Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Wieder.

Gleich wieder ist die beste Bezahlung. - Simrock, 1075.


Wiederfetz.

Der Widerfetz wird an cho. - Sutermeister, 25. (S. Ohr 231.)

Der Wiedervergelter wird auch kommen.


Wiederfinden.

1 Was man wiederfinden kann, ist nicht verloren.

Dän.: Det er ikke borte som man kand finde. (Prov. dan., 84.)

*2 Sie haben sich wiedergefunden.

Ist's doch, als wenn Ceres plötzlich wieder der Proserpina begegnete.

Lat.: Amaea Azesiam (Ceres Proserpinam) reperit. (Philippi, I, 23.)


Wiedergeben.

1 Gib wieder, was verloren. (Niederlausitz.)

Wenn einer Dirne ein Kind stirbt.

2 Gibst du mirs nicht wieder, so kann ich dirs nicht mehr leihen. - Luther, VII, 382a; Henisch, 1383, 12.

*3 Mehr wiedergeben als einer gefressen hat. - Henisch, 1211, 15.

*4 Wer wiedergibt, was ihm geliehen, schafft sich neuen Credit.

It.: Il buon rendere fa il buon prestare. (Pazzaglia, 321, 3.)


Wiederholung.

1 Wiederholung ist die Mutter aller Studien.

Lat.: Lectio lecta placet, decies repetita placebit. (Binder I, 857; II, 1641; Fischer, 121, 17; Neander, 288; Philippi, I, 222; Schonheim, L, 4; Seybold, 275.) - Repetitio mater studiorum. (Schulbl., 472; Faselius, 82.) - Tantum scimus, quantum memoria tenemus.

2 Wiederholung schadet nicht, wenn man nur Gutes wiederholt.

Lat.: Obest nihil, bis dici, quod bene dicis. (Sailer, Sprüche, 72, 178.)


Wiederkäuen.

1 Wiederkäuen gar verdreusst, so man keinen Magen dazu hat. - Simrock, 11593; Eiselein, 642.

2 Wiederkäuen macht eine schlechte Predigt nicht gut.

Ein ägyptisches Sprichwort heisst: Man fragte den Esel, warum er nicht wiederkäue; und er antwortete: Einbildung bethört mich nicht. (Burckhardt 516.)


Wiederkauf.

Wiederkauf steht Jahr und Tag. - Graf, 105, 246.

Auf der Insel Rügen: Wedderkoep steit Yahr und Dach. (Normann, 250, 191.) In Bezug auf das Näherrecht. Wenn niemand davon Gebrauch machte, so erlangte der fremde Käufer in Jahr und Tag die rechte Gewere, den unbestreitbaren Besitz des erkauften Gutes; die Näherberechtigten konnten nach Jahr und Tag ihr Näherrecht nicht mehr zur Geltung bringen.


Wiederkommen.

1 Dat kumt wedder, sed de Baur un gew (gab) sein Swein - Sweinflesch (Speck). (Holstein.) - Schütze, II, 218; Hoefer, 181; Schlingmann, 227; Kern, 297.

2 Dat kümmt werrer, sär de Baur, un gew sin Swein Speck. (Mecklenburg.) - Raabe, 103.

Wird da angewandt, wo die Kosten den Gewinn verschlingen oder übersteigen, weil offenbar ein Schwein mehr Speck oder Fleisch fressen würde, als es Speck gewähren möchte. (Globus, VIII, 178.)

3 Do kumm mi man wedder, söa' de Förschter, doa ha'r 'n Hoasen kricht. - Schlingmann, 439.

4 Es kommt alles wieder, wenn man bergan pisst. (Köthen.)

5 Es kommt keiner so fromm wieder, als er aussgereist ist. - Lehmann, 688, 17.

6 Et is man nich so: Kumm wieder un it wat und bring en Löppel nich midde. (Braunschweig.)

Wird von solchen gebraucht, welche freies Essen bekommen, aber auch nicht einmal den Löffel mitbringen.

7 Hat komt altidj wedder am tunt ual. (Amrum.) - Haupt, VIII, 361, 162.

Er kommt wieder zum Alten.

8 Se kimmt wieder, wie de boberstener Amtsfrau. (Fischbach in Schlesien.)

Nach einer noch zu Anfang dieses Jahrhunderts in der Gegend von Fischbach umlaufenden Volkssage ist auf dem gutsherrlichen Hofe die Frau eines Amtmanns (Wirthschaftsinspectors) gestorben, die, weil sie eine sehr böse Frau gewesen ist, im Grabe keine Ruhe gefunden, sondern nachts wiedergekommen und einen argen Lärm im Schloss gemacht haben soll, bis sie endlich von einem hirschberger Geistlichen in ein [Spaltenumbruch] Wäldchen zwischen Boberstein und Fischbach, wo es später auch gescheucht hat, verbannt worden ist. - Von etwas, das nicht wiederkommt, sagen die Engländer: They'll come again as Goodyer's pigs did. (Bohn II, 154.)

