Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *1453 Die Weiber in die Fersen stechen, dass sie auf den Rücken fallen. - Facet., 497.

*1454 Dieses Weib versteht sich auf das Hauswesen, wie der Esel aufs Lauteschlagen. - Birlinger, 532.

*1455 Du bist a rechts alts Weib. (Ulm.)

Weib, Weibsbild und Weibstück werden neben ihrem bessern Sinne auch als Scheltnamen gebraucht. In Cholerius (5, 628) nennt Herr Puff wegen seiner Gutmüthigkeit sich selbst ein altes Weib.

*1456 Du bist wie die bösen Weiber, die auf andere Leute legen, was sie selber thun.

*1457 E ol Weiwe heft söck oppgehängt. - Frischbier2, 4004.

Wenn sich ein starker Wind erhebt.

*1458 Ein altes Weib des Geldes (der Mitgift) wegen heirathen.

Die Römer sagten dafür: Altes Weib, weisses Kleid, weil die ältern römischen Frauen sich weiss zu kleiden pflegten.

Lat.: Candidum linum lucri causa ducere. (Erasm., 808; Binder II, 405; Faselius, 39; Wiegand, 54.)

*1459 Ein altes Weib tanzen lehren.

Engl.: He is teaching an old woman to dance. (Bohn II, 65.)

*1460 Ein altes Weib zahlt ihm mit dem Schraufbüchsel. (Rott-Thal.)

Soll auf den Geiz angewandt werden.

*1461 Ein steinalt Weib, die auf der Grube geht.

"Su a Stei alt Web, dii uf der Grube giht, selde wul osspen und aanders beden larnen." (Keller, 167a.)

*1462 Er hält bei seinem Weibe, wie ein Hahn bei seinen Jungen. - Wehlt's Tagebuch.

*1463 Er hält's mit den Weibern, wie der Abt Stryne von Engelberg. - Klosterspiegel, 61, 2.

*1464 Er hat eim alten weib dran gesehen, er ist heyser. (S. Wolf.) - Franck, II, 55b.

*1465 Er hat ein reiches Weib genommen und ist um die Herrschaft gekommen. (Wend. Lausitz.)

*1466 Er ist ein (alt) weib. - Franck, II, 45a.

So nennt man einen Mann, der viel und unverständig schwatzt, unbedeutende Dinge breit und langweilig erzählt. Stadtfraubas braucht man in Franken von Männern und Weibern, welche die täglichen Stadtneuigkeiten herumtragen und ausbreiten, woher sie auch wol "Wochenblätter" genannt werden. Auch von einem Feigen wird der Ausdruck gebraucht. (S. Weigel.) (Vgl. Frommann, III, 353.)

*1467 Er lässt die alten Weiber denken, wie sie sauer Bier ausschenken.

*1468 Er sieht lieber ein Weib im Hemde als einen Mann im Harnisch.

Holl.: Hij ziet liever eene vrouw in het hemd, dan een ruiter in het harnas. (Harrebomee, II, 421.)

*1469 Er sieht sich um nach einem Weibe und hat keinen Schurz am Leibe. (Afrika.)

*1470 Es ist ihm wie dem Weibe, das die Borsten stahl.

*1471 Es ist jm ein weib gestorben vnd kein bar für die thür kommen. - Franck, II, 34b.

Um zu sagen: er hat Glück gehabt.

*1472 Es ist kein lügenhaft Weib, aber sie hat kein Glück im Wahrsagen.

Holl.: Het ig geen leugenachtig wijf, zij is maar wat ongelukkig in het waarzeggen. (Harrebomee, II, 459b.)

*1473 He hett der 'n Weif an, ick heww der 'n Keik an. - Bueren, 698; Eichwald, 2048; Goldschmidt, 116.

Von denen, die mit Aufopferung anderer, wesentlicher Vortheile eine schöne Frau geheirathet. Der Narr da, sagt das Sprichwort, hat alle Uebelstände zu ertragen, die mit dem Besitz einer schönen Frau verbunden sind, und das vorzüglichste Vergnügen, das schöne Weib anzusehen, muss er mir doch lassen.

*1474 Ich wiste gern, wie der wer, der sich von Weibern nicht äffen liess. - Lehmann, II, 281, 13.

*1475 Ik keik liever en old Weif in het Gatt, as enen Holthauer in het Spoor. (Niederrhein.)

Ich ziehe Unangenehmes dem Gefährlichen vor.

*1476 Mein Weib hat einen jungen Erbsünder kriegt. - Richard, 394.

Redensart der Bauern, wenn sie dem Pfarrer die Geburt eines Kindes anzeigen.

*1477 Meines Weibes Backofen ist eingefallen. - Richard, 394.

