge zu einem schlesischen Wörterbuch, 34b; Schiller II, 14a.) *8 Sie ist so nett wie eine Puppe. Holl.: Hij is zoo net als eene pop. (Harrebomée, II, 194b.) Nettelbeck. Nettelbeck on Schönebeck ligge beid ön ene Dreck (Streck); ward de klêne Damm ubrite ward de Nârsch de Punz beschîte. (Ostpreuss.) Nesselbeck, ein kleines Gut im Kirchspiel Quednau bei Königsberg. Schönebeck, das von diesem nur durch einen Damm geschieden sein soll, kann ich bei Huhn nicht finden. Netz (s. Garn). 1 Alte Netze, faule Maschen. Holl.: Oude netten, kwade mazen. (Harrebomée, II, 122a.) 2 Das Netz auswerfen thut's nicht allein. Die Russen: Man muss nicht blos das Netz auswerfen, man muss es auch ziehen. (Altmann VI, 485.) 3 Das Netz fragt die Fische nicht, ob sie heraus wollen. Dän.: Garnet drager og uwillige fiske op. (Prov. dan., 105.) 4 Das Netz muss immer hängen. (S. Angel 3.) – Fabricius, 68. Versuche alles! Ergreife jede Gelegenheit. Holl.: Hang vrij netten; geen vogel, of men kan hem vangen. (Harrebomée, II, 122a.) 5 Das Netz muss kleine Maschen han, wenn kein Aal soll zwischen gahn. Holl.: Die netten zijn van eng beslag, daar geen aal door de maas mag. (Harrebomée, II, 121b.) 6 Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt. Die Russen: Wer das Netz macht, das ist nicht immer der Fischfänger. (Altmann VI, 431.) 7 Der sein Netz hat gewaschen vnnd ins trocken gehenckt, der hat sein Fang verricht. – Lehmann, 588, 4. 8 Die mit goldenen Netzen fischen, werden immer was erwischen. Holl.: Die met gulden netten visschen, zullen zeker nimmer missen. (Harrebomée, II, 122b.) 9 Durch Netz und Gitter ist gut sehen. – Petri, II, 137. 10 Ein Netz, das der Herr selber auswirft, thut einen reichen Zug. Die Russen: In dem Netz, das der Herr auswirft, werden sich viel Fische fangen. (Altmann VI, 401.) 11 Es ist vergeblich, das Netz ausswerffen für den Augen der Vögel. – Petri, II, 278. 12 Es müssen enge Netze sein, da nicht ein Fischlein durchwischen kann. – Winckler, III, 16. Bei den Netzen, welche die Gesetze bilden, ist's gerade umgekehrt. „Welch ein köstlich Netz ist doch das Gesetz! Kleines ist gefangen, Grosses durchgegangen.“ (Witzfunken, IVa, 138.) (S. Mücke 51.) 13 Es wirft mancher das Netz aus und fängt nichts. It.: Tal tende la rete, che non piglia. (Gaal, 463.) Lat.: Saepe captamus, sed non capimus. (Gaal, 463.) 14 Hinter dem Netz ist nutzlos fischen. Böhm.: Za sakem tĕžko loviti. (Čelakovský, 192.) 15 In Einem Netze fangen sich vielerlei Fische. 16 In einem neuen Netz fängt sich kein alter Vogel. It.: Rete nuova non piglia uccello vecchio. (Bohn I, 124.) 17 In einem trockenen Netze fängt sich kein Fisch. 18 Ist das Netz entzwei, so fahet man keine Schlei. „Mit bösem Netz gar wol gefischt.“ (Waldis, IV, 50.) Die Russen: Mit zerrissenen Netzen kann man keinen ergiebigen Fischzug thun. Auch die Finnen geben die Lehre: Flicke zuvor die Netze, ehe du auf den Fischfang gehst. (Altmann V, 82.) 19 Lege (wirf) das Netz, der Zufall bringt die Fische. Lat.: Casus ubique valet, semper tibi pendeat hamus; quo minime reris, gurgite piscis erit. (Gaal, 858.) 20 Man muss das Netz auswerfen, wenn man Fische fangen will. Holl.: Men moet de netten uitspannen, wil man den vogel vangen. (Harrebomée, II, 122a.) 21 Man muss das Netz nicht blos werfen, sondern auch ziehen. 22 Man muss sein Netz immer auswerfen. Lat.: Semper pendeat tibi hamus. (Binder II, 3070; Philippi, II, 175; Erasm., 291; Tappius, 240b.) Schwed.: Man måste altijd haa sine krokar ute. (Törning, 107.) 23 Man spannt nicht leichtlich ein Netze auff, vmb eines Ass Geyers oder grosse Hummeln willen, sondern den armen Schneekönigen vnd Goldhänlein stellet man nach. – Petri, II, 469. 24 Mit dem Netz fängt man Vögel, mit Gold Menschen. Die Russen: Das Netz für den Vogel, das Gold für den Menschen. (Cahier, 1885.) 25 Mit dem Netze, worin sich der alte Vogel fing, wird oft auch der junge gefangen. Die dummen Streiche des Vaters machen den Sohn selten klüger. 26 Mit goldenem Netze lässt sich auch ein kluger Vogel fangen. It.: La lepre ha preso il leone col laccio d'oro. (Gaal, 684.) 27 Mit grobem Netz sind kleine Fische nicht zu fangen. Engl.: The rough net 's not the best catcher of birds. (Bohn II, 119.) 28 Mit kleinem Netz kann man keine grossen Fische fahen. Die Russen: Mit einem kleinen Netz wird man keinen grossen Fischzug halten. (Altmann VI, 500.) 29 Offenbare Netzen scheuen alle Vögel. – Petri, II, 502; Lehmann, II, 489, 6; Körte, 4540. Bei Tunnicius (852): In openbare nette wil nein vogel. (Quae manifesta nimis volucris sunt retia vitat.) Lat.: Quae nimis apparent, retia vitat avis. (Ovid.) 30 Ohne Netz kann man nicht fischen, ohne Gesteck (Gabel, Löffel, Messer) nicht tischen. Die Russen: Ohne Netz kann der beste Fischer keinen Fischzug thun. (Altmann VI, 486.) 31 Was nützt das beste Netz, wenn die Fische fehlen. Die Russen: Das Netz ist nicht die Hauptsache, sondern die Fische. (Altmann VI, 396.) 32 Wenn das Netz ans Land kommt, sieht man, was für Fische darin sind. Dän.: Naar garnet kommer paa landet, faaer man at see, hvad fisk der er udi. (Prov. dan., 218.) 33 Wenn das Netz zu offen liegt, fliegt auch ein dummer Vogel nicht hinein. Holl.: Openbaer netten schuwen alle voghelen. (Tunn., 21, 12.) Lat.: Apparens rete fugiunt volucres et anete. (Fallersleben, 589.) 34 Wer das Netz nicht zieht, den zieht das Netz. 35 Wer das Netz vor den Spatzen auswirft, fängt keine. It.: Indarno si tende la rete in vista degli uccelli. (Bohn I, 104.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:28Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/516
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [502]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/516>, abgerufen am 20.01.2021.