9 So mut't wedderkaamen! sagte der Edelmann, as he siin Eddelgood ferspält har un 'n Swiinstroch wedderwun. - (Süderdithmarschen.)

So muss es wiederkommen, sagte der Edelmann, als er sein Rittergut verspielt hatte und den Schweintrog wiedergewann.

10 Wedderkamen deit dem Kramer Schaden. - (Holstein.) - Schütze, II, 341; Eichwald, 1121; für Altmark: Danneil, 277.

11 Weerkomen bedrügt den Kramer. - Schambach, II, 446.

12 Wenn du wedderkummst, biste better wi 'n Furz, dei kummt nich wedder, segt Rasch sein' Frau. (Hildesheim.) - Hoefer, 337; Schlingmann, 445.

13 Wiederkommen hat den Krämer betrogen. - Simrock, 11594; Körte, 6820.

Von Leuten, die beim Handeln mäkeln und wiederkommen wollen. Der Krämer darf aufs Wiederkommen nicht rechnen, er muss den Käufer auf der Stelle beim Wort und Beutel fassen. - Auch von den Käufern, die einigemal baar kaufen, dann einen Bären anbinden und nicht wiederkommen.

14 Wiederkommen macht arme Krämer. - Petri, II, 786.

15 Wiederkommen macht, dass man dess scheidens nicht acht't. - Lehmann, 688, 19; Körte, 6821.

Lat.: Discessum reditus non sinit esse gravem. (Binder I, 342; II, 803; Seybold, 130.)

*16 Der kommt wieder, er ist ans Brot gewöhnt. - Klix, 122.

*17 Er kommt wieder, wie der böse Pfennig. - Eiselein, 509.

Wie der böse Groschen, wie falsch Geld.

Dän.: Han kommer igien som en ond penge. (Prov. dan., 353.)

Holl.: Hij slacht den kwaden penning, hij komt altijd weer t' huis. (Harrebomee, II, 178b.)

*18 Er kompt allzeit wieder, wie ein mück. - Gruter, I, 29; Körte, 4318c; Braun, I, 2767.

*19 Er vergisst das Wiederkommen.

Lat.: Sotum gustavit. - Profectus ad Apaturia rediit majo. (Philippi, I, 228; II, 110.)

*20 Es ist noch niemand wiedergekommen und hat uns gesagt, wie es dort ist.

Wird oft denen als Antwort gegeben, welche viel von jenseitigen Zuständen zu wissen vorgeben. Die Finnen sagen in ähnlichem Sinne: Der Mann kehrt aus Abo wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (Bertram, 69.)

*21 Es ist ums Wiederkommen zu thun.

Redensart beim Verkauf und Stellung billigen Preises. "Je nun, 's is im a wiederkummen ze thun." (Keller, 171b.)


Wiederlieben.

Wiederlieben erhelt Freundschafft. - Petri, II, 786.


Wiederschlag.

1 De Wedderslag is nich verbade. - Eichwald, 1730; Frischbier2, 4045.

2 Niemand kann den Wiederschlag verbieten. - Schreiber, 10.


Wiederschlagen.

1 Wedderslan is nich verbaden. (Holst.) - Schütze, IV, 347.

2 Wer wiederschlägt, der ist Unrecht. - Petri, II, 778.

3 Wiederschlagen ist nicht verboten. - Petri, III, 15; Körte, 6822; Grubb, 868.

Bei Tunnicius (65): Wedder slan en is nicht vorboden. (Fraudem fraude maloque malum depellere iustum.) - Noch aus der Zeit des Faustrechts. "Ich weiz wol daz niemen mac verbieten wol den widerslac hat." (Freidank.) "Der keiser Otto künde nie den widerslac verbieten." (Neidhart, 392.) Bei Hagen steht keiser Carol statt Otto. Wie der letztere muss aber auch jener in diesem Sprichwort sonst genannt worden sein; denn Ottacker sagt S. 134b: "Mir hat künic karle den widerslac erloubet. Ich bin rehte beroubet und gestozen von meinen landen." (Haupt, III, 278.)

Lat.: Non interdictum post verber sit prius ictum. (Reuterdahl, 606.)

Schwed.: Geenslagh aer ey forbwdhit. (Reuterdahl, 606.) - Sla igen är intet förbudet. (Grubb, 732.)

[Spaltenumbruch]
Wieder.

Gleich wieder ist die beste Bezahlung.Simrock, 1075.