Redensart, um die Entbindung der Frau auszusprechen.

[Spaltenumbruch] *1478 Mit fremden Weibern Kinder zeugen. - Eyering, III, 230.

*1479 Ol Wif vum blauen Jammerdal.

Von feigen, hasenhaften Menschen.

*1480 Und wenn's alte Weiber regnet. (Oberösterreich.)

In demselben Sinne wie: Und wenn's Spiesse regnet, zu ergänzen: will ich gehen, kommen, die Sache ausführen. Das Begegnen eines alten Weibes gilt für unglückverkündend. Mancher kehrt um, wenn die erste Person, die ihm begegnet, ein altes Weib ist.

*1481 Weib, Kind vnd Kegel. - Mathesy, 307b.

*1482 Weiber hüten.

*1483 Weiber, thut Gäns ein, 's regnet Holzäpfel. (Nürtingen.)

*1484 Zweimal schlug das Weib den Mann, einmal weil er Gurken schälte, und wieder, weil er den Apfel nicht schälte. (Poln.)

In den Fliegenden Blättern sagt der Mann: Mein Weib muss heute Schlage haben; lässt's die Mütze liegen, so schlage ich's, weil es sie nicht aufhob, hebt es sie auf, dann, weil es sie nicht liegen liess.


Weibel.

1 Dus Weibel halt, wus es steht. (Jüd.-deutsch. Warschau.)

Zweideutige Redensart. Halten wus es steht (geschrieben) heisst jüdisch-deutsch, sich streng an den Wortlaut des Gesetzes halten. Mit Hinweglassung des Wortes "geschrieben" und auf Frauen angewandt, erhält es den Sinn leichtsinniger, käuflicher Hingabe.

*2 Er hät's wie en Weibel, er cha laufe und nid müed werde, saufe und nid voll werde, lüge und nid roth werde. - Sutermeister, 73.


Weiben.

1 Besser ist zu weiben und zu mannen, dann braten in Anfechters Pfannen.

2 Es isch bald g'weibet, aber schwer g'wirthschaftet. - Sutermeister, 112.

3 Es weibt jm einer eben so bald den Halss ab, alss dass er'jn absauffe. - Petri, III, 6.

4 Mir ist vögeliwohl, dass i nid wibe; lueg id mi Brueder a, wie muss er lide. (Luzern.)

5 'S Wybe-n und 's Boue-n-isch scho mänge groue. (Solothurn.) - Schild, 69, 150; Sutermeister, 121.

6 Weiben ist besser als huren, sagte der Prädikant zum Kapuziner. - Klosterspiegel, 63, 17.

7 Weiben macht nit leiben. - Franck, II, 172a; Gruter, I, 77; Egenolff, 230a; Eiselein, 635.

8 Weiben vnd mannen ist sorglich. - Petri, II, 614.

9 Wenn man thut weiben und mannen, trägt man die Lügen zusammen in Wannen.

Vom Geklätsch über Brautleute.

10 Wer weiben will, der gehe nicht fern, doch borge nur von fremden Herrn.

Kroat.: Zeni se kak najblize, kumi se kak najdalje. (Celakovsky, 384.)

Wend.: Zonu sej be' ze susodstwa, a kmotrow pros se zdaloka. (Celakovsky, 384.)

11 Wer wiibe will, such i der Kuchi de Brut. - Sutermeister, 113.


Weiberarbeit.

1 Weiberarbeit ist (scheint) behend, aber sie nimmt nicht leicht ein End'.

Böhm.: Zlosti zenske neni lekarstvi. (Celakovsky, 392.)

2 Weiberarbeit und das Fressen eines alten Pferdes fallen nicht in die Augen. (Estn.)


Weiberarsch.

1 Ein alter Weiberarsch ist kein Fingerring.

Lat.: Non est vrbanus annulus anus anus. (Reuterdahl, 607.)

Schwed.: Kaerlinga baklwth aer ey goth gwlfingran. (Reuterdahl, 607.)

2 Weiberarsch, Hundsnase und Männerknie erwearmen nie. (Oberösterreich.)


Weiberauge.

1 Weiberauge ist ein Feuerspiegel, verbrennt das Herz des Mannes. - Lehmann, II 836, 186; Sailer, 272; Simrock, 11301; Körte, 6583; Winckler, I, 54; Braun, I, 4967.

Lat.: Urit videndo femina. (Virgil.) (Binder II, 3427.)

2 Weiberaugen ist nicht zu trauen, den schwarzen nicht und nicht den blauen. - Böse Zungen (Berlin 1874), S. 17.

[Spaltenumbruch] *1453 Die Weiber in die Fersen stechen, dass sie auf den Rücken fallen.Facet., 497.