Wiederfetz.

Der Widerfetz wird an cho.Sutermeister, 25. (S. Ohr 231.)

Der Wiedervergelter wird auch kommen.


Wiederfinden.

1 Was man wiederfinden kann, ist nicht verloren.

Dän.: Det er ikke borte som man kand finde. (Prov. dan., 84.)

*2 Sie haben sich wiedergefunden.

Ist's doch, als wenn Ceres plötzlich wieder der Proserpina begegnete.

Lat.: Amaea Azesiam (Ceres Proserpinam) reperit. (Philippi, I, 23.)


Wiedergeben.

1 Gib wieder, was verloren. (Niederlausitz.)

Wenn einer Dirne ein Kind stirbt.

2 Gibst du mirs nicht wieder, so kann ich dirs nicht mehr leihen.Luther, VII, 382a; Henisch, 1383, 12.

*3 Mehr wiedergeben als einer gefressen hat.Henisch, 1211, 15.

*4 Wer wiedergibt, was ihm geliehen, schafft sich neuen Credit.

It.: Il buon rendere fa il buon prestare. (Pazzaglia, 321, 3.)


Wiederholung.

1 Wiederholung ist die Mutter aller Studien.

Lat.: Lectio lecta placet, decies repetita placebit. (Binder I, 857; II, 1641; Fischer, 121, 17; Neander, 288; Philippi, I, 222; Schonheim, L, 4; Seybold, 275.) – Repetitio mater studiorum. (Schulbl., 472; Faselius, 82.) – Tantum scimus, quantum memoria tenemus.

2 Wiederholung schadet nicht, wenn man nur Gutes wiederholt.

Lat.: Obest nihil, bis dici, quod bene dicis. (Sailer, Sprüche, 72, 178.)


Wiederkäuen.

1 Wiederkäuen gar verdreusst, so man keinen Magen dazu hat.Simrock, 11593; Eiselein, 642.

2 Wiederkäuen macht eine schlechte Predigt nicht gut.

Ein ägyptisches Sprichwort heisst: Man fragte den Esel, warum er nicht wiederkäue; und er antwortete: Einbildung bethört mich nicht. (Burckhardt 516.)


Wiederkauf.

Wiederkauf steht Jahr und Tag.Graf, 105, 246.

Auf der Insel Rügen: Wedderkoep steit Yahr und Dach. (Normann, 250, 191.) In Bezug auf das Näherrecht. Wenn niemand davon Gebrauch machte, so erlangte der fremde Käufer in Jahr und Tag die rechte Gewere, den unbestreitbaren Besitz des erkauften Gutes; die Näherberechtigten konnten nach Jahr und Tag ihr Näherrecht nicht mehr zur Geltung bringen.


Wiederkommen.

1 Dat kumt wedder, sêd de Bûr un gew (gab) sîn Swîn – Swînflêsch (Speck). (Holstein.) – Schütze, II, 218; Hoefer, 181; Schlingmann, 227; Kern, 297.

2 Dat kümmt werrer, sär de Bûr, un gêw sin Swîn Speck. (Mecklenburg.) – Raabe, 103.

Wird da angewandt, wo die Kosten den Gewinn verschlingen oder übersteigen, weil offenbar ein Schwein mehr Speck oder Fleisch fressen würde, als es Speck gewähren möchte. (Globus, VIII, 178.)

3 Do kumm mi man wedder, söa' de Förschter, doa ha'r 'n Hoasen kricht.Schlingmann, 439.

4 Es kommt alles wieder, wenn man bergan pisst. (Köthen.)

5 Es kommt keiner so fromm wieder, als er aussgereist ist.Lehmann, 688, 17.

6 Et is man nich so: Kumm wieder un it wat und bring en Löppel nich midde. (Braunschweig.)

Wird von solchen gebraucht, welche freies Essen bekommen, aber auch nicht einmal den Löffel mitbringen.

7 Hat komt altidj wedder am tunt ual. (Amrum.) – Haupt, VIII, 361, 162.

Er kommt wieder zum Alten.

8 Se kimmt wieder, wie de boberstêner Amtsfrau. (Fischbach in Schlesien.)

Nach einer noch zu Anfang dieses Jahrhunderts in der Gegend von Fischbach umlaufenden Volkssage ist auf dem gutsherrlichen Hofe die Frau eines Amtmanns (Wirthschaftsinspectors) gestorben, die, weil sie eine sehr böse Frau gewesen ist, im Grabe keine Ruhe gefunden, sondern nachts wiedergekommen und einen argen Lärm im Schloss gemacht haben soll, bis sie endlich von einem hirschberger Geistlichen in ein [Spaltenumbruch] Wäldchen zwischen Boberstein und Fischbach, wo es später auch gescheucht hat, verbannt worden ist. – Von etwas, das nicht wiederkommt, sagen die Engländer: They'll come again as Goodyer's pigs did. (Bohn II, 154.)

9 So mut't wedderkaamen! sagte der Edelmann, as he siin Eddelgood ferspält har un 'n Swiinstroch wedderwun. – (Süderdithmarschen.)

So muss es wiederkommen, sagte der Edelmann, als er sein Rittergut verspielt hatte und den Schweintrog wiedergewann.

10 Wedderkamen deit dem Kramer Schaden. – (Holstein.) – Schütze, II, 341; Eichwald, 1121; für Altmark: Danneil, 277.

11 Wêerkômen bedrügt den Kramer.Schambach, II, 446.

12 Wenn du wedderkummst, biste better wi 'n Furz, dei kummt nich wedder, segt Rasch sîn' Frû. (Hildesheim.) – Hoefer, 337; Schlingmann, 445.

13 Wiederkommen hat den Krämer betrogen.Simrock, 11594; Körte, 6820.

Von Leuten, die beim Handeln mäkeln und wiederkommen wollen. Der Krämer darf aufs Wiederkommen nicht rechnen, er muss den Käufer auf der Stelle beim Wort und Beutel fassen. – Auch von den Käufern, die einigemal baar kaufen, dann einen Bären anbinden und nicht wiederkommen.

14 Wiederkommen macht arme Krämer.Petri, II, 786.

15 Wiederkommen macht, dass man dess scheidens nicht acht't.Lehmann, 688, 19; Körte, 6821.

Lat.: Discessum reditus non sinit esse gravem. (Binder I, 342; II, 803; Seybold, 130.)

*16 Der kommt wieder, er ist ans Brot gewöhnt.Klix, 122.

*17 Er kommt wieder, wie der böse Pfennig.Eiselein, 509.

Wie der böse Groschen, wie falsch Geld.

Dän.: Han kommer igien som en ond penge. (Prov. dan., 353.)

Holl.: Hij slacht den kwaden penning, hij komt altijd weêr t' huis. (Harrebomée, II, 178b.)

*18 Er kompt allzeit wieder, wie ein mück.Gruter, I, 29; Körte, 4318c; Braun, I, 2767.

*19 Er vergisst das Wiederkommen.

Lat.: Sotum gustavit. – Profectus ad Apaturia rediit majo. (Philippi, I, 228; II, 110.)

*20 Es ist noch niemand wiedergekommen und hat uns gesagt, wie es dort ist.

Wird oft denen als Antwort gegeben, welche viel von jenseitigen Zuständen zu wissen vorgeben. Die Finnen sagen in ähnlichem Sinne: Der Mann kehrt aus Åbo wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (Bertram, 69.)

*21 Es ist ums Wiederkommen zu thun.

Redensart beim Verkauf und Stellung billigen Preises. „Je nun, 's is im a wiederkummen ze thun.“ (Keller, 171b.)


Wiederlieben.

Wiederlieben erhelt Freundschafft.Petri, II, 786.


Wiederschlag.

1 De Wedderslag is nich verbade.Eichwald, 1730; Frischbier2, 4045.

2 Niemand kann den Wiederschlag verbieten.Schreiber, 10.


Wiederschlagen.

1 Wedderslân is nich verbaden. (Holst.) – Schütze, IV, 347.

2 Wer wiederschlägt, der ist Unrecht.Petri, II, 778.

3 Wiederschlagen ist nicht verboten.Petri, III, 15; Körte, 6822; Grubb, 868.

Bei Tunnicius (65): Wedder slân en is nicht vorboden. (Fraudem fraude maloque malum depellere iustum.) – Noch aus der Zeit des Faustrechts. „Ich weiz wol daz niemen mac verbieten wol den widerslac hat.“ (Freidank.) „Der keiser Otto künde nie den widerslac verbieten.“ (Neidhart, 392.) Bei Hagen steht keiser Carol statt Otto. Wie der letztere muss aber auch jener in diesem Sprichwort sonst genannt worden sein; denn Ottacker sagt S. 134b: „Mir hat künic karle den widerslac erloubet. Ich bin rehte beroubet und gestôzen von mînen landen.“ (Haupt, III, 278.)

Lat.: Non interdictum post verber sit prius ictum. (Reuterdahl, 606.)