*1454 Dieses Weib versteht sich auf das Hauswesen, wie der Esel aufs Lauteschlagen.Birlinger, 532.

*1455 Du bist a rechts alts Weib. (Ulm.)

Weib, Weibsbild und Weibstück werden neben ihrem bessern Sinne auch als Scheltnamen gebraucht. In Cholerius (5, 628) nennt Herr Puff wegen seiner Gutmüthigkeit sich selbst ein altes Weib.

*1456 Du bist wie die bösen Weiber, die auf andere Leute legen, was sie selber thun.

*1457 E ôl Wîwe heft söck oppgehängt.Frischbier2, 4004.

Wenn sich ein starker Wind erhebt.

*1458 Ein altes Weib des Geldes (der Mitgift) wegen heirathen.

Die Römer sagten dafür: Altes Weib, weisses Kleid, weil die ältern römischen Frauen sich weiss zu kleiden pflegten.

Lat.: Candidum linum lucri causa ducere. (Erasm., 808; Binder II, 405; Faselius, 39; Wiegand, 54.)

*1459 Ein altes Weib tanzen lehren.

Engl.: He is teaching an old woman to dance. (Bohn II, 65.)

*1460 Ein altes Weib zahlt ihm mit dem Schraufbüchsel. (Rott-Thal.)

Soll auf den Geiz angewandt werden.

*1461 Ein steinalt Weib, die auf der Grube geht.

„Su a Stei alt Web, dii uf der Grube giht, selde wul osspen und aanders beden larnen.“ (Keller, 167a.)

*1462 Er hält bei seinem Weibe, wie ein Hahn bei seinen Jungen.Wehlt's Tagebuch.

*1463 Er hält's mit den Weibern, wie der Abt Stryne von Engelberg.Klosterspiegel, 61, 2.

*1464 Er hat eim alten weib dran gesehen, er ist heyser. (S. Wolf.) – Franck, II, 55b.

*1465 Er hat ein reiches Weib genommen und ist um die Herrschaft gekommen. (Wend. Lausitz.)

*1466 Er ist ein (alt) weib.Franck, II, 45a.

So nennt man einen Mann, der viel und unverständig schwatzt, unbedeutende Dinge breit und langweilig erzählt. Stadtfraubâs braucht man in Franken von Männern und Weibern, welche die täglichen Stadtneuigkeiten herumtragen und ausbreiten, woher sie auch wol „Wochenblätter“ genannt werden. Auch von einem Feigen wird der Ausdruck gebraucht. (S. Weigel.) (Vgl. Frommann, III, 353.)

*1467 Er lässt die alten Weiber denken, wie sie sauer Bier ausschenken.

*1468 Er sieht lieber ein Weib im Hemde als einen Mann im Harnisch.

Holl.: Hij ziet liever eene vrouw in het hemd, dan een ruiter in het harnas. (Harrebomée, II, 421.)

*1469 Er sieht sich um nach einem Weibe und hat keinen Schurz am Leibe. (Afrika.)

*1470 Es ist ihm wie dem Weibe, das die Borsten stahl.

*1471 Es ist jm ein weib gestorben vnd kein bar für die thür kommen.Franck, II, 34b.

Um zu sagen: er hat Glück gehabt.

*1472 Es ist kein lügenhaft Weib, aber sie hat kein Glück im Wahrsagen.

Holl.: Het ig geen leugenachtig wijf, zij is maar wat ongelukkig in het waarzeggen. (Harrebomée, II, 459b.)

*1473 He hett der 'n Wîf an, ick heww der 'n Kîk an.Bueren, 698; Eichwald, 2048; Goldschmidt, 116.

Von denen, die mit Aufopferung anderer, wesentlicher Vortheile eine schöne Frau geheirathet. Der Narr da, sagt das Sprichwort, hat alle Uebelstände zu ertragen, die mit dem Besitz einer schönen Frau verbunden sind, und das vorzüglichste Vergnügen, das schöne Weib anzusehen, muss er mir doch lassen.

*1474 Ich wiste gern, wie der wer, der sich von Weibern nicht äffen liess.Lehmann, II, 281, 13.

*1475 Ik kîk liever en old Weif in het Gatt, as enen Holthauer in het Spoor. (Niederrhein.)

Ich ziehe Unangenehmes dem Gefährlichen vor.

*1476 Mein Weib hat einen jungen Erbsünder kriegt.Richard, 394.

Redensart der Bauern, wenn sie dem Pfarrer die Geburt eines Kindes anzeigen.

*1477 Meines Weibes Backofen ist eingefallen.Richard, 394.

Redensart, um die Entbindung der Frau auszusprechen.

[Spaltenumbruch] *1478 Mit fremden Weibern Kinder zeugen.Eyering, III, 230.

*1479 Ôl Wif vum blauen Jammerdâl.

Von feigen, hasenhaften Menschen.

*1480 Und wenn's alte Weiber regnet. (Oberösterreich.)

In demselben Sinne wie: Und wenn's Spiesse regnet, zu ergänzen: will ich gehen, kommen, die Sache ausführen. Das Begegnen eines alten Weibes gilt für unglückverkündend. Mancher kehrt um, wenn die erste Person, die ihm begegnet, ein altes Weib ist.

*1481 Weib, Kind vnd Kegel.Mathesy, 307b.

*1482 Weiber hüten.

*1483 Weiber, thut Gäns ein, 's regnet Holzäpfel. (Nürtingen.)

*1484 Zweimal schlug das Weib den Mann, einmal weil er Gurken schälte, und wieder, weil er den Apfel nicht schälte. (Poln.)

In den Fliegenden Blättern sagt der Mann: Mein Weib muss heute Schlage haben; lässt's die Mütze liegen, so schlage ich's, weil es sie nicht aufhob, hebt es sie auf, dann, weil es sie nicht liegen liess.


Weibel.

1 Dus Weibel halt, wus es steht. (Jüd.-deutsch. Warschau.)

Zweideutige Redensart. Halten wus es steht (geschrieben) heisst jüdisch-deutsch, sich streng an den Wortlaut des Gesetzes halten. Mit Hinweglassung des Wortes „geschrieben“ und auf Frauen angewandt, erhält es den Sinn leichtsinniger, käuflicher Hingabe.

*2 Er hät's wie en Weibel, er cha laufe und nid müed werde, sûfe und nid voll werde, lüge und nid roth werde.Sutermeister, 73.


Weiben.

1 Besser ist zu weiben und zu mannen, dann braten in Anfechters Pfannen.

2 Es isch bald g'wîbet, aber schwer g'wirthschaftet.Sutermeister, 112.

3 Es weibt jm einer eben so bald den Halss ab, alss dass er'jn absauffe.Petri, III, 6.

4 Mir ist vögeliwohl, dass i nid wibe; lueg id mi Brueder a, wie muss er lide. (Luzern.)

5 'S Wybe-n und 's Boue-n-isch scho mänge groue. (Solothurn.) – Schild, 69, 150; Sutermeister, 121.

6 Weiben ist besser als huren, sagte der Prädikant zum Kapuziner.Klosterspiegel, 63, 17.

7 Weiben macht nit leiben.Franck, II, 172a; Gruter, I, 77; Egenolff, 230a; Eiselein, 635.

8 Weiben vnd mannen ist sorglich.Petri, II, 614.

9 Wenn man thut weiben und mannen, trägt man die Lügen zusammen in Wannen.

Vom Geklätsch über Brautleute.

10 Wer weiben will, der gehe nicht fern, doch borge nur von fremden Herrn.

Kroat.: Ženi se kak najbliže, kúmi se kak najdalje. (Čelakovsky, 384.)

Wend.: Žonu sej be' ze susodstwa, a kmótrow proš se zdaloka. (Čelakovsky, 384.)

11 Wer wiibe will, such i der Kuchi de Brut.Sutermeister, 113.


Weiberarbeit.

1 Weiberarbeit ist (scheint) behend, aber sie nimmt nicht leicht ein End'.

Böhm.: Zlosti ženské není lékařství. (Čelakovsky, 392.)

2 Weiberarbeit und das Fressen eines alten Pferdes fallen nicht in die Augen. (Estn.)


Weiberarsch.

1 Ein alter Weiberarsch ist kein Fingerring.

Lat.: Non est vrbanus annulus anus anus. (Reuterdahl, 607.)

Schwed.: Kaerlinga baklwth aer ey goth gwlfingran. (Reuterdahl, 607.)

2 Weiberarsch, Hundsnase und Männerknie erwearmen nie. (Oberösterreich.)


Weiberauge.

1 Weiberauge ist ein Feuerspiegel, verbrennt das Herz des Mannes.Lehmann, II 836, 186; Sailer, 272; Simrock, 11301; Körte, 6583; Winckler, I, 54; Braun, I, 4967.

Lat.: Urit videndo femina. (Virgil.) (Binder II, 3427.)