Schwed.: Geenslagh aer ey forbwdhit. (Reuterdahl, 606.) – Slå igen är intet förbudet. (Grubb, 732.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0125" n="[113]"/>
        <cb n="225"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wieder.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Gleich wieder ist die beste Bezahlung.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 1075.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederfetz.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Der Widerfetz wird an cho.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 25.</hi> (S.  Ohr 231.)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Wiedervergelter wird auch kommen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederfinden.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Was man wiederfinden kann, ist nicht verloren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Det er ikke borte som man kand finde. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 84.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*2 Sie haben sich wiedergefunden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ist's doch, als wenn Ceres plötzlich wieder der Proserpina begegnete.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Amaea Azesiam (Ceres Proserpinam) reperit. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 23.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiedergeben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Gib wieder, was verloren.</hi> (<hi rendition="#i">Niederlausitz.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn einer Dirne ein Kind stirbt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Gibst du mirs nicht wieder, so kann ich dirs nicht mehr leihen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Luther, VII, 382<hi rendition="#sup">a</hi>; Henisch, 1383, 12.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*3 Mehr wiedergeben als einer gefressen hat.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 1211, 15.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*4 Wer wiedergibt, was ihm geliehen, schafft sich neuen Credit.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: Il buon rendere fa il buon prestare. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 321, 3.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederholung.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Wiederholung ist die Mutter aller Studien.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Lectio lecta placet, decies repetita placebit. (<hi rendition="#i">Binder I, 857; II, 1641; Fischer, 121, 17; Neander, 288; Philippi, I, 222; Schonheim, L, 4; Seybold, 275.</hi>) &#x2013; Repetitio mater studiorum. (<hi rendition="#i">Schulbl., 472; Faselius, 82.</hi>) &#x2013; Tantum scimus, quantum memoria tenemus.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Wiederholung schadet nicht, wenn man nur Gutes wiederholt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Obest nihil, bis dici, quod bene dicis. (<hi rendition="#i">Sailer, Sprüche, 72, 178.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederkäuen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Wiederkäuen gar verdreusst, so man keinen Magen dazu hat.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 11593; Eiselein, 642.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Wiederkäuen macht eine schlechte Predigt nicht gut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein ägyptisches Sprichwort heisst: Man fragte den Esel, warum er nicht wiederkäue; und er antwortete: Einbildung bethört mich nicht. (<hi rendition="#i">Burckhardt 516.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederkauf.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wiederkauf steht Jahr und Tag.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Graf, 105, 246.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Auf der Insel Rügen: Wedderkoep steit Yahr und Dach. (<hi rendition="#i">Normann, 250, 191.</hi>) In Bezug auf das Näherrecht. Wenn niemand davon Gebrauch machte, so erlangte der fremde Käufer in Jahr und Tag die rechte Gewere, den unbestreitbaren Besitz des erkauften Gutes; die Näherberechtigten konnten nach Jahr und Tag ihr Näherrecht nicht mehr zur Geltung bringen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederkommen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Dat kumt wedder, sêd de Bûr un gew (gab) sîn Swîn &#x2013; Swînflêsch (Speck).</hi> (<hi rendition="#i">Holstein.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, II, 218; Hoefer, 181; Schlingmann, 227; Kern, 297.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Dat kümmt werrer, sär de Bûr, un gêw sin Swîn Speck.</hi> (<hi rendition="#i">Mecklenburg.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Raabe, 103.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird da angewandt, wo die Kosten den Gewinn verschlingen oder übersteigen, weil offenbar ein Schwein mehr Speck oder Fleisch fressen würde, als es Speck gewähren möchte. (<hi rendition="#i">Globus, VIII, 178.