2 Weiberaugen ist nicht zu trauen, den schwarzen nicht und nicht den blauen.Böse Zungen (Berlin 1874), S. 17.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0046" n="[34]"/><cb n="67"/>
*1453 Die Weiber in die Fersen stechen, dass sie auf den Rücken fallen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Facet., 497.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1454 Dieses Weib versteht sich auf das Hauswesen, wie der Esel aufs Lauteschlagen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Birlinger, 532.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1455 Du bist a rechts alts Weib.</hi> (<hi rendition="#i">Ulm.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Weib, Weibsbild und Weibstück werden neben ihrem bessern Sinne auch als Scheltnamen gebraucht. In <hi rendition="#i">Cholerius (5, 628)</hi> nennt Herr Puff wegen seiner Gutmüthigkeit sich selbst ein altes Weib.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1456 Du bist wie die bösen Weiber, die auf andere Leute legen, was sie selber thun.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1457 E ôl Wîwe heft söck oppgehängt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Frischbier<hi rendition="#sup">2</hi>, 4004.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn sich ein starker Wind erhebt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1458 Ein altes Weib des Geldes (der Mitgift) wegen heirathen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Römer sagten dafür: Altes Weib, weisses Kleid, weil die ältern römischen Frauen sich weiss zu kleiden pflegten.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Candidum linum lucri causa ducere. (<hi rendition="#i">Erasm., 808; Binder II, 405; Faselius, 39; Wiegand, 54.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1459 Ein altes Weib tanzen lehren.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: He is teaching an old woman to dance. (<hi rendition="#i">Bohn II, 65.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1460 Ein altes Weib zahlt ihm mit dem Schraufbüchsel.</hi> (<hi rendition="#i">Rott-Thal.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Soll auf den Geiz angewandt werden.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1461 Ein steinalt Weib, die auf der Grube geht.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Su a Stei alt Web, dii uf der Grube giht, selde wul osspen und aanders beden larnen.&#x201C; (<hi rendition="#i">Keller, 167<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1462 Er hält bei seinem Weibe, wie ein Hahn bei seinen Jungen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Wehlt's Tagebuch.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1463 Er hält's mit den Weibern, wie der Abt Stryne von Engelberg.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klosterspiegel, 61, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1464 Er hat eim alten weib dran gesehen, er ist heyser.</hi> (S.  Wolf.) &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 55<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1465 Er hat ein reiches Weib genommen und ist um die Herrschaft gekommen.</hi> (<hi rendition="#i">Wend. Lausitz.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1466 Er ist ein (alt) weib.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 45<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">So nennt man einen Mann, der viel und unverständig schwatzt, unbedeutende Dinge breit und langweilig erzählt. Stadtfraubâs braucht man in Franken von Männern und Weibern, welche die täglichen Stadtneuigkeiten herumtragen und ausbreiten, woher sie auch wol &#x201E;Wochenblätter&#x201C; genannt werden. Auch von einem Feigen wird der Ausdruck gebraucht. (S. Weigel.) (Vgl. <hi rendition="#i">Frommann, III, 353.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1467 Er lässt die alten Weiber denken, wie sie sauer Bier ausschenken.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1468 Er sieht lieber ein Weib im Hemde als einen Mann im Harnisch.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij ziet liever eene vrouw in het hemd, dan een ruiter in het harnas. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 421.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1469 Er sieht sich um nach einem Weibe und hat keinen Schurz am Leibe.</hi> (<hi rendition="#i">Afrika.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1470 Es ist ihm wie dem Weibe, das die Borsten stahl.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1471 Es ist jm ein weib gestorben vnd kein bar für die thür kommen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 34<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Um zu sagen: er hat Glück gehabt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1472 Es ist kein lügenhaft Weib, aber sie hat kein Glück im Wahrsagen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het ig geen leugenachtig wijf, zij is maar wat ongelukkig in het waarzeggen. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 459<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1473 He hett der 'n Wîf an, ick heww der 'n Kîk an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Bueren, 698; Eichwald, 2048; Goldschmidt, 116.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von denen, die mit Aufopferung anderer, wesentlicher Vortheile eine schöne Frau geheirathet. Der Narr da, sagt das Sprichwort, hat alle Uebelstände zu ertragen, die mit dem Besitz einer schönen Frau verbunden sind, und das vorzüglichste Vergnügen, das schöne Weib anzusehen, muss er mir doch lassen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1474 Ich wiste gern, wie der wer, der sich von Weibern nicht äffen liess.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II, 281, 13.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1475 Ik kîk liever en old Weif in het Gatt, as enen Holthauer in het Spoor.</hi> (<hi rendition="#i">Niederrhein.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Ich ziehe Unangenehmes dem Gefährlichen vor.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1476 Mein Weib hat einen jungen Erbsünder kriegt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Richard, 394.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Redensart der Bauern, wenn sie dem Pfarrer die Geburt eines Kindes anzeigen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1477 Meines Weibes Backofen ist eingefallen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Richard, 394.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Redensart, um die Entbindung der Frau auszusprechen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><cb n="68"/>
*1478 Mit fremden Weibern Kinder zeugen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, III, 230.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1479 Ôl Wif vum blauen Jammerdâl.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von feigen, hasenhaften Menschen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1480 Und wenn's alte Weiber regnet.</hi> (<hi rendition="#i">Oberösterreich.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">In demselben Sinne wie: Und wenn's Spiesse regnet, zu ergänzen: will ich gehen, kommen, die Sache ausführen. Das Begegnen eines alten Weibes gilt für unglückverkündend. Mancher kehrt um, wenn die erste Person, die ihm begegnet, ein altes Weib ist.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1481 Weib, Kind vnd Kegel.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mathesy, 307<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1482 Weiber hüten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1483 Weiber, thut Gäns ein, 's regnet Holzäpfel.</hi> (<hi rendition="#i">Nürtingen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1484 Zweimal schlug das Weib den Mann, einmal weil er Gurken schälte, und wieder, weil er den Apfel nicht schälte.</hi> (<hi rendition="#i">Poln.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">In den <hi rendition="#i">Fliegenden Blättern</hi> sagt der Mann: Mein Weib muss heute Schlage haben; lässt's die Mütze liegen, so schlage ich's, weil es sie nicht aufhob, hebt es sie auf, dann, weil es sie nicht liegen liess.</p><lb/>
          <p/><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Weibel.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Dus Weibel halt, wus es steht.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch. Warschau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Zweideutige Redensart. Halten wus es steht (geschrieben) heisst jüdisch-deutsch, sich streng an den Wortlaut des Gesetzes halten. Mit Hinweglassung des Wortes &#x201E;geschrieben&#x201C; und auf Frauen angewandt, erhält es den Sinn leichtsinniger, käuflicher Hingabe.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*2 Er hät's wie en Weibel, er cha laufe und nid müed werde, sûfe und nid voll werde, lüge und nid roth werde.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 73.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Weiben.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Besser ist zu weiben und zu mannen, dann braten in Anfechters Pfannen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Es isch bald g'wîbet, aber schwer g'wirthschaftet.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 112.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Es weibt jm einer eben so bald den Halss ab, alss dass er'jn absauffe.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, III, 6.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Mir ist vögeliwohl, dass i nid wibe; lueg id mi Brueder a, wie muss er lide.</hi> (<hi rendition="#i">Luzern.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 'S Wybe-n und 's Boue-n-isch scho mänge groue.</hi> (<hi rendition="#i">Solothurn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schild, 69, 150; Sutermeister, 121.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Weiben ist besser als huren, sagte der Prädikant zum Kapuziner.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Klosterspiegel, 63, 17.