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Do kumm mi man wedder, söa' de Förschter, doa ha'r 'n Hoasen kricht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schlingmann, 439.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Es kommt alles wieder, wenn man bergan pisst.</hi> (<hi rendition="#i">Köthen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Es kommt keiner so fromm wieder, als er aussgereist ist.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 688, 17.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Et is man nich so: Kumm wieder un it wat und bring en Löppel nich midde.</hi> (<hi rendition="#i">Braunschweig.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird von solchen gebraucht, welche freies Essen bekommen, aber auch nicht einmal den Löffel mitbringen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Hat komt altidj wedder am tunt ual.</hi> (<hi rendition="#i">Amrum.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Haupt, VIII, 361, 162.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er kommt wieder zum Alten.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Se kimmt wieder, wie de boberstêner Amtsfrau.</hi> (<hi rendition="#i">Fischbach in Schlesien.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Nach einer noch zu Anfang dieses Jahrhunderts in der Gegend von Fischbach umlaufenden Volkssage ist auf dem gutsherrlichen Hofe die Frau eines Amtmanns (Wirthschaftsinspectors) gestorben, die, weil sie eine sehr böse Frau gewesen ist, im Grabe keine Ruhe gefunden, sondern nachts wiedergekommen und einen argen Lärm im Schloss gemacht haben soll, bis sie endlich von einem hirschberger Geistlichen in ein <cb n="226"/>
Wäldchen zwischen Boberstein und Fischbach, wo es später auch gescheucht hat, verbannt worden ist. &#x2013; Von etwas, das nicht wiederkommt, sagen die Engländer: They'll come again as Goodyer's pigs did. (<hi rendition="#i">Bohn II, 154.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 So mut't wedderkaamen! sagte der Edelmann, as he siin Eddelgood ferspält har un 'n Swiinstroch wedderwun.</hi> &#x2013; (<hi rendition="#i">Süderdithmarschen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">So muss es wiederkommen, sagte der Edelmann, als er sein Rittergut verspielt hatte und den Schweintrog wiedergewann.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">10 Wedderkamen deit dem Kramer Schaden.</hi> &#x2013; (<hi rendition="#i">Holstein.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, II, 341; Eichwald, 1121;</hi> für Altmark: <hi rendition="#i">Danneil, 277.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Wêerkômen bedrügt den Kramer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schambach, II, 446.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">12 Wenn du wedderkummst, biste better wi 'n Furz, dei kummt nich wedder, segt Rasch sîn' Frû.</hi> (<hi rendition="#i">Hildesheim.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Hoefer, 337; Schlingmann, 445.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Wiederkommen hat den Krämer betrogen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 11594; Körte, 6820.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von Leuten, die beim Handeln mäkeln und wiederkommen wollen. Der Krämer darf aufs Wiederkommen nicht rechnen, er muss den Käufer auf der Stelle beim Wort und Beutel fassen. &#x2013; Auch von den Käufern, die einigemal baar kaufen, dann einen Bären anbinden und nicht wiederkommen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Wiederkommen macht arme Krämer.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 786.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">15 Wiederkommen macht, dass man dess scheidens nicht acht't.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 688, 19; Körte, 6821.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Discessum reditus non sinit esse gravem. (<hi rendition="#i">Binder I, 342; II, 803; Seybold, 130.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*16 Der kommt wieder, er ist ans Brot gewöhnt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klix, 122.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*17 Er kommt wieder, wie der böse Pfennig.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 509.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wie der böse Groschen, wie falsch Geld.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Han kommer igien som en ond penge. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 353.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij slacht den kwaden penning, hij komt altijd weêr t' huis. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 178<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*18 Er kompt allzeit wieder, wie ein mück.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Gruter, I, 29; Körte, 4318<hi rendition="#sup">c</hi>; Braun, I, 2767.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*19 Er vergisst das Wiederkommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Sotum gustavit. &#x2013; Profectus ad Apaturia rediit majo. (<hi rendition="#i">Philippi, I, 228; II, 110.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*20 Es ist noch niemand wiedergekommen und hat uns gesagt, wie es dort ist.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird oft denen als Antwort gegeben, welche viel von jenseitigen Zuständen zu wissen vorgeben. Die Finnen sagen in ähnlichem Sinne: Der Mann kehrt aus Åbo wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (<hi rendition="#i">Bertram, 69.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*21 Es ist ums Wiederkommen zu thun.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Redensart beim Verkauf und Stellung billigen Preises. &#x201E;Je nun, 's is im a wiederkummen ze thun.&#x201C; (<hi rendition="#i">Keller, 171<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederlieben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wiederlieben erhelt Freundschafft.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 786.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederschlag.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 De Wedderslag is nich verbade.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eichwald, 1730; Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 4045.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Niemand kann den Wiederschlag verbieten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schreiber, 10.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Wiederschlagen.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Wedderslân is nich verbaden.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, IV, 347.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Wer wiederschlägt, der ist Unrecht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 778.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Wiederschlagen ist nicht verboten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, III, 15; Körte, 6822; Grubb, 868.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Bei <hi rendition="#i">Tunnicius (65):</hi> Wedder slân en is nicht vorboden. (Fraudem fraude maloque malum depellere iustum.) &#x2013; Noch aus der Zeit des Faustrechts. &#x201E;Ich weiz wol daz niemen mac verbieten wol den widerslac hat.&#x201C; (<hi rendition="#i">Freidank.</hi>) &#x201E;Der keiser Otto künde nie den widerslac verbieten.&#x201C; (<hi rendition="#i">Neidhart, 392.</hi>) Bei <hi rendition="#i">Hagen</hi> steht keiser Carol statt Otto. Wie der letztere muss aber auch jener in diesem Sprichwort sonst genannt worden sein; denn <hi rendition="#i">Ottacker</hi> sagt S. 134<hi rendition="#sup">b</hi>: &#x201E;Mir hat künic karle den widerslac erloubet. Ich bin rehte beroubet und gestôzen von mînen landen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Haupt, III, 278.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Non interdictum post verber sit prius ictum. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 606.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Geenslagh aer ey forbwdhit. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 606.</hi>) &#x2013; Slå igen är intet förbudet. (<hi rendition="#i">Grubb, 732.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[113]/0125] Wieder. Gleich wieder ist die beste Bezahlung. – Simrock, 1075. Wiederfetz. Der Widerfetz wird an cho. – Sutermeister, 25. (S. Ohr 231.) Der Wiedervergelter wird auch kommen. Wiederfinden. 1 Was man wiederfinden kann, ist nicht verloren. Dän.: Det er ikke borte som man kand finde. (Prov. dan., 84.) *2 Sie haben sich wiedergefunden. Ist's doch, als wenn Ceres plötzlich wieder der Proserpina begegnete. Lat.: Amaea Azesiam (Ceres Proserpinam) reperit. (Philippi, I, 23.) Wiedergeben. 1 Gib wieder, was verloren. (Niederlausitz.) Wenn einer Dirne ein Kind stirbt. 2 Gibst du mirs nicht wieder, so kann ich dirs nicht mehr leihen. – Luther, VII, 382a; Henisch, 1383, 12. *3 Mehr wiedergeben als einer gefressen hat. – Henisch, 1211, 15. *4 Wer wiedergibt, was ihm geliehen, schafft sich neuen Credit. It.: Il buon rendere fa il buon prestare. (Pazzaglia, 321, 3.) Wiederholung. 1 Wiederholung ist die Mutter aller Studien. Lat.: Lectio lecta placet, decies repetita placebit. (Binder I, 857; II, 1641; Fischer, 121, 17; Neander, 288; Philippi, I, 222; Schonheim, L, 4; Seybold, 275.) – Repetitio mater studiorum. (Schulbl., 472; Faselius, 82.) – Tantum scimus, quantum memoria tenemus. 2 Wiederholung schadet nicht, wenn man nur Gutes wiederholt. Lat.: Obest nihil, bis dici, quod bene dicis. (Sailer, Sprüche, 72, 178.) Wiederkäuen. 1 Wiederkäuen gar verdreusst, so man keinen Magen dazu hat. – Simrock, 11593; Eiselein, 642. 2 Wiederkäuen macht eine schlechte Predigt nicht gut. Ein ägyptisches Sprichwort heisst: Man fragte den Esel, warum er nicht wiederkäue; und er antwortete: Einbildung bethört mich nicht. (Burckhardt 516.) Wiederkauf. Wiederkauf steht Jahr und Tag. – Graf, 105, 246. Auf der Insel Rügen: Wedderkoep steit Yahr und Dach. (Normann, 250, 191.) In Bezug auf das Näherrecht. Wenn niemand davon Gebrauch machte, so erlangte der fremde Käufer in Jahr und Tag die rechte Gewere, den unbestreitbaren Besitz des erkauften Gutes; die Näherberechtigten konnten nach Jahr und Tag ihr Näherrecht nicht mehr zur Geltung bringen. Wiederkommen. 