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 Weiben macht nit leiben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 172<hi rendition="#sup">a</hi>; Gruter, I, 77; Egenolff, 230<hi rendition="#sup">a</hi>; Eiselein, 635.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">8 Weiben vnd mannen ist sorglich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 614.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">9 Wenn man thut weiben und mannen, trägt man die Lügen zusammen in Wannen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Vom Geklätsch über Brautleute.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Wer weiben will, der gehe nicht fern, doch borge nur von fremden Herrn.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Kroat.</hi>: &#x017D;eni se kak najbli&#x017E;e, kúmi se kak najdalje. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 384.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Wend.</hi>: &#x017D;onu sej be' ze susodstwa, a kmótrow pro&#x0161; se zdaloka. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 384.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">11 Wer wiibe will, such i der Kuchi de Brut.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutermeister, 113.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Weiberarbeit.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Weiberarbeit ist (scheint) behend, aber sie nimmt nicht leicht ein End'.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Zlosti &#x017E;enské není léka&#x0159;ství. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 392.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Weiberarbeit und das Fressen eines alten Pferdes fallen nicht in die Augen.</hi> (<hi rendition="#i">Estn.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Weiberarsch.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Ein alter Weiberarsch ist kein Fingerring.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Non est vrbanus annulus anus anus. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 607.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Schwed.</hi>: Kaerlinga baklwth aer ey goth gwlfingran. (<hi rendition="#i">Reuterdahl, 607.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Weiberarsch, Hundsnase und Männerknie erwearmen nie.</hi> (<hi rendition="#i">Oberösterreich.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Weiberauge.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Weiberauge ist ein Feuerspiegel, verbrennt das Herz des Mannes.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, II 836, 186; Sailer, 272; Simrock, 11301; Körte, 6583; Winckler, I, 54; Braun, I, 4967.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Urit videndo femina. (<hi rendition="#i">Virgil.</hi>) (<hi rendition="#i">Binder II, 3427.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Weiberaugen ist nicht zu trauen, den schwarzen nicht und nicht den blauen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Böse Zungen (Berlin 1874), S. 17.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[34]/0046] *1453 Die Weiber in die Fersen stechen, dass sie auf den Rücken fallen. – Facet., 497. *1454 Dieses Weib versteht sich auf das Hauswesen, wie der Esel aufs Lauteschlagen. – Birlinger, 532. *1455 Du bist a rechts alts Weib. (Ulm.) Weib, Weibsbild und Weibstück werden neben ihrem bessern Sinne auch als Scheltnamen gebraucht. In Cholerius (5, 628) nennt Herr Puff wegen seiner Gutmüthigkeit sich selbst ein altes Weib. *1456 Du bist wie die bösen Weiber, die auf andere Leute legen, was sie selber thun. *1457 E ôl Wîwe heft söck oppgehängt. – Frischbier2, 4004. Wenn sich ein starker Wind erhebt. *1458 Ein altes Weib des Geldes (der Mitgift) wegen heirathen. Die Römer sagten dafür: Altes Weib, weisses Kleid, weil die ältern römischen Frauen sich weiss zu kleiden pflegten. Lat.: Candidum linum lucri causa ducere. (Erasm., 808; Binder II, 405; Faselius, 39; Wiegand, 54.) *1459 Ein altes Weib tanzen lehren. Engl.: He is teaching an old woman to dance. (Bohn II, 65.) *1460 Ein altes Weib zahlt ihm mit dem Schraufbüchsel. (Rott-Thal.) Soll auf den Geiz angewandt werden. *1461 Ein steinalt Weib, die auf der Grube geht. „Su a Stei alt Web, dii uf der Grube giht, selde wul osspen und aanders beden larnen.“ (Keller, 167a.) *1462 Er hält bei seinem Weibe, wie ein Hahn bei seinen Jungen. – Wehlt's Tagebuch. *1463 Er hält's mit den Weibern, wie der Abt Stryne von Engelberg. – Klosterspiegel, 61, 2. *1464 Er hat eim alten weib dran gesehen, er ist heyser. (S. Wolf.) – Franck, II, 55b. *1465 Er hat ein reiches Weib genommen und ist um die Herrschaft gekommen. (Wend. Lausitz.) *1466 Er ist ein (alt) weib. – Franck, II, 45a. So nennt man einen Mann, der viel und unverständig schwatzt, unbedeutende Dinge breit und langweilig erzählt. Stadtfraubâs braucht man in Franken von Männern und Weibern, welche die täglichen Stadtneuigkeiten herumtragen und ausbreiten, woher sie auch wol „Wochenblätter“ genannt werden. Auch von einem Feigen wird der Ausdruck gebraucht. (S. Weigel.) (Vgl. Frommann, III, 353.) *1467 Er lässt die alten Weiber denken, wie sie sauer Bier