1 Dat kumt wedder, sêd de Bûr un gew (gab) sîn Swîn – Swînflêsch (Speck). (Holstein.) – Schütze, II, 218; Hoefer, 181; Schlingmann, 227; Kern, 297. 2 Dat kümmt werrer, sär de Bûr, un gêw sin Swîn Speck. (Mecklenburg.) – Raabe, 103. Wird da angewandt, wo die Kosten den Gewinn verschlingen oder übersteigen, weil offenbar ein Schwein mehr Speck oder Fleisch fressen würde, als es Speck gewähren möchte. (Globus, VIII, 178.) 3 Do kumm mi man wedder, söa' de Förschter, doa ha'r 'n Hoasen kricht. – Schlingmann, 439. 4 Es kommt alles wieder, wenn man bergan pisst. (Köthen.) 5 Es kommt keiner so fromm wieder, als er aussgereist ist. – Lehmann, 688, 17. 6 Et is man nich so: Kumm wieder un it wat und bring en Löppel nich midde. (Braunschweig.) Wird von solchen gebraucht, welche freies Essen bekommen, aber auch nicht einmal den Löffel mitbringen. 7 Hat komt altidj wedder am tunt ual. (Amrum.) – Haupt, VIII, 361, 162. Er kommt wieder zum Alten. 8 Se kimmt wieder, wie de boberstêner Amtsfrau. (Fischbach in Schlesien.) Nach einer noch zu Anfang dieses Jahrhunderts in der Gegend von Fischbach umlaufenden Volkssage ist auf dem gutsherrlichen Hofe die Frau eines Amtmanns (Wirthschaftsinspectors) gestorben, die, weil sie eine sehr böse Frau gewesen ist, im Grabe keine Ruhe gefunden, sondern nachts wiedergekommen und einen argen Lärm im Schloss gemacht haben soll, bis sie endlich von einem hirschberger Geistlichen in ein Wäldchen zwischen Boberstein und Fischbach, wo es später auch gescheucht hat, verbannt worden ist. – Von etwas, das nicht wiederkommt, sagen die Engländer: They'll come again as Goodyer's pigs did. (Bohn II, 154.) 9 So mut't wedderkaamen! sagte der Edelmann, as he siin Eddelgood ferspält har un 'n Swiinstroch wedderwun. – (Süderdithmarschen.) So muss es wiederkommen, sagte der Edelmann, als er sein Rittergut verspielt hatte und den Schweintrog wiedergewann. 10 Wedderkamen deit dem Kramer Schaden. – (Holstein.) – Schütze, II, 341; Eichwald, 1121; für Altmark: Danneil, 277. 11 Wêerkômen bedrügt den Kramer. – Schambach, II, 446. 12 Wenn du wedderkummst, biste better wi 'n Furz, dei kummt nich wedder, segt Rasch sîn' Frû. (Hildesheim.) – Hoefer, 337; Schlingmann, 445. 13 Wiederkommen hat den Krämer betrogen. – Simrock, 11594; Körte, 6820. Von Leuten, die beim Handeln mäkeln und wiederkommen wollen. Der Krämer darf aufs Wiederkommen nicht rechnen, er muss den Käufer auf der Stelle beim Wort und Beutel fassen. – Auch von den Käufern, die einigemal baar kaufen, dann einen Bären anbinden und nicht wiederkommen. 14 Wiederkommen macht arme Krämer. – Petri, II, 786. 15 Wiederkommen macht, dass man dess scheidens nicht acht't. – Lehmann, 688, 19; Körte, 6821. Lat.: Discessum reditus non sinit esse gravem. (Binder I, 342; II, 803; Seybold, 130.) *16 Der kommt wieder, er ist ans Brot gewöhnt. – Klix, 122. *17 Er kommt wieder, wie der böse Pfennig. – Eiselein, 509. Wie der böse Groschen, wie falsch Geld. Dän.: Han kommer igien som en ond penge. (Prov. dan., 353.) Holl.: Hij slacht den kwaden penning, hij komt altijd weêr t' huis. (Harrebomée, II, 178b.) *18 Er kompt allzeit wieder, wie ein mück. – Gruter, I, 29; Körte, 4318c; Braun, I, 2767. *19 Er vergisst das Wiederkommen. Lat.: Sotum gustavit. – Profectus ad Apaturia rediit majo. (Philippi, I, 228; II, 110.) *20 Es ist noch niemand wiedergekommen und hat uns gesagt, wie es dort ist. Wird oft denen als Antwort gegeben, welche viel von jenseitigen Zuständen zu wissen vorgeben. Die Finnen sagen in ähnlichem Sinne: Der Mann kehrt aus Åbo wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (Bertram, 69.) *21 Es ist ums Wiederkommen zu thun. Redensart beim Verkauf und Stellung billigen Preises. „Je nun, 's is im a wiederkummen ze thun.“ (Keller, 171b.) Wiederlieben. Wiederlieben erhelt Freundschafft. – Petri, II, 786. Wiederschlag. 1 De Wedderslag is nich verbade. – Eichwald, 1730; Frischbier2, 4045. 2 Niemand kann den Wiederschlag verbieten. – Schreiber, 10. Wiederschlagen. 1 Wedderslân is nich verbaden. (Holst.) – Schütze, IV, 347. 2 Wer wiederschlägt, der ist Unrecht. – Petri, II, 778. 3 Wiederschlagen ist nicht verboten. – Petri, III, 15; Körte, 6822; Grubb, 868. Bei Tunnicius (65): Wedder slân en is nicht vorboden. (Fraudem fraude maloque malum depellere iustum.) – Noch aus der Zeit des Faustrechts. „Ich weiz wol daz niemen mac verbieten wol den widerslac hat.“ (Freidank.) „Der keiser Otto künde nie den widerslac verbieten.“ (Neidhart, 392.) Bei Hagen steht keiser Carol statt Otto. Wie der letztere muss aber auch jener in diesem Sprichwort sonst genannt worden sein; denn Ottacker sagt S. 134b: „Mir hat künic karle den widerslac erloubet. Ich bin rehte beroubet und gestôzen von mînen landen.“ (Haupt, III, 278.) Lat.: Non interdictum post verber sit prius ictum. (Reuterdahl, 606.) Schwed.: Geenslagh aer ey forbwdhit. (Reuterdahl, 606.) – Slå igen är intet förbudet. (Grubb, 732.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/125
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [113]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/125>, abgerufen am 25.10.2020.