ausschenken. *1468 Er sieht lieber ein Weib im Hemde als einen Mann im Harnisch. Holl.: Hij ziet liever eene vrouw in het hemd, dan een ruiter in het harnas. (Harrebomée, II, 421.) *1469 Er sieht sich um nach einem Weibe und hat keinen Schurz am Leibe. (Afrika.) *1470 Es ist ihm wie dem Weibe, das die Borsten stahl. *1471 Es ist jm ein weib gestorben vnd kein bar für die thür kommen. – Franck, II, 34b. Um zu sagen: er hat Glück gehabt. *1472 Es ist kein lügenhaft Weib, aber sie hat kein Glück im Wahrsagen. Holl.: Het ig geen leugenachtig wijf, zij is maar wat ongelukkig in het waarzeggen. (Harrebomée, II, 459b.) *1473 He hett der 'n Wîf an, ick heww der 'n Kîk an. – Bueren, 698; Eichwald, 2048; Goldschmidt, 116. Von denen, die mit Aufopferung anderer, wesentlicher Vortheile eine schöne Frau geheirathet. Der Narr da, sagt das Sprichwort, hat alle Uebelstände zu ertragen, die mit dem Besitz einer schönen Frau verbunden sind, und das vorzüglichste Vergnügen, das schöne Weib anzusehen, muss er mir doch lassen. *1474 Ich wiste gern, wie der wer, der sich von Weibern nicht äffen liess. – Lehmann, II, 281, 13. *1475 Ik kîk liever en old Weif in het Gatt, as enen Holthauer in het Spoor. (Niederrhein.) Ich ziehe Unangenehmes dem Gefährlichen vor. *1476 Mein Weib hat einen jungen Erbsünder kriegt. – Richard, 394. Redensart der Bauern, wenn sie dem Pfarrer die Geburt eines Kindes anzeigen. *1477 Meines Weibes Backofen ist eingefallen. – Richard, 394. Redensart, um die Entbindung der Frau auszusprechen. *1478 Mit fremden Weibern Kinder zeugen. – Eyering, III, 230. *1479 Ôl Wif vum blauen Jammerdâl. Von feigen, hasenhaften Menschen. *1480 Und wenn's alte Weiber regnet. (Oberösterreich.) In demselben Sinne wie: Und wenn's Spiesse regnet, zu ergänzen: will ich gehen, kommen, die Sache ausführen. Das Begegnen eines alten Weibes gilt für unglückverkündend. Mancher kehrt um, wenn die erste Person, die ihm begegnet, ein altes Weib ist. *1481 Weib, Kind vnd Kegel. – Mathesy, 307b. *1482 Weiber hüten. *1483 Weiber, thut Gäns ein, 's regnet Holzäpfel. (Nürtingen.) *1484 Zweimal schlug das Weib den Mann, einmal weil er Gurken schälte, und wieder, weil er den Apfel nicht schälte. (Poln.) In den Fliegenden Blättern sagt der Mann: Mein Weib muss heute Schlage haben; lässt's die Mütze liegen, so schlage ich's, weil es sie nicht aufhob, hebt es sie auf, dann, weil es sie nicht liegen liess. Weibel. 1 Dus Weibel halt, wus es steht. (Jüd.-deutsch. Warschau.) Zweideutige Redensart. Halten wus es steht (geschrieben) heisst jüdisch-deutsch, sich streng an den Wortlaut des Gesetzes halten. Mit Hinweglassung des Wortes „geschrieben“ und auf Frauen angewandt, erhält es den Sinn leichtsinniger, käuflicher Hingabe. *2 Er hät's wie en Weibel, er cha laufe und nid müed werde, sûfe und nid voll werde, lüge und nid roth werde. – Sutermeister, 73. Weiben. 1 Besser ist zu weiben und zu mannen, dann braten in Anfechters Pfannen. 2 Es isch bald g'wîbet, aber schwer g'wirthschaftet. – Sutermeister, 112. 3 Es weibt jm einer eben so bald den Halss ab, alss dass er'jn absauffe. – Petri, III, 6. 4 Mir ist vögeliwohl, dass i nid wibe; lueg id mi Brueder a, wie muss er lide. (Luzern.) 5 'S Wybe-n und 's Boue-n-isch scho mänge groue. (Solothurn.) – Schild, 69, 150; Sutermeister, 121. 6 Weiben ist besser als huren, sagte der Prädikant zum Kapuziner. – Klosterspiegel, 63, 17. 7 Weiben macht nit leiben. – Franck, II, 172a; Gruter, I, 77; Egenolff, 230a; Eiselein, 635. 8 Weiben vnd mannen ist sorglich. – Petri, II, 614. 9 Wenn man thut weiben und mannen, trägt man die Lügen zusammen in Wannen. Vom Geklätsch über Brautleute. 10 Wer weiben will, der gehe nicht fern, doch borge nur von fremden Herrn. Kroat.: Ženi se kak najbliže, kúmi se kak najdalje. (Čelakovsky, 384.) Wend.: Žonu sej be' ze susodstwa, a kmótrow proš se zdaloka. (Čelakovsky, 384.) 11 Wer wiibe will, such i der Kuchi de Brut. – Sutermeister, 113. Weiberarbeit. 1 Weiberarbeit ist (scheint) behend, aber sie nimmt nicht leicht ein End'. Böhm.: Zlosti ženské není lékařství. (Čelakovsky, 392.) 2 Weiberarbeit und das Fressen eines alten Pferdes fallen nicht in die Augen. (Estn.) Weiberarsch. 1 Ein alter Weiberarsch ist kein Fingerring. Lat.: Non est vrbanus annulus anus anus. (Reuterdahl, 607.) Schwed.: Kaerlinga baklwth aer ey goth gwlfingran. (Reuterdahl, 607.) 2 Weiberarsch, Hundsnase und Männerknie erwearmen nie. (Oberösterreich.) Weiberauge. 1 Weiberauge ist ein Feuerspiegel, verbrennt das Herz des Mannes. – Lehmann, II 836, 186; Sailer, 272; Simrock, 11301; Körte, 6583; Winckler, I, 54; Braun, I, 4967. Lat.: Urit videndo femina. (Virgil.) (Binder II, 3427.) 2 Weiberaugen ist nicht zu trauen, den schwarzen nicht und nicht den blauen. – Böse Zungen (Berlin 1874), S. 17.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T09:51:52Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T09:51:52Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/46
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [34]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/46>, abgerufen am 24